Logo

Godspeed Postmoderne

Miko Hucko am Samstag den 23. August 2014

vernissage

Die Tomatensuppe explodiert! Es wurde ja auch Zeit, sie hat uns 50 Jahre lang geplagt mit ihrer dezidierten Nicht-Aussage. Mit ihrem Konsumentendasein. Mit ihrer Reproduzierbarkeit.

Sowohl Titel – Rhizom und Raster –  als auch die weiteren Bilder dieser Serie, die massgeblich aus Portäts besteht, lassen sich als Abgesang auf die Postmoderne lesen. Das Material ist simpel und roh, fast schon altmodisch: Russ, Klebestreifen, Karton. Je nachdem, wie nahe oder fern man sich von den Bildern positioniert, ergeben sie sinnvolle Ganze oder zerschossener, zerklüfteter Müll. Ob man das Raster sehen will oder nicht, diesen Fokus muss ich als Betrachtende auch selbst legen. Durch diesen selbst zu wählenden Fokus wird die Wahlfreiheit des Auges, des Blickwinkels an die Betrachenden zurück gegeben und die schwarz-weissen Bilder werden dreidimensional und belebt.

Motivisch arbeitet sich Johannes Lortz an Ikonen der Postmoderne ab, von Rosa Luxemburg bis Lou Reed, bekannte Abzüge von ihnen werden hier nicht reproduziert oder nachgemalt, sondern ausgebrannt und abgewandelt. Die Kenntlichkeit bleibt nur knapp erhalten – und trotzdem behält dieser Versuch in Antimalerei eine eindrückliche Ausstrahlung. Damit ich weiss, wem ich hier genau tschüss sagen muss.

Die Ausstellung Rhizom und Raster ist noch bis zum 11. September im Kunst- und Denkraum artundweise zu betrachten.

« Zur Übersicht

2 Kommentare zu “Godspeed Postmoderne”

  1. dan meier sagt:

    “Abgesang auf die Postmoderne” mit etwas Ikonen-Schändung ohne Ausblick. Der Betrachter wählt die Perspektive, auch total… kreativ. Zu betrachten im “Kunst- und Denkraum”. Wohl auf den eigenen Nonsens reingefallen.

  2. miko hucko sagt:

    Klingt nicht gerade so, als wären Sie dort gewesen… Oder haben Sie eine dezidierte Meinung, die nicht mit Unterstellungen an mich zusammenhängt?