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Harte Riffs, Raclette und Kräuterzigaretten

Gisela Feuz am Sonntag den 6. Juli 2014

Es war eine ungewohnte Zeit für laute und harte Gitarrenmusik, aber davon liess sich die Berner Kombo Vonation nicht einschüchtern. Um halb Drei Uhr nachmitags eröffneten die jungen Wilden gestern die 21. Ausgabe des Festivals Anyone Can Play Guitar auf der kleinen Schanze und machten mit ihrem Mix aus Nu-Metal und Sprechgesang klar, dass Crossover doch noch nicht ganz tot ist. Der Austragungsort war um diese Zeit bereits gut besucht, Bier wurde schon ordeli viel getrunken und so dauerte es denn auch nicht lange, bis sich vor der Bühne erste wilde Tanzverrenkungen ausmachen liessen.

Die Stimmung bei Anyone Can Play Guitar war gestern einmal mehr eine sympathisch eigentümliche und kunterbunt-fröhliche. Jung und Alt waren zugegen, Punks monierten gutmütig, es sei ja wohl noch ein bisschen früh für solchen Krach, Goofen hüpften mit farbigen Pamirs oder mit gelben Ohrenstöpsel ausgestattet, die zu 2/3 aus den Ohren ragten, lustig im Kies herum, hier wippte die Sandale eines Rentners ausgiebig zu schweren Gitarrenriffs mit, dort tanzte ein Paar zu Crossover Tango und über allem lag ein schwerer Duft von Raclette, Bratwurst und Kräuterzigaretten.

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Die knüppelharten und sacklauten Stoner-Riffs der schwarzgewandeten Freiburger-Mannen von Tar Queen, deren musikalisches Schaffen hier bereits ausgiebig gelobt wurde, waren dann einigen der jüngsten Anwesenden offenbar nicht mehr ganz geheuer, wie sich den verzogenen Gesichtern entnehmen liess, dafür bereiteten sie den erwachsenen Stromgitarren-Liebhabern umso mehr Freude. Und die in der Ostschweiz beheimateten, adrett gekleideten The Lakeside Jerks sorgten mit ihrem eingängigen Rock’n’Roll-Rockabilly im Anschluss bei allen wieder für gute Laune.

Was Tenter Hooks, The Deadly Storm und Fred Olsen gestern auf der kleinen Schanz noch ablieferten, kann hier leider nicht dokumentiert werden, weil die Schreiberin dem schnöden Fussball den Vorzug gab. Ja, ich schäme mich. Aber vielleicht kann jemand von Ihnen berichten, werte Leser und Leserinnen? Anyone?

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