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Bizarre Musikgenres Teil 14: Khoomei

Gisela Feuz am Dienstag den 6. Mai 2014

Die Welt der Musikgenres ist eine vielfältige, bunte und manchmal unfreiwillig komische. In dieser Serie sollen Genres zum Zuge kommen, von denen Sie bis anhin vielleicht (zu recht) noch nie gehört haben. Heute: Khoomei oder auch Kehlkopfgesang.

Die Republik Tuwa ist im geografischen Zetrum Asiens zu finden und gehört zum Süden Sibiriens. Das Volk der Tuwa ist von mongolischer Abstammung und traditionellerweise ein Nomaden-Volk, das in Yurten lebt. Wer den Launen der Natur tagtäglich ausgeliefert ist, ist zwangsläufig auch eng mit dieser verbunden. Jeder auch noch so kleine Teil der Welt und Natur wird von den Tuwa als Fragment des Ganzen betrachtet und entsprechend gebührt jedem Stein, jeder Pflanze und natürlich auch jedem Tier und jedem Menschen Respekt. Warum dies wichtig ist, um den Kehlkopfgesang der Tuwa zu verstehen? Weil ein zentrales Ursprungs-Element dieses Gesangs höchstwahrscheinlich in der Ehrfurcht vor der beseelten Natur zu verorten ist. Spiritualität wird nämlich nicht nur in den Objekten der Natur, in Aussehen oder Orten, sondern eben auch im Klang der Dinge festgemacht. Deswegen, so die Vermutung, wurden mit dieser Art von Gesang anfänglich Tiergeräusche oder Naturgewalten wie Wind und Wasser imitiert.

Das Spektakuläre am Khoomei ist die Tatsache, dass ein Sänger seiner Kehle bis zu vier Tönen gleichzeitig zu entlocken vermag. Was spektakulär ist, schafft es früher oder später auch ins Fernsehen. So war der wohl bekannteste Kehlkopfgesang-Künstler Kongar-ol Ondar vor einigen Jahren bei David Letterman zu Gast. Welche Spiritualität sich in einem Fernsehstudio oder dank einem Album namens «Back Tuva Future» (!) einzustellen vermag, sei dahingestellt.

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2 Kommentare zu “Bizarre Musikgenres Teil 14: Khoomei”

  1. geni dienstbier sagt:

    hammer! wo kann man das lernen?

  2. Frau Feuz sagt:

    Zwar kein Sing-Tutorial aber immerhin informativ: