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Lambada-Drone unter dem LED-Sternenhimmel

Milena Krstic am Dienstag den 15. April 2014

Carla Bozulich Workshop GearWie wenig es doch braucht zum elektronisch-musikalischen Glück: ein stimmiges LED-Licht, das Sterne an die Wand projiziert, ein lottriges Kinder-Keyboard, einen Boss Vocal Performer VE-20, Mikrofon, Mischpult, Boxen und das alles nützt nix ohne: Strom.

Im Dachstock der Reitschule gab es von alledem jedenfalls zur Genüge, als die amerikanische Avantgarde-Musikerin Carla Bozulich (die am Sonntag im Rössli ein Konzert gespielt hatte und sowieso gerade in der Stadt war) zum Workshop lud. Die Zeremonienmeisterin bat darum, eigene Lichtquellen mitzubringen und wünschte sich:  «Einen Haufen Spinner mit Flugbegleiter-Uniformen und Goldzähnen, schwingenden Riesen-Bassverstärker, Tonhöhen- Regler, Loop-Pedale, Schneebesen und Kurzwellenradios».

IMG_20140414_204021~2Bekommen hat sie: immerhin eine elektrische Ukulele (links im Bild), ein Akkordeon und viel klassisches Musikmach-Material wie Schlagzeugteile, Gitarren und Bass.

Gefühlte 1001 Projekte wird sie am Start haben, diese Carla Bozulich, die beim kanadischen Independent-Label Constellation Records unter Vertrag steht, sich musikalisch im No-Wave-Bereich bewegt und auch schon mit Sonic Youth zusammengearbeitet hat. Mit Hilfe ihrer Bandmitglieder führte sie bestimmt und herzlich durch den Abend, dirigierte auf ihre Weise, welche Stimmung erzeugt werden sollte und hielt ihr Versprechen, mittels musikalischer Improvisation zu frischer Erkenntnis zu gelangen.

Friedlich war es, meditativ, nie zu laut, nie zu wild, immer irgendwo im Bereich der mittleren Frequenzen. Nach dem Workshop genehmigte sich Küre einen Fernet-Branca, lehnte sich zurück und meinte:  «Das war die absolute Lambada-Drone-Experience.»

PS. Hier noch mein Carla-Bozulich-Lieblingssong (zu hören auf ihrem Album «Boy», das dieses Jahr erschienen ist).

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