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Mit RaBe feiern wie die Teenager

Gisela Feuz am Montag den 17. März 2014

roessliHorst Tappert wäre beeindruckt gewesen, denn die Augensäcke, die von einigen Rösslianern durch die Gegend getragen wurden, waren durchaus beachtlich. Der eine oder andere dürfte froh gewesen sein, dass das verrückte Geburtstagsexperiment (während fünf Tagen war das Rössli 24 Stunden geöffnet, wir haben hier und hier berichtet) am Freitagmorgen sein Ende nahm. Von Ausspannen konnte aber keine Rede sein, denn gleich anschliessend feierte das Berner Kulturradio RaBe seine Volljährigkeit in der ganzen Reitschule: Konzerte wurden veranstaltet, Filme gezeigt und Komödianten und DJs gebucht. Hier das Protokoll der zweiten Rabe-Nacht von Samstag auch Sonntag.

19.30 Uhr: Leckeres Riz Casimir («das hinterletzte Menü überhaupt», so einer der Herren E’s) im Sous le Pont sorgt für Kohlenhydrat-Vorrat. Rösslianer R., der nach mittlerweile sechstägigen Feierlichkeiten aussieht wie Gevatter Tod höchstpersönlich, nickt zwischendurch beim Essen ein. Schnäpse 1 und 2.
20.30 Uhr: Dominic Deville veranstaltet im Tojo einen Bilderbuch-Slam, zeigt zu Slayer schlechtmöglichste Zaubertricks, liest die Zukunft aus Vinyl-Singles und liefert einen höchst vergnüglichen Einstieg ins Abendprogramm.
22.15 Uhr: Neo-Hip-Hop-Bitch Feuz, die sich im Zuge einer Artikel-Recherche ein bisschen in den englischen Sprachakrobaten Scroobius Pip verliebt hat, erhält eine Interview-Absage von demselbigen. Sauhund. Schnaps 3.
22.30 Uhr: The Shit («we are not shit, but THE shit, baby»), welche kurzfristig für The Weyers eingesprungen sind, garagenrocken im Sous le Pont und lassen dank neuem Songmaterial Vorfreude auf das nächste Album aufkommen. Schnäpse 4 und 5.

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The Shit im Sous Le Pont

23.00 Uhr: Man schaut ihn sich ja dann doch an, diesen Englischen Hip Hop von DLS vs. SP, wenn auch schmollend und muss zähneknirschend eingestehen, dass dieser Dan le Sac mit seinen fetten Jungle- und Dance-Beats und dieser Scroobius Pip mit seinen schnellen, exakten und z.T. eindringlichen Reimen durchaus überzeugen.
00:30 Uhr: The E’s fabrizieren im Rössli eine 45-minütige Improvisation, wobei sie mit Drum, Keyboard, Gesang und Loopgerät Schicht für Schicht einen repetitiven Psychedelic-Rock-Teppich knüpften, in den man sich prima versenken kann. Der Herr Schlagzeuger zeigt sich allerdings zu später Stunde weniger enthusiastisch über die eigene Darbietung. Dessen Urteil ist aber kaum zu trauen, weiss man ja spätestens seit der Riz-Casimir-Bemerkung. Schnäpse 6 bis 8.
01:30 Uhr: Während oben ein voller Dachstock mit der Männer-Schnaps-Riege vom Dienst, den Tequilla Boys, «Looking for Freedom» und ähnliche Verbrechen aus der Musikgeschichte mitsingt, stellen unten im Sous le Pont Jet Turino einen verhallt-klingenden Elvis auf die Bühne und spielen dazu düsteren Rock’n’Roll.
3:00 Uhr: Fertig ist noch lange nicht, denn bei DJ El Mex wird getanzt, bis die Vöglein zwitschern. Schnäpse 24 bis 35.
6:00 Uhr: Rabe-Sendungsmacher und -macherinnen liegen sich in den Armen, und schwören sich und ihrem Radio ewige Liebe. Die Crew der Reitschule findet, man könnte ja sonst jetzt auch einfach mal gehen.

Herzliche Grüsse aus der Betty-Ford-Klinik, Ihre Frau Feuz.

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Ein Kommentar zu “Mit RaBe feiern wie die Teenager”

  1. Rösslianer R. sagt:

    Was zwischendurch einnicken?! Nichts da!! Solch gemeine Unterstellungen!!
    Schnaps 214.