Logo

Bizarre Musikgenres Teil 5: Bubblegum Dance

Gisela Feuz am Dienstag den 11. Februar 2014

Die Welt der Musikgenres ist eine vielfältige, bunte und manchmal unfreiwillig komische. In dieser Serie sollen Genres zum Zuge kommen, von denen Sie bis anhin vielleicht (zu recht) noch nie gehört haben. Heute: Bubblegum Dance.

Bubblegum Dance ist eine dermassen süsse, zuckrige und überkandidelte Art von Musik, dass einem nach wenigen Tönen ein akuter Diabetes-Schub droht. Aufgetaucht ist Bubblegum Dance in den späten 90er-Jahren als Subgenre von Eurodance, wobei die Bezeichnung wahrscheinlich auf die 50er-Jahre zurückgeht, in welchen eingängige Popsongs oft mit Damen bebildert wurden, die einen Kaugummi zur beachtlich grossen rosa Kugel aufblasen konnten.

Bezeichnend für das Genre sind simple elektronische Mitsing-Melodien und einigermassen dämliche Texte, welche aufgekratzte kindische Fröhlichkeit verbreiten. Hohe Frauenstimmen und Rap-Einlagen von Männern setzen dem Ganze oftmals noch die glasierte Zuckerkirsche auf. Immerhin nahmen die Bubblegum-Dance-Bands sich selber nie allzu ernst, sondern legten eine gesunde Portion Selbstironie an den Tag. Das ist auch nötig, wenn man Musik produziert, zu der ein erwachsener Mensch nur tanzen kann, wenn er sich vorher eine Intelligenz-weg-Droge einverleibt hat und den musikalischen Geschmack eines achtjährigen Kindes besitzt. Wer’s erfunden hat? Nein, Schwein gehabt, wir waren’s nicht, sondern die Dänen, die mit Aqua auch gleich den Vorzeigekandidaten des Genres stellen. Die Schweden sind aber auch nicht schlecht, bzw. sind auch schlecht, wie das Beispiel Jonny Jakobson zeigt, der unter verschiedenen Namen 12(!) Alben veröffentlicht hat und mit «Rice & Curry« 1998 europaweit die Charts stürmte. Jetzt mal im Ernst: Wer kauft so was?!

« Zur Übersicht

Ein Kommentar zu “Bizarre Musikgenres Teil 5: Bubblegum Dance”

  1. Ohje. Kaum zu glauben, was die sich alles an Musikrichtungen ausdenken. Auch wenn viele Begriffe, wie zum Beispiel Rock, schon weit gefechert sind. Aber für jeden Ton muss man sich doch nicht extra einen eigenen Musikstil-Namen ausdenken!
    Grüße!