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Bizarre Musikgenres Teil 4: Nintendocore

Gisela Feuz am Dienstag den 4. Februar 2014

Die Welt der Musikgenres ist eine vielfältige, bunte und manchmal unfreiwillig komische. In dieser Serie sollen Genres zum Zuge kommen, von denen Sie bis anhin vielleicht (zu recht) noch nie gehört haben. Heute: Nintendocore.

Wer in den 80ern oder frühen 90ern im Kindes- oder Teenageralter war, der kennt Mario und Luigi. Und Donkey Kong. Es war die Zeit, als die klobigen Nintendo-Spielkonsolen Einzug hielt in die Kinderstuben und Papa und Nachwuchs gleichsam vergnügt in den aufkommenden Jump’n’Run-Spielen Münzen sammelten, Gegner plattdrückten, schildkrötenähnlichen Wesen auf den Panzer hüpfen, und durch Super-Pilze Grösse und Stärke erlangten. Dazu scherbelte jeweils der unverkennbare Nintendo-Soundtrack aus den Boxen: Dünne und schrille Computer-Synthesizer-Sounds, die mit der Zeit gewaltig nervten und einem manchmal gar in den Schlaf verfolgten.

Genau diese Sounds sind in den letzten Jahren im musikalischen Schaffen der Nintendo-Generation wieder aufgetaucht. Dabei mag sich nicht nur die elektronische Musik-Welt unter dem Namen Chiptune für die einstigen Kinderzimmer-Klänge begeistern, sondern auch knallharte Stromgitarristen zollen Mario und all den anderen Tribut. So mischen zum Beispiel die kalifornischen Metalcorer Horse the Band («the greatest unsucessful band ever») brettharte Post-Hardcore-Riffs mit 8-bit-Synthie-Sounds und nennt diese abenteuerliche Mischung Nintendocore. So unterschiedlich Chiptuner und Metaller in ihrem musikalischen Bestreben auch sein mögen, wenn es um Videogame-Nostalgie geht, sind dann doch wieder alle gleich.

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