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«Hello les Fuckers»

Gisela Feuz am Samstag den 1. Februar 2014

Die Vermutung liegt nahe, dass Tar Queen aus Freiburg lieber Zeit im Übungsraum verbringen als mit Promoarbeit. So musste der Rössli-Veranstalter offenbar gefühlte 100 Mal nachfragen, ob denn die Band nicht so etwas wie eine Biographie habe, damit man Journalisten ein paar Anhaltspunkte geben könne, bevor folgender Text zurückkam:

tar queen«Nach 3 Jahren wissen Tar Queen genau, wie das Equipment im Bus verstaut wird: Bassbox hinten rechts, Gitarrenboxen gegen Hinterbank links. Check! Kick und Toms nach Augenmass, aber schön mittig. Gitarren-Amps und Luxusgüter im Vordergrund. Check! Ständer und Bleche halten den ganzen Mist zusammen. Snare, das Heiligtum, auf den Knien des Metzgers (ausser er fährt – siehe auch ‘Heimfahrt’). Check! WARNUNG: Material kann sich auf der Bühne in Rock’n’Rotz verwandeln. To be Continuum.»

«Continuum» heisst denn auch gleich das Album, welches die vier Üechtländer im November herausgeben und am Donnerstag im Rössli vorgestellt haben. Der Zweitling von Tar Queen bietet experimentierfreudigen Stonerrock, der phasenweise an die belgischen Triggerfinger erinnert, Riffabfolgen, die von einem Interesse für die Musik der 70er zeugen, eingängige treibende Akkorde, die aber oft gleich wieder gebrochen werden, psychedelische Ausflüge, abgründige Lyrics und Songs von ungeheurer Dynamik, die mit einzelnen gezupften Noten beginnen und in lärmigen Gitarren-Gewittern enden. «Continuum» bereitet einem so richtig Freude, und zwar sowohl ab Plattenspieler als auch live. Da lässt man sich sogar gerne mit «Hello les Fuckers» begrüssen.

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