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Das Schabernack-Duo Pepe-Kämpf

Gisela Feuz am Mittwoch den 18. Dezember 2013

Da haben sich zwei gefunden. So richtig als Duo würden sie eigentlich nicht existieren, aber wenn einer eine Anfrage bekomme, nehme er den anderen manchmal mit, erklärt Musiker Simon Hari, alias King Pepe. Der andere ist in diesem Fall der Berner Schriftsteller Matto Kämpf; Wer gestern Abend wen in Die Heitere Fahne mitgenommen hat, ist unklar.

pepekaempf

Klar ist hingegen, dass Die Heitere Fahne fast aus den Nähten platzte und dass das Gespann Pepe-Kämpf bestens zusammen funktioniert. Kämpf erzählt seine abstrusen Geschichten über schäbig motivierte Glücksgefühle, Inzest im Oberland und wie DJ-Antoine zu christlicher Bekehrung führen kann, wobei als Folge auch schon mal ein Hamster sein Leben lassen muss. Der musikalisch äusserst versierte King Pepe steuert mit Gitarre, Piccolo, Trompete, Pfannendeckel und anderen Gerätschaften nicht weniger doppelbödige Songs über Selbstmordvarianten, dicke Frauen und Herzschmerz bei.

Interessant war gestern auch die Erkenntnis, dass ein Mann, der doch eigentlich ein exzellentes Gefühl für die Rhythmik von Sprache hat, grandios daneben hauen kann, wenn er einen Song mit einem Rassel-Ei begleiten soll. Nein, das störe ihn überhaupt nicht, dass der Kämpf rhythmisch eher minderbemittelt sei, erklärte ein grinsender King Pepe in der Zigarettenpause. Er finde das im Gegenteil sehr interessant. Eine grössere Herausforderung sei es, den Matto zu begleiten, wenn dieser «singe». Die Selbstironie der beiden Herren, mit der sie ihren Schabernack auf der Bühne treiben, und vor allem auch ihre Blowing in the Wind-Adaption, in der unter anderem die Frage abgehandelt wird, wie viele Inserate es braucht, bis man ein halbseitig gelähmtes Büsi verschenken könne, ist grösstmögliches Unterhaltungs-Kino. Hoffentlich nehmen sie einandern noch des Öfteren mit.

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