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Club-Safariantinnen

Gisela Feuz am Sonntag den 8. Dezember 2013

Es waren mehrheitlich Damen, die sich interessierten und getrauten. Ob das weibliche Geschlecht grundsätzlich mehr Neugierde und weniger Berührungsängste an den Tag legt, oder ob es sich einfach mehr darum sorgt, wo sich der Nachwuchs des Nachts herumtreibt, kann hier nicht schlüssig beantwortet werden. Fakt ist aber, dass bei der gestrigen Club-Safari durch fünf Berner Clubs mehr Damen die Gelegenheit wahrnahmen, Clubluft zu schnuppern und Fragen zu stellen.

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Bierhübeli-Geschäftsführer Nando Hepp erklärt, was eine Produktion ist. Bild: Christian Zellweger

Eine ältere Teilnehmerin, die fein säuberlich den Hinweis auf die Club-Safari aus der Zeitung ausgeschnitten hatte, outete sich als richtiger Fan von solchen Touren. Sie habe eben auch schon an einer Führung durch die Reitschule teilgenommen, man müsse doch solche Gelegenheiten unbedingt wahrnehmen, das sei doch spannend. Ja ist es. Und zwar für alle Beteiligten. Was man denn jetzt da konkret mache, wollte ein älterer Herr im Bonsoir wissen. «Nun ja, tanzen halt.», erklärte Marco Belz, Mitinhaber und Produktionsleiter des Bonsoir. Und warum Tanzmusik so furchtbar laut sein müsse, beantwortete Tontechniker Mischu Loosli im Dachstock mit biologischen Fakten: «Weil ab 96DB der Körper die gleichen Signale produziert, wie wenn er sich im freien Fall befindet.»

«Da würdi scho schampar gärn mau ine, aber alleini getrou i mi definitiv nid.», liess eine Dame verlauten, als die muntere Truppe auf dem Weg vom Bierhübeli ins ISC die berühmt-berüchtigte Afterhour-Bar Dead End passierte. Spontan entschloss man sich also, einen Abstecher in die Höhle des Partylöwen zu wagen. An der Türe hiess es dann scherzeshalber zuerst einmal «heit dr äs Chärtli?», worauf im Inneren ein äusserst sympathischer und informativer Vortrag folgte, wie das Dead End genau organisiert ist und welcher Zusammenhang mit der Gassenküche und der Notschlafstelle Sleeper besteht. Den Dead-End-Betreibern war anzumerken, dass sie sich über den Besuch und das Interesse freuten und die Safariantinnen horchten mit gespitzten Ohren und grossen Augen und waren sich nach dem Verlassen der Räumlichkeiten einig, dass das eine so verkehrte Sache nun auch wieder nicht sei.

Zum Abschluss der Club-Tour gab es dann im ISC eine Soundcheck-Demonstration und endlich auch ein wohlverdientes «Hergöttli». Die Rückmeldungen auf das Gesehene und Erfahrene waren durchs Band weg positiv. «Dir müesst das viu meh mache. U für aui Eutere söttis Pflicht si.» Jawohl, sollte es.

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Ein Kommentar zu “Club-Safariantinnen”

  1. Herr Gnos sagt:

    Sie sind auf einigen meiner Fotos, Frau Feuz! http://www.flickr.com/photos/110433048@N08/