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Rosa Bier in der Kirche

Gisela Feuz am Donnerstag den 3. Oktober 2013

shnitopeningAm Nachmittag ging es ja noch gemächlich zu und her im Innenhof vom Progr, genauer im Bus und Büro des Internationalen Kurzfilmfestivals Shnit. Spätestens am Abend dürfte es dann aber gebrummt und gesummt haben in besagtem Innenhof wie in einem Bienenstock, an der offiziellen Eröffnungsfeier in der Heiliggeistkirche war jedenfalls jeder Platz bis auf die hinterste Bank besetzt.

Zum Auftakt der gestrigen 11. Ausgabe von Shnit wurde in den heiligen Mauern der Kurzfilm «Stardust» von Mischa Rozema mit Liveorgelbegleitung gezeigt, worauf der Vertreter der Heiliggeistkirche in seiner Rede eine schöne Parallele von Shnit zum Kirchenalltag zog. So weit seien diese beiden Welten gar nicht voneinander entfernt, denn schliesslich würden in der Kirche auch Geschichten erzählt und bei vielen Menschen würde beim Nachdenken eine Art innerer Film ablaufen. Fürwahr bietet die Heiliggeistkirche ein einmaliges und phantastisches Kino-Ambiente. Wenn nur die Bänke nicht so tami hart wären.

Stadtpräsident Alexander Tschäppät formulierte im Anschluss humorig mit etwas kruderen Worten, dass es doch einfach «geil sei, in der Kirche rosa Bier saufen zu können» und dass eine solches Festival nur in Rom noch besser durchzuführen wäre, weil es dort mehr Kirchen gäbe.

Die Auswahl der sechs Filme, welche im Anschluss an die Reden gezeigt wurden, war einigermassen mutig und explizit für das heilige Ambiente. Da wurde ein experimenteller österreichischer Kurzfilm mit Fetisch-Attitüde auf die Leinwand projiziert («Metube: August sings carmen ‘Habanera’»), eine bezaubernde Ode an die Phantasie gezeigt («Nashorn im Galopp»), ein wahr gewordener Albtraum («Sequence»), Liebe hinter Gefängnismauern («Sept Heures Trois Foix par Année») thematisiert und zum Abschluss mit «M. Leroi» noch so richtig schön die Lachmuskeln strapaziert. Eine perfekte Auswahl haben die Shnit-Verantwortlichen da getroffen aus den insgesamt 6’729 Kurzfilme aus 141 Ländern, die eingereicht wurden. Eine Auswahl, die verdeutlicht, wie vielfältig an Inhalt und Machart die Shnit-Kurzfilme sind und die definitiv Lust auf mehr macht.

Im Rahmen des Internationale Kurzfilmfestival Shnit werden noch bis am Sonntagabend an diversen Spielstätten in der Stadt Bern Kurzfilme unterschiedlichster Natur gezeigt. Vorverkauf nützen und unbedingt Platz reservieren!

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