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«Jack Stoiker isch King»

Gisela Feuz am Samstag den 9. März 2013

«Jack isch King», meinte gestern unser Herr Schlagzeuger ehrfürchtig. Tatsächlich darf man Jack Stoiker in der Musiklandschaft durchaus einen royalen Status einräumen, denn wer es schafft, einen ganzen Saal dazu zu verleiten, lauthals in breitestem St. Galler Deutsch Textzeilen wie «I de Sackhoor» oder «Di Tütsche sind blöd» mitzusingen, der hat etwas richtig gemacht.

Bereits in den 90er Jahren avancierte der Ostschweizer Barde Jack Stoiker mit seinem fehlenden Gesangstalent und haarsträubenden Reimkünsten in einschlägigen Kreisen zur Kultfigur. Damals noch mit langem Haar, 70er Jahre Polyesterhose mit Schlag und Flying V-Gitarre tingelte der Mani Matter des Trash’ durch die Lande und begeisterte mit einigermassen skurillen Live-Auftritten. 1999 gab Jack Stoiker dann gar ein Album namens «Hällwach» heraus, welches von Komiker Beat Schlatter und Regisseur Michael Steiner mitproduziert wurde, und das sich schlechtmöglichst verkaufte.

Lange Zeit war es dann still geblieben um den Schöpfer der Onanie-Hymne «Uf em Lintuech». Damit sich das ändert, haben die Herren Schlatter und Steiner sich nach 14 Jahren nun den nächsten Wurf ausgedacht und so wurde gestern Abend im ehemaligen Zürcher Pornokino Stüssihof der Release eines Jack Stoiker Tribut-Albums gefeiert. Insgesamt 18 Bands haben für «Jack is Back» einen Stoiker-Song interpretiert, wobei auch einige BernerInnen mit von der Partie sind, so zum Beispiel Traktorkestar mit dem Kummerbuben-Frontmann Simon Jäggi, Chica Torpedo, Halunke, Baze und eben auch Frau Feuz’ Monofones. Eine interessante, vielseitige und vergnügliche Stil-Mischung ist auf diesem Tribut-Album zu finden. Allerdings muss nach dem gestrigen Jack Stoiker-Auftritt festgehalten werden: An den St. Galler König des Trash kommt keiner heran!

Das Tribut Album «Jack is Back» ist bei Limmat Records erschienen und kann ab sofort gekömerlet werden, was sich schon nur wegen der Interpretation von Baze’ «ufem Lintuech» lohnt.

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