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Neverstarting Story

Nicolette Kretz am Donnerstag den 4. November 2010

Das Stück heisst «The Rehearsal» und auf der Bühne wird eine Probe gezeigt. Das ist erst mal ganz banal und eigentlich auch überhaupt nicht neu, denn witzige Theater-im-Theater-Stücke gibts zur Genüge. Doch was die Spanierin Cuqui Jerez und ihre Gruppe daraus machen, ist sehr viel mehr. Die Szene, die sich als Probe eines Stückes herausstellt, stellt sich wiederum nur als eine dargestellte Probe heraus. Über der Regisseurin entpuppt sich also eine weitere Person im Publikum als die eigentliche Chefin. Und sobald man sich wieder orientiert hat und glaubt zu wissen, wie der Hase läuft, unterbricht plötzlich eine der Spielerinnen das Geschehen, dann eine andere, dann der Techniker. Und dann wieder von vorne.

Wer so viele Ebenen verknüpft, muss sie am Schluss auch wieder entwirren und der Abend hat genau wie die gefühlten hundert Anfänge auch hundert Enden. Immer wenn wir glauben, das wars jetzt, ists doch wieder nur ein geprobtes Ende, bis die fünf plötzlich tatsächlich gar nicht mehr auftauchen und man sich wünscht, man hätte bei den falschen Enden ein bisschen hefitger geklatscht.

Das Spiel mit den Ebenen funktioniert dank der ungeheuren spielerischen Vielfalt der Performerinnen so wunderbar. Es wird immer noch echter, noch frischer, noch improvisierter und verwurstelt dabei sämtliche Theaterklischees von der besserwisserischen Regisseurin, der hypersensiblen Schauspielerin oder anstrengenden Gruppendynamiken. Weil «The Rehearsal» am Tanz In. Bern in der Dampfzentrale nun leider schon wieder vorbei ist, hier wenigstens einen kurzer Trailer davon:

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