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Kulturshock in der Länggasse

Gisela Feuz am Sonntag den 3. Oktober 2010

Gestern fühlte man sich ein bisschen wie in den Ferien in der Länggasse: Drinnen gabs Slivovitz und draussen wurden beim Rauchen lustige Räuberpistolen (glaubs) erzählt und zwar mehrheitlich in Bosnisch (glaubs). Der Kulturshock, das kleine aber feine Vereinslokal vis-à-vis der Uni Tobler, hatte zwei Herren eingeladen, die für Liebhaber von traditioneller Balkan-Musik keine Unbekannten sind: Miso und Sandi, die beiden Frontmänner der legendären Mostar Sevdah Reunion, bearbeiteten gestern als Duo «The Old Bridge» ihre Gitarren, was eine beachtliche Anzahl Leute anzulocken vermochte.

Von einem Publikum, wie es Miso und Sandi gestern hatten, kann jede Musiktruppe nur träumen: Viele schöne Menschen, die von den ersten Klängen an freudenstrahlend und glückselig auf  Tischen und Bänken tanzen, mitsingen und wild klatschen. So muss es sein. Bunt gemischt war das Publikum, der Frauenanteil war hoch und das tut bekanntlich jeder Party gut, denn schlussendlich sind es immer die Damen, welche die Tanzfläche als erstes betreten und wo viele Damen sind, hats früher oder später naturgemäss auch viele Herren, die sich dann in Anwesenheit vieler Damen auch nicht so brüllaffig benehmen, wie sie das sonst im eigenen Rudel offenbar manchmal tun müssen.

kulturshock

Man konnte gar nicht anders, als sich anstecken lassen von der sympathischen Ausgelassenheit, die gestern herrschte, von Kulturschock war weit und breit nichts zu spüren oder zu sehen. Ganz im Gegenteil ertappte man sich dabei, wie man bei der wilden Hüpferei munter mittat, dabei allerdings eine definitv weniger gute Falle machte, als all die Tanz-Experten ringsherum. Deren Geheimnis? Ich habs rausgefunden. Slivovitz. Das Zeugs verleiht Zusatzgelenke.

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