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Unhold in Mordor

Gisela Feuz am Sonntag den 14. September 2008

Gestern Abend wurde im Dachstock der Reitschule eine zweiteilige Musikadaption von Lord of the Rings aufgeführt. Im ersten Teil entlockten Nadia Stoller, Oli Kuster und Julian Sartorius ihren Instrumenten wunderbar sphärische und melancholische Elbenmusik.

Im Land von Aman wird mit Loop-Effektgerät, Akkordeon, Keyboard und dezentem Schlagzeugeinsatz gearbeitet, das Resultat lässt einem das Herz in süsser Melancholie aufgehen. Wunderbar elbisch eben. Zum Glück aber ohne spitze Ohren.

Unhold bei der Plattentaufe im Dachstock der Reitschule Bern, 13.09.2008. (Bild Manuel Gnos)

Der zweite Teil des Abends hätte andersartiger nicht sein könnten, führten doch die wackeren Mannen von Unhold das Publikum ins musikalische Mordor. Hier türmen sich düstere Gitarrenberge vor einem auf, hier schreit sich Gimli (alias Philipp Thöni) die Entrüstung über den Zustand der Welt aus dem Leib, hier verrichtet Dani Fischer an seinem Schlagzeug Schwerstarbeit, als würde er in den Minen von Moria um sein Leben hämmern. Reto Kotschar am Bass, Thomas Tschuor an der Gitarre und die passenden Visuals von Efentwell! tragen das ihrige zur allgemeinen Endzeitstimmung bei.

Die düstere, bedrohlich anmutende Musiklandschaft, welche die Unhold-Gefährten durchschreiten, ist aber keineswegs ohne Schönheit. Ganz im Gegenteil trifft man bei den Songs des neuen Albums Gold Cut immer wieder auch auf wunderschöne Harmonien, die etwas Hypnothisches haben. Unhold sind definitiv nicht nur Vertreter der guten alten Abnickschule, sondern verstehen es, Härte gekonnt mit Melodie zu vereinen. Sehr schön.

Vielleicht hätte man sich zwischendurch gewünscht, dass einem die wackeren Gefährten ein bisschen mehr an ihrer Mission teilhaben lassen und in den Pausen nicht einfach stoisch an ihren Instrumenten herumwerkeln. Andererseits sind ja aber eigentlich die wahren Helden genau diejenigen, welche ihre Heldentaten unaufgeregt vollbringen, nicht?

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9 Kommentare zu “Unhold in Mordor”

  1. Herr Gnos sagt:

    willkommen im blog, frau feuz! ein sehr schöner einstieg. man kann wohl sagen, dass unhold die zurzeit interessanteste berner schwerstgitarren-band ist.

    zum vorprogramm gab es äusserst unterschiedliche reaktionen: einerseits leute, die extrem begeistert waren, andrerseits jene, die froh waren darum, dass man in den gesprächen an der bar nicht weiter gestört wurde. ich war irgendwo zwischendrin und hatte vor allem mühe, mit dem jazz-gesang, der meine sache nicht ist.

    hier noch ein weiteres bild mit einem unhold:

    Gimli alias Philipp Thöni an der Unholdplattentaufe im Dachstock der Reitschule Bern, 13.09.2008. (Bild Manuel Gnos)

  2. chippie sagt:

    gratuliere zum ersten artikel!
    gimli… sehr charmant. wir arbeiten emsig an der publikums-interaktion und den sing along parts für die kommende openair saison 09. sehr schöne bilder herr gnos. gibt’s noch mehr?

  3. Protagonist sagt:

    wurden herr pauli und dessen gäu, das isch jetzt mini musig?-tochter gesichtet? und hat sie’s auf die gästeliste geschafft? nurso.

  4. Frau Feuz sagt:

    @herr gnos: dankeschön. ja ja das mit dem gesang. das ist wie gorgonzola. geschmacksache halt.

    @chippie: also ich finde gimli äusserst charmant. hätte ja auch ork schreiben können ;-) wir freuen uns auf die sing along parts. cheerleader moves kommen sonst übrigens auch immer sehr gut an.

    @protagonist: ich habe weder herrn pauli noch dessen tochter gesichtet. gerüchten zu folge, sei allerdings für die zeit des konzerts ein fünfjähriges mädchen an der garderobe deponiert worden, während dessen vater in der ersten reihe wild am headbangen war. ob es sich dabei um herrn pauli handelte, ist bis anhin unklar.

  5. Herr Gnos sagt:

    lustig, dass sie grad gorgonzola als beispiel genommen haben. ich ess drum kein käse…

  6. pauli sagt:

    Herr Pauli und Tochter waren nicht da. Und dies ohne erkennbaren Grund.

  7. signora pergoletti sagt:

    werte olive oyle, herzlich willkommen! schöner bericht!

  8. DJ Brutalo sagt:

    Juppi! Da kann man sich ja bereits unbändig auf das Unholdkonzert vom 8.November im Mokka freuen.

  9. Herr Gnos sagt:

    sehr schöne bilder herr gnos. gibt’s noch mehr?

    gibt es! ich aber momentan zeitlich sehr knapp dran. sie werden sich also ein wenig gedulden müssen…