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Warum ist der Mensch sektenanfällig?

Hugo Stamm am Freitag den 7. Juli 2006

Vereinnahmende Gruppen entsprechen offensichtlich einem Bedürfnis bestimmter Personenkreise. Die am nächsten liegende Erklärung: Weil der Mensch von Ängsten und Sehnsüchten geleitet wird.

Und eine zweite Begründung im Nachsatz: Und weil viele Menschen sehr leicht beeinflussbar sind.

Und weil das Unbewusste eine geheimnisvolle Blackbox ist, die einen viel grösseren Einfluss auf uns ausübt, als wir es wahrhaben wollen. Wir glauben in aller Regel, geistig stark, unabhängig und selbst bestimmt zu sein. Oft eine Selbstüberschätzung, die Sekten geschickt ausnützen.

Kurz, wie Freud schon sinngemäss sagte: Der Mensch ist nicht der Herrscher seiner Seele.

Und noch etwas: Vereinnahmende Bewegungen verdanken ihre Missionserfolge der Tatsache, dass viele Menschen immer noch sehr autoritätsgläubig sind. Sie lassen sich von „charismatischen Persönlichkeiten“, Grossmäulern und deren überzogenen Versprechen blenden. Oft reicht nur schon der Hinweis, ein Guru sei erleuchtet oder ein Prediger von Gott geführt, und schon erstarren die autoritätsgläubigen Zuhörer in Ehrfurcht.

In vereinnahmenden Gruppen kann man die ganze Verantwortung in allen Lebensbereichen abgeben. Alle Entscheide werden einem abgenommen. Und die Entscheide der Gurus, Sektenführer, Meister sind über alle Zweifel erhaben. Und sie dienen angeblich gleich noch dazu, das ewige Leben zu erlangen, unsterblich oder erleuchtet zu werden. Die vermeintlich perfekte Lösung auf immer und ewig. Und manchmal fehlt es auch an der Intelligenz, die offensichtlichen Widersprüche, die sich hinter dem Konstrukt von Sekten verbergen, zu erkennen.

Entscheidend ist aber die Sehnsucht nach der heilen Welt und den paradiesischen Zuständen. Die Unfähigkeit, sich mit der oft schmerzlichen Realität auseinanderzusetzen und sich mit ihr zu arrangieren, treibt viele Menschen in die Arme totalitärer Gruppen, die das absolute Heil versprechen. Dahinter steckt oft die Flucht vor der Wirklichkeit. Es ist denn auch keine Überraschung, dass Freikirchen das Auffangbecken vieler psychisch belasteter Personen sind.

Dabei nutzen Sekten geschickt auch Wunsch und Wille altruistischer und enthusiastischer Personen, sich nützlich machen und sich für höhere Ziele einsetzen zu wollen. Die Verbindung „humanitärer“ mit spirituellen oder religiösen Intensionen ist für sie viel versprechend. Das erste dient dem Diesseits, das zweite der Ewigkeit.

Sekten profitieren auch von der Angst vor der Freiheit. Freiheit ist für viele zwar ein Ideal, doch sie realisieren nicht, dass Freiheit immer wieder Angst macht und neu erkämpft werden muss. Freiheit bedeutet vor allem, Ungewissheit auszuhalten. Weil wir eben nicht wirklich wissen, was der Sinn des Lebens ist und was nach dem Tod sein wird.

„Sichere“ Antworten auf solche Fragen kennen nur Glaubensgemeinschaften. Und je „sicherer“ die Antwort ist, desto grösser ist die Gefahr, dass es sich um eine vereinnahmende Bewegung handelt.

Die Thesen werden durch die Erfahrungen gestützt. Die meisten Anhänger vereinnahmender Gruppen sind in einer Situation der Unsicherheit in die Fänge von Sekten geraten. In einer Lebenskrise, nach dem Scheitern einer Beziehung, bei einer schweren Krankheit, nach dem Tod eines geliebten Menschen usw. Als sie sich schwach fühlten, brauchten sie Halt. Und glaubten den Heilsverkündern, diese könnten für alle diesseitigen und jenseitigen Probleme perfekte Lösungen anbieten.

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159 Kommentare zu “Warum ist der Mensch sektenanfällig?”

  1. Warum sich abmühen, wenn man vom Meister erlöst wird?
    Warum selber denken, wenn der Meister alles besser weiss?
    Warum eine andere Perspektive einnehmen, wenn sowieso alles eins ist?

    Bequemlichkeit ist ein Faktor, der nicht unterschätzt werden sollte. Nicht nur bei Sekten.

    Und der Faktor Narzissmus: Wer bei einem “erleuchteten” Meister in die Lehre geht, kann sich damit rühmen. (Davor, dass Schüler sich mit ihrem “Meister” rühmen, sind jedoch nicht einmal ernsthafte Lehrer gefeit. Eine schmerzhafte Erfahrung für den Lehrer, siehe Franz von Assisi, siehe Krishnamurti).

    “… die Musse der Unwürde: bescheiden sitzt man dem Meister zu Füssen und hütet sich vor eigenen Gedanken.” (C.G. Jung, Grundwerk 3, 53 f.)

  2. Sandro sagt:

    Oft reicht nur schon der Hinweis, ein Guru sei erleuchtet oder ein Prediger von Gott geführt, und schon erstarren die autoritätsgläubigen Zuhörer in Ehrfurcht.

    Wieso wird denn hier der gesunde Menschenverstand und die Bildung und alles ausser gefecht gesetzt? Bei mir z.B. läuten alle Alarmglocken wenn ich sowas höre. Ist mir unerklärlich, dass so viele Menschen auf derartiges reinfallen.

  3. Thomas Allmendinger sagt:

    Erstens eine Frage:
    Wer ist “der Mensch”?

    Zweitens eine Feststellung:
    Neben Sekten oder sektenähnlichen Gruppierungen gibt es auch abweichlerische Einzelgänger und Querdenker, die sozial isoliert sind und keine Anhänger haben – oder bestenfalls erst 100 Jahre nach ihrem Tode.

    Drittens eine weitere Frage:
    Welches ist der Nährboden, auf welchem sowohl Sekten als auch Querdenker wachsen?

  4. gmbh sagt:

    Sollte man nicht eine Unterscheidung innerhalb der Sekten machen. Meinen Sie Hugo Stamm, die kleinen sowie die mittleren und grossen Sekten? Die Strukturen der einzelnen Sektenbewegung unterscheiden sich doch erheblich, auch die Autorität der verschiedenen Gurus bzw Sektenführer. Jede sogenannte Sekte verfolgt eine andere Zielrichtung.
    Viele sind sich doch gar nicht bewusst, dass sie nun in einer Sekte sind. Sie glauben, sie seien in einer Glaubensgemeinschaft. Ich denke auch, das Wesentliche einer jeden Gruppierung ist das Gemeinschaftsgefühl. Im grossen Stil treffen sich die Leute, kommunizieren miteinander, unterstützen sich gegenseitig, Familienfrauen tauschen einander aus, die Kinder werden gemeinsam betreut. Die grosse Aufgabe einer jeden Sekte sind auch die Ferienlager bzw Gebetsveranstaltungen (zum Beispiel die Leviten vor einem Jahr in Wiesendangen bei Zürich, da kamen sie zu Tausenden herangeströmt, um ein Lagererlebnis zu haben). Viele Anhänger kümmern sich nicht mal soviel um die religiöse Philosophie.

  5. Hugo Stamm sagt:

    @gmbh

    Meine Ausführungen sind ohne Zweifel schematisch. Aus Platzgründen ist es aber nicht möglich, auf alle Spezialfälle einzugehen. Ich gehe in meinem Text von radikalen Gruppen mit einem ausgeprägten Indoktrinationssystem aus.

    Die Freikirchen zähle ich ausdrücklich nicht dazu. Diese sind für mich dogmatische bis fundamentalistische Glaubensgemeinschaften, die gewisse sektenhaften Züge zeigen.

    Es gibt natürlich noch viel mehr Gründe, weshalb sich Menschen von sektenhaften Gruppen blenden lassen. Weggelassen habe ich auch die positiven Aspekte. Vereinnahmende Gruppen bieten zum Beispiel eine soziale Geborgenheit. Bei ihnen sind alle willkommen, alle werden mit offenen Armen empfangen: Ob gross oder klein, dick oder dünn, gebildet oder nicht usw. Speziell für Einsame oder Verlassene ist dies eine Offenbarung und ein wohltuener Kontrast zur gnadenlosen Gesellschaft, in der vor allem die Schönen, Reichen und Erfolgreichen Privilegien geniessen. Das wäre dann auch ein Argument dafür, dass wir selbst das Biotop züchten, auf dem Sekten prächtig gedeihen.

  6. nk sagt:

    nicht viel heute; nur folgendes:

    “Und weil viele Menschen sehr leicht beeinflussbar sind.”

    ALLE nicht viele. diejenigen die das nicht glauben hatten bisher nur das glück davon verschont geblieben zu sein.

    “Vereinnahmende Bewegungen verdanken ihre Missionserfolge der Tatsache, dass viele Menschen immer noch sehr autoritätsgläubig sind.”

    immer noch? dass alle menschen bis zu einem gewissen grad autoritätsgläubig sind ist eine menschliche eigenart die sich weder wegdiskutieren noch wegoperieren lässt. das ist unser natürliches herdenverhalten. sie scheinen mir ja auf den übermenschen zu warten herr stamm 😉

    “In vereinnahmenden Gruppen kann man die ganze Verantwortung in allen Lebensbereichen abgeben. “

    das ist richtig. und es erinnert mich an meine zeit in der rekrutenschule. wie stehen sie zum militär herr stamm? meines erachtens erfüllt es die meisten vorwürfe die sie den sekten machen. sehen sie da paralellen?

    übrigens sollten sie die begriffe “totalitäre gruppen” und “freikirchen” nicht unbedingt so nahe beieinander schreiben. das weckt in mir wieder kritiklust 🙂

  7. posi. sagt:

    Hallo Herr Stamm. Wieder mal ein interessantes Thema. Ich kann Ihnen in jeder Weise zustimmen. Jedoch würde ich Herrn Freud berichtigen wollen 🙂

    “Kurz, wie Freud schon sinngemäss sagte: Der Mensch ist nicht der Herrscher seiner Seele.”

    Ich würde eher sagen, “Die Seele ist nicht der Herrscher des Ego’s” weil wir der Ursprung dessen sind, was uns umgibt. Zu dieser Thematik habe ich vor einiger Zeit mal ein Bild hochgeladen, dass ich euch nicht vorenthalten möchte und eines meiner Lieblingsbilder ist 🙂

    http://mitglied.lycos.de/posi2k/999/Bilder/1.jpg

    Gruß,

    posi.

  8. studi sagt:

    um es zur abwechslung mal kurz zu halten: hauptsache jeder kommt mit seinem sozialen umfeld zurecht – egal wie religiös es geprägt sein mag.

    diejenigen, die in sektiererischen gruppen “drunterkommen”, die sind beim rest der gesellschaft schon lange unter die räder gekommen. aber dann, wenn sie erst einmal in so einer psycho-gruppierung sind, sind wir alle wieder heuchlerisch genug, dass wir ihnen helfen möchten. unsere gesellschaft ist doch einfach schizoid.

    mfg
    studi

  9. nostradamus sagt:

    Ron Hubbard würde sagen, definiert zuerst einmal, was eine Sekte ist und führt die entsprechenden Gruppen auf und zeigt auf, welche Schwachpunkte sie haben. Diese pauschale Abfertigung über Sekten bringt überhaupt nichts. Es braucht eine genaue Analyse und klare Details.

  10. Werner sagt:

    Ich denke schon, dass Leute in Sekten gehen, weil sie ein Defizit an etwas empfinden.

    Wenn sie in eine Familie oder in etwas anderes eingebunden sind, welche ihnen das gibt, was sie brauchen, dann gibt es keine Neigung zu Sektenmitgliedschaft. Manchmal schafft aber selbst eine Familie nicht, einer Person das zu geben, was sie braucht, um ein vollwertiger Mensch zu sein. Dann ist der Drang zu einem Ersatz oftmals so gross, dass die Mitgliedschaft in einer Sekte Abhilfe verschafft.

  11. Stamm-Opfer sagt:

    Artikel 261bis des Schweizerischen Strafgesetzbuch:

    “Wer öffentlich gegen eine Person oder eine Gruppe von Personen wegen ihrer Rasse, Ethnie oder Religion zu Hass oder Diskriminierung aufruft, wer öffentlich Ideologien verbreitet, die auf systematische Herabsetzung oder Verleumdung der Angehörigen einer Rasse, Ethnie oder Religion gerichtet sind, wer mit dem Ziel Propagandaaktionen organisiert, fördert oder daran teil nimmt, wer öffentlich durch Wort, Schrift, Bild, Gebärden oder Tätlichkeiten oder in anderer Weise eine Person oder eine Gruppe von Personen wegen ihrer Rasse, Ethnie oder Religion in einer gegen die Menschenwürde verstossenden Weise herabsetzt oder gar diskriminiert,…wird mit Gefängnis oder Busse bestraft.”.

    Gebräuchlichstes Vokabular von Stamm:

    Sekte, Psychosekte, vereinnahmend, Indoktrination, Heilsversprechen, Guru, Manipulationsmethoden, umstritten…

    Herr Stamm, ich glaube, Sie gehören hinter Gitter!

  12. Hugo Stamm sagt:

    @ Stamm-Opfer

    Die Beispiele, die Sie aufführen (Sekte, Indoktrination, Manipulation …), haben nichts mit einer Verleumdung oder Diskriminierung zu tun. Sie sind durch die Meinungsfreiheit geschützt.

    Übrigens: Ich bin schon mehr als einmal von Sekten eingeklagt worden, weil ich mit meinen Artikeln angeblich den Antirassismus-Artikel verletzt habe. Die Strafanzeigen wurden eingestellt. Sie kommen etwas spät, dürfen es aber durchaus selbst noch einmal versuchen.

    Ihr Kommentar beweist uns immerhin, wie wenig es bei Sekten bräuchte, dass unliebsame Kritiker ins Gefängnis wandern würden.

  13. Werner sagt:

    @ Stamm-Opfer
    Eigentlich witzig, was sie da anführen. Denn genau dieser Artikel lässt sich gegen jede Sekte anführen. Das genau ist die Definition einer Sekte, wenn sie die Grenzen überschreitet.

    Vielen Dank für die Angabe des Artikels. Nun kommen wir der Definition einer Sekte über das Gesetz schon viel näher.

    Ich sage ja, meistens kommen die besten Argumente gegen Sekten aus den Reihen der Sektenanhänger selbst. 🙂

  14. Opferberater sagt:

    Stamm-Opfer

    Nicht einmal mit Rundumschlägen, Drohungen und Selbstdiqualifikation kann sich das Sektenopfer von der Sekte befreien. Armer Kerl – wechsle Deine Sekte, dann könnte etwas Hoffnung aufkommen!
    Wer arm ist (auch geistig), der darf sich was vorlügen, das ist sein Recht – vielleicht sein einziges!

  15. joggeli sagt:

    ich kann dem hugo stamm nur beglückwunschen, dass er ein wenig zivilcourage zeigt und misstände in diversen gruppierungen aufzeigt. da war doch letzthin ein fall in der schule, das kind kam jeweils grün und blau geschlagen in den unterricht. da meldete die nachbarin der schule eine vermutliche kindsmisshandlung. klar, die eltern reagierten vehement und wurde gegenüber der lehrerin gewalttätig. hier fragt sich natürlich, hätte das kind einfach eines tages todgeschlagen aus dem leben scheiden sollen, scheinheilige eltern natürlich, die von allem nichts wussten. eine lehrerin bewies zivilcourage und zeigte die schuldigen an.
    man könnte auch sagen, was geht mich mein bruder an, gleich wenn es ihm dreckig geht, ist doch seine sache. aber da sind wir nicht mehr, wir haben eine gegenseitige verantwortung wahrzunehmen. und leider nehmen dies die menschen zu wenig ernst. auf offener strasse werden jugendliche geprügelt, alle schauen zu und wollen ihre hände nicht schmutzig machen. also los leute, zeigt zivilcourage und setzt euch für die gerechtigkeit und menschlichkeit ein, auch wenn es manchmal hinterher weh tut.

  16. Stamm-Opfer sagt:

    Zynisch, Herr Stamm. Das beweist doch nur, wie solche Gesetze durch die Gerichte absolut nicht durchgesetzt werden können, was wiederum beweist, dass diese nutzlos sind. Und dass bei uns der Begriff des “religiösen Rassismus” noch nicht einmal verstanden wird.
    Sie wollen mir doch nicht sagen, dass es nicht diskriminierend ist, wenn sie jahrelang Gruppierungen als gefährliche Psychosekte, bezeichnen, ihre Mitglieder als manipulierte Irre darstellen oder deren Lehre und Technologie als abstruse Heilslehre bezeichnen und damit beweisen, dass Sie aber auch gar nichts davon verstanden haben.
    Das ist ja das Perverse, dass Sie durch die Meinungsfreiheit geschützt werden.
    Wie ist denn das mit dem Holocaust-Leugner? Sie sollten genau so belangt werden können für Ihre “ach so freie Meinungsäusserung”.
    Wenn ich öffentlich meiner Meinung über Sie, Herr Stamm, Ausdruck geben wollte, würden mir die Kommunikationslinien fehlen. S i e haben sie. Sie können seit Jahrzehnten schalten und diskriminieren wie sie wollen. Alles hinter dem Schilde der “freien Meinungs-äusserung”. Schlimm, die sogenannte Pressefreiheit. Sie ist für mich ein vom Gesetz abgesicherter Diskriminierungsfreipass. Ich werde alles daran setzen, dass sich das ändert.

  17. andreas sagt:

    @stamm-opfer

    Was Sie da so vom Stapel lassen… Es sind in meinen Augen immer diese potenziellen Täter, die ganz genau über bestimmte Gesetze Bescheid wissen. Somit können sie unbehelligt schalten und walten.

  18. Stamm-Opfer sagt:

    @ werner, bist du ein Claquen-Mitglied?
    In der Oper gibt es bezahlte Leute, die für einen Sänger oder eine Sängerin laut bravo rufen. Für mich eindeutige demonstierte Stamm-Anhängerschaft.

    @ Opferberater. Schon klar. Beraten Sie doch Hugo Stamm. Ich brauche Ihre Beratung nicht.

    @ “wie wenige es bräuchte, dass unliebsame Kritiker ins Gefängnis wandern würden.”
    Ich glaube, Sie haben wohl jegliche Relation verloren. Sie treiben ihr schlechtes Spiel seit mind. 25 Jahren und wollen das als “wenig” bezeichnen?
    Sie kennen keine Skrupel beim Outen von
    Personen (Grabovsky), sie schreiben bewusst nicht 1 positives Wort über ihre “Sekten”, um ihr Gesicht ja nicht verlieren zu müssen.

  19. Werner sagt:

    @ Opferlamm
    Sie haben eine komische Argumentation. Meinen Sie wirklich, was sie sagen? Dann haben Sie sich eben gerade selber das Maul verboten. So konsequenz müssten Sie aber schon sein.

    Also ich finde es gut, dass sie sich nun nach Jahren endlich dazu äussern konnten. Sicher fühlen sie sich nun sehr erleichtert. Na, sehen Sie, die freie Meinungsäusserung ist doch gar keine schlechte Sache.

  20. Werner sagt:

    @ Opfer
    Da Sie sich sehr gut mit Schauspielerei auskennen, nehme ich an, dass Sie selbst Grabovsky sind.

    Sehr gut, wieder eine Versöhnung im Blog. Das ging schon mit einem Scientologen.

    Nein, eigentlich bin ich nicht ein Claquen-Mitglied. Aber ich finde Leute toll, welche sich getrauen gegen alle Widrigkeiten offen zu sein und ihre Meinung sagen. Dieses Recht muss jeder haben, auch wenn diese Meinung noch so schief in der Landschaft steht. Deshalb bin ich auch Fan von Ihnen. Nur würde man sich halt wünschen, Sie könnten Ihre Anschuldigungen noch ein wenig begründen und konkretisieren. Dann wäre es für alle interessanter. Wo wurde Ihnen denn Unrecht getan? Und welchen ideologischen Hintergrund haben Sie?

  21. Thomas Allmendinger sagt:

    Na sowas: meinen letzten Beitrag kann ich auf dieser Seite einfach nicht finden!

  22. Thomas Allmendinger sagt:

    Herr Stamm

    Da wir in einem demokratischen Rechtsstaat leben, obliegen Massnahmen gegen Missbräuche – insbesondere auch gegen verfassungsmässige Verstösse gegen die Glaubens- und Meinungsfreiheit – primär dem Staat, sei es nun in Form der Legislative, der Exekutive oder – letztlich – der Judikative. Im Falle der Sekten hätten auch noch die – staatlich anerkannten – Kirchen mitzureden. Soviel ich weiss, gibt es sogar entsprechende Institutionen, welche Opfern beratend zur Seite stehen. Immerhin ist zu sagen, dass der Grossteil der Sektenmitglieder freiwillig Mitglieder sind.

    Sie, Herr Stamm, hingegen gebärden sich als selbsternannte, gegen das Feinbild “Sekten” gerichtete Instanz mit einer grossen Tageszeitung als Instrument. Mit andern Worten misstrauen Sie im Grunde den staatlichen Instanzen, welche Sie andererseits wieder hochhalten. Und vielleicht haben Sie sogar recht, wenn Sie der Meinung sein sollten, dass sich die offiziellen Instanzen aus diesen – doch recht heiklen – Dingen allzusehr heraushalten und froh sind, wenn jemand die Drecksarbeit macht.

    Um es zum x-ten Mal zu sagen: Ich bin kein Freund von Sekten, ja ich reagiere sogar allergisch drauf, und ich bedaure missbräuchliche Vorfälle ausserordentlich. Nur nehme ich diese Vorfälle zum Anlass, mir Gedanken über die Ursachen zu machen. Und die liegen nicht bloss in der Sektenanfälligkeit “des Menschen”, sondern sie haben gesamtgesellschaftliche Gründe und auch gewichtige historische Aspekte.

    Mit Ihrer Kampfansage verhindern Sie die Ausbreitung von Sekten wohl kaum, sondern provozieren diese eher. Sekten wollen nicht bekämpft, sondern ernst genommen werden, insofern sie Glaubenskritik und ein Körnchen Wahrheit enthalten. Denn hinter Sektierertum steckt stets Ohnmacht gegenüber der Vormacht – und zu letzterer gehören Sie nun mal, mit Verlaub.

  23. Hugo Stamm sagt:

    @ Thomas Allmendinger

    Sie machen es sich verdammt einfach. Schön zurücklehnen, sich hinter dem Staat und seinen Institutionen verstecken, und wacker auf der formalen Ebene kritisieren. Und ja nicht die Finger schmutzig machen. Ganz nach dem Motto: Damit will ich nichts zu tun haben, sollen die Sekten machen, was sie wollen. Schliesslich haben wir Gesetze und Behörden.

    Dass Sekten Familien zerstören, teilweise ihre Anhänger psychisch schwer schädigen, sie in die Abhängigkeit ziehen, finanziell ausbeuten usw. ist Ihnen wohl völlig egal. Jeder ist für sein Wohl selber verantwortlich, auch die Schwachen. Dass es eine solidarische Gesellschaft geben könnte: Aber doch nicht mehr in einer narzisstischen, globalisierten Welt. Wo kämen wir da hin.

    Sie sind mit Ihrer Argumentation aber auch auf der formalen Ebene auf dem Holzweg. Sie haben nämlich die Pressefreiheit vergessen. Der von Ihnen angerufene Staat hat diese Freiheit in der Verfassung verankert, weil er weiss, dass Politik (Legislative und Exekutive) und Justiz nicht unfehlbar und auch nicht frei von Fehlern sind. In einer Demokratie sollen die Medien die Beobachter sein und Missstände aufdecken, damit die Öffentlichkeit informiert ist, ein Gegengewicht bilden und bei den nächsten Wahlen oder der nächsten Abstimmung korrigierend eingreifen kann. Und weil der Staat (Politiker) – wie Sie richtig vermuten – in religiösen Angelegenheiten geradezu ängstlich reagiert, braucht es Medien, welche die Öffentlichkeit sensibilisieren.

    In religiösen Fragen will sich eben niemand die Finger verbrennen. Das ist die letzte heilige Kuh. Und die Politiker haben panische Angst, den Zorn von vereinnahmenden Gruppen auf sich zu laden. Denn diese haben oft viel Geld und könnten einem bei den nächsten Wahlen tüchtig in die Suppe spucken.

  24. Atheist@Allmendinger sagt:

    “”””Um es zum x-ten Mal zu sagen: Ich bin kein Freund von Sekten, ja ich reagiere sogar allergisch drauf, und ich bedaure missbräuchliche Vorfälle ausserordentlich.””””

    Sie scheinen nicht nur auf Sekten allergisch zu sein, sondern auch auf Herr Stamm. Vielleicht machen Sie sich ja auch mal darüber ein paar Gedanken.
    Sie wirken zunehmend und inzwischen bereits repetitiv sehr wadenbeisserisch und fokussiert auf die Person von Herrn Stamm.

    Sorry, musste auch mal gesagt werden – etwas “von ausserhalb” betrachtet und daher vielleicht auch mit einem Hauch Objektivität

  25. Werner sagt:

    @Allendinger
    Bitte entschuldigen Sie, Herr Allmendinger, aber bitte lesen sie ihr letztes Posting nochmals. Verstehen Sie ihre Herleitung?

    Ich glaube da haben Sie für einmal wirklich den Bock abgeschossen. In jedem Satz ist eine geistige Irreführung enthalten.

    Auch ich werde den Gedanken nicht los, dass sie nun, weil sie kritisiert worden sind, nicht mehr von Herr Stamm ablassen können.

    Ausserdem haben Sie sich mal negativ gegen die Scientologen geäussert, und haben jetzt noch Angst, von diesen verfolgt zu werden, sobald sie als im gleichen Boot mit Herrn Stamm scheinen.

    Seien Sie doch mal tapfer zu sich selbst und winden Sie Herrn Stamm ein Kränzchen. Er ist vergleichbar mit Herr Sieber, welcher sich den Armen der Stadt, und zwar unabdingbar ihrer Lebensumstände, einfach annimmt. Sie hingegen schieben die Verantwortung einfach wieder dorthin, wo sie schlussendlich sowieso nicht wahrgenommen wird, nämlich zum Staat.

    Das ist ja auch der Grund, weshalb wir 1 Million Randständige haben und sie, wie auch die Mehrheit der Schweizer denken, es sei noch immer alles in Ordnung.

    Sie mögen ja vielleicht studiert haben, aber davon merkt man nicht mehr viel. Und diesen Ausspruch verzeihen sie mir bitte nun: Kultiviertheit und Zivilcourage fängt im Kopf an, und nicht mit einem Diplom.

  26. ss sagt:

    Wir müssen uns vielleicht auch gegenwärtigen, dass eine Unterscheidung zwischen den Anhängern und effektiven Mitglieder zu machen, bzw zwischen den Mitglieder, die in der Organisation ein Vollamt haben und denen, die nur Mitglieder sind, die auf Besuch kommen oder an sonstigen Anlässen teilnehmen. Für ein aktives vollwertiges Mitglied sieht die Situation natürlich ganz anders aus. Dann erfolgt auch eine Anpassung innerhalb der Organisation und dem Hierarchiesystem. Der tägliche Umgang mit anderen Vollmitgliedern bringt natürlich mehr Umtriebe und kann schneller zu internen Konflikten führen. Ich glaube, bei Hugo Stamm melden sich vorallem Mitglieder, die voll eingebunden worden sind. Die anderen können sich sicher leichter aus dem System entfernen.

    ss – sozialer sektenheini

  27. Urs Meyer sagt:

    Guten Abend

    Ich finde es interessant das Thema Sekten
    aus dieser Perspektive anzugehen.
    Die Titelfrage, der Text von Herr Stamm und weitere Blogeinträge
    wie z.B:

    (gmbh)
    Ich denke auch, das Wesentliche einer jeden Gruppierung
    ist das Gemeinschaftsgefühl… …Viele Anhänger kümmern
    sich nicht mal soviel um die religiöse Philosophie.

    (Hugo Stamm)
    Vereinnahmende Gruppen bieten zum Beispiel eine
    soziale Geborgenheit… … Speziell für Einsame oder Verlassene
    ist dies eine Offenbarung und ein wohltuender Kontrast
    zur gnadenlosen Gesellschaft, in der vor allem die Schönen,
    Reichen und Erfolgreichen Privilegien geniessen.
    Das wäre dann auch ein Argument dafür, dass wir selbst
    das Biotop züchten, auf dem Sekten prächtig gedeihen.

    bringen mich auf folgendes:

    Wenn unsere Gesellschaft (ein zugegeben sehr unkonkretes Wort)
    die Bedürfnisse der Menschen, die in Sekten landen nicht abdecken kann,
    wäre es sicher interessant sich mal systematisch diesen Bedürfnissen
    zu widmen, ihren Ursprung zu untersuchen und andere Wege zur Pflege
    dieser Bedürfnisse zu entwerfen.

    Oder:
    Wie kann heute das Bedürfnis nach Gemeinschaft und spirituellem
    Austausch und persönlichem Wachstum gepflegt werden
    (ohne dass dies eine sektenhafte Form annimmt)?
    So, dass alle trotz und vielleicht auch gerade durch die Gemeinschaft
    sich und ihr individuelles Erleben als Teil einer gemeinsamen und persönlichen
    Entwicklung erfahren können?

    Antworten habe ich selber noch keine.
    Doch würden mich Ideen und Perspektiven anderer BlogleserInnen
    dazu interessieren.

  28. Thomas Allmendinger sagt:

    @Atheist
    Sie haben in dem Sinne recht, dass sich meine Kritik hauptsächlich gegen Herrn Stamm richtet – oder besser: gegen einige seiner Gedanken. Er ist schliesslich der Verwalter dieser Seite, er bestimmt die Themen, er schreibt die Leitartikel. Darüber, dass ich auf bestimmte seiner Gedankengänge allergisch bin, brauche ich mir indessen nicht speziell Gedanken zu machen. Ich tue dies ja ohnehin und versuche sie laufend zu formulieren, allerdings ohne grossen Erfolg. Denn auf etliche Thesen kommen keine passenden Antworten.

    @Hugo Stamm
    Mit meiner Vermutung liege ich aufgrund Ihrer letzten Entgegnung also richtig, dass Sie sich über die Reserviertheit der etablierten Parteien und Kirchen in Sektenfragen entrüsten! Dies wäre somit einmal klar zum Ausdruck gebracht. Und ich gebe Ihnen diesbezüglich völlig recht: Während in früheren Zeiten Glaubenszwang herrschte, wird heute überängstlich allen Glaubensfragen aus dem Weg gegangen und bei Sektenproblemen versucht, sich der Verantwortung zu entziehen, um sich ja die Finger nicht zu verbrennen.

    Ich selber fühle mich da allerdings nicht betroffen, denn ich bin weder in einem Amt noch in einer Partei noch in einer Kirche, sondern als Chemiker in der Privatwirtschaft tätig (wo die Kaffepause mitunter für Beiträge reichen muss).
    In gewisser Weise bin ich bzw. war ich aber schon betroffen, und zwar unmittelbar, denn ich bin selbst in einem sektierischen Milieu aufgewachsen und weiss, was es heisst, sich daraus zu befreien. Drum bin ich auch so allergisch auf Sekten und sensibel auf mentale Widersprüche. Und drum brauche ich auch nicht tonnenweise Bücher zu lesen über dieses Thema. Ohne eigene, gefühlsmässige Erfahrung und Betroffenheit kann man dies nämlich nicht verstehen.

    Doch diese Problematik ist für mich persönlich längst abgehakt und spielt nur als Teilaspekt bei Glaubensfragen eine Rolle, welche letztlich auch Aspekte der Bildungsziele darstellen. Und die sind nicht abgehakt.

    Was Ihre Vorgehensweise betrifft, so sehe ich einfach gewisse Schwachstellen in Form der journalistischen Methode, welche dazu neigt, an der Oberfläche zu bleiben und die aktuelle Sensation respektive den Skandal zu suchen. Um nicht bei den Symptomen stehen zu bleiben und um den Ursachen nachzuforschen, wäre es – wie ebenfalls schon oft gesagt – durchaus erhellend, hier die Wissenschaften mit ins Spiel zu bringen, und zwar die Psychologie wie auch die Soziologie. Da tauchten bei genauerer Betrachtung von Einzelfällen sicherlich Fragestellungen hinsichtlich der Familiengeschichte (beispielsweise Dekadenz, d.h. materieller und sozialer Abstieg, oft noch verbunden mit Alkoholismus), der Arbeits- und Wohnsituation, der sozialen Schicht bzw. der sozialen Isolation, aber auch der heute zunehmenden Werteunsicherheit und Anonymisierung eine Rolle.

    So bleibt zu hoffen, dass religiöse Fragen und damit im Zusammenhang auch Sektenfragen in Zukunft wieder vermehrt allgemeine Beachtung gewinnen und nicht bloss auf diesen Blog beschränkt bleiben. Mein persönlicher Eindruck ist übrigens, dass im Alltag die “klassischen” Sekten immer weniger in Erscheinung treten und den diversen Verschwörungstheorien Platz gemacht haben.

  29. Thomas Allmendinger sagt:

    Noch eine Bemerkung zur Pressefreiheit:
    Die Presse (bzw. die Medien) hat das Recht, nein: die Pflicht, zu informieren. Darüber hinaus hat sie das Recht, zu kritisieren (und das ist wohl mit Presserfreiheit gemeint). Hingegen hat sie meiner Meinung nach nicht das Recht, zu verurteilen. Dies ist in einem Rechtsstaat Sache der Gerichte.

    Wenn ich sage: Ich finde das aus diesem oder jenen Grunde schlecht, dann kritisiere ich. Wenn ich sage: das ist schlecht, dann urteile ich. Wenn ich sage: das ist ein schlechter Mensch, dann verurteile ich. Und wenn ich sage: das ist ein Teufel, dann verteufle ich gar.

    Im Mittelalter kannte die Kirche vorab drei Ausdrücke für Verteuflungen: Heiden, Häretiker (Gotteslästerer) und Ketzer. “Häretiker” und “Ketzer” waren Todesurteile.

    Heutige Sekten sind immer auch ketzerisch. Insofern sie dabei kritisch gegenüber unserer Gesellschaft sind, nehme ich sie ernst. Insofern sie andere verteufeln, habe ich eine Aversion gegen sie – so, wie ich gegen alle Verteuflungen eine Aversion habe.

  30. w. rohrbach sagt:

    Ich versuche mich in die Zeit des Mittelalters zu versetzen. Es war eine Zeit der Hochburgen der Sekten. Unzählige Sekten haben sogenannt ihr “Unwesen” getrieben. Das war ja so schlimm, dass die Kirche mit der Inquisition einschreiten musste. Ich denke auch, dass das, was sich heute mit Sekten abspielt, eher harmlos ist. Im Mittelalter hatten die Menschen eigentlich nur die Religion, da waren die Alltäglichkeiten noch ganz im Glauben eingebunden. Sie hatten auch die entsprechende Alltagssprachen mit Religion und Gläubigkeit, mit Hexengericht, ewige Verteufelung und ewiges Himmelreich durchsetzt. Da brauchte es nicht viel, und es hiess, der Nachbar sei von teuflischen Mächten besessen. Oder ich denke an die sogenannte letzte Hexe Anna Göldi, die ein braves Hausmädchen war. Natürlich waren solche Geschöpfe den Herrenmenschen ausgesetzt, waren sie diesen Herren nicht gefügig, wurde eine Kampagne der Verleumndung in die Welt gesetzt. Waren sie gefügig und wurden schwanger, wurden sie des Hauses verwiesen. Wenn man dann herausgefunden hat, dass sie ein Kind tot geboren haben, machte man ihnen als kindsmörderin der prozess.

    In unserer Zeit ist es eben auch notwendig, dass der Journalist konkrete Beispiele der Sektenvergehung aufgreift. Ich denke, die Geschichte mit dem selbsternannte Jesus in Wila und dem Tod eines Kindes hat relativ wenig Staub aufgewirbelt. Die Journalisten vom Tagi hielten sich diskret im Hintergrund. Einzig der Zschitigclub brachte eine Gesprächstunde. So denke ich, im Blog wäre eigentlich auch eine Diskussionsrunde anhand eines konkreten Falles angebracht gewesen.

    Ich weiss natürlich, so allgemein sich über religiöse Themen äussern, bringt am wenigsten Schwierigkeiten mit sich. Man spricht von etwas Abstraktem, man äussert sich frei und kritisch, aber man weiss eigentlich gar nicht, auf welche Beispiele man sich bezogen hat. Tut man das aus Sicherheitsgründen, damit es ja keine Klagen gibt!?

    Ich könnte mir vorstellen, dass in dem Prozess um Lea Laasner Gegenklagen eingereicht werden. Die Verteidigung wird sicher alles verneinen, was Lea ausgesagt hat. Das wird wahrscheinlich ein sehr aufwendiges Prozessverfahren mit noch weiteren Opfer. Ein jeder, der dort aussagt, muss damit rechen, selber zum Angeklagten zu werden. Jedenfalls ein Heidenspektakel für die Journalisten aus Europa.

  31. Werner sagt:

    @Allmendinger
    Aber Herr Stamm hat doch bis jetzt immer gut hergeleitet, weshalb er seine Meinung sagt. Sie können ihm doch nicht vorwerfen er habe aus fiktiven Gründen gehandelt. Ich verstehe ihre Argumentation schon wieder nicht wirklich. Weshalb finden Sie denn immernoch, man verurteile die Sekten und extremen Glaubensgemeinschaften? Ist man zuwenig differenziert? Oder sind sie einfach prinzipiell für den Konsens zwischen den Extremen? Dann dürften sie aber nicht diese Aufgabe an Herrn Stamm delegieren. Seine Funktion hier ist eine ganz andere. Und wir können doch froh sein, dass er diese wahrnimmt. Sind sie nicht auch der Meinung?

  32. Sonntagsleserin sagt:

    @Allmendinger
    Aus Ihren Wortmeldungen liest sich ein einziger Widerspruch. Einerseits reagiern Sie, wie Sie betonen, allergisch gegen Sekten anderseits kritisieren Sie massivsten einen couragierten Journalisten, der sich in aller Form gegen Missbräuche derjenigen stemmt. Wie lässt sich das vereinbaren? Dann ärgern Sie sich über “…gewisse Schwachstellen, in Form der journalistischen Methode, welche dazu neigt an der Oberfläche zu bleiben…”
    Es ist anzunehmen, dass H. Stamm Dutzende wenn nicht Hunderte von belegten Unterlagen besitzt und in der Lage wäre, von jeglichstem Missbrauch zu berichten, das kann doch unmöglich auf dieser Schiene passieren. Das würde ja sämtliche Rahmen sprengen. Also muss er doch auf extensive, zwar aufschlussreiche und wertvolle, Hintergrundinformationen verzichten. Und sobald ein Beispiel zitiert wird, werfen Sie ihm dann wieder vor “….an der Oberfläche zu bleiben und den Skandal zu suchen…”
    Wie soll man es Euch – wer seid Ihr denn? und woher kommt Ihr wohl? – auch noch recht machen?
    Dieser Blog will doch schlicht und einfach aufzeigen : Achtung – spirituelle Verführungen und Missbräuche. Wozu denn all diese Angriffe – das Beispiel vom Hund, dem man auf den Schwanz tritt, der dann bellt, ist schon so abgedroschen, aber man muss doch immer wieder zu ihm zurückgreifen…

    Werner – chapeau in alter Frische, DIE Bereicherung im Blog (auch wenn die Bereicherung weiblich ist….)

  33. Thomas Allmendinger sagt:

    @Werner
    Was ich an Herrn Stamm kritisiere, ist erstens, dass er die Schuld an der Entstehung von Sekten zu einseitig den Gurus, sprich Verführern und Rattenfängern zuschiebt, um allerdings zugleich festzustellen, “der Mensch” sei eben oft unfähig, sich mit den Realitäten auseinanderzusetzen und neige deshalb zur Vereinnahmung. Dem kann ich zwar beipflichten, nur darf man nicht “vom Menschen” schlechthin sprechen, sondern lediglich von Menschen mit bestimmten Voraussetzungen und in bestimmten Situationen. So neigen in einem Klima der Ohnmacht, welche durch ein Schönreden der tatsächlichen Verhältnisse noch geschürt wird, zwangsläufig mehr Menschen dazu, nach einer Erlösung Ausschau zu halten. Ausserdem wird die Ohnmacht begünstigt durch mangelnde Bildung sowie durch eine eingeschränkte soziale Mobilität (d.h. die Möglichkeit eines sozialen Aufstiegs aufgrund von Leistung anstelle von geltenden Privilegien). Allderdings: wo es Aufstieg gibt, gibt es auch Abstieg, und der kann bitter sein. Darüber hinaus kann die geltende Weltanschauung, u.a. zum Ausdruck gebracht durch Trends und Hypes, irgendwie widersprüchlich und unglaubwürdig wirken, sodass Alternativen gesucht werden. Ein Zuviel an nicht mehr verarbeitbaren Informationen und Meinungen, wie es heutzutage vorzufinden ist, kann ebenfalls zu Desorientierung führen. Die Schuld an der Unzufriedenheit braucht somit nicht beim Unzufriedenen selber zu liegen, sondern die Unzufriedenheit kann durchaus auch berechtigt und schwer zu bewältigen sein.
    Umgekehrt ausgedrückt: wäre die Welt völlig in Ordnung, gäbe es eine völlig widerspruchsfreie Weltanschauung und würde jedermans Meinung angehört und gerecht berücksichtigt, so gäbe es keine Sekten. Die Gefahr besteht somit nicht im Auftreten von Sekten, sondern im Verkennen der Umstände. Sekten sind bloss Symptome.

    Zweitens finde ich es wie gesagt problematisch, wenn Journalisten nicht nur informieren, sondern auch Urteile fällen, denn die Presse hat eine ansehnliche Macht; und Hugo Stamm sehe ich nicht als Privatperson, sondern als etablierten Vertreter einer grossen Zeitung. Das Ganze scheint mir ein bisschen in Richtung Selbstjustiz – oder besser: Pressejustiz – zu gehen. Ausserdem ist zu berücksichtigen, dass Sektentum an sich noch kein krimineller Tatbestand ist, und selbst “Vereinnahmung” betrifft einen Graubereich. Auch ist anzunehmen, dass der überwiegende Teil der “Sektierer” ein durchaus anständiges Leben führt. Hingegen finde ich es im Prinzip richtig und wünschenswert, dass über Sekten informiert wird. Nur schon deshalb, weil sonst der Eindruck entsteht, sowas komme nicht vor.

    Zum – definitiven – Schluss noch ein Auszug aus Johann Wolfgang von Goethes “Dichtung und Wahrheit”, seiner Autobiographie:

    “Doch war der kirchliche Protestantismus, den man uns überlieferte, eigentlich nur eine Art von trockener Moral: an einen geistreichen Vortrag ward nicht gedacht, und die Lehre konnte weder der Seele noch dem Herzen zusagen. Deswegen ergaben sich gar mancherlei Abnsonderungen von der gesetzlichen Kirche. Es entstanden die Separatisten, Pietisten, Herrenhüter, die Stillen im Lande, und wie man sie sonst zu nennen und zu bezeichnen pflegte, die aber alle bloss die Absicht hatten, sich der Gottheit, besonders durch Christum, mehr zu nähern, als es ihnen unter der Form der öffentlichen Religion möglich zu sein schien.
    Der Knabe hörte von diesen Meinungen und Gesinnungen unaufhörlich sprechen: denn die Geistlichkeit sowohl als die Laien teilten sich in das Für und Wider. Die mehr oder weniger Abgesonderten waren immer die Minderzahl, aber ihre Sinnesweise zog an durch Originalität, Herzlichkeit, Beharren und Selbständigkeit.”

    mfg

  34. Werner sagt:

    @Allmendinger
    Ein sehr schöner Text, finde ich. Jetzt verstehe ich Sie besser.

    So fern von Herr Stamms Ansichten sind Sie gar nicht, eigenartigerweise.

    Dennoch unterstellen Sie weiterhin gewisse Dinge, wie dass Herr Stamm einseitig die Sektengurus anprangert, z.B. Dazu kann ich nur sagen, dass ein Sektenanhänger zwar auch ein Täter ist, aber eben oftmals nur ein Opfer. Der Sektenführer ist doch niemals ein Opfer, er ist DER Täter wie er nicht schöner könnte im Buch stehen. Ein Massenverführer und Augenwischer.

    Dann finden Sie es problematisch, wenn Journalisten auch Urteile fällen. Wenn Sie 20 Jahre lang Journalist waren haben Sie immer auch ein Gesicht. Man kennt sie mit Namen und mit Bild. Ausserdem sind sie mit ihrem Beruf zusammengewachsen. Ich sehe keine Probleme damit, dass eine Beruf eine Berufung sein kann.

    Ausserdem ist es für eine gute Sache, das darf man ob alle den Schlagworten von Pressemacht, etc., nicht vergessen. Ich nenne nochmals das Beispiel von Pfarrer Sieber. Er handelt bereits, wenn andere noch darüber nachdenken, an wen man das nun deligieren kann, oder sich fragen, ob es denn überhaupt legitim ist zu helfen.

    Natürlich hat die Presse Macht. Aber Herr Stamm hat doch schon weiter oben erklärt, durch welche Mechanismen wir hierdurch ein gerechtes System am Leben erhalten können. Und natürlich spielt immer auch Geld eine Rolle. Aber wir wissen ja, wo man landet, wenn man kein Geld verdient. Auf dem Sozialamt, und von dort hat man keine Chance mehr im Leben. Ausserdem traue ich Herrn Stamm zu, dass er alle dies in einem gesunden Gleichgewicht halten kann. Natürlich ist das nicht einfach, ist es bei mir auch nicht. Bei Ihnen vermutlich auch nicht, da Sie als Chemiker auf der Sonnenseite der Gesellschaft stehen und viel mehr verdienen, als sie für ein anständiges Leben überhaupt brauchen.

    Sie sagen das Sektentum an sich genommen kein krimineller Tatbestand sei. Dieser Meinung bin ich nicht. Sobald man den Geist einer Person bricht, manchmal nicht einmal gegen ihren Willen, und sich dadurch einen Vorteil verschafft, ist es meiner Meinung nach kriminell.

    Sie dürfen nicht vergessen, dass im Geist unfreie Menschen irgendwann im Leben zu Tätern werden, denn die Welt ist, wie Herr Stamm bereits gesagt hat, vollkommen verknüpft. Ich denke hier nehmen Sie Sektenanhänger einfach prinzipiell in Schutz, weil sie selbst schon ihre Erfahrungen damit gemacht haben, bei sich in der Familie. Natürlich sind das für sie liebenswerte Menschen, welche Ihnen nur Gutes wollten. Aber irgendwo, irgendwann, werden sie zu Tätern. Und dort fängt es eben an.

    Ich sehe in ihren Aussagen irgendwo den Versuch, ihre eigene Vergangenheit und die Kenntnis, wie Sektenanhänger durchaus liebenswerte Menschen sind, in Einklang zu bringen mit den destruktiven Eigenschaften, wie sie eben bekannt sind. Das ist sicher sehr, sehr schwierig. Aber ich denke es ist ihre persönliche Sache, und nicht die Sache von Herrn Stamm. Herr Stamm kann ihnen diese Diskrepanz in der Haltung aus verschiedenen Lagern auch nicht lösen, das müssen Sie schlussendlich selbst machen, denke ich.

  35. Stamm-Opfer sagt:

    Also, da “es” nun vorbei ist (Viva Italia!) können wir wieder zu ernsthafteren Themen zurück kommen.

    @Thomas Almendinger: Danke, auch wenn Sie nichts mit “Sekten” am Hut haben.

    @ werner. Claquenmitglieder in die Oper!

    @ Hugo Stamm: Es gibt keine “Sekten”. Ihr schlimmster Charakterzug ist, dass Sie nicht unterscheiden können (wollen oder dürfen!) Sie als Atheist werden dafür bezahlt, dass sie für irgend eine Macht im Hintergrund eine Verteidigungskampagne für die grossen Landeskirchen führen. Das wissen Sie ganz genau. Es muss so sein, sonst würden Sie differenzieren oder auch positive Aspekte von Glaubensgemeinschaften auflisten.
    Wieso erwähnen Sie z.B. Geborgenheit nicht als etwas Positives? Gemäss einer Umfrage haben Menschen heute z.B. am meisten Angst vor der Einsamkeit. Hilf da etwas nur Zeitung lesen?

  36. Hugo Stamm sagt:

    @Stamm-Opfer

    Sie schreiben, ich würde Geborgenheit nicht als positiven Aspekt werten. Am 7.7.06 um 16:16:32 schrieb ich wörtlich:

    “Es gibt natürlich noch viel mehr Gründe, weshalb sich Menschen von sektenhaften Gruppen blenden lassen. Weggelassen habe ich auch die positiven Aspekte. Vereinnahmende Gruppen bieten zum Beispiel eine soziale Geborgenheit.”

    Es ist wirklich bemühend, sich auf solche Weise verteidigen zu müssen.

    Sie schreiben, ich müsse als Atheist für eine Macht im Hintergrund die Landeskirchen verteidigen. Die Landeskirchen engagieren einen Athisten? Der Vorwurf ist zu absurd, um ernsthaft darauf zu antworten. Deshalb möchte ich als Antwort einen Satz aus meinem Beitrag zitieren: “Und manchmal fehlt es (den Sektenmitgliedern) auch an der Intelligenz, die offensichtlichen Widersprüche, die sich hinter dem Konstrukt von Sekten verbergen, zu erkennen.”

  37. Atheist@Stamm-Opfer sagt:

    Sie bezeichnen sich als Stamm-Opfer?
    So wie Sie hier drauflos schwadronieren, um nicht zu sagen geifern und über jemandes Charakter und Motive für seine Tätigkeit phantasieren, scheinen Sie vor allem ein Opfer Ihrer selbst zu sein.

    “Es muss so sein, sonst würden Sie differenzieren”

    AHA! Wie wär’s wenn Sie diese Fähigkeit zuerst mal selbst erwerben würden, bevor Sie andere dazu auffordern? Dies nur so als gut gemeinten Rat. Es sei denn natürlich Sie legten Wert darauf, sich lächerlich zu machen.

  38. Atheist@Stamm-Opfer sagt:

    Sie bezeichnen sich als Stamm-Opfer?
    So wie Sie hier drauflos schwadronieren, um nicht zu sagen geifern und über jemandes Charakter und Motive für seine Tätigkeit phantasieren, scheinen Sie vor allem ein Opfer Ihrer selbst zu sein.

    “Es muss so sein, sonst würden Sie differenzieren”

    AHA! Wie wär’s wenn Sie diese Fähigkeit zuerst mal selbst erwerben würden, bevor Sie andere dazu auffordern? Dies nur so als gut gemeinten Rat. Es sei denn natürlich Sie legten Wert darauf, sich lächerlich zu machen.

  39. andreas sagt:

    @ Opferlamm

    Also den unqualifizierten Müll, den Sie hier vom Stapel lassen, ist wohl nicht Ihr Ernst, oder? Das wird ja immer toller, was Sie hier behaupten (Herr Stamm sei ein Atheist, schreibe für eine fremde Macht im Hintergrund, um Landeskirchen zu verteidigen…).

    Frage an Sie: Inwiefern sind Sie ein Opfer von Herrn Stamm? Belästigt er Sie? Wenn ja, auf welche weise?

    Andreas.

  40. Ich glaube auch, Sie sollten jetzt vermehrt auf die Details eingehen. Die grosse Verallgemeinerung bringt nicht viel, es wird um den heissen Brei geredet. Einer meint dies, der andere das usw. Den selbsternannten Jesus aus Wila lassen Sie weiterhin im Abseits stehen. Ziehen Sie die Schwachpunkte der hier tätigen Sekten ans Tageslicht, damit darüber diskutiert werden kann. Ansonsten machen wir einfach ein intellektuelles Geschwafel über Sekten. Im Prinzip ist es positiv, dass Sie sich mit dieser Thematik beschäftigen, jetzt aber Facts auf den Tisch, die bei Ihnen auf dem Tisch liegen. Oder geht das unter Geheimhaltungspflicht?!

  41. Stamm-Opfer sagt:

    Schon gut Herr Stamm, ich habe den Satz auch gelesen, aber im Meere der andern Unwahrheiten, die Sie verbreiten, verschwindet er.
    Sicher ist aber, dass Sie aus der Landeskirche ausgetreten sind, das weiss man. Also im Grunde auch diese nicht akzeptieren. Die Idee, dass Sie jemandes anderen Interesse vertreten ist – ich gebe es zu – rein hypothetisch. Es ist aber kein Grund, deshalb mir Dummheit zuzuschreiben. Wenn schon, dumm sind wir alle!

  42. studi sagt:

    @stamm-opfer:

    “Sie als Atheist werden dafür bezahlt, dass sie für irgend eine Macht im Hintergrund eine Verteidigungskampagne für die grossen Landeskirchen führen.”

    gütiger gott! wie paranoid kann ein mensch eigentlich sein? jetzt wird herr stamm also von der landeskirche geschmiert? wenn du halbwegs lesen würdest, was herr stamm so im allgemeinen von sich gibt, dann wird einem nicht selten auch als landeskirchler etwas flau in der magengegend.

    und mal ernsthaft: die katholische kirche hat für propaganda-zwecke schon seit jahrhunderten heissere eisen im feuer als ein einsamer rufer in der boulevard-wüste wie herrn stamm einer ist (entschuldigung herr stamm, nichts gegen sie… aber mit dem konspirativen kalkül der jesuiten kann so schnell keiner mithalten).

    “wir” reformierten sind hingegen marketing-techisch zu dämlich, um auf eine solche idee zu kommen, vor allem im kanton zürich (und falls herr reich oder sonstwer vom zürcher kirchenrat zufällig mitlesen sollte: wie profillos muss eine kantonalkirche sein, damit sie nicht bei einer werbeaktion wie die der kantonalkirchen von basel, aargau und einiger anderen vom letzten jahr hätte mitziehen können?)

    und jetzt mal ehrlich: als evangelisch-reformierter theologe und wahrscheinlich angehender pfarrer kann ich dir nur sagen, dass kaum ein evangelischer theologe grundsätzlich etwas gegen freikirchen hat. und das obwohl wir von freikirchlicher seite konstant als ungläubige betrachtet werden – weil glauben ja nur genau das sein kann, was ihr darunter versteht (diesbezüglich habt ihr meist eine an den haaren herbeigezogene biblizistische argumentation zu bieten, so dass wir dann “die bibel kritisieren”). wie wäre es, wenn ihr mal die augen aufmacht und rafft, dass gott noch mehr kinder hat als die 10 leute in eurem hauskreis, zelle oder was auch immer anstatt irgend welche andere gruppierungen, in welchen vielleicht ebenso viele menschen zu hause sind, die sich mit fug und recht als gläubig bezeichnen würden, als anstifter irgend einer verschwörung zu verleumden?

    da wären wir nämlich wieder bei deinem punkt: du beschuldigtst herrn stamm der verleumdung – selber aber verleumdest du in einem rundumschlag alles, was nicht “gläubig in deinem sinne” ist, inklusive der volkskirchen.

    du kennst ja die geschichte vom dorn im auge – kümmer dich doch mal um deine holzhütte vor dem gesicht.

    mfg
    studi

  43. Opferberatung sagt:

    @Opferlamm – (passend Andreas – sorry Lämmer Euch zu beleidigen!)

    Sie scheinen ja von etlichen Geistern belagert und von allen guten verlassen zu sein. Was soll dieser Schrott
    – Ihre hirnverbrannte Bezeichnung
    – Ihre These von “Macht im Hintergrund der Landeskirchen….”
    Es wäre etwa dasselbe, wenn Sie verlauten liessen, ein Bierfest würde vom Blauen Kreuz organisiert und gesponsert.

    @Käptn Blaubart
    Sie erwarten doch nicht tatsächlich, dass in diesem Blog des langen und breiten die verschiedenen Fälle x oder y
    ausgebreitet werden. Es ist anzunehmen, dass Herr Stamm Material für mehrer Bücher in seinen Akten hat, bei denen einem Hören und Sehen vergehen würde. Dies kann doch nicht der Sinn und Zweck dieses Forums sein, sondern es wird hier doch allgemein über (Un-)Heilsbringer, warum und wie diskutiert. Also was soll Ihr Jesus aus Wila, stellen Sie ihn uns doch einmal vor, dann kann Herr Stamm ev. etwas dazu beifügen, was Ihnen dann passt oder wieder gegen den Strich geht.
    Sie bemängeln das vorherrschende “intellektuelle” Geschwafel über Sekten, solange es intellektuell ist – prima – erst wenn es wie von einigen zu Querschlägerei ausartet, dann ist es zu bemängeln. Käptn Blaubart auch Sie haben hie und da Ihr spiritualistisch Schiff nicht so ganz unter Kontrolle, aber der Wind wechselt ja ab und zu, so können auch Sie noch den “richtigen” Kurs einschlagen – aufkreuzen ist nicht der effektivste…..

  44. Blogreader sagt:

    @ studi

    Du rufst aus “gütiger Gott” – da brauch ich schon die noch “gütigeren Götter”! Was Du schreibst, macht grösstenteils Sinn, nur schwingst Du Deine Reden des öftern auch – wie man es Dir schon verschiedentlich vorgehalten hat und offensichtlich zurecht – von Deinem hohen, theoretischen Gaul. Deine Bezeichnung des “….einsamen Rufers in der Boulevardwüste….” ist schon eine Anmassung.
    Vorallem spricht es nicht für Dich, dermassen viel “geistige” Zeit und Worte in ein Boulevardmedium zu stecken, wie Du es praktizierst. Wenn Du Dich auch nur ein klein wenig mit dem “einsamen Rufer” auseinandersetzest, dann weisst Du genau, dass er nicht nur ruft sondern vorallem mit Rat und Tat den Opfern beisteht! Du als angehender Pfarrer solltest diese Notwendigkeit der guten Tat am richtigen Ort nicht dem gesagten “Wort” unterordnen oder sogar ignorieren. Du hast ein interessantes Gedankengut, aber Taten sind noch um ein Vielfaches wichtiger auf dieser Erde – Pfarrer in spe!!!

  45. Stamm-Opfer sagt:

    Inwieweit ich Opfer von Herrn Stamm sei?
    In dem ich festgestellt habe, dass er seinen Namen damit gemacht hat, dass er unter dem Deckmantel der “Aufklärung” und “Besorgnis” sich selbst zu einem selbsternannten “Sekten”-Experten gemacht hat. Unter dem Schutz einer Tages-Zeitung, die an Auflagezahlen interssiert ist, hielt er es an die 30 Jahre lang für nötig, 1) die unterschiedlichsten Religons-Gemeinschaften in Topf zu werfen und 2)den Begriff “Sekten” zu einem Angst-Begriff zu machen, 2)seine sogenannte Meinugsfreiheit geltend zu machen und dabei ganze Menschengruppen als “vom Bösen” hinzustellen, 3)nicht eine positive Silbe über seine Opfer zu veröffentlichen…der Punkte wären noch viele. Hoffnung auf eine Einsicht ist vergebene Liebesmühe. Vergeben?

  46. TA-Leser sagt:

    @ H. Stamm

    Es ist glaube ich an der Zeit, dass Ihr Name durch dieses Opferlamm nicht mehr missbraucht werden darf. Sie sollten Ihren Namen vor diesen Kreaturen schützen und ihn als Absender eliminieren. Alles andere ist schon gesagt, ein hoffnungsloser, bemühender, nichts-und-doch-soviel aussagender Fall. Der Blogverantwortliche sollte nun eingreifen – Bitte!

  47. ja hugo stamm, der jesus von wila führte eine kleine sekte. seit längerer zeit war bekannt, dass er offensichtlich seine kinder malträtiert hat. die schule bemerkte es, die nachbarn, es wurde eine meldung an die behörden gemacht. denen fiel natürlich nichts auffälliges auf. die sektenberatung hätte da längst einschreiten sollen, man muss eben augen und ohren offen behalten für aktuelle ereignisse. aber leider haben alle geschlafen.
    es ist klar, befindet man sich auf hoher see, ist man verschiedenen windströmungen ausgesetzt. ich war schon in einem orkan stärke 12, bin schon fast über bord gefallen, musste mich einmal tagelang in der kajüte festbinden, derart hoch waren die wellen. sie können mir glauben, nur rauhe meere formen den vorzüglichen kapitän.
    also hugo stamm, wann kommt ihr nächstes buch heraus, wenn es tonnenweise material über sektenopfer gibt. alle anderen bücher sind ja schon längst vergriffen und werden nicht mehr aufgelegt. es würde mich schon interessieren, was den sektenopfer im einzelnen geschieht.

  48. studi sagt:

    @blogreader:

    besonders akademisch war mein letzter eintrag nur wirklich nicht. das hättest du beim lesen eigentlich merken müssen – falls du ihn denn gelesen hast. dann wäre dir mit bestimmtheit auch aufgefallen, dass ich herrn stamm eher in schutz genommen habe als dass ich ihn angegriffen hätte (das mit dem einsamen rufer ist nur eine abwandlung meinerseits seiner wiederholten selbstbezeichnung als “warnende stimme” und war mitnichten diminuierlich gemeint – jemanden mit johannes dem täufer zu vergleichen ist ja nicht gerade eine beschimpfung).

    kurz: ich seh nicht recht, über was du dich aufregst (ausser darüber, dass ich mich über unser “opferlamm” ausgelassen haben und dabei noch einige kirchenpolitische und dogmatische nebenschauplätze eröffnet habe). substantiell scheinen sich unsere meinungen nämlich nicht erheblich zu unterscheiden – zumindest konnte ich bei dir keine themenbezoge kritik finden.

    mfg
    studi

  49. gmbh sagt:

    auch bei mir ist es so, hugo stamm, wer mich bezahlt, für den setze ich mich hundertprozentig ein. meinen brötchengeber darf ich nicht enttäuschen, da stehe ich voll hinter den aussagen. ein jeder brötchengeber hat es in der hand, mich fürstlich zu bezahlen und ich werde sein unbestechlicher mentor.

  50. Thomas Allmendinger sagt:

    @Werner

    Danke für Ihren versöhnlichen Beitrag.

    Was die Pressefreiheit betrifft, so vertrete ich eben die oben beschriebene Meinung, wonach die Presse nicht verurteilen, sondern nur kritisieren darf. Die Meinung leitet sich ab vom Prinzip der Rechtsstaatlichkeit, welches beinhaltet, dass kein öffentliches Urteil ohne Gericht erfolgen darf, d.h. dass es eine Rechtsgrundlage braucht, einen Kläger (der im Falle eines Offzialdelikts der Staat ist), eine Anklage sowie Beweismittel, und dass dem Angeklagten das Recht zur Verteidigung zugebilligt wird. Bei moralischen Fragen lässt sich dieses Schema natürlich nicht so ohne weiteres anwenden. Doch nicht selten geht es ja um strafrechtlich relevante Tatbestände, und dann sollte die Presse bei ihrem Urteil vorsichtig sein.

    Einen Grund für viele Unstimmigkeiten in diesem Blog sehe ich übrigens darin, dass ganz allgemein von “Sekten” gesprochen wird und dass als das von Hugo Stamm vorgegebene Kriterium dafür – gemäss meinem Eindruck – ziemlich undifferenziert die “Vereinnahmung” genommen wird, wobei das Attribut des Fanatismus noch hinzu kommt.

    In Tat und Wahrheit gibt es aber sehr unterschiedliche Formen von Sekten. Nicht alle sind fanatisch, einige sind bloss engagiert. So sehe ich einen grossen Unterschied zwischen
    – christlichen Sekten wie etwa den Zeugen Jehovas, den – vor allem in den USA heimischen – Puritanern oder den Mormonen,
    – esoterischen Sekten mit ihrem besonderen Hang zum Übersinnlichen sowie zu meditativen Praktiken,
    – Psychosekten wie insbesondere die Scientology (welche ja schon im Namen ihren Anspruch auf Wissenschaftlichkeit andeutet) und
    – Verschwörungstheorien (allen voran diejenige gegen die Freimaurer).
    Ausserdem kann sich der Charakter einer “Sekte” im Verlaufe der Zeit ändern.

    “Vereinnahmt” kann man aber auch von anderen Meinungsmachern sein, beispielsweise von einer politischen Partei, als Anhänger eines Fussballclubs, von irgendeiner “Szene”, von einem Trend oder von der “öffentlichen Meinung”. Das Wort enthält ja die Wurzel “Verein”.

    Umgekehrt kommen abweichende Meinungen auch vor ohne Sektenbildung. So sind viele – insgesamt allerdings seltene – Querdenker Einzelkämpfer und keine Gurus.

    Und schliesslich gibt es auch fanatische anti-religiöse, wissenschaftsbezogene Eiferer. Ich verweise hier auf einen Artikel von Peter Haffner im Tages-Anzeiger vom 23.02.06 mit dem Titel “Die neuen Fundamentalisten sind gottlos”.

    Bei meiner Kritik geht es also weniger um die einzelnen, auf ganz bestimmte Personen oder Gruppierungen gezielte Berichte Hugo Stamms im Tages-Anzeiger, sondern mehr um die allgemeinen, in diesem Blog vorgebrachten Thesen und Schlussfolgerungen, welche allzu leicht zum pauschalen Schimpfwort “Sekte” verleiten. Zu sehr verspüre ich hier anstelle von Intuition eine relativ banale Ideologie. Für viel aufschlussreicher halte ich da die anfangs dieses Jahres bekannt gewordene Maturaabreit von Laura Büchi, welche sich in die Rolle einer Sektenanhängerin der Adullam-Sekte begeben hatte und die dabei aufkommenden Gefühle authentisch schilderte.

    @gmbh
    Für Ihre Beschreibung gibt’s den Spruch:
    “Wess’ Brot ich ess’, dess’ Lied ich sing’.”