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Niemand weiss, wo Gott ist

TA Korrektorat am Samstag den 9. Mai 2015

Eine Replik von Josef Hochstrasser* auf den Text «Wo ist Gott?» von letzter Woche.

Hugo Stamm

Eine Frau während einer Trauerfeier für die Erdbebenopfer in Nepal. Foto: Reuters

Elend im Mittelmeer. Verzweiflung in Nepal. Nacktes Grauen in Auschwitz. Genozid an den Armeniern. Eine Todesspur ohne Ende zieht sich durch die Menschheitsgeschichte. Atheisten höhnen: Wo bleibt da Gott? Gläubige Monotheisten stellen dieselbe Frage. Ohne Spott, aber auch ohne eine Antwort zu bekommen.

Ein Paar bekommt ein schwerbehindertes Kind. Es wird nur wenige Jahre leben dürfen. Dann wird es sterben. Der Mann hadert mit Gott. Die Frau versucht anzunehmen, was sie nicht ändern kann und meint gelassen: Eine Laune der Natur!

Mit Gott hat das Schicksal dieser Familie rein gar nichts zu tun. Hätte er es verhindern können, aber dennoch zugelassen, wäre er ein Sadist. Oder ist er ein hilfloser Gott, ohne Macht und Möglichkeiten? Wäre er dann noch Gott? Fragen, die im 3. Jahrhundert v. Chr. schon den griechischen Philosophen Epikur umtrieben und mit Gottfried W. Leibniz vor dreihundert Jahren im Begriff der Theodizee populär wurden.

Biblische Geschichten erzählen vom Eingreifen Gottes in diese Welt. Den Israeliten etwa zeigt er in Form einer Wolkensäule den Weg durch die Wüste ins Gelobte Land. Warum aber liess er die Ägypter qualvoll im Meer ertrinken? War das gerecht von Gott? Ist er parteiisch? Gott kommt buchstäblich in Teufels Küche, wollte er fair in die Geschicke der Menschen eingreifen. Alle Erzählungen über ein Wirken Gottes in der Welt sind Deutungen, keine objektiven Berichterstattungen. Deshalb sind sie noch lange nicht belanglos. Im Gegenteil. Als Mythen schaffen sie Hoffnung und gesellschaftsformende Kraft.

Sich vom Glauben zu verabschieden, nur weil Gott sich nicht für alle Menschen einwandfrei nachvollziehbar ins Weltgeschehen einmischt, tut Gott Unrecht und ist bedauerlich. Die zweite Liedstrophe der sozialistischen Internationale weist den Weg: «Es rettet uns kein höh’res Wesen, kein Gott, kein Kaiser noch Tribun. Uns aus dem Elend zu erlösen, können wir nur selber tun.»

Das Erdbeben in Nepal hat tektonische Ursachen. Hier hat der Mensch nur sehr begrenzte Möglichkeiten, das Naturgesetz zu beeinflussen. Bei der aktuellen Tragik auf dem Mittelmeer aber ist er gefordert. Da hilft kein Schreien nach Gott. Das Flüchtlingselend ist nicht – Vorsicht ist auch bei dieser Vermutung geboten – gottgewollt. Die Migrationspolitik hat einzig und allein der Mensch zu verantworten. Christen stehen auch in diesem Fall vor der Frage, was sie im Namen Gottes tun sollen. Als Antwort bleiben ihnen nur Optionen. Die einen machen in Nächstenliebe und wollen möglichst alle Flüchtlinge retten und in Europa aufnehmen.

Andere greifen viel tiefer und sagen, die Weltgemeinschaft sei ethisch aufgerufen, die kriminellen Regimes einzelner afrikanischer Länder auszuschalten, damit die Menschen in ihrer Heimat ein Leben aufbauen können und erst gar nicht nach Europa zu fliehen brauchen. Welche christliche Handlungsmaxime ist nun im Sinne Gottes? Er wird weiter schweigen.

Gefordert ist in existenziell schwer zu ertragenden Momenten nicht der Hilfeschrei nach oben. Im Sinne Sigmund Freuds wäre dies ohnehin infantil. Heilend wirken kann nur menschliche Nähe und Solidarität.

hochstrasser_150*Josef Hochstrasser (68) war römisch-katholischer Priester. Nach seiner Heirat und dem folgenden Berufsverbot wurde er reformierter Pfarrer. Er ist Autor mehrerer Bücher, darunter die Biografie über den ehemaligen Fussballnationaltrainer Ottmar Hitzfeld.

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461 Kommentare zu “Niemand weiss, wo Gott ist”

  1. olive sagt:

    @ Pasionaria
    22. Mai 2015 um 06:43

    Dann sehe ich selbst in der ‘Suende’ Adams und Eva’s, in Anlehnung an Kant, keine Gewiissensfrage, sondern eine Emanzipation vom instinktiv handelnden Tier zum sich befreienden Menschen, der sich seines Verstandes oder seiner Vernunft bedient, nicht ‘goettlich’ sein zu wollen.

    “Darueber koennte man sich natuerlich noch lange unterhalten”

    So ist es. In diesem Licht betrachte ich auch Vieles, was heute beklagt wird, z.B. die technische Entwicklung, die in gewissen Teilen und im Übermass nicht gut ist für uns, resp. für die Umwelt ( Automatisierung, Atomenergie , Verkehr u.v.a.m. ) alles Dinge, die dem Forschergeist und der Intelligenz des Menschen geschuldet sind und die bestimmt nicht in böser Absicht, sondern in grosser Begeisterung erfunden worden sind.
    Fortschritt, der heute von vielen als Teufelszeug betrachtet wird. ( gut, das wurde die Eisenbahn damals auch )
    So ist es am Menschen, dafür Lösungen zu finden.

  2. Rolf Müller sagt:

    @ Ueli
    Sie wundern sich, dass ich auf “What’s left ?” “herein falle”?
    Ich glaube nicht, dass ich hier einer rechtsextremen Propaganda auf den Leim gekrochen bin.
    Wenn Sie diese Texte lesen, dann strotzen sie von Lebenskraft!
    Da wird wortreich argumentiert, mit Leidenschaft und mit Humor!
    Extremistische Propaganda dagegen ist brutal, gefühllos und humorlos, manipulativ halt und falsch.
    Ich muss nicht der gleichen Meinung sein wie “what’s left?” und muss das auch nicht wirklich verstehen, was er/sie sagt.
    Alles hat mehrere Perspektiven. Alles hat Vor- und Nachteile. Und so können wir mit dem gleichen Recht den Zustand
    unserer Gesellschaft bejubeln, oder beklagen.
    Meistens werden wir das Eine tun, oder das Entgegengesetzte, je nach Stimmung und Laune.
    Es kann dann immer ein gescheiter Besserwisser sich aufspielen und etwas anderes behaupten, oder eine andere Sichtweise vertreten.
    Aber natürlich! Solche Ergänzungen dürfen und sollen auch gesagt sein!
    Die Wirklichkeit spricht eigentlich am besten für sich selbst, auch mit non-verbaler Kommunikation (Körpersprache).
    Was wir schreiben, sind Bilder, gekritzelte Skizzen, naturalistische Detailstudien, oder abstrakte, moderne Ausdrucksformen,
    die allesamt von der Realität inspiriert sind, in denen diese Realität aber manchmal gar nicht mehr zu erkennen ist, dafür aber unsere Phantasie!

    Was war zuerst?
    Das Huhn, oder das Ei?
    Dieses Rätsel ist für uns nicht lösbar.
    Was war vor dem Anfang?
    Dieses Rätsel ist für uns nicht lösbar.
    Was wird sein nach dem Ende?
    Dieses Rätsel ist für uns nicht lösbar.

    Und so können wir auch die rätselhafte Eigenschaft des Lebens verstehen, dass es nicht eine Wahrheit gibt, sondern unendlich viele…

  3. Klara Brunner sagt:

    @ olive

    Der langen Rede kurzer Sinn: Es sind nicht die technischen oder wissenschaftlichen Errungenschaften schlecht sonder die Art und Wiese wie manche Leute damit umgehen oder eben nicht damit umzugehen wissen.

  4. Klara Brunner sagt:

    @ olive

    Im Moment besuche ich übrigens jemanden der gemäss Hausarzt ständig unter Zipperlein gelitten hat. Schliesslich notfallmässig im Spital fand man einen Tumor in fortgeschrittenem Stadium mit Metastasen, so dass Therapien aktuell hoffnungslos sind. Die Wissenschaft lässt grüssen und alle überforderten Hausärzte auch.

    Da verstehe ich die Wut der Angehörigen gut die lange genug vorher insistiert haben und abgewimmelt worden sind. Sowas sollte nicht passieren tut es aber, wie man sieht.

  5. what's left? sagt:

    heute war in Lebenszeit zu vernehmen, dass es gegen besseres Wissen eben nicht “rückwärts” geht, sondern unbarmherzig immer nur weiter Richtung “noch mehr” und voraus…und das unwillige Dummchen Mensch hat lediglich aus mancher Sicht sein Selfmanagement nicht optimiert
    h ttp://www.deutschlandfunk.de/diagnose-ohne-konsequenzen-ist-der-stress-am-arbeitsplatz.1176.de.html?dram:article_id=320210

    der Mensch ist für vieles eben nicht konzipiert (gesellschaftliche und technologische Prozesse oder auch die ständige Nahrungsverfügbarkeit…die Reaktionen sind z.B. Disstress und Adipositas…. und dann geht er erst richtig los, der Schuß)

    Tja…leider habe ich als 6fache Mama (eines – das Erste im Himmel, also nie 6 gleichzeitig – dafür hat das jüngste Mehrfachbehinderte aber die Kraft von 4 gesunden gleichzeitig beansprucht….) im superchrisltlichen Kontext auch keine ausgeglichene “Betriebskultur” innerhalb der Familie (oder der Gruppe) kennen gelernt.
    OberCHAUVI-Charlies wie Steeb oder Liminsky (zehn Kinder “Aber nur eine Frau”) fallen noch nachträglich für mich durchs Raster!
    Mit Hashimoto (Autoimmun und d i e Stress-und Erschöpfungserkrankung per se) auf dem amtlichen Wisch muß ich diesbezüglich auch gar nichts BEWEISEN! Das “Modell” disqualifiziert sich von selbst. Nur die Freikirchenmachos wollen das nicht kapieren!

    —–
    ( @ R.M. über die dummerhaftigen Anmaßungen speziell von Ueli und Sole brauchen wir überhaupt kein weiteres Wort zu verlieren….”Böse Geister sind halt Realtiäten” 🙂 )

  6. Ueli sagt:

    @Rolf Müller
    Bei diesem Text geht es nicht um die “letzten Fragen” oder sonst was Abgehobenes Herr Müller, sondern um die typisch rechte Leier im Biedermannskostüm – ich fasse zusammen:
    1. Ganz viel Homobashing und Lob der Keimzelle der Gesellschaft namens “die klassische Familie”.
    2. Böse Kinderkrippen als “Eingriff in die kindliche Erziehung”. Mir schauderts.
    3. Böse “Gendertheoretiker” wollen möglichst früh “Zugriff aufs Kind” haben. So a la “1984” von George Orwell.
    4. Geniale Überleitung: Das ist ja wie im Realsozialismus!
    5. Böse Kinderkrippen führen zu Burnout und “Bindungsunfähigkeit” – genau das wollen ja die bösen Manipulatoren!
    6. Böse, linke, kinderlose Politiker machen diese furchtbare Krippenpolitik!
    7. Der Euro ist für Deutschland eine Katastrophe! Wahnsinnig wirtschaftlicher Sachverstand.
    8. Es wird uns Deutschen von denselben bösen Kinerkrippenmanipulatoren eingebleut, dass wir von Europa profitieren würden!
    9. Aus dem Hochhaus springen ist etwa das gleiche wie die Behauptung, dass der “europäische Prozess unumkehrbar” sei.
    10. Die abgezockten Deutschen werden die “Party” der faulen Griechen bezahlen müssen. Das ist auch überhaupt nicht Bildzeitungshetze – sondern wirtschaftlicher Sachverstand vom Feinsten!
    Und so was finden Sie äusserst intelligent und interessant Herr Müller?

  7. what's left? sagt:

    @ KB
    dieses Jahr ist besonders kalt -empfinde ich so…Ich laufe die ganzen Monatedrinnen im Parka rum und auch in diesen Wochen ist das Haus kalt (draussen heute wärmer) , heize einen Kachelofen (zusätzlich) aber benötige selten über 16 bis 18° C. zufrieden? Luxus?

  8. b sagt:

    Ueli

    B wie BLABLA
    (dein Ueli-blabla)

  9. what's left? sagt:

    wenn Sie so wollen, bin ich VERSCHWÖRUNGSPRAKTIKERIN!

    Klar ist der Euro SCHEISSE! Und nicht nur der!

  10. Ueli sagt:

    @Eva Braunauge
    Die bösen Kinderkrippenmanipulatoren, die Deutschland mit dem Euro ausbluten wollen – manipulieren auch das Klima mit Chemtrails! Deswegen ist es auch besonders kalt dieses Jahr – gehört alles zum Plan dieser linken, kinderlosen NWO-Verschwörer. Liebe Frau Braunauge bleiben Sie stark und kämpfen Sie weiter gegen diese bösen Mächte!

  11. Rolf Müller sagt:

    @ Ueli
    Ich unterscheide Menschen, die aus eigenen Erfahrungen berichten und dabei ehrlich und auch emotional sind, von Demagogen, die Geschichten erzählen, mit dem hinterhältigen Zweck, ganze Volksgruppen zu difamieren.
    Ein Roger Köppel zum Beispiel ist ein solcher professioneller Demagoge, der seine Intelligenz missbraucht,
    um an die Macht zu gelangen. Solche Leute sind dann an den “Schaltzentren der Manipulation”. Und sie regieren!
    In der Art, wie die Amerikanische Steuerbehörde:
    Diese einigten sich nämlich mit den Schweizer Grossbanken auf eine Busse, die für die Steuerbehörde Einnahmen bringt, die aber so tief ist, dass es sich für die Banken lohnt, ihr lukratives Geschäft mit Steuerhinterziehung und Spekulation fortzusetzen.
    Eine Hand wäscht die andere. In einem “Drittweltland” würde man dem “Korruption” sagen.
    Hier aber sprechen die Medien von “harten Strafen an die kriminellen Banken”.
    Ausser dem Tages-Anzeiger!
    Siehe dazu den Artikel: “Schuldig? Egal, die Party geht weiter”, heute erschienen, auf Seite 39

    Und das sind leider die dominierenden Kräfte der “Globalisierung von oben”.
    Dass einer 6-fachen, allein erziehenden (?) Mutter bei solchen Verhältnissen irgendwann der Kragen platzt, ist doch verständlich!
    Aus meinen Erfahrungen kann ich sagen: Auch bei den Bauern gärt es!
    Es braucht nicht mehr viel!
    Ein von Naturliebenden, städtischen “Hündelern” demokratisch aufgezwungener Wolf, ergänzt mit dem herablassenden Ratschlag, die Schafherden doch von jetzt an einfach
    besser zu schützen, war schon beinahe der berühmte Funke, der das berühmte Pulverfass angestauter bäuerlicher Wut zur Explosion bringt!
    Natürlich braucht es Direktzahlungen, damit die Bergbauern ihre wertvolle Nahrungsmittelproduktion (und als erfreulichen Nebeneffekt die Landschaftspflege!) fortführen können.
    Aber erstens verschlingen Grossbauernbetriebe, die es nicht nötig hätten, sowie die Agrarbürokratie den Grossteil dieser Unterstützungsgelder, und zweitens bedeutet das nicht, dass sich jedeR das Recht herausnehmen soll, sich besserwisserisch und bevormundend bei den Bauern einzumischen!

    Ich weiss auch nicht, was passieren muss, dass solche Auswüchse aufhören…
    Wahrscheinlich wird sich einfach das mittelalterliche Schloss vergrössern und das umgebende Bauern-Untertanen-Land wird mit modernen Methoden
    ausgeplündert und unterdrückt, und wir kommen einfach immer wieder “vom Regen in die Traufe”, weil die Menschen eben nicht die “Krone der Schöpfung” sind, erst recht nicht diejenigen, die eine Krone auf dem Kopf tragen.

    Die Entwicklung wird so oder so weiter gehen.
    Mir ist die EU aber etwa gleich unwichtig, wie die CH-Regierung. Die sind sich doch sehr ähnlich!
    Viel lieber ist mir die “Globalisierung von unten”
    Winterthur zelebriert über die Pfingsten eine “Partnerschaft mit Afrika”, Afro-Pfingsten!

  12. Klara Brunner sagt:

    @ rolf müller

    Wie recht Sie doch haben!!! Da würde es eigentlich anfangen. Aber manche bürokratischen Sesselkleber denken sich da weiss Gott absurde Sachen aus. Ich habe auch nicht verstanden warum man ausgerechnete Wölfe oder Bären heier wieder ansiedeln soll wo doche eigentlich gar keine mehr leben, es sei denn es kommt mal einer vorbei und der bleibt ja dann meist nicht länger. Ein Einzelner. Und da es bei uns keine Wölfe mehr gibt wird er sich nicht paaren können, also zieht er weiter.

    Alle Politiker und mit Sofortkleber an amtliche Stühle fixierte Bürokraten sollte man zu jährlichem Landdienst verpflichten damit sie Einblick in manche wirklich eher unsinnigen “Verschlimmbesserungen” sie andern einbrocken. Was mir übrigens gar nicht fehlt sind die riesigen Monokulturen die in der EU Auftrieb haben. Wir können uns möglicherweise den Luxus Äcker brachliegen zu lassen damit sich der Boden regenerieren kann nicht mehr leisten. Aber Monokulturen so gepflegt, dass ausgelaugter Boden nur noch mit Chemie – und das zunehmend nicht – genutzt werden kann, davor graust mir.

  13. what's left? sagt:

    Beschwichtigung, Herr Müller..

    war nie alleinerziehend! (und doch “alleinerzeihend”!) Habe während der Familienjahre relativen Wohlstand genossen. Meine Kids sind seit ca. 6 Jahren aus dem Haus….(aber nocht nicht alle “fertig” und ein “G”-Kind bleibt IMMER “Kind”! ….an die denkt z.B. kein Bürokratenstratege bei seiner “Mütter in die Produktion-Alternative”)

  14. Ueli sagt:

    @Rolf Müller
    Rechte Verschwörungstheorien, die einen “roten Rat der Weisen von Zion” wittern, welcher durch Kinderkrippenmanipulation, Förderung der Homosexualität, Denk- und Sprechverbote, die europäische Einigung und den Euro – die Menschen in den Abgrund stürzen wollen, sind und bleiben ein intellektuelles Waterloo – ob nun emotional oder “ehrlich” vorgetragen von wem auch immer. Nur deswegen weil dieser Herr Jonas kein Journalist oder Politiker, sonder Kabarettist ist – heisst das noch lange nicht, dass die gleiche Propaganda wie bei Köppel und co. stattfindet. Köppel würde so nem Typen sogar liebend gerne eine Plattform bieten – hat ja er ja schon mit dem Kabarettisten namens Thiel veranstaltet.
    Man sollte Denken nicht mit Wutausbrüchen von gelangweilten Hausfrauen verwechseln, die sich gerne von der rechten Propaganda als Mütter der Nation in den Himmel loben lassen, während sie tatsächlich von denselben Leuten insgeheim verachtet werden (so a la was braucht man denn für ein “Diplom” als Krippen-Mitarbeiterin oder Kindergärtnerin – diese “Fähigkeit” ist doch bei jeder anständigen Frau vorauszesetzen! – O-Ton vom “Kabarettisten” Jonas).
    Zu den Banken und Bauern will ich mich jetzt nicht äussern – da dies nicht das Thema war.

  15. Klara Brunner sagt:

    @ rolf müller

    Im übrigen kann man diesen Unsinn einmal mehr auch anderswo mit verfolgen. Die Person die mit einem metastasierten Tunor notfallmässig ins Spital kam sollte nun anderswohin wegen der Fallpauschale. Meine Frage danach, warum, und ob rapide fortschreitender Krebs nicht etwa was Akutes sei wurde beantwortet mit, dass man nun sowieso nichts mehr machen könne ausser guter Pflege und Medikation. Letzteres leuchtet mir zwar ein, scheint mir aber irgendwie für die betroffene Person unmenschlich.
    Fallpauschale muss unbedingt auch so einem etwas unterblichteten Sesselkleber-Hirn entsprungen zu sein. Das ist alles nicht effizient oder fortschrittlich sondern menschenverachtend. Krebskranke sterbt schneller, die Versicherungen müssen sparen.

    Und da wettert man gegen EXIT weil Suizid Sünde sei!!! Wetten es geht nicht mehr lange bis es Sterbekliniken für alte Menschen gibt wo sie alters- und krankheitshalber einfach sterben müssn. Irgendein Versicherungs-Mathematiker wird da mit Sicherheit drauf kommen. Weniger Alte, tiefere Kosten.

  16. Ueli sagt:

    @Klara Brunner
    Nachdem der gute Herr Müller schon vom hundertsten ins tausendste vorstösst, dabei vergisst dass dieser rechte Propagandatext überhaupt nicht von der Dame aus Deutschland verfasst wurde, sondern von einem gewissen Herrn Jonas und plötzlich Banken, Steuerhinterziehung, Spekulation, Afropfingsten, die Agrarindustrie und die anscheinend geschröpften Bauern ins Spiel bringt, die überhaupt nicht das Thema zwischen mir und “Miss Eva Braunauge” waren – kommen Sie jetzt noch mit Fallpauschalen, Exit und Beamtenbashing. Was kommt als nächstes? Das Thema “Gibt es Leben auf dem Mars”? Diskussionskultur und so weiter hoppe reiter…

  17. Klara Brunner sagt:

    @ ueli

    Das Thema ist “Niemand weiss wo Gott ist”. In Anbetracht der bürokratischen Missgeburten kann man sich z.B. diese Frage völlig zurecht stellen. Will Gott, dass Menschen immer älter werden und dann, weil überflüssig, doch ethisch nicht vertretbar behandelt werden. Ein fortschreitender Tumor figuriert mit Zeitangaben als Fallpauschale…das ist nicht mal mehr schicksalhaft, das ist m.E. menschenverachtend. Das ist nicht – wie sie schreiben bashing – das ist, ich muss sagen leider, einfach Illustration wohin Gedankenlosigkeit oder menschliche Dummheit – da nützen offenbar Studien nichts – führen kann. Menschen die leiden, die auseliefert sind, glauben Sie mir, die hadern mit Gott und dem Schicksal und fragen sich womit sie eine derart grausame Strafe verdient haben.

    Und hängen Sie sich bitte auch nicht allzu weit zum Fenster raus wegen meiner Idee von Sterbekkliniken für Alte. Sie werden sehen, dass das eines Tages die letzte Option sein wird. EXIT ist in meinen Augen ok da da der freie Wille verbindlich ist. Das versicherungsmathematische schreibt nun aber Todkranken vor, wie lange sie todkrank sein dürfen und dann bitte und schnell Lösungen die nicht die Versicherung sondern den Staat belastet. Wissen Sie, wie erdrückend es ist nach den Diagnosen “nervöse Störung” alles halb so schlimm, mit der Sachlage zurecht kommen zu müssen ein Tumor zerfrisst meinen Körper von innen, ich leide, weil Schmerzmittel nicht ausreichend wirken, ich kann auch liegend nicht mehr richtig atmen, habe oft das Gefühl zu ersticken. Und dann kommen die Versicherungsblitzsesselkleberhirne mit ihren absurden Zumutungen über effizient und effektiv. Wenn das nicht zynisch und somit entwürdigend ist, dann dürfen Sie mir gerne schreiben was dann.

  18. what's left?Ü? sagt:

    Wagenknecht, Ernst oder Lafontaine sind gute Köpfe, aber deshalb wähle ich doch nicht die Linke! Und echt auch nicht die Af…(der neue Typ Hö sieht nicht nur aus wie ein N_! Wie Sie, Sie unverbesserlicher Deutschenhasserzwerg (oder Youngster) , wähle ich keine von denen, die es da immer wieder versuchen…

    Dass der Text nicht von mir war, war wohl (unmißverständlich) ihr größter Dornen-Splitter im Ihren reinblau-violetten oder DUNKELBLUTROTEN Augen?! (Mein Blogbeitrag zu RM darauf ist im Filter gelandet und dort geblieben.) Wollen Sie mir jetzt unterstellen, ich wollte mich auchnoch mit fremden Federn schmücken?

  19. what's left? sagt:

    @ RM

    Befragen SIe klein Ueli (und andere) doch einmal nach dessen Gesinnung bezüglich Abtreibungspille oder SchwangerschaftsSelektionsuntersuchungen- und Maßnahmen! um “Behinderte” auszumerzen. Da wird man keine offene und direkte Antwort bekommen! Die Nähe zu “braun” und Machbarkeit unbestritten.

    Ich habe dazu einen Standpunkt! Keinen leicht Fertigen!

  20. Frau Sommer sagt:

    alias “gelangweilte Hausfrau” – die ganz alltägliche Ent-Wertung
    (soll auch gelangweilte Büromiezen geben
    oder Studienabsolventen, die in ihren jobs während der Arbeitszeit blogs aufmischen;
    aber die werden immerhin bezahlt für nichts. Neuerdings trifft man zudem zunehmend eine besondere Spezies: ErwerbsUnfähig verrentet/krankgeschrieben – aber fit wie ein Turnschuh – und den Staat beschei..end mit angemeldetem Gewerbe…..und WIE die arbeiten können! :- ) wenn sie keine Steuern zahlen; und alles läßt sich prima absetzen: Fernflüge, Büro… man muß nur einen workshop halten…irgendwo in der Karibik)

    Ueli
    22. Mai 2015 um 13:14

    Ueli
    22. Mai 2015 um 13:31

    Ueli
    22. Mai 2015 um 14:41

    Ueli
    22. Mai 2015 um 15:03

    für Sie, Ueli
    demnächst gelangweilte Frührentnerin mit Minirente, horrenden KV-Kosten und immer noch ausbildungszahlend (noch 1 Kind)
    aber dann werde ich nicht meinen Benzintank ehrenamtlich (zuzahlend) leer fahren, um Ihre geliebten Testosteron-“Horden” von Jungmannen zu “sozialisieren”. Dazu wäre ich doch sicher noch gut genug , oder?

    (über volkswirtschaftliche Zusammenhänge fragen Sie das Bundesverfassungsgericht – Familienurteile – immer noch nicht umgesetzt- oder Dr. Johannes Resch, Familienschutz/Generationenbetrug)

  21. Ueli sagt:

    @Eva Brauauge
    Tatsächlich – ich habe nix gegen Abtreibungspillen und Schwangerschaftsuntersuchungen. Und wissen wieso? Weil ich es als moralische Anmassung meinerseits empfinden würde – aus was für Gründen auch immer – irgedeiner Frau vorzuschreiben was sie mit dem Fötus in IHREM Uterus machen soll.

  22. Rolf Müller sagt:

    Da fliegen ja wieder die Fetzen!
    Das haben uns die Deutschen einfach voraus: Die sagen direkt, was Sache ist, ohne Herumgedruckse und Ausweichmanöver im Stil von : “Das ist jetzt nicht unser Thema!”
    @ Ueli
    Sind sie jetzt der Diskussionsleiter, der eingreift, wenn die Sendezeit überschritten zu werden droht?
    Wir haben hier keine solchen Beschränkungen, und wenn wir die Dinge laufen lassen, stossen wir höchst wahrscheinlich auf weitere interessante Widersprüche…
    Haben Sie Angst davor, die Orientierung zu verlieren darüber, wo die Frontlinie verläuft?
    Wir sind hier nicht im Krieg, also gibt es auch keine Frontlinie!

    Das gehört jetzt eigentlich nicht zum Thema:
    Was ist das eigentlich Gefährliche daran, wenn “Gleichgesinnte” aus dem gleichen Kulturraum unter sich bleiben?
    Die Inzucht!
    Die Natur hat uns so ausgestattet, dass “das Fremde” erotisch anziehend auf uns wirkt.
    So ist gewärleistet, dass wir uns nicht mit unseren Geschwistern und Nachbarn paaren.
    Dass wir nach gelungener Paarung und der nachfolgenden Parterschaft mit Verständigungsproblemen und Missverständnissen zu kämpfen haben,
    gehört mit dazu!
    Wir können dann versuchen, die andere / den anderen “umzuerziehen” und uns an diesem Unterfangen die Zähne ausbeissen.
    Eine solche Umerziehung ist im Erwachsenenalter einfach nicht mehr möglich!
    Wir können aber auch aus der Not eine Tugend machen, kein Drama veranstalten und die Unterschiede und Kuriositäten mit Humor nehmen!
    “Was sich liebt, das neckt sich.” heisst es ja so schön.
    “Männliche” Männer lieben “weibliche” Frauen.
    Und “weibliche” Männer lieben “männliche” Frauen.
    Und NordländerInnen lieben SüdländerInnen.
    und so weiter…
    (Selbst bei Schwulen und Lesben ist eineR “die Frau” und eineR “der Mann”)

    Aber “der Familie” passt dieses natürliche Verlangen vielleicht überhaupt nicht!
    Die wollen eine / einen, die / der sich gut integrieren kann.
    Die / der soll die gleiche Kultur haben und die gleiche Religionszugehörigkeit haben.
    Womöglich wird diese Partnerin, oder diese Partner aus dem Heimat-Dorf organisiert, mittels Zwangsverheiratung!
    Für die Familie mag dies O.K. sein, aber doch nicht für die Zwangsverheirateten! Ausserdem ist das Inzucht!
    Und Inzucht ist ein Tabu!
    Wahrscheinlich können angepasste AnpässlerInnen das gar nicht mehr merken, weil sie selber durch Inzucht entstanden sind…

  23. Rolf Müller sagt:

    @ Ueli
    Ich bin für das Selbstbestimmungsrecht der Frauen, aber gegen die Abtreibung.

  24. Ueli sagt:

    @Eva Braunauge
    Ist ja auch ne Frage der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau. Ich will auch nicht jeder Ejakulation einen Namen geben.

  25. Ueli sagt:

    @Rolf Müller
    Was haben Sie denn für ein “Problem” mit Abtreibungen? Glauben Sie tatsächlich, dass schon jede befruchtete Eizelle, von Ihrer Mutter “geliebt” werden sollte?

  26. Rolf Müller sagt:

    @ Ueli
    Wäre die Abtreibung damals nicht verboten gewesen, wären einige von uns jetzt nicht da.
    Mehr sage ich dazu nicht.

  27. Ueli sagt:

    @Rolf Müller
    Man stelle sich nur mal vor – die Weltbevölkerung würde sich tatsächlich an die Empfehlungen des Vatikans halten. Keine Verhütungspille, keine Abtreibungspillie, keine Kondome – und flott drauf los rammeln.

  28. Ueli sagt:

    @Rolf Müller
    Mag sein, dass “einige von uns jetzt nicht da wären” – und das würde Ihnen dann den Schlaf rauben?

  29. Rolf Müller sagt:

    @ Ueli
    Ich sage doch noch etwas dazu:
    Ich kann gut verstehen, wenn eine Frau nach einer Vergewaltigung schwanger wird
    und dann abtreiben will.

  30. Ueli sagt:

    @Rolf Müller
    Sie wären auch ein Unmensch, wenn Sie das nicht zulassen würden. Leute, die so was für “Mord” halten – haben gewaltig einen an der Waffel.

  31. Rolf Müller sagt:

    Aus der Sicht des abgetriebenen Menschen IST es Mord!
    Unser Leben fängt mit zwei Einzellern an, die sich vereinigt haben.
    Aber eine Frau nimmt eine Abtreibung sowieso nicht auf die leichten Schultern!
    deshalb können wir diese Entscheidung getrost ihr überlassen und müssen nicht weiter darüber diskutieren.

  32. olive sagt:

    @ Rolf Müller
    22. Mai 2015 um 14:15

    Ein von Naturliebenden, städtischen “Hündelern” demokratisch aufgezwungener Wolf, ergänzt mit dem herablassenden Ratschlag, die Schafherden doch von jetzt an einfach
    besser zu schützen, war schon beinahe der berühmte Funke, der das berühmte Pulverfass angestauter bäuerlicher Wut zur Explosion bringt!

    Herr Müller
    dies aus einer “Rehabilitationsschrift ” für das “dumme” Schaf:

    Doch gerade dort, in luftiger Höhe, wo Zehntausende Schweizer Schafe jeweils den Sommer verbringen, ereignen sich die schrecklichsten Schaftragödien. Mehr als 4000 Schafe kehren jeden Herbst nicht mehr ins Tal zurück, weiss man beim Schweizer Tierschutz.
    Viele von ihnen würden einen einsamen, qualvollen Tod sterben. Sie erfrieren, verhungern, stürzen ab, erkranken, verfangen sich im Stacheldraht oder werden vom Blitz getroffen. Die Öffentlichkeit erfährt in der Regel nichts davon. Im Vergleich dazu ist der Wolf ein Lamm, «bloss» 200 Schafe gehen auf sein ­Konto. Auch das Schafsterben vom Brienzersee und ähnliche Dramen sind, gemessen an den Alptoten, ein Klacks. «Solche Fälle liegen im Promillebereich» (Kantonstierarzt Wyss)

    Urs Gehriger, WW

    Für alle, die der WW jegliche Legitimation absprechen, objektive Artikel zu bringen
    Andreas Moser von “Netz Natur” spricht seit Jahren von diesem Missstand, und er ist nicht der Einzige.

    Die Schafhalter kümmern sich nicht gross um ihre Viecher, wenn dann ein Wolf auftaucht, wird gezetert und zur Flinte gegriffen und mit Argumenten wie “der Wolf frisst am Ende unsere Kinder ” Wirbel gemacht.
    Der Wolf ist eins der uraltenn Feindbilder der Menschen, wie z.B. der Hai.
    Der Wolf selbst weicht noch so gerne dem Menschen aus.

  33. Pizpot Gargravarr sagt:

    @Rolf Mueller

    Interessante Ansichten. Wie sehen Sie das in Bezug zu Crispr (Der Nobelpreis-Kandidat von der Uni Zuerich (in diesem Medium)), und als Unkrautgaertner stelle ich gerne die Frage an den Biobauern: wie haben wirs mit OMG, Biodiversitaet….. da spielen wir ja Gott – entscheiden ueber Leben und Tod – ha: wie oben, so unten…
    😉
    Schoene abig

  34. Klara Brunner sagt:

    @ olive

    Aber nicht den Schafen. Die sind willkommene Beute, die reisst er. Warum auch nicht, wenn die da so leicht erreichbar stehen.

  35. olive sagt:

    Nachtrag
    @Rolf Müller

    zum “herablassenden ” Ratschlag, die Herden besser zu schützen:

    die Herden werden überhaupt nicht geschützt, wer sich aber dafür interessiert, erhält Unterstützung
    und zwar auch finaziell:

    http://www.protectiondestroupeaux.ch/herdenschutz-schweiz/kosten-und-finanzierung/

  36. olive sagt:

    @ Klara Brunner
    22. Mai 2015 um 19:29

    “Warum auch nicht, wenn die da so leicht erreichbar stehen.”

    Im Gegensatz zu Wildtieren flüchtet das Schaf nicht geradeaus fort sondern dreht sich im Kreis und löst so immer wieder den Angriffsreflex beim Wolf aus ( lt. Zoologe Jörg Hess )
    In Norditalien haben sie gute Erfahrungen mit Hunden , zwei bis drei dieser Hunde verjagen den Wolf mühelos.

    Aber ich kenne natürlich auch die Argumente, dass diese Raubtiere in unserer zivilisierten Welt keinen Platz mehr hätten. Die gleichen Leute reklamieren dann aber, wenn Rehe geschossen werden müssen, da diese keine natürlichen Feinde mehr haben und den Wald schädigen.

  37. Frau Sommer sagt:

    naja, lassen wir das…

    Aber mit 60,63,65 wieder auf die Piste?
    Ein start up gründen? Um den Leuten was anzudrehen, was sie eh nicht brauchen? Eine neue Ausbildung? Die erlernten Berufe lange nicht ausgeübt? Sich an den Stadtrand rausgentrifizieren lassen. Neuer Wohnstreß, Altenheimstreß? (“Wohin mit mir”?)

    Die Famiilie ist die kleinste Zelle der Gesellschaft und sollte handlungsfähig erhalten werden! Vielleicht sogar gehätschelt. Hier zählt sie jedenfalls zu den Dummen.
    Ob die Weigerung der Frauen mittelfristig nützt und den Herren einen Anschub verleiht für eine gerechtere Verteilung der Lasten? Und um alles neu zu denken, auszuhandeln?
    Die jungen Leute – befragt – wünschen sich vor allem stabile, sichere Verhältnisse und ganz “konservativ”-SPIESSIG: Ehe und Familie. Genau das scheint nicht mehr realisierbar. Auch weil es ihnen per diktierter MeinungsGEWALT ausgetrieben werden soll.

  38. Klara Brunner sagt:

    @ olive

    Ist so. Es ist so eine Form von Heile-Welt-Romantik wo alle lieb miteinander leben sollen, Mensch, Tier, Raubtier…….
    Ich finde es nicht sonderlich sinnvoll Wölfe oder Bären an Orten neu anzusiedeln wo sie halt keinen Lebensraum hatten. So – wie schon geschrieben kommen einzelne eher zufällig in die Schweiz und verschwinden irgendwann wieder.
    Der Wolf z.B. ist kein Einzelgänger. Er lebt im Rudel, resp. mind. ein Paar Wölfe leben zusammen, Oft auch mehr. Junge zeugt nur das Alpha-Paar. Aber halt, wenn er eher zufällig bei schweizerischen Schafherden vorbeikommt und seinen täglichen Fleischbedarf decken will bedient er sich halt. Daran ist nichts Besonderes. Wie sie schreiben, es gäbe abgerichtete Hütehunde oder dann müsste man wieder dazu übergehen wie früher, seine Schafe einem Hirten anzuvertrauen, der sie auf den Winter zurückbringt. Auch diese Schafhirten hatten immer Hunde dabei, mit und ohne Wölfe.

    Irgendwie ist es so ein wenig weltfremd. Solche Tiere hier wieder anzusiedeln, es ist auch weltfremd dagegen zu sein, dass Wild geschossen wird im üblichen Rahmen. Fleisch ist Teil unseres Nahrungsbedarfs. Alles andere ist doch Romantik ohne Boden. Lieb sein wollen wo das ganz sinnlos ist.

  39. Rolf Müller sagt:

    @ Pizpot Gargravarr
    Ich spiele beim Jäten nicht Gott, da Gott nicht jätet.

  40. Rolf Müller sagt:

    @ Klara Brunner und olive
    ich wollte eigentlich nicht verschiedene Arten der Schafhaltung diskutieren, sondern darauf hinaus,
    dass die Bergbauern selber entscheiden sollten, was für sie stimmt und was nicht, mit, oder ohne Wolf.
    Die Angelegenheit mit dem Wolf ist kein globales Problem und kann und soll darum auch lokal gelöst werden!
    Wenn wir schon gegen den EU-Zentralismus sind, sollten wir konsequenterweise auch den eigenen Zentralismus vermeiden.
    Es gibt ja auch keine Abstimmungen darüber, ob jemand die Haare schneiden soll, oder nicht.
    Das kann und soll jedeR selber entscheiden!
    Andere Dinge, wie die Festlegung von qualitativen-, sozialen-, oder ölologischen Standarts, können nur auf internationaler Ebene implementiert werden.

    Eine Selbstorganisation von unten ist das Ziel, wie bei neuen Verkehrs-Leitsystemen, wo das Verkehrsaufkommen selbst das Verkehrsleitsystem lenkt, als sich selbst orrganisierendes System, das spontan reagiert, ohne schwerfällige Planung.
    Ein anderes sich selbst regulierendes System ist unsere Erde!
    Sie braucht keine “Führung”, die zum Beispiel das Wetter, oder den Wasserkreislauf zentral steuert.
    Alles reagiert sofort, automatisch, vernetzt miteinander wechselwirkend.
    Dieses natürliche System könnten wir irgendwie kopieren.
    Ist nur mal so als Idee.

  41. Pasionaria sagt:

    olive
    Ja, ja unser eigentlich aller geliebter Fortschritt. Die meisten sind stolz darauf, aber bringt er die Welt in jeder Hinsicht weiter? Teilweise ja, aber macht die Menscheit selbst daraus auch Fortschritte? Denke da an Geschichtswiederholungen, Kriege, Verfolgungen etc. etc.

    P.S. Jetzt hat sich unsere geschaetzte olive fuer einmal wieder auf einen ansprechenden Beitrag in der WW stuerzen koennen – geniesse es, kommt nicht oft vor!! 🙂

  42. Hast du deinen Stamm verloren? sagt:

    Stamm (Nomen est omen) = “ein Kreis von Leuten”

    cc Zentralismus/Dezentralismus

    1996 las ich – neben diversen “esoterischen” Instruktionen und Woodstock, wenn auch nicht hautnah, so doch in wechsel”strom”hafter Erinnerung – das Buch von Vine Deloria, einem Juristen, Verfassungsrechtler, Kritiker er usamerikanischen Gesellschaft (1.Auflage 1970)
    Nur Stämme werden überleben.
    (at Ueli: “Gott ist rot” 1996)

    im Kontext “Indianer” -anderer blog – folgte prompt auf den Hinweis eine der üblichen Polemikspitzen aus jener Ecke, die sich “professionell”? den Bezug nicht streitig machen lassen. Weil sie sich dem Thema “nahe” und “berechtigter” verpflichtet fühlen? Es “gepachtet” haben?

    (ich erinnere btw. daran, welches “Schwestern-Duo” den Begriff “Madame” ursprünglich aufgebracht hat. “Authentisch”? und wahrhaftig, egalitär :- ) ) …so läuft das hier: ein unbeschreiblicher “Konkurrenzwettkampf” :- ) aber keine “Direkt-Botschften” …Herr Müller erwähnt den Unterschied…ja, vielleicht sollte ich Wikinger-Eigenschaften zum Besten geben )

    Nicht alles, was ALT ist, ist schlecht.

    Worum geht es? Um Deutungs-.Definitions- Selbstverständnis-Mißverständnisse. Keiner weiß mehr, wer was ist, was wer will…
    Vielfalt, Individualismus, Gleichschaltung?

    unter google ” oya:nicht weit vom Stamm” erscheint ein Abriß archaischer Botschaften…DARF ich sowas hier inputten?

    In der “neuen Vielfalt” darf ich mit meinen Prioritäten nicht vorkommen….
    (Ähem…wie war das analog Darm mit den “Mietnomaden? 🙂 )

    Tatsächlich! Ich habe meinen Stamm verloren…Und wenn ich mich so umschaue, geht es Unzähligen eben SO! Glückwunsch, wenn SIE sich besser fühlen!

  43. olive sagt:

    @ Rolf Müller
    22. Mai 2015 um 22:24

    ch wollte eigentlich nicht verschiedene Arten der Schafhaltung diskutieren, sondern darauf hinaus,
    dass die Bergbauern selber entscheiden sollten, was für sie stimmt und was nicht, mit, oder ohne Wolf.

    Ich eigentlich auch nicht. Es gibt sowieso nur zwei, geschützte und ihrem Schicksal überlassene.
    Aber ihr Satz hat mich überhaupt dazu gebracht:

    Ein von Naturliebenden, städtischen “Hündelern” demokratisch aufgezwungener Wolf, ergänzt mit dem herablassenden Ratschlag, die Schafherden doch von jetzt an einfach
    besser zu schützen, war schon beinahe der berühmte Funke, der das berühmte Pulverfass angestauter bäuerlicher Wut zur Explosion bringt!

    Wenn die Schafhalter bereit wären, ihre Schafe zu schützen ( haben Sie die Zahlen gesehen?) brauchten sie nicht zu explodieren..

  44. phil barbier sagt:

    @Rolf Müller, 22. Mai 2015 um 21:22

    @ Pizpot Gargravarr
    Ich spiele beim Jäten nicht Gott, da Gott nicht jätet.

    Das ist jetzt aber eine ziemlich befremdliche Antwort – da die Gotteszusprechung ja immer vom Einen auf das Andere erfolgt und Gott sich unter seinesgleichen kaum derartig aeussern wuerde (das entspricht hoechstens menschlichen Projektionen von dem, was er meint, dass Gott sei).

    Kurz: vom Unkraut aus gesehen, entscheiden wir alle (auch Sie) als sein ‘Gott’ ueber Sein oder Nichtsein, wo es gedeihen darf und wo nicht, pflanzen es allenfalls um, damit wieder (seine (natuerliche)) ‘Ordnung’ vorherrscht.

    ‘Da Gott nicht jaetet’ ist eine Annahme, die zu taetigen durchaus berechtigt erscheinen kann, andererseits kann sie aber nicht explzit auf ihren Absolutheitsanspruch abschliessend geprueft werden.

  45. Hast du deinen Stamm verloren? sagt:

    in diesem Sinne

    h ttp://www.familien-schutz.de/gender-studies-in-der-kritik/

  46. Hast du deinen Stamm verloren? sagt:

    das Ausbluten der Mitte (moralisch und materiell) ist mM nach das Schlimmste, was momentan (in der EU) passiert. Es den einen Habenichtsen nehmen und den anderen zuschieben. Die Existenz mittig wird weiter platt gemacht. Nach unten und nach oben wird sie zerrissen und es wird nach unten und nach oben umverteilt. Es sind die Untersten zwar nicht handlungsfähig, nur noch am Tropf und die Obersten nutzen die für sie umsonst angelegten Strukturen und entziehen sich den Verpflichtungen. (Beispiel Ikea, Amazon…)
    Die aktuellen Attack-Alternativen thematisieren dies wieder einmal….(wo noch?)

  47. anderer Film sagt:

    könnte man meinen, würde hier in der Welt der Uelis, laufen

    #So sei es heute nicht mehr sozial geächtet, den Ehepartner loszuwerden. Beziehungen litten darunter, dass die Partner einerseits Bindung und andererseits völlige Freiheit wollten. Beides zugleich sei jedoch nicht möglich. Schmid: „Wir sind immer noch davon benebelt, frei zu werden, wissen aber nicht wozu.“ Schmid beobachtet bei vielen Menschen Orientierungslosigkeit: „Da ist keine Spur, kein Weg, keine Straße – wir müssen diesen Weg erst selber finden.“ #

    #Als philosophischer Seelsorger habe er seine Klienten oft gefragt: „Was ist für sie schön?“ Häufig habe die Antwort gelautet: „Ich weiß es nicht.“ Die meisten Menschen machten sich keine Gedanken, was ein gutes Leben ausmache. Es komme jedoch darauf an, der Freiheit Formen zu geben und Schönheit im Leben zu entdecken. Schmid warnte davor, an das Leben zu hohe Erwartungen zu stellen. Die Hoffnung auf ein glückliches, gelingendes und spektakuläres Leben könne nur enttäuscht werden. Die Lebenserfahrung zeige, dass dies nur selten eintreffe und zudem dauerhaft kaum durchzuhalten sei. Ein Leben in Fülle bestehe sowohl aus Glück und Unglück, Freude und Ärger, Lust und Schmerz. #
    h ttp://www.idea.de/gesellschaft/detail/philosoph-gesellschaft-kommt-mit-freiheit-nicht-zurecht-90795.html
    auch wenn ich idea verlinke, heißt das nicht, dass ich meinen würde, diese wiedergegebenen Inhalte seien denominationsgebunden…ich finde manche Erkenntnisse sind recht ideologieneutral.

  48. Rolf Müller sagt:

    @ Hast Du Deinen Stamm verloren?
    Ja genau, das ist es, was passiert, nicht nur in der EU, auch in der Schweiz, wo gemäss Frau Badran 2% der Bevölkerung soviel gehört, wie den restlichen 98%.
    Das wären dann ja geradezu neo-feudale Verhältnisse!
    Das Perfide daran: Dieser Prozess verläuft schleichend, nahezu unmerklich.
    Im Arbeitsleben wird eineR nach der/dem Anderen “abgemurkst”.
    Die übrig geblibenen strampeln um ihre Existenz, buckeln und leisten selbstverständlich Ueberstunden.
    Dann erwicht es die nächsten, dass die Ueberlebenden noch mehr buckeln und strampeln.
    Die Einwanderer und Flüchtlinge erhöhen den “Dichtestress” der um ihren Arbeitsplatz bangenden zusätzlich.
    Anstatt dass wir “underdogs” aber endlich aufstehen, zusammen halten und “denen da oben” einmal richtig Paroli bieten, treten die meisten nach unten,
    lassen ihre angestaute Wut und ihren Frust zu Hause bei der Familie raus, oder fallen als randalierender Mob über die noch ärmeren, noch “verschupfteren” Minderheiten her.
    Was für ein trauriges Schauspiel!
    Was für eine niederschmetternde “Wiederholung der Geschichte”!

    Am nächsten Abstimmungs-Wochenende hätten wir gleich zwei Mal die Gelegenheit, Gegensteuer zu geben!
    Einmal mit der vorgeschlagenen Erbschafts-Steuer, die sehr moderat ist und die wirklich nur die ganz reichen “Blutsauger” von zu viel Reichtum entlasten würde.
    Das vererbte KMU-Vermögen würde mit Ausnahmeregeln verschont und vom Staat nicht angetastet!
    Mit der vorgeschlagenen Neugestaltung der BILAG-Gebühren würden ebenfalls die Mehrheit der BeitragszahlerInnen entlastet, während die sehr reichen “Blutsauger” wiederum mehr bezahlen müssten.
    So würden sowohl die unproduktive Gebühren-Bürokratie abgebaut als auch die Mittel bereitgestellt für einen qualitativ hoch stehenden, politisch unabhängigen “Service Public”, als wohl tuende Konkurenz zum komerziellen Massenschrott!

    Aber bereits seit Monaten laufen die rechtsbürgerlichen Scharfmacher Amok und verbreiten Lügengeschichten und Horror-Szenarien!
    Allen voran kämpft der unsympatische Gewerbeverbands-Präsident Bigler für die reichsten der Reichen.
    Und einmal mehr machen sie uns Angst:
    Was ist, wenn die Reichen beleidigt sind und weg ziehen?
    Dann sollen sie doch weg ziehen!

    Wir müssen diesen “Fähigsten” weiterhin einen astronomischen Lohn und Boni zahlen, denn sonst verlassen sie beleidigt unser Land und gehen zur Konkurenz!
    Wie fähig die sind, haben wir ja eindrücklich gemerkt, nach dem Beinahe-crash und der seither schwelenden Finanzkrise…
    Und wie “seriös” die sind, wissen wir nach den Enthüllungen durch verkaufte DVD’s und nach den Prozessen in de USA ebenfalls!

    Ich glaube diesen Leuten jedenfalls kein Wort mehr!
    Und wenn sie ablenken wollen mit ihrem Hinweis auf “Sozialschmarotzer”, oder “Raucher”, dann schaue ich nicht dort hin, wo sie mit ihrem Finger hin zeigen,
    sondern ich starre weiterhin auf sie und auf den Finger, an dem Blut klebt, und Scheisse!

    Ich weiss, ich drücke mich gerade etwas krass aus, aber das sind halt die aufgewühlten Emotionen…
    Aber was soll’s?
    Der Stimm- und Wahlabstinente Durchschnittsbürger wird wohl wieder mit den Schultern zucken und resigniert sagen:
    “Da kann man doch nichts machen. Die sind halt so. So lange wir billiges Fleisch aus Deutschland schmuggeln können, geht’s ja noch.”
    Geht’s eigentlich noch?!!

  49. Rolf Müller sagt:

    @ Phil Barbier
    Ja ich weiss, es ist eine Annahme.
    Aber haben Sie schon mal einen Gott jäten gesehen?

  50. phil barbier sagt:

    @Rolf Müller, 23. Mai 2015 um 09:50

    @ Phil Barbier
    Ja ich weiss, es ist eine Annahme.
    Aber haben Sie schon mal einen Gott jäten gesehen?

    Ich nicht (was aber gar nix heissen will) – denn selbst wenn Sie Gott schon gesehen haben und er gerade nicht am Jaeten war, heisst das noch nicht, dass Gott nicht jaetet… 😉