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Homöopathie als Glaubenssystem

Hugo Stamm am Samstag den 4. April 2015
Hugo Stamm

Wer an die Wirksamkeit glaubt, wird vielleicht gesund: Homöopathische Globuli. Foto: Keystone

Die Homöopathie ist in den letzten Jahren ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Aufklärung tut tatsächlich not, denn die meisten Konsumenten der Globuli und Tinkturen haben wenig Ahnung, wie die alternative Methode funktioniert und auf welchen medizinischen und pharmakologischen Erkenntnissen das System beruht. Sie wissen nur: Es ist eine sanfte Heilmethode, die keine Nebenwirkungen erzeugt.

Berichte und Untersuchungen entlarvten die Homöopathie in letzter Zeit aber als Therapie, deren Wirksamkeit wissenschaftlich nicht bewiesen werden kann und die grundlegenden medizinischen Erkenntnissen widerspricht. Doch das tat der Homoöpathie bisher keinen Abbruch. Die Umsätze steigen weiter – in der Schweiz betragen sie schätzungsweise eine Milliarde Franken. Das überrascht aber nicht wirklich, denn auch der Aberglaube erlebt trotz verstärkter Bildung und umfangreichem Wissen eine Renaissance.

Begründet wurde die Homöopathie vor 200 Jahren vom deutschen Arzt Samuel Hahnemann. Sein Bestreben, eine sanfte Methode zu entecken, war ehrenwert, denn damals wurden viele Patienten zu Tode therapiert. Die Ärzte schröpften ihnen so viel Blut, bis sie in Ohnmacht fielen. Oder sie bekämpften die Krankheiten mit so viel Gift, dass Patienten oft das Zeitliche segneten. Deshalb verdünnte Hahnemann seine Mittel derart stark, bis sie teilweise keine Wirksubstanz mehr enthielten. Ausserdem glaubte er, er könne Ähnliches mit Ähnlichem heilen und die Wirkung durch Verdünnen und Verschütteln potenzieren.

Die Grundlagen der Homöopathie widersprechen allen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Naturgesetzen. Das hindert die Millionen von Konsumenten nicht daran, in einem pseudoreligiösen Glauben an der Überzeugung festzuhalten, Globuli würden eine Heilwirkung entfalten. Auf dieser Schiene ist der Homöopathie offensichtlich nicht beizukommen. Zweifel sollten aber aufkommen, wenn man sich das medizinische Wissen von Hahnemann vor Augen führt. Dann wird klar, dass er die Homöopathie nicht aufgrund medizinischer Erkenntnisse erfunden hat, sondern durch banale Beobachtungen, die er erst noch falsch interpretierte.

Hahnemann hatte wie alle Ärzte vor 200 Jahren kaum eine Ahnung von den Funktionen der Organe; er wusste nicht, dass Organismen aus Zellen bestehen, und dass diese Zellen die Körperfunktionen steuern. Unbekannt war damals auch, dass es ein Immunsystem gibt, dass körperliche Merkmale vererbt werden und Erreger wie Bakterien und Viren für viele Krankheiten verantwortlich sind. Hahnemann kannte auch die Ursachen vieler Krankheiten nicht und konnte keine zuverlässigen Diagnosen stellen. Er wusste nicht einmal, dass Fieber mehrere Ursachen haben kann. Wie sollte er da spezifische homöopathische Mittel herstellen? Zumal er auch keine Studien durchführen konnte, um die Homöopathie zu verifizieren.

Kurz: Hahnemann war aus heutiger Sicht eine medizinscher Laie, der weniger Kenntnisse hatte als heute ein durchschnittlicher Primarschüler. Wie sollte er da ein brauchbares System erfunden haben, das bis heute seine Gültigkeit hat? Dabei gilt es zu bedenken, dass zurzeit die Halbwertszeit von medizinischen Erkenntnissen in manchen Bereichen nur ein paar Jahre beträgt.

Hahnemann überschätzte sich massiv und war überzeugt, dass seine Methode das Ende der Forschung bedeuten würde. So schrieb er in seinem Buch «Organon der Heilkunst»: «Die reine homöopathische Heilart ist der einzige richtige, der einzige durch Menschenkunst mögliche, geradeste Heilweg, so gewiss zwischen zwei gegebenen Punkten nur eine einzige gerade Linie möglich ist.» Da bleibt kein Spielraum für Interpretationen, und Homöopathie entpuppt sich als ein Glaubenssystem.

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628 Kommentare zu “Homöopathie als Glaubenssystem”

  1. Marcel Mertz sagt:

    @Dr. Berndt

    (Zu Ihrer Mail werde mich zu einem späteren Zeitpunkt melden; zu der folgenden Kritik Ihrerseits hier im Blog will ich jedoch noch antworten)

    “Ein maßgeblicher Einfluss des theoretischen Fachs Medizinethik ist, wenn man sich die Auslagen und WEB-Seiten der Apotheken ansieht nicht zu bemerken. Und, wenn man sich WEB-Seiten von Ärzten und Ärztinnen ansieht und die unzähligen Diplome in Homöopathie und anderen phantastischen Heilkuren in Ordinationen approbierter Mediziner, von den Heilpraxen ganz zu schweigen, sieht, so darf man schon die Frage stellen, was war der Beitrag des theoretischen Fachs Medizinethik?”

    Das kann man Ethik (im Folgenden stets als Fach/Disziplin gemeint) stets, zumindest oft vorwerfen. Ob der Vorwurf aber fair und zutreffend ist, hängt maßgeblich davon ab, wie man die Aufgaben von Ethik bestimmt und (damit) auch, welche Erwartungen man an sie hat. M.E. werden jedoch oft falsche Erwartungen an die Ethik gerichtet.

    Das liegt daran, dass Ethik zuallererst ein Reflexionsfach ist: Es soll über die Praxis (kritisch) reflektieren und die dazu notwendigen konzeptuellen Mittel erschaffen (Theorien, Ansätze, Prinzipien …). Als Folge daraus können (sollten) Entwürfe, wie die Praxis evtl. besser wäre, erfolgen. Dadurch alleine verändert sich die Praxis aber freilich nicht.

    Ich meine, was Sie bspw. in Ihrem Buch schreiben, kann man auch als medizinethische Reflexion verstehen. Natürlich ist sie in Bezug auf Ethik nicht so elaboriert und theoretisch unterfüttert wie bei einem Beitrag eines Fachethikers. Aber von der Tendenz her ist es dasselbe. Aber wie Sie sicher auch schon die Erfahrung gemacht haben, ändert das bloße Schreiben eines Buches nicht automatisch die Wirklichkeit. (Das gilt übrigens generell für wissenschaftliche Disziplinen – es gibt keinen simplen Wissenstransfer von wissenschaftlicher Publikation in die Praxis, und bei geisteswissenschaftlichen Disziplinen ist dieser Wissenstransfer vermutlich noch schwieriger zu bewerkstelligen).

    Damit das geschehen kann, ist es z.B. wichtig, wer solche Schriften rezipiert, wen man “erreicht”. Nun können Sie sich vielleicht denken, dass Ärzte im Allgemeinen – v.a. aus früheren Generationen, die heute u.a. Chefarzt-Positionen u.ä. innehaben – nicht gerade jene Personen sind, die sich sonderlich um das Lesen von ethischer Fachliteratur bemühen. Manche, auch heutige Medizinstudiernde, finden (Medizin-)Ethik schlicht “chabis”. Wie soll da das Fach Medizinethik einen Einfluss haben? (Und hinzu kommt, dass Ethik als Reflexionsfach darauf aufbauen muss, dass es anhaltende Diskurse, immer wieder neues Hinterfragen, Dissens und neue Konsenssuche gibt; das sind “Motoren” einer kritischen Reflexionstätigkeit. Dies führt aber freilich dazu, dass nicht alle Medizinethiker stets derselben Meinung sind, noch dass alle dieselben Theorien vertreten usw., sondern man lernen muss, mit verschiedenen Positionen umzugehen, diese einzuordnen und zu erwägen, was sie jeweils für die Praxis bedeuten können und würden usw.).

    Direkteren möglichen Einfluss gewinnt Ethik erst dann, wenn sie institutionalisiert wird – z.B. in der Medizinethik in Formen von klinischer Ethik-Beratung oder Ethik-Kommissionen (die “bezeichnenderweise” in der Forschung vorwiegend aus Ärzten und Juristen, nicht aus Ethikern bestehen), oder z.B. in Deutschland auch in Form des Deutschen Ethikrates, welcher vom Bund beauftragt wird, Stellungsnahmen zu erarbeiten (wobei die dann wiederum nicht verbindlich für den politischen Betrieb sind). Auch über Lehre, als festgelegter Teil des Humanmedizin-Curriculums u.ä., kann natürlich ein gewisser Einfluss ermöglicht werden. Dazu muss diese Lehre aber auch institutionell verankert und mit anderen Fächern gleichgestellt werden (sonst kommt es zu einem nicht unüblichen “Schwänzen” vieler Studierender, was dann den möglichen Einfluss wieder reduziert).

    Schließlich, wie olive mal angemerkt hat, werden gerade Gesetze nicht von einem Fachgremium der (Medizin-)Ethik gemacht (zum Glück nicht!). Solche Prozesse sind deutlich komplexer, und es sind viele Institutionen und politische Akteure daran beteiligt.

    Wer von der Ethik demnach erhofft, sie würde die Praxis unmittelbar besser machen können, der hat zu hohe, unrealistische Erwartungen. Wohlgemerkt sage ich nicht, dass sie gar keinen Einfluss hat oder haben kann. Gerade in der klinischen Ethik hat es in den letzten so zwanzig Jahre viel Einflussnahme durch konkrete Projekte bei einzelnen Krankenhausstationen gegeben. Aber der Einfluss ist selten unmittelbar, und hängt stark von der Bereitschaft der Praxis ab, sich auf Ethik mit ihrer auch kritischen Reflexionsfähigkeit einzulassen und die eine oder andere Routine dann auch zu ändern. Und auf Seiten der Ethik ist es (dann) essentiell, sozialwissenschaftliche Erkenntnisse über Verhaltensänderungsstrategien usw. zu berücksichtigen und (oft) partizipativ mit den Praxispartnern zusammen ein Projekt durchzuführen (weil oft nur so Nachhaltigkeit etwas gesichert werden kann). Dann aber ist (Medizin-)Ethik kein (rein) philosophisches Fach mehr, und auch kein (reines) Reflexionsfach mehr, sondern eine inter- oder gar transdisziplinäre Unternehmung mit einer zusätzlichen oder schlicht anderen Aufgabe: Mithelfen, eine bestimmte Praxis zu verändern, “Instrumente” zu entwickeln, die dafür geeignet sind usw.

    Was aber abschließend einzuräumen ist, ist, dass Apotheken und deren Bedeutung in der Gesundheitsversorgung kaum einen Gegenstand der Medizinethik darstellen, höchstens bei allgemeineren Reflexionen darüber, wie das Gesundheitssystem aufgebaut sein soll o.Ä. Es gibt auch keine “Apotheker-Ethik” als Subdisziplin der Medizinethik (sehr wohl wird es aber so was wie ein Apotheker-Ethos geben). Hier wäre sicherlich noch “Nachholbedarf”.

  2. Rolf Müller sagt:

    @ olive
    Ich weiss auch nicht genau, was da eigentlich abgelaufen ist.
    Das war eine Dynamik, mit aufgewühlten Emotionen, die mitspielten.
    Wenn Sie mich als Bösewicht festnageln wollen, dann tun Sie’s doch!
    Ich werde dieses Mal professionell cool bleiben.
    Der “andere” weiss genau, wie er mich provozieren kann!
    Und er weiss auch, dass er dabei assistiert wird und Rückendeckung erhält.
    In so einem Moment beginne ich zu verstehen, was in einem Balkan-Jungen abgehen muss,
    der sich nicht so akademisch ausdrücken kann:
    “Heee! Woss isch mann! Wotsch eis i d Frässi man?
    Aber ich kann mich ja zum Glück ausdrücken…
    Also lassen wir’s jetzt gut sein.

  3. olive sagt:

    @ Rolf Müller
    11. April 2015 um 15:43

    “Wenn Sie mich als Bösewicht festnageln wollen, dann tun Sie’s doch!”

    Ach, jetzt kehren sie den Spiess einfach um.Das passt jetzt auch noch dazu.
    Wenn Ihnen dann wohler ist.

  4. Ueli meier sagt:

    @ berndt schön, dass man hier seine bemerkungen direkt an einen von der gemeinde gewählten guru richten kann, ohne gleich dessen apotheke zu betreten.

    Auszug Berndt 9.4. 14.57h „Sie können ihre Argumentation gleich beim Urknall beginnen und was nicht möglich ist, die gesamte Naturwissenschaft aufrollen, es wird das nichts nützen.“
    Immer wieder hört man diesen urknall bezug von ihnen. Könnte es sein, dass sie mal bei einem solchen urknall zu nahe dran waren?

    Auf das am 7. April 23.06 h von mir nicht kommentierte Protokoll der ARD sendung von 1999 zu den nebenwirkungen von medikamenten, die in deutschland (leider immer noch von keiner statistik erfasst) jährlich ca. 25 000 patientinnen dahinraffte, hunderttausende ebenfalls von medikamenten nebenwirkung betroffene in die spitäler verfrachtete, also ein medien beitrag in welchem pharmakologen, krankenkassenverteter sowie betroffene patientinnen und patienten aussagen machen, reagieren sie merkwürdig.
    Zuerst unterstellen sie mir die am 7.April 23.27 h die von mir nicht kommentierte Sendung ARD 1 Sendung selbst erfunden zu haben:
    „Sie mischen Nahrungsergänzungsmittel, und Haarwuchscremen durch einander!
    Sie wollen keinen Unterschied zwischen rezeptpflichtigen und freiverkäuflichen Arzneimitteln sehen.
    Und sie wollen uns eine Fernseh- oder Radiosendung als objektive Beobachtung verkaufen.
    Da wären ja alle Wellnessseiten und alle Esoterikblätter auch objektiv, oder?
    Wissen Sie wie eine Fernsehsendung manipuliert wird.“
    Dann kommt ein beinahe weinerlicher Schwall, über die manipulation beim ARD1. Dies verstehe ich nicht.

    Hat auch dies mit dem urknall zu tun, vielleicht mit einem ganz ganz kleinen, von dem nur sie wissen? Oder hat es damit zu tun, dass sie von manipulation und objektivität als pharmacie-guru so viel mehr als jeder andere verstehen?

    @olive
    Am 8.April 08.23h schreibt zur selben ARD1 Sendung olive
    (Auszug) „aus Ihrem Sammelsurium müsste man jeden einzelnen Fall prüfen.
    Viagra ist ein gutes Beispiel.
    Wissen Sie , wieviele Leute Viagra im Internet kaufen und nicht einmal wissen, ob es das überhaupt ist.
    Oder die ihre Vorerkrankung ignorieren , wenn sie es schlucken?
    Nein, das alles hat keine grosse Aussagekraft.“
    Zuerst, das ist nicht mein sammelsurium, glauben sie nicht alles was man ihnen eintrichtern will. Olive, Aussagekraft hat es wohl. Sie kritisieren ja globuli generell, egal ob es selbst gekauft oder ihnen von einem dr. med. verschrieben wurde. Was bitte soll bei viagra anders sein? Diese tausende von leichen werden von gerichtsmedizinern untersucht, nicht von homöopathen! Liegts daran, dass man an viagra sterben kann und an globuli nicht? Ja, das ist hingegen wieder richtig. im fall viagra stirbt man daran, dass man gescheiter etwas anderes gemacht hätte. Was sie nun mit lichtgeschwindigkeit globuli vorwerfen ist, dass ebenso leute sterben, die mit einer andern behandlung durchgekommen werden. Nun sind sie aber auch dagegen, dass schulmediziner beides verschreiben, sowohl pharma wie globuli. Schulmediziner machen das so, wenn eine medizin nicht wirkt, nehmen sie eine andere, die wirkt. Sie haben mitgefühl, nicht kalkül. Und sie sind also dagegen, dass ein schulmediziner seine erfahrungen, dass in gewissen indikation globuli besser wirken als herkömmliche, dass er darauf verzichtet, weil sie, olive, berndt und co. diese wirkung abstreiten? Denken sie nicht, dass dies eine nummer zu tödlich ist für sie für eine mantrahafte negierung, obstruktion und destruktion?
    Am 6. April 09.13 schrieb Dr. H. Brunner (Auszug)
    „Ich kann einzig bezeugen, dass homöopathische Behandlungsweisen in einigen Fällen mehr Erfolge hatten, als klassisch induzierte Behandlungsmethoden. Auf welcher Basis die Wirkung basierte, kann ich nicht abschliessend beurteilen, allerdings finde ich den vielleicht nicht umfassend ausgeführten Hinweis auf die Funktionsweise der Quantenphysik durchaus spannend, wer diesen Ansatz wie Andi Müller schlicht als absurd darstellt, zeigt höchstens, wie ernst er selber zu nehmen ist.“
    @ berndt @olive
    Eine seltsame blüte knospet im tagi-garten, als obiger berndt in gewohnter manie mit absoluter treffsicherheit seine obige anhängerin, olive nur ein ganz ganz kleines bisschen verheizt.

    Am 5. April 08.46 in einer antwort von olive an mich
    (Auszug) „Das ist bestimmt etwas, worauf die Ärzte vermehrt schauen müssen. Aber wenn Sie die Entwicklung etwas verfolgen, werden Sie finden, dass darüber diskutiert wird, vor allem bei älterne Patienten, die zuviele Medikamente bekommen und deshalb eher kränker als gesünder werden, soweit dies noch möglich wäre.
    Ein bekanntes Beispiel: Beruhigungsmittel, die den Patienten gangunsicher werden lassen, er stürzt- Oberschenkelhalsbruch-Operation, weiter Medikamente – weiter Belastung des Organismus.
    Das sind ganz wichtige Themen, denen sich die Medizin stellen muss, aber das tut sie auch.( wenn auch , zugegebenrmassen, etwas langsam )“
    Als ich dazu am zwei tage 7.4. 21.18h olive antwortete:
    (Auszug) „Ich danke ihnen für ihr mitgefühl gegenüber ihrer klienten. Nur eones geht mir nicht aus dem kopf, wenn sie alte leute versorgen müssen, welche durch das medikamenten cocktail über die nebenwirkungen noch kränker werden, als die medis nutzen, wie sie sagten, hm naja, gibts da wirklich keine andere möglichkeiten?“
    antwortet Berndt 7.April 22.14h(Auszug): „Und so etwas glauben Sie ohne es auch nur irgendwie nachzuprüfen oder darüber nachzudenken.“ Sowie „Sie malen ein kriminelles Szenario.“

    Nanu Herr Berndt, meinen sie damit, ich soll ihrer treuen anhängerin olive nicht glauben? Was soll denn das? „Jetzt ist aber fertig mit lustig“.
    Antwort von Olive dazu an mich 8.4. 08.17h:
    „Doch, die gibt es und es wird daran gearbeitet.
    Ein Arzt oder Apotheker muss verantwortlich sein und dieser muss regelmässig die ganze Medikation überprüfen auf Notwendigkeit und Interaktionen. Es gibt Patienten, die verschiedene Ärzte aufsuchen, die verschiedene Medis verschreiben und niemand hat die Kontrolle.“Im Heim muss es der Heimarzt sein, der diese Überprüfung regelmässig macht.“
    Das nenn ich immerhin einen versuch von olive, diese kriminalität, um die vorherige (falsche) definition von berndt zu übernehmen, mindestens etwas abzumildern zu wollen. Dass aber der meister seiner tochter nicht traut, finde ich merkwürdig. Ist daher alles falsch, was berndt und olive verplappern, weil wirs im blog ja eh nicht überprüfen können?
    Ich denke darum, dass dieses thema für einen blog von herrn stamm zu einem sehr ernsten und sehr traurigen thema nicht sehr geschickt ausgewählt wurde.

  5. olive sagt:

    @ Ueli meier
    12. April 2015 um 01:36

    Auch zu Ihnen als erstes:

    Unter den Leuten, die in diesem Blog -Argumente gegen Homöopathie bringen, gibt es keine Anhänger-Guru oder Sektenschaften.Noch nicht einmal Bekanntschaften.

    Sondern es handelt sich um Leute, die aus guten Gründen Kritk an der Homöopthie und anderen “Heilbringenden Methoden” üben.Wenn Sie hier nichts Sinnvolles entnehmen können, versuchen Sie es doch bei Edzard Ernst, langjähriger Lehrstuhlinhaber für CAM in England, der sich von diesen Methoden ebenfalls aus tichhaltigen Gründen entfernt hat.

    Jeder hat seine eigenen Ansichten und darum kann ich auch nicht “verheizt” werden. Lustig, dass die Vertreter der H. hier Psychogramme erstellen, Verbindungen sehen, wo absolut keine sind und unentwegt die Versäumnisse der “Schulmedizin und der Pharma ” ins Spiel bringen.

    Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun, dass in der Medizin nicht alles gut ist ist und dass wirksame Medikamente Nebenwirkungen haben , ist das eine.
    Das ändert nichts daran, dass Homöopathie nur darum harmlos ist und keine Nebenwirkungen hat, weil sie auch keine Wirkung hat.

    Zu dem:

    Am 6. April 09.13 schrieb Dr. H. Brunner (Auszug)allerdings finde ich den vielleicht nicht umfassend ausgeführten Hinweis auf die Funktionsweise der Quantenphysik durchaus spannend, wer diesen Ansatz wie Andi Müller schlicht als absurd darstellt, zeigt höchstens, wie ernst er selber zu nehmen ist.“

    eine Physikerin, die zu Homöopathie-kritischen wie -freundlichen Büchern Rezensionen schreibt:

    Dieser Punkt ist sehr zentral, deshalb möchte ich ihn noch kurz erläutern:
    – Der “Informationsbegriff” selbst ist auf atomarer Ebene nicht mehr definiert. Was soll das sein? Die Information von Kochsalz oder Arsen?
    Sie verwenden hier einen Begriff, der im Alltag Sinn gibt und allein daher scheint Ihnen seine Verwendung auch im atomaren Bereich plausibel.
    Genau auf diese “gefühlte Plausibilität” zielen Homöopathen, wenn sie solche und ähnliche Behauptungen verbreiten. Diese Plausibilität ist aber trügerisch.
    Die Physik widerlegt explizit einen Informationsbegriff auf atomaren Größenordnungen.
    Quantenmechanische Zustände werden durch ihre Quantenzahlen vollständig beschrieben.
    Sie sind ununterscheidbar, wenn ihre Quantenzahlen gleich sind.
    Atome besitzen diskrete, charakteristische Spektren. Zustände einer Atomsorte sind auf eine andere nicht übertragbar.
    Wir sprechen hier also von konkreten _Widersprüchen_ der Informationsvorstellung zum gesicherten Wissen der Physik.
    Weiter:
    Und hier liegt das Problem: In Studien ist es der Homöopathie in 200 Jahren nicht gelungen, die Existenz eines solchen Phänomens nachzuweisen! Genau das bedeutet es, wenn man darauf hinweist, dass die Homöopathie keinen Nachweis einer spezifischen Wirksamkeit über Placebo erbringen konnte.
    Wir beobachten keine spezifische _Wirkung_. Wir beobachten kein Phänomen.
    Daher gibt es überhaupt keinen Grund nach einer Erklärung zu suchen!

    Es gibt unzählige Aussagen von Fachleuten, die sich intensivst mit den Aussagen der Homöopathie beschäftigt haben und die zum Schluss gekommen sind, dass es sich so verhält wie HS im Impulstext schreibt.

    Warum sollten Sie also nicht überprüfen können, wie Sie in Ihrem überaus freundlichen Satz :

    ” Ist daher alles falsch, was berndt und olive verplappern, weil wirs im blog ja eh nicht überprüfen können?”

    sagen? Es gibt massenhaft Lektüre dazu, Sie können überprüfen nach Herzenslust.

    Aber ich wage jetzt mal eine Prognose : Das werden Sie keinesfalls tun, denn Sie und auch Rolf Müller wollen kein Jota von Ihrem Glauben abrücken.

  6. Dr. E. Berndt sagt:

    @Ueli meier

    12. April 2015 um 01:36

    Ihnen unterstelle ich gar nichts. Aber die Vorstellung, dass eine ARD Sendung, oder irgend eine andere Sendung, objektiv ist, ist geradezu absurd! Ich kenne diese Hochrechnereien. Das ist natürlich aufzuarbeiten. Aber der Tenor macht die Musik. Kein Spital verwendet Medikamente aus Jux und Tollerei. Und wenn so eine Sendung produziert wird, liegt es immer noch am Produzenten, was. und es etwas in den Vordergrund gespielt wird. Uns selbstverständlich wird in dem Protokoll Verschiedenes im Sinne der zu produzierten Meinung vermanscht. Und hinübergebracht werden muss in so einer Sendung, dass zu viele Medikamente verordnet werden und diese grundsätzlich schädlich sind. Und im übrigen darf ich ihnen sagen, ob ich Apotheker bin oder nicht, tut primär nichts zur Sache. Und wenn Sie es genau wissen wollen, ich bin nicht mehr Apotheker, aber meine Argumente haben sich deshalb nicht verändert.

  7. olive sagt:

    Nachtrag

    Quelle: Amazon Rezensionen von “utimaus” Ute Parsch

  8. Ueli meier sagt:

    @ olive nur kurz: ich verweise sie gerne und freundlich darauf, sich auf die grundlage der mathematik und der physik zu besinnen: die axiome gleich annahmen. Sie sind ebenso die grundlage der mathematik und der physik, und ich habe an anderer stelle schon darauf hingewiesen. So beruhen also alle modelle, so auch die physik, und auch die quantenphysik, auf modellen, die auf einer annahme beruhen. Es gab in der physik durchaus zeiten, da haben sich parallel zwei verschiedene systeme etabliert, da beide modelle für eine andere erklärung sinnig waren, sie können wellen zum beispiel mit verschiedenen modellen darstellen. Ich wiederhole mich: das axiom dass 1+1 zwei ergibt, kann niemand beweisen. Mit dem modell aber, dass dieses axiom ermöglicht, haben sie eine mathematik, in der sie beweisen können dass 2-1 eins ergibt, immer unter berücksichtigung des axioms. Diese axiome kann und will niemand aus der welt schaffen, so klug sie durch beweise zu ersetzen ist niemand. Allerdings können sie mit den modellen, einer art krücke, plastic erzeugen und atomkraftwerke betreiben, die tatsache bleibt, dass die grundlage lediglich eine annahme ist, und dass sie dies, wenn sie eine wahrheit suchen, oder gar als gegeben betrachten, bei allen modellen im hinterkopf bitte berücksichtigen möchten.

  9. Ueli meier sagt:

    @berndt, ebenfalls nur kurz.

    „Wenn behauptet wird, dass eine Substanz keine Nebenwirkung zeigt, so besteht der dringende Verdacht, dass sie auch keine Hauptwirkung hat.“ (Gustav Kuschinsky, deutscher arzt und Pharmakologe, 1904–1992)
    Ich habe an anderer stelle darauf hingewiesen, dass dies als eine der grundlagen ihres alten berufes, durchaus so, aber auch anders betrachtet werden kann. Globuli weist auf die nebenwirkung hin, pharma auf die hauptwirkung. Auch hier wiederhole ich mich. Schaden und nutzen sind gesondert zu betrachten.
    Gleichzeitig wissen wir alle, dass auf der andern seite der mensch mit seinem komplexen stoffwechsel sund seiner ebenso komplexen seele steht.
    Diese aussage von kuschinsky wäre übrigens, herr stamm, auch besser geeignet für eine beabsichtigte kontroverse zu globuli, da er nicht bereits von anfang an die eine seite der vorurteile bekräftigt, in diesem fall höchstwahrscheinlich ihre, als stünde das resultat der auseinandersetzung schon fest, da hätten sie ihr… Ach lassen wirs doch.

    Abschliessend zu berndt, ich verstehe, dass sie sich an ihrer argumentationslinie festklammern, würde ich an ihrer stelle auch tun.

  10. Alienus sagt:

    @Rolf Müller vom 11.04.2015 um 08.49

    Hm, lieber Rolf, ein von der Außenseite hineinblickender Außenseiter seien Sie nach Ihren eigenem Selbstverständnis. Also ein Blogger mit höchst sensiebel höchstdurchblickigem Durchblick. Gratulation.

    So, so, Kader sei man. Also eine unterstellte „Elite = Kader“. Welch ein giftiger Lob. Die genannten Blogger dürften sich untereinander nicht persönlich kennen, haben keine Kaderschulungen, Kaderinstruktionen und auch nicht, dies ist extrem wichtig, keine Kadergesinnung haben! Und trotzdem definieren Sie uns als eine Kaderschmiede im Sinne der Abhängigmachung anderer Blogger.

    Tja, wenn man sich Ihre Glanzleistung mit dem Steinmehl u.a.m. betrachtet und eine Hochrechnung wagt, so kann man ableiten, Sie befinden sich auf einem Holzweg. Holzknüppel unter den Füßen, einen Totschlagknüppel in der Hand und als Höhepunkt möglicherweise sogar (hoffentlich nicht) ein Holzbrett vor dem Kopf.

    Für Sie noch ne kleine interessante und fehlbare sowie variantenmögliche sprachliche Betrachtung zum Thema „Kader“:
    – Bei J.G. Kruenitz in seiner oeconomischen Encyclopedie ist für „Kader“ folgendes eingetragen: „Kader , in den gemeinen Mundarten, der fleischige herab hangende Theil unter dem Kinne; im Oestreichischen der Koder oder Goder, in Baiern der Schnotzel, in andern oberdeutschen Gegenden die Wampe, Wamme, ehedem auch das Golkin, Kelklin, vermuthlich von Golk, ein Schlund, so wie Kader mit dem Lat. Guttur verwandt ist“.
    – Im Dt. Wörterbuch der Brüder Grimm ist für „Kader“ noch klarer formuliert: ….. Koder, zäher Schleim, Erbrochenes, Rotz, Auswurf, Eitriges usw. usf.

    Sehen Sie, schlägt man lange genug mit dem Knüppel um sich, kann man manchmal auch Blogger treffen. Aber ob diese getroffenen Blogger die richtigen Blogger sind, wird sich Ihnen wohl niemals erschließen, nun, da Sie ja leider augenscheinlich das besagte mögliche Holzbrett vor dem Kopf haben.

    Schade, solch ein unterstellbares, aber auch entfernbares Holzbrett vor’m Kopf verkürzt unheimlich die Blickweite! Oder?
    😉

  11. Ueli meier sagt:

    @ olive noch einen nachtrag, bevor sie die frage stellen was hat das mit homöopathie zu tun? Sehr viel. Wenn die ganze pharmacie auf einem axiom beruht, ist parallel ein system denkbar, das mit einem anderen axiom in einem modell funktioniert, das ihnen nur eines beweist, es wirkt wenn es wirkt, es wirkt nicht, wenn es nicht wirkt, es hat keine nebenwirkungen, was ja kuschinsky annimmt. Oder vermutet. Oder was auch immer.
    Nun das wärs.

  12. Rolf Müller sagt:

    @ alienus
    Vielen Dank für diesen Beitrag, Sie Witzbold!
    Nein, ich habe jetzt kein Brett mehr vor dem Kopf,
    höchstens einen homöopathischen Splitter im Auge…

  13. Rabbi Jussuf sagt:

    Ueli
    “Sehr viel. Wenn die ganze pharmacie auf einem axiom beruht, ist parallel ein system denkbar, das mit einem anderen axiom in einem modell funktioniert, das ihnen nur eines beweist, es wirkt wenn es wirkt, es wirkt nicht, wenn es nicht wirkt, es hat keine Nebenwirkungen”
    Das nennt sich gequirlte K…

    Von nix was begriffen, aber zu allem eine Meinung…

    Ein Paradebeispiel von potenziertem Dunning-Kruger-Effekt.

  14. Ueli meier sagt:

    Wo das bei ihnen rauskommt ist klar.

  15. Alienus sagt:

    @Rolf Müller vom 12.04.2015 um 12.21

    Lieber Rolf.

    Ha-Ha-Heilung dräut!

    Sollte man nicht auch diesen einen Splitter aus Ihrem Auge entfernen, damit Sie in unsere Kader-Riege aufgenommen werden könnten.

    Ihr homöopathischer Witzbold

  16. Pasionaria sagt:

    Alienus

    mein Trost zum Sonntag – dem vorallem Du dermassen ‘bedarfst’……: am begnadeten ‘Witzbold’ kommt nur eine/r vorbei: der Balkentraeger, der hoffnungslose Glaeubige oder der Fabulierer.

    Zudem, geschaetzter Kadervorsteher A., in der Blogwelt der Fantasie ist ja fuer alle Platz – und dort leben wir ja, solange wir bloggen……

    Und diesen Blog (voruebergehend…..) abschliessend finde ich Gustav Kuschinsky’s Zusammenfassung am nachhaltigsten: wenn behauptet wird, dass eine Substanz keine Nebenwirkung zeigt, so besteht der dringende Verdacht, dass sie auch keine Hauptwirkung hat! Ganz schoen clever.

  17. Rolf Müller sagt:

    @ alienus
    OK. ich nehm ihn jetzt raus.
    Autsch!
    Jetzt ist er raus.

  18. Rabbi Jussuf sagt:

    Pasionaria

    “abschliessend finde ich Gustav Kuschinsky’s Zusammenfassung am nachhaltigsten: wenn behauptet wird, dass eine Substanz keine Nebenwirkung zeigt, so besteht der dringende Verdacht, dass sie auch keine Hauptwirkung hat! Ganz schoen clever.”
    Wohl eher dumm.
    Jede Substanz hat “Nebenwirkungen”, kommt auf die Dosis an. Dazu: Was sind Nebenwirkungen? Die hängen doch davon ab, was man von der Substanz für Wirkungen erwartet. Wenn Wirkungen auftreten, dann sind das Nebenwirkungen.
    Das wird bei den Homoeopathen vorsorglich so geregelt: Wenns schlimmer wird, dann gehört das zum Gesundungsprozess, der durch die potenzierte Substanz ausgelöst wurde. Wenn eine Verbesserung eintritt, dann redet keiner mehr von der vermissten “Erstverschlimmerung”.
    Die Homöos sind also doppelt abgesichert; durch die flexible Definition von “Nebenwirkung” und durch die offensichtliche Nutzlosigkeit der Chügeli.

  19. Alienus sagt:

    @Pasionaria vom 12.04.2015 um 20.03

    Nein, nein, nicht KadervOrsteher, nur KadervErsteher. So ne Art von Putinversteher für den homöopathischen Schwachsinn fürs Grind.

    Bezüglich des Feststellung, dass keine Substanz wohl irgend keine Nebenwirkung hätte, möchte man folgendes entgegenhalten: Denn in der gesellschaftlichen Realität haben Entscheidungen, die ohne Substanz entstanden sind, tatsächlich jedoch die größten Hauptwirkungen .

    Ganz schön grässlich! Nich?

    PS. Auch bei den homöopathischen Fans kann man auch den berühmten Kadavergehorsam verspüren.

  20. Alienus sagt:

    @Rolf Müller

    Lieber Rolf. Gratu! Vielmals Gratu zu Ihrem Befreiungsschlag!

    Jetzt haben Sie hoffentlich nen freien Blick aufs Ganze und können Ihre homöopathischen Vergangenheit auf den hahnemannschen Misthaufen werfen.

    Na ja, wegen des Kalksteinmehls! Das Ding gegen die Versauerung und für die Milieuassimilierung.

  21. Ueli meier sagt:

    @ hahnemann nachtrag leider ist die ihnen gemäss hugo stamm zugeordnete aussage, dass “so gewiss zwischen zwei gegebenen Punkten nur eine einzige gerade Linie möglich ist” falsch. Eine gerade könnte auch von beiden punkten aus gehend genau auf die andere seite ins unendliche zielen und sich so verbinden.

  22. hahnemann sagt:

    @Ueli meier
    12.April 2015 um 22:08

    Ein dunkler Vorhang öffnet sich mit Ihrer Feststellung. Mit dieser einen „geraden Linie“ wollte ich damals eigentlich darstellen, die einzige Möglichkeit gefunden zu haben, beide Punkte zu verbinden. Dies sollte meine Lösung zur Heilung allen medizinischen Leids sein.
    Ich gestehe, ich habe mich gewaltig geirrt und habe die zweite Verbindungsmöglichkeit durch die Inversität nicht berücksichtigt.

  23. Ueli meier sagt:

    @ hahnemann. Das haben sie sehr schön gesagt. Mich dünkts es schwingt eine feine poesie mit. Ich freue mich mit ihnen! Wer seine irrtümer nicht an/erkennt, kommt nicht weiter. Wenn ich an ort trete, fühle ich mich jedenfalls wie erlöst, sobald ich mehr erkennen kann. Menschen, die mit ihrem hintern denken waren mir hingegen schon immer ein gräuel.

  24. Pasionaria sagt:

    Rabbi Jussuf

    Natuerlich hast Du recht “Jede Substanz hat Nebenwirkung, kommt auf die Dosis an.”
    Was aber soll an der Aussage “wenn eine Substanz keine Nebenwirkung zeigt, so besteht der dringende Verdacht, dass sie auch keine Hauptwirkung hat” dermassen dumm sein? Wo nichts ist – ist nichts feststellbar! Oder verstehst Du es blogthemenbezogen folgendermassen besser:
    wer nichts weiss und nichts wissen will – der muss in ‘Gottes’ und Hahnemann’s Namen glauben.

    Alienus
    ” Denn in der gesellschaftlichen Realität haben Entscheidungen, die ohne Substanz entstanden sind, tatsächlich jedoch die größten Hauptwirkungen. Ganz schön grässlich! Nicht?” – Graesslich….., ja schauderhaft – nicht nur in der gesellschaftlichen, nein vorallem in der politischen Realitaet……. oder sind die beiden dasselbe?
    Ist uebrigens bei Euch ‘Grind’ saechlich, nicht maennlich?? Bei uns voll letzteres, sorry.

  25. Rabbi Jussuf sagt:

    Pasionaria
    ähm, ich habe doch erklärt, warum der Satz dumm ist.
    1. Weil jede Substanz eine Wirkung hat.
    2. Weil der Satz völlig am Thema vorbei geht, denn homöopathische Mittel enthalten ja explizit keine Substanz, sondern Information, oder wie immer die das nennen. Folglich zieht der Satz von den Nebenwirkungen von Substanzen hier gar nicht.

  26. Alienus sagt:

    @Aufpassionaria vom 13.04.2015 um 06.21

    Wieder hast Du gut und richtig aufgepasst!

    Natürlich schreibt man auch im kühleren Norden Grind mit dem maskulinem Artikel. Asche auf mein Grind.

    Tschuldigung um diesen verbalen Kollateralschaden. Vermutlich wollte ich ursprünglich Hirn schreiben, welches sächlich ist. Wohl deshalb sächlich, weil bei einigen Zeitgenossen noch laut Fama auch die Frauen so etwas besitzen sollen. 😉

  27. Ueli meier sagt:

    @Hahnemann – übrigens: ich schätze ihre wirkung zu ihrer zeit als grossartig ein. Sie waren damals ein rebell, der etwas bewegte, das gefällt mir. Rebellen sind immer im kontext ihrer zeit zu würdigen. Aus ihrer zeit gerissen schmelzen sie oft dahin wie schnee in der sommersonne. Neue rebellinnen und rebellen brauchen platz! In der medizin brauchts heute vermutlich mehr schlichtheit, durch reduktion auf das wirklich notwendige. Wieso nicht angepasste medikamente mit weniger breitenwirkung, dafür mit mehr tiefenwirkung? Dazu haben sie ja einen spannenden ansatz aufgezeigt: die personalisierung ihrer globuli. Wenn der arzt mir meine persönliche rezeptur innerhalb einer vorgegebenen bandbreite einstellt, der apotheker diese produziert, so etwas wäre heute technisch möglich. Eine art integrierte medizin. Damit könnten die am individuum am wirksamsten rezepturen mit den jeweils kleinstmöglichen nebenwirkungen stets aktualisert zur anwendung kommen und ihm das gefühl nehmen, er sei beliebig. Noch ist eine rebellion fern, das gesundheitswesen war schon zu ihren zeiten in „festen Händen“. Falls sie darüber betrübt sein sollten, dass sie sich irrten, trösten sie sich doch bitte an dem teil ihrer gegnerschaft, die den eigenen kernsatz nicht erkennen und ihn zu demontieren versuchen. Sie sind hingegen an der unendlichkeit gescheitert, einem führwahr höheren level als dem herdentrieb. Vielleicht möchten sie diese herren gelegentlich mal aufklären, was mit hauptwirkung gemeint ist.

  28. olive sagt:

    @Ueli meier

    Noch ist eine rebellion fern, das gesundheitswesen war schon zu ihren zeiten in „festen Händen“.

    dieser Satz ist entlarvend.

    So wie Hahnemann, der Rebell sich gegen die “Schulmedizin” gewendet hat ( das Schimpfwort hat ja er geprägt) so fühlen sich auch heute noch seine Anhänger als Rebellen gegen die medizinischen Autoritäten.

    “Wenn der arzt mir meine persönliche rezeptur innerhalb einer vorgegebenen bandbreite einstellt, der apotheker diese produziert, so etwas wäre heute technisch möglich. ”

    Nur dass der menschliche Körper und auch z.B. Erreger nicht soo individuell sind, wie angenommen.

    Ein simples Aspirin hilft auf Grund von bekannten Mechanismen ( Hemmung der Prostaglandine ) praktisch den meisten Leuten, wenn sie Weh haben.

    Ja, der grossartige Hahnemann, trotzdem hat er sich getäuscht.

  29. hahnemann sagt:

    @Ueli meier

    Ach Herr Meier, hat mich doch ein Nachkömmling aus den ewigen Jagdgründen in Ihre jetzige Zeit teleportiert und in diese bewegt-verrückte Welt hinein gekarrt! Es schreibt nun seine Masterarbeit ( in meiner Zeit Meisterarbeit genannt ) und möchte auch von mir Anregungen zur Bewegung haben.

    Und somit sind wir bei meiner innersten, bewegten und der wahren Wirkung der Medicus-Lösungen, nach der Sie so wissensdurstig und bewegt fragen. Auch Ihr Wunsch nach der Schlichtheit kann befriedigt werden, wobei dies natürlich nur auf meine damaligen Gedanken und Überlegungen möglich ist, aber, und das ist die inhaltliche Wichtigkeit, nicht auf die Wirkung meiner von mir kreierten Produkte. Und dies aus der heutigen Sicht und Wissens nach meinem Studium neuer Faktenlagen.

    Mein Ansatz war in der Theorie und nach glaubhaft ermittelten Erkenntnissen, das die Ähnlichkeit von Wirkungen und ihren Auswirkungen auf ähnliche Ursachen, Vorgänge und beispielsweise auch Krankheiten als Gesamtresultat eine von mir erhoffte, erwünschte und angestrebte Erlösung von negativen Gegebenheit bewirkt.

    Ueli, stellen Sie sich vor, eine Krankheit hat auf den Organismus des Patienten eine Einwirkung durch veränderte Schwingungen, Erregungen, die seinen Körper in der unterstellbaren Abschwächung seiner Erregbarkeit kränklich stimmt und dann in die Krankheit treibt. Um diese für den Menschen scheinbare Erregungsvergrößerung zu erzielen, wurden von mir unterschiedliche Materien ermittelt, denen ich eine bestimmte „Energieart, Energiequalität, Energiedichte, Energieübertragbarkeit uam.“ zuordnen konnte. Durch das Mischen mit neutralen Trägerstoffen, ob flüssig oder trocken und das von mir vorgegebene energetische Aufstoßen sollten die propagierten „Schwingungsmodalitäten“, wie zuvor beschrieben, dann auf diese übergehen. Als kreatives Ergebnis würde diese „Schwingungsmodalität“ auf den gesamthaft vermischen Stoff, also diese Materie, übergehen und durch die Kraft der göttlichen Einwirkung und der Schwingungen dann diese Eigenschaften übertragen. An einem Punkt dieser Mischerei gibt es nach meiner Überlegung kein Wirkstoff mehr und die Schwingungen, die erhoffte Wirkung, wird sich in ihrer eigenen Materie einfach weiter aufschwingen und die Wirkung des Medikamentes potenzieren, also verstärken. Keine Ursache mehr, aber eine verstärkte Wirkung.

    Sehen Sie, lieber Herr Meier, dass können Sie als meine urinnerste Generierung einer medizinischen Hauptwirkung ansehen. Die Beschäftigung mit dem Patienten wurde damals auch durch Ärzte, Quacksalber, Wundärzte, Feldschäre, Bader, Heilkundige, Kräuterfrauen und Schamanen so ähnlich gehandhabt, aber in laufe der Zeit haben sogar einige meiner Jünger einiges unter den Tisch fallen lassen. Auch diese Information hier. Wobei meine Arztkunst zunächst nicht für das gemeine Volk war, sondern doch eher für die gehobenen Stände. Also war in Wahrheit auch meine Anwendungstechnik nur ein Teil vom Ganzen. Also eine Variante im Fluss und Werdung der modernen Arztkunst und des andauernden Medizinversagens. In dieser Zeit hatte JEDER die Chance, die Medizin zu verbessern.

    Zusammenfassend möchte ich meinen, dass die Hauptwirkung im Hirn der Menschen vor sich geht, wenn sie besprochen und ernst genommen werden. Ob Ärztemedizin oder meine Methode!

    Und nun meine eigene Erkenntnis: Habe inzwischen gelesen, dass einige Jünger in Bezug zu meiner Medizin sogar molekulare Atom- und Quantengespinste hineindeuten, so möchte ich mich deshalb von meiner eigene Methode distanzieren. Viel Geschwafel um NICHTS. Wenn die fehlgeleiteten Jünger für den üblichen Patienten meine Sache nicht erklären können und sich in der selbst ihnen unfassbaren Aussagen der Physik und Chemie verirren, so möchte ich nicht der alte Hahneman sein, der versuchte, weiterhin einen neuen Weg in der Medizin zu zeigen.

    Angesichts dieses heutigen Standes möchte ich Ihnen einen angepassten Spruch auf Ihrem Bloggerwege mitgeben:

    Hahnemann, geh du voran,
    Du hast die größten Stiefel an!
    Dass man dich nicht verstehen kann,
    begreifen auch deine Jünger, aber wann?

    Ausklang: Jetzt mache ich keine Globuli mehr, die da nicht viel wirken, nein, ich schiebe lieber eine ruhige Kugel. Und die Zeiten zu meiner Zeit sind irgendgleich wie die Zeiten jetzt! Was soll sich bei den Menschen in den 200 Jahren denn geändert haben. Damals Pferde, heute Pferdestärken.

    Und Sie greifen sofort zu dem „Globuli des Vergessens“.

    Vertrauen Sie dem Arzt Ihres Vertrauens.

  30. ueli meier sagt:

    @olive
    „So wie Hahnemann, der Rebell sich gegen die “Schulmedizin” gewendet hat ( das Schimpfwort hat ja er geprägt) so fühlen sich auch heute noch seine Anhänger als Rebellen gegen die medizinischen Autoritäten.“
    Das schulmedizin ein schimpfwort ist, habe ich nicht gewusst, sorry falls ich das mal benutzt haben sollte. Welche medizinische autoritäten meinen sie, menschen oder fachrichtungen?
    „“Wenn der arzt mir meine persönliche rezeptur innerhalb einer vorgegebenen bandbreite einstellt, der apotheker diese produziert, so etwas wäre heute technisch möglich. ”Nur dass der menschliche Körper und auch z.B. Erreger nicht soo individuell sind, wie angenommen.“
    Klar, das müsste man herausfinden. Meine kenntnisse sind da bescheiden. Aber schon sie und ich werden mit unsern körpern individuell reagieren, z.Bsp. sie als frau, ich als mann. Unsere hormone ticken anders. Dies wird vermutlich bei hormonbehandlungen berücksichtigt, sonst ist mir nie etwas aufgefallen.
    „Ein simples Aspirin hilft auf Grund von bekannten Mechanismen ( Hemmung der Prostaglandine ) praktisch den meisten Leuten, wenn sie Weh haben.“
    Dies würde ich unterschreiben. Aspirin ist ein schlichtes medikament.
    „Ja, der grossartige Hahnemann, trotzdem hat er sich getäuscht.“
    Ich hoffe, dass kann man von uns auch einmal sagen. Immerhin wären wir beide grossartig gewesen!

  31. Pasionaria sagt:

    Hahnemann-oh-Hahnemann
    ziehst seit 200 Jahren manche in Deinen Bann
    Sie glauben Dir bedingungslos
    ja weiter fallen sie Dir in den Schoss.

    So was schafft nicht ein jeder Mann
    selbst wenn er viel mehr vorzeigen kann
    lassen wir sie halt so stehen, die Homoeopathenreligion
    neben den Tausenden andern, genauso reine Fiktion.

    Hauptsache: die Kasse stimmt am Ende
    der Kunde zufrieden, vor lauter Geblende
    ein verruecktes Tier – dieser Homo sapiens
    warum derart unkritisch, glaeubig ohne Grenz!

    Bekamen wir doch alle ein Hirn, nicht nur ‘nen Grind
    bei vielen es sich leider loeset auf im Wind
    Zum Glueck gibt’s doch noch Skeptiker auf dieser Welt
    die sich nichts machen aus Glauben, Dogmen oder schmutz’gem Geld

  32. ueli meier sagt:

    Lieber Hahnemann
    Ich bin berührt. Und gerührt. Gerne würde ich mich zu ihrem neuen wohnsitz in der unendlichkeit katapultieren und mit ihnen zusammen so manches betrachten. Hier in diesem paradies auf erden hats zwar vier himmelsrichtungen, doch erklären sie mir bitte, wo ist der himmel? Ist es das NICHTS, das in der tiefe, in der mitte, im zentrum von jedem einzelnen und zugleich von allem als gesamtes flackert? Ist es die Unendlichkeit, das absolute verständnis, welche gemeinsam hier auf absolutes unverständnis stossen? Wie nennen sie dort wo sie jetzt leben, oder toten, ewigkeit alltag ist, die ewigkeit? Ist man, wenn man tot ist, immer noch neugierig? So viele dinge wüsst ich.
    „Hahnemann, geh du voran,
    Du hast die größten Stiefel an!
    Dass man dich nicht verstehen kann,
    begreifen auch deine Jünger, aber wann? „
    Genau so ist es. Es.
    Eine ruhige kugel schieben…
    Hm. Irgendwas fehlt mir noch dazu.

  33. Hypatia sagt:

    Ich empfehle allen Gestressten, abusischen Nikotinpaffern, chronischen Alkis, Drogenversklavten usw. sowie auch allen impertinenten Homöopathiekritikern eine mittel- bis hochpotenzierte Verdünnung von Nux vomica (300c), zu deutsch Brechnuss, auch bekannt unter dem Namen Strichnin. Weitere Informationen unter:

    h ttp://www.apotheke-homoeopathie.de/mittel/nux-vomica

  34. Rolf Müller sagt:

    @ olive
    Warum soll etwas nicht weh tun?

    Der Schmerz hat eine wichtige Funktion!
    Er zeigt uns, wenn wir eine falsche Bewegung machen, oder gemacht haben.
    Den Schmerz zu betäuben kann kurzfristig entspannen.
    Der Nachteil einer solchen Betäubung besteht darin, dass unsere Sinne auch ganz allgemein nicht mehr richtig arbeiten können.
    Darum besteht das Risiko, dass wir mit Betäubung weitere falsche Bewegungen machen.
    Ein Ideal gibt es nicht.
    Im Prinzip sind die Selbstheilungskräfte zentral, weil ohne Eigenaktivität von aussen nichts zu machen machen ist.
    Darum geht es bei dem “sich abstützen auf die Selbstheilungskräfte”.
    Aber ohne Unterstützung von aussen ist ebenfalls nichts zu machen!
    Wenn die Natur, die Pflanzen und Tiere und die anderen Menschen ihren Job nicht machen würden,
    wären wir schon lange mausetot!
    Wir werden also ständig von aussen beeinflusst und geformt.
    Unabhängigkeit und Autonomie sind Illusionen des Neoliberalismus.
    Als Lebewesen habe auch ich die Aufgabe, meinen Job zu machen, wie er mir von meinen Gefühlen und Gedanken skizziert wird.
    Wenn ich das nicht mache, kann mir niemand helfen, auch nicht mit den stärksten Medikamenten und Argumenten.
    Aber Leute, denen es nicht genügt, einfache Menschen zu sein, die “Extremisten”, sind dazu da, uns gewisse Dinge über das Leben zu verdeutlichen.
    Alles hat einen Sinn!
    Und darum wird das, was ist, auch da bleiben und sich nicht von unserem Gequatsche wegzaubern lassen.

  35. Ueli Meier sagt:

    Ich möchte ihre reflektion noch ergänzen. Manchmal treibt der schmerz sie ebenso in einen teifelskreis, wie das weglassen von jedem mittel und verliert diese hinweisfunktion. Sie verspannen sich im dauerschmerz, die verspannung ist gleichzeitig teilursache des schmerzes. Sie verkrampfen sich, fehlhaltung, usw. Die zeit scheint stillzustehen. Liesse sich nun der schmerz hier in solchen fällen möglichst gezielt eindämmen, fänden sie früher Ihre Balance wieder,

  36. Ueli meier sagt:

    @rolf müller, wie obige ergänzung. (Da ich texte nun im smartphone speichere, kann ich sie mit minimalen änderungen nochmals bringen, falls der zugang in den blog verstopft ist). Dauerschmerz gehört ebenso zu den schmerzen, bei welchem der sinn etwas grob daherkommt.

  37. Ueli meier sagt:

    @rolf müller. Irgendwie passen die beiden teile oben durch die rettungsaktion textlich nicht 100 prozent richtig zusammen, bei ihnen bin ich mir jedoch sicher, dass sie den sinn verstehen.

  38. olive sagt:

    @ Hypatia
    14. April 2015 um 00:06

    ich fragte Sie schon danach: was passiert dann? Sie empfahlen ja, eine Überdosis zu nehmen.

    2011 nahmen in verschiedenen Städten , auch in der CH, Skeptiker Überdosen von Homöopathika ein , ich meine gelesen zu haben, auch Nux Vomica, passiert ist nichts.( logo)

    Sie gaben es auch Kindern und die DZVhÄ hat sich sehr über das mokiert, das sei inverantwortlich.

    Erzählen Sie doch mal, was passiert, wenn man es nimmt, es scheint, Sie haben es ausprobiert?

  39. andersen sagt:

    @Dr.E.Berndt

    Alle Scientologen und Höomopathenfans sehen die Ärzte als ein Trottel.
    Die Leute wissen, obwohl sie kein Fachausbildung als Arzt hat.

    Ein interessanter Buch gibt von Ilse Hruby:

    “My Marriage with a Scientologist”

    Dort kann man Lesen, was für Methoden sie anwenden, die völlig absurd sind, wenn es um Schmerzen geht.

  40. olive sagt:

    @ Rolf Müller
    14. April 2015 um 05:22

    Der Schmerz hat diese Funktion, gewiss.
    Aber manchmal ist er schlicht nicht zum aushalten ( Sie haben das wohl noch nie erlebt? )
    Es gibt aber auch Schmerz, den man schnell unterdücken sollte, da sich sonst ein Schmerzgedächntnis bilden kann, das sich verselbstständigt.

    Dass wir auf die Selbstheilungskraft angewiesen sind, ist ein alter Hut, aber Sie werden zugeben müssen, dass ohne medizinische Hilfe diese oft nicht ausreicht.

  41. olive sagt:

    @Ueli Meier

    Ich möchte ihre reflektion noch ergänzen. Manchmal treibt der schmerz sie ebenso in einen teifelskreis, wie das weglassen von jedem mittel und verliert diese hinweisfunktion.

    das ist richtig.

    Das ist der Grund, warum der Arzt zu einem “Hexenschuss” nicht sagt:
    warum soll es Ihnen nicht weh tun? Krümmen Sie sich ruhig, der Schmerz zeigt ihnen jetzt, wo Ihre Grenzen sind.

    sondern ein Schmerzmittel und etwas Muskellösendes spritzt, damit sich der Mensch wieder bewegen kann und die Muskeln sich wieder durchbluten können.

  42. Rolf Müller sagt:

    @ Ueli meier
    Ja, ich glaube zu verstehen.
    Der Schmerz hat die Funktion, unser Verhalten zu korigieren.
    Zum Beispiel: Eine Beziehung geht in die Brüche. Das schmerzt. Ich werde dadurch wieder feinfühliger,
    oder lasse mich nicht mehr auf Beziehungen ein, bei denen “die Alarmglocken läuten”.
    Wenn der Fehler schon passiert ist, zum Beispiel bei einer Gratwanderung gestolpert und abgestürzt,
    mit diversen Brüchen und höllischen Schmerzen am Boden liegend: Schmerzmittel sind jetzt sehr willkommen und sinnvoll!

    Es gibt keine allgemein gültige Grundregel für den Umgang mit Schmerzen.
    Aber der Schmerz gehört zur Sinnlichkeit und zu den Gefühlen mit dazu.
    Wenn wir keinen Schmerz mehr zulassen wollen, werden wir zu Maschinenmenschen.

  43. andersen sagt:

    Leiden ist ein unnötiger Aspekt menschlicher Erfahrung, es ist nicht nur überflüssig, sondern auch sehr unklug.
    Selbstheilungskräfte gibt es nicht und niemand ist gefeilt von Krebs.

    Fragen Sie einfach ein Scientologe und Höomopathfan, was der Unterschied zwischen ein Psychiater und Psychologe ist?
    Und auch was alternative Medizin ist.?
    Sie bekommen kein Antwort-darum finger Weg!

  44. olive sagt:

    @Hypatia

    ht tp://science.orf.at/stories/1638038/

    Überdosis Homöopathie schadet nicht

  45. Marcel Mertz sagt:

    Ueli meier 13. April 2015 um 19:34

    “In der medizin brauchts heute vermutlich mehr schlichtheit, durch reduktion auf das wirklich notwendige. Wieso nicht angepasste medikamente mit weniger breitenwirkung, dafür mit mehr tiefenwirkung?”

    Sehen Sie mal unter den Stichwoertern “personalisierte Medizin”, Individualisierte Medizin” oder “stratifizierte Medizin” nach (z.B. zum Einstieg h ttp://de.wikipedia.org/wiki/Personalisierte_Medizin – etwas ausfuehrlicher das englische Wiki: h ttp://en.wikipedia.org/wiki/Personalized_medicine).

  46. Dr. E. Berndt sagt:

    Wenn ich das Wort Selbstheilungskraft lese, dann ist für mich immer Feuer am Dach und die Esoalarmglocke schrillt.
    Und diese undifferenzierte Betrachtung des “Schmerzes” ist auch ein sicheres Kennzeichen für selbsternannte Experten.

  47. phil barbier sagt:

    @Dr. E. Berndt
    14. April 2015 um 17:02

    “Wenn ich das Wort Selbstheilungskraft lese, dann ist für mich immer Feuer am Dach und die Esoalarmglocke schrillt.”

    Was sind denn durch Sport und Bewegung antrainierte Resistenzen anderes als Selbstheilungskraefte oder das kneippsche Wassertreten oder im weiteren Sinne eine Staerkung des Immunsystems via Impfungen?

    Wieso erkrankt ein ‘Westler’, wenn er in den Tropen die Regel ‘cook it, peal it or leave it’ nicht beachtet?

  48. Hypatia sagt:

    olive am 14. April 2015 um 07:47@ Hypatia am 14. April 2015 um 00:06

    “ich fragte Sie schon danach: was passiert dann? Sie empfahlen ja, eine Überdosis zu nehmen.”

    Keineswegs habe ich empfohlen, eine Überdosis einzunehmen. Ein Verdünnung von 300C bedeutet (1/100)hoch300, wenn ich mich nicht irre.

    Ich habe mir das tatsächlich einmal bestellt in der Apotheke in Form von kleinen Kügelchen (Globuli?). Ich nahm am ersten Tag ein solches Globuli ein, ein einziges, am zweiten Tag wiederholte ich den Vorgang, worauf mir nach etwa einer halben Stunde extrem schlecht wurde. Der Apotheker, dem ich das berichtete, meinte, das sei ganz normal und gehe vorüber, aber ich müsse schon damit rechnen, dass die Übelkeit noch ein paar Tage andauere. . . Am anderen Tag fühlte ich mich jedenfalls soweit wieder in Ordnung, aber ich habe dann keine weiteren Globuli mehr eingenommen, weil ich nicht wollte, dass mir noch einmal so übel wird.

    Wenn hier also behauptet wird, dass derartige Mittel wirkungslos seien, so möchte ich nur einmal empfehlen, dieselbe Erfahrung zu machen, die ich gemacht habe. Diese Mittel haben sehr wohl eine Wirkung, auch wenn sie dafür nach wissenschaftlichem Ermessen unmöglich eine Wirkung haben können. Gerade wenn auch Apotheker, denen man ja eine solide naturwissenschaftliche Basis attestieren kann, von der Wirkung überzeugt sind, sollte man das doch einmal auf einen Selbstversuch ankommen lassen. Das Ergebnis war, was mich betrifft, unmissverständlich.

  49. Marcel Mertz sagt:

    Hypatia 14. April 2015 um 18:03

    Warum sind Sie sich so sicher, dass Sie Ihre Uebelkeit kausal nur und nur auf das Einnehmen der Globuli zurueckfuehren koennen? Vielleicht gab es auch andere moegliche Ursachen dafuer? (Vgl. post hoc ergo propter hoc-Fehlschluss)

  50. Nives sagt:

    @Hypatia

    Wenn ich Sie richtig verstanden haben, wussten Sie bei der Einnahme dieses Kügelchens, dass Ihnen davon angeblich schlecht werden sollte. Wie können Sie ausschliessen, dass es sich bei Ihrer Reaktion nicht um einen Nocebo-Effekt handelte:

    Der Nocebo-Effekt – oft auch als negativer Placebo-Effekt bezeichnet – beruht, wie auch der Placebo-Effekt, unter anderem auf einer bestimmten Erwartungshaltung. Die Erwartungshaltung kann demnach auch unbewusst sein und auf Lernmechanismen wie z. B. Konditionierungen beruhen. So kann beim Patienten die Befürchtung aufgebaut werden, dass bestimmte äußere Einwirkungen „krank machen“.[2] Diese Personen erkranken dann auch tatsächlich, beziehungsweise es können die entsprechenden Symptome bei ihnen beobachtet und auch gemessen werden. Einem anderen gängigen Erklärungsmodell zufolge handelt es sich dabei um eine negative selbsterfüllende Prophezeiung (self-fulfilling prophecy). Zu Auslösern oder Verstärkern gehören u. a. (Fehl-)Diagnosen von Ärzten oder ausführliche Erläuterungen zu möglichen Nebenwirkungen (z. B. bei wissenschaftlichen Studien). (wikipedia)