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Gott ist nicht tot, er verliert nur das christliche Gesicht

Hugo Stamm am Dienstag den 17. Dezember 2013
Ist Glaube genetisch vorprogrammiert? Bild oben: Illustration eines DNS-Strangs. (Reuters)

Ist Glaube genetisch vorprogrammiert? Bild oben: Illustration eines DNS-Strangs. (Reuters)

Die christlichen Kirchen stecken in einer Identitätskrise. Keine zehn Prozent der Bevölkerung besuchen mehr regelmässig einen Gottesdienst, nicht einmal mehr die Hälfte der Schweizer glaubt an einen personalen Gott, wie ihn der christliche Glaube darstellt. Die Religionsforscher sind sich weitgehend einig, dass die Verweltlichung ungebremst fortschreitet. David Voas, einer der bekanntesten Religionssoziologen, geht davon aus, dass institutionelle Religiosität zunächst von einer «unscharfen Religiosität» abgelöst wird und schliesslich in die Religionslosigkeit mündet.

Die modernen Kirchen sind die Konsumtempel der kapitalistischen Warenwelt, die schon fast spirituellen Charakter hat. Das Internet bietet Heimat, auch eine geistige. Man kann es auf den Nenner bringen: Der christliche Glaube will nicht mehr zum modernen Leben passen, das geprägt ist von Wissenschaft, Technik und Materialismus.

Einen ähnlichen Bedeutungsverlust erlitt in den letzten Jahren die Bibel – und somit auch die christliche Heilslehre. Sie strahlt für durchschnittliche Gläubige die Atmosphäre der Zeit vor 2000 Jahren aus. Mit den Grundthemen Schuld, Strafe und Sühne können sie nichts anfangen. Selbst der Himmel hat an Glanz verloren. Die Hölle brauchen wir schon gar nicht, die Klimaerwärmung erleben wir bereits auf der Erde. Das Leben im Diesseits ist schwer genug, da kann ihnen die Erbsünde gestohlen bleiben.

Eine Trendwende ist im 21. Jahrhundert nicht zu erwarten. Dies vor allem aus zwei Gründen: Erstens basieren moderne Gesellschaften nicht mehr auf dem Fundament kirchlicher Traditionen und religiöser Werte. Die aufgeklärte Welt gibt sich lieber den Anschein, sich an der Idee der Menschenrechte und allgemeinen politischen Entwicklungen zu orientieren.

Zweitens schreitet die Individualisierung religiöser Bedürfnisse voran und entfremdet die Menschen weiter von den Kirchen. Gottesdienste mit ihren starren Abläufen wirken für viele verstaubt und langweilig, weshalb der säkularisierte Glaube zunehmend erlebnis- und eventorientierte Formen annimmt. Diese basieren vornehmlich auf eigenen Erfahrungen. Konzerte, Vereins- und Sportanlässe vermitteln nicht nur ein Gemeinschaftsgefühl, sie lassen sich auch als verweltlichte spirituelle Rituale begreifen. So macht der religiöse Pluralismus den christlichen Grosskirchen das spirituelle Monopol streitig, und die Kirchen stehen vor der Situation, sich mit einem Bedeutungsverlust historischen Ausmasses abfinden zu müssen.

Komische Fragen

Für Katholiken wie Protestanten ist besonders schmerzhaft, dass sie vor allem die Jugend aus dem Gesichtsfeld verlieren. Heute erheben grosse Teile der Jungen Anspruch auf persönliches und meist schnelles Glück. In ihrer Konsummentalität wollen sie nicht fürs Jenseits investieren. Hoffen und Glauben, wie es die christliche Heilslehre verlangt, entsprechen nicht ihrer Mentalität. Sie haben genug mit der Gegenwart zu kämpfen und suchen ihre Lebensperspektiven in der Individualität und Selbstverwirklichung. Da bleibt wenig Raum für Transzendentales oder Übersinnliches.

Die erfolgreiche Schweizer Snowboarderin Patrizia Kummer brachte es in einem Zeitungsinterview auf den Punkt. Als sie gefragt wurde, wie sie es mit dem Glauben halte, antwortete sie: «Sie stellen aber komische Fragen.»

Die jungen Generationen entscheiden aber weitgehend über das Schicksal der Kirchen. Wollen diese bei den jungen Leuten wieder punkten, müssen sie sich ihren Bedürfnissen anpassen und in PR- und Marketing-Kategorien denken. Religion müsste eine Marke werden, bei der die jungen Leute auf Facebook ein «like it» setzen könnten. Doch wie wird eine Kirche cool und sexy? Das ist ein Widerspruch in sich. Kirchen können nicht zur Eventagentur mutieren. Dazu steht ihnen die Bibel im Weg. Und das Personal. Geistliche sind oft vergeistigte Personen, die in der Kirche nicht den jovialen Animator geben können. Und wohl auch nicht wollen. Selbst wenn: Sie können aus dem biblischen Adam keinen Justin Bieber oder DJ machen und Eva nicht als Britney Spears oder Miley Cyrus auftreten lassen.

Die kollektive Abkehr von den Kirchen heisst allerdings nicht, dass die religiösen Bedürfnisse verschwunden sind. Vielmehr bewirken Säkularisierung und Individualisierung in den westlichen Ländern ein religiöses Vakuum. Für viele Abtrünnige der Kirchen war Gott nie tot, er hatte nur das christliche Gesicht verloren. Sie flüchteten in eine fernöstliche Spiritualität oder in die Esoterik, die sich als Ersatzreligion anerbot. Laut der Studie «Religionsgemeinschaften, Staat und Gesellschaft» glauben immerhin schon zehn Prozent der Schweizer an alternative Formen der Spiritualität, also an esoterische Phänomene. Zwei- bis dreimal so viele sind von esoterischem Gedankengut infiziert. Somit überflügelt die heterogene Gruppe Esoterikgläubiger zahlenmässig die aktiven gläubigen Katholiken bei weitem.

Der Trend zur Esoterik entspricht auch einer gesamtgesellschaftlichen Entwicklung, weil sie Spiritualität der wirtschaftlichen Dynamik von Angebot und Nachfrage unterwirft. Spiritualität wird so zum Konsumgut transformiert und tritt als Geflecht aus übersinnlichen Versatzstücken in Erscheinung, aus dem sich jeder seinen Glauben nach eigenen Sehnsüchten und Wünschen konstruieren kann. Esoterik ist also keine Religion im Sinn einer Rückbindung, sondern eine spirituelle Plastikwelt. Wer sich vom persönlichen Gott verabschiedet, kann den eigenen Himmel mit beliebig vielen Göttern füllen. Götter, die nicht fordern, sondern als himmlische Dienstboten auftreten.

Esoterik entspricht dem Trend nach Privatisierung des Religiösen, ihre Flexibilität erweist sich als wirtschaftlicher Vorteil. Dieser Markt setzt in Europa denn auch mehrere Milliarden Euro um und wächst aufgrund seiner schieren Grösse und Wendigkeit freudig weiter. Doch die Pseudoreligion vollführt ein riskantes geistiges Experiment: Übersinnliche Heilsvorstellungen fördern den Aberglauben und das magische Denken. Wer überfordert ist, fordert einfache Antworten. Und gegen die Macht des Marktes sind rationale Argumente eine schwache Kraft.

Dennoch wäre es falsch, das Ende des religiösen Zeitalters auszurufen. Die Sehnsucht nach spirituellen und übersinnlichen Phänomenen ist tief in unserem Bewusstsein verankert und scheint eine anthropologische Konstante zu sein. Carl Gustav Jung war überzeugt, dass das menschliche Wesen von Natur aus religiös ist. Der Schweizer Bischof Felix Gmür sagte sogar in einem Interview, der Mensch müsse glauben, um zu leben. Damit hat er zweifellos recht. Wenn er aber denkt, dass wir im christlichen Sinn glauben müssen, hat er die Austrittsstatistiken nicht studiert.

Der Glaube scheint evolutionär bedingt zu sein. Er entstand in der Vorzeit, weil er Vorteile bei der Bewältigung des Lebens brachte. Manche Neurologen verorten den Glauben im Hirn und weisen religiöse Aktivitäten mit Tomografen im Schläfenlappen nach. Glaube ist also Physiologie, ein biochemisch erklärbarer und nachvollziehbarer Vorgang im Hirn. Genetiker entdeckten weiter, dass Gläubige häufig eine bestimmte Variante des VMAT2-Gens auf Chromosom 10 aufweisen. Dieses Gen ist für die Regulierung von Stimmungen und Emotionen zuständig.

Manche Forscher sprechen deshalb von einem «Gottes-Modul» im Hirn und einem «Gottes-Gen» in der menschlichen DNA. Die Fähigkeit, religiös zu glauben, ist also ein menschliches Merkmal schlechthin.

Das Gottes-Gen

Der evolutionäre Vorteil lag früher also darin, dass der gemeinsame Glaube an eine höhere Macht den inneren Zusammenhalt einer Gemeinschaft stärkte. Dies begünstigte die Entwicklung in allen Lebensbereichen bis hin zum Aufbau gesellschaftlicher Strukturen und zur Herstellung von Waffen.

Solche Prägungen lassen sich nicht über Nacht auslöschen. Deshalb lösen sich die spirituellen Bedürfnisse nicht einfach auf. Wer sich von der Kirche abwendet, wird nicht automatisch areligiös. Gott ist nicht tot, er wird nur entmystifiziert. Spirituelle Bedürfnisse werden sich aber von metaphysischen und transzendentalen Inhalten abkoppeln. Menschen mit dem Gottes-Gen brauchen jedoch immer etwas, das über das diesseitige Leben hinausweist.

Die christlichen Kirchen werden in Zukunft vor allem wegen ihrer Präsenz im öffentlichen Raum im Bewusstsein breiter Kreise bleiben. Kirchen prägen in vielen Dörfern und Städten das Ortsbild und rufen uns das religiöse Erbe in Erinnerung. Geburt, Heirat und Tod verbinden wir auch in Zukunft mit religiösen Attributen. Öffentliche Trauer nach Katastrophen wird weiterhin in Kirchen zelebriert. Die christlichen Symbole und Gleichnisse, die eine starke suggestive Kraft entwickeln, sind allgegenwärtig und prägen unser Denken – losgelöst vom spirituellen Ursprung.

Das beste Medium der Kirchen werden aber in Zukunft Ostern und Weihnachten sein. Die Kommerzialisierung der christlichen Feste wird dafür sorgen, dass die Kinder noch lange die Geschichte von der Geburt Jesu im Stall erzählt bekommen und Geschenke einfordern. Kommerzialisierte Spiritualität ist kaum im Sinne von Jesus, aber eine Überlebenschance für die Kirchen.

Der christliche Glaube hat unsere Geschichte geprägt und ist Teil der Menschheitskultur. Das wird so bleiben, weil trotz der Globalisierung keine neue Weltreligion mehr entsteht. Für die christlichen Kirchen bedeutet dies, dass sie die Repräsentanten der kulturhistorisch wichtigsten Glaubenslehre bleiben werden. Museen, die dereinst in historisch wertvollen Kirchen eingerichtet werden, zeugen dann von den mehr oder weniger glanzvollen Epochen der christlichen Kirchen.

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958 Kommentare zu “Gott ist nicht tot, er verliert nur das christliche Gesicht”

  1. Marcel Mertz sagt:

    Rabbi Jussuf 2. Januar 2014 um 12:58

    “Bern ist 2013 die Hauptstadt der Schweiz gewesen”

    Sie haben Recht, ich hätte den Satz besser etwas anders formuliert. Aber auch “Bern war 2013 Hauptstadt der Schweiz” kann so verstanden werden, dass Bern 2014 aufgehört hat, diesen Status zu haben. (Ich wollte aber als Beispiel nicht schreiben “Bern ist Hauptstadt der Schweiz”, weil dann vermutlich gleich Einwände wie “Das könnte in 50 Jahren anders sein” – was natürlich stimmt – gekommen wären, während man wenig dagegen sagen kann, dass rückblickend, 2013, Bern dieser Status zugekommen ist).

    Ungeachtet dessen ist der Satz ja nicht falsch: Bern WAR 2013 Hauptstadt der Schweiz, und strikt betrachtet behauptet der Satz auch gar nicht mehr als das Bestehen dieses Sachverhalts (er behauptet nicht, dass Bern es 2014 nicht mehr ist).

  2. Alienus sagt:

    @Marcel Mertz 02.01.2014 um 12.26

    Dank für Ihre schnelle und „geraffte“ Antwort.
    Auch ich möchte mit einer gewissen Freude an einigen Aussagen zustimmen. Aber, dies nicht negativ gemeint, hier im Blog dürften Sie der einzige studierte Philosoph sein. Als „Liebhaber“ der Philosophie möchte ich betonen, dass die reale Diskussion sicherlich viele Stockwerke tiefer als im unterstellten riesenhohen Elfenbeinturm der professoralen Philosophie abläuft.

    Im realen Leben sollte man aber auch die sog. „Küchen-Philosophie“ anwenden können. Bedingt durch meine Krankheit habe ich vor etlichen Jahren den Zusammenbruch meines Sprachgerüstet erleben „dürfen“. Binnen weniger Tage zubröselte der Wortschatz, Satzbau, Rechschreibung u.a.m. Ironischer Weise begann es beim Schweizer TV, bei welchem die dort benutzte Sprache sich in ein unverständliches Kauderwelsch ( vermeintliches Grischun bei der Tagesschau um 19.30 Uhr!?!) verwandelte. An nächsten Tag der vergleichbare Vorgang im österreichischem Radio und TV und zum Abschluss auch im dt. Medienbereich. Durch den sehr guten Rat eines befreundeten Psycho-Onkels und dem Lesen einer älteren Promotionsschrift über Hermeneutik zu einem speziellen Geschichts-Thema konnte ich somit einen gewissen Neustart mit der Etymologie und Hermeneutik sowie Philosophie im Sprachbereich durchführen. Eine tolle Reise durch zunächst unbekanntes Terrain. Der sprachliche Zusammenbruch erinnerte den Arzt an Ähnlichkeiten beim Morbus Alzheimer. Da haben wir bei der Abfangung und dem Neustart bezüglich der „inneren“ Erkenntnisse und Erfahrungen trotzdem was zum Lachen gehabt. Er hatte viel für seine echten Alzheimer-Patienten gelernt. War dann richtig spaßig, wenn er fragte: Wie ist der momentane Stand des Praktikums beim Dr. Alzheimer! Nun, gewisse seltsame sprachliche Eigenarten scheinen aber sich eingeschlichen zu haben und etliche alte und nicht mehr genützte Wendungen fleuchen mir über die Zunge und schleichen in die Tastatur.

    Noch’n Nachtrag, weil es mich in den Fingerchen doch arg kribbelt:
    Ihre Bemerkung zum Pythagoras. Also diese verdunkelt etwas Ihr Schreiben. Denn man kann nicht ausschließen, dass der gute Pythi zwar den gemeinten Satz von sich natürlich wohl in einem geordneten System in die Mathematik / Geometrie eingebracht hat, aber sein geistiger Blitz durch ein altägyptisches Bauwerkzeug, einen 12-teilig gleichmäßig geknüpften Knotenstrick angeregt wurde. Mit diesem Strick konnten die Baumeister im alten Ägypten neben dem Messen und den Rechnen auch hilfsmäßig einen „rechten Winkel“ konstruieren. Deshalb könnte man doch hier, im Gegensatz zu Ihrer Meinung, einen dinglichen Ansatz aus einer damals realen Welt als Basis zu diesem „Wissen“ eines „rechten Winkels“ des guten alten Pythi sehr gut vorstellen.

    Gute Ideen haben sehr oft eine gute (dingliche) Basis!

  3. Edi Brugger sagt:

    Der Blog hat erfreulicherweise ein Niveau erreicht, auf dem ich Hemmungen habe, mein bescheidenes Wissen zur Schau zu stellen. Ich versuche es trotzdem mit dem ausdrücklichen Hinweis darauf, dass ich für Korrekturen offen bin.

    Die Religion erklärt die kompliziertesten Dinge so dass sie jedes Kind versteht und die Philosophie erklärt die einfachsten Sachverhalte so dass sie kein Mensch mehr versteht.

    Begriffe wie Wissen, Erkenntnis, Erfahrung, Beurteilung sind Ergebnisse eines Prozesses den wir denken nennen.
    Denken heisst, im Gehirn gespeicherte Erfahrung ins Bewusstsein oder Unterbewusstsein zu reproduzieren, neu zu kombinieren und als neue Erfahrung rückzuspeichern. Das setzt voraus, dass wir nur über eigene Sinneserfahrung verfügen können, was natürlich diskutiert werden kann.

    Nach Gerhard Roth (Neurowissenschafter) wird jede Erfahrung mit einem Flag, positiv oder negativ, markiert. (Ich habe das bisher als Lust oder Unlust bezeichnet, woraus sich das PLU (Prinzip von Lust und Unlust) ableiten lässt, als Ursache all unseres Tuns).
    Ich unterscheide zwischen äusserem und innerem Wissen, d.h. alle Erfahrung die irgendein Lebewesen gemacht hat und jener die das betreffende Individuum im Gehirn gespeichert hat. Das Individuum kann NUR innere Erfahrung verarbeiten. Um eine äussere Erfahrung in meinen Denkprozess einbeziehen zu können muss ich sie erst über meine Sinne aufnehmen und nach einem unbekannten Verfahren codieren, und speichern.

    Eine neue Erfahrung hat für mich den Wert Wahr, wenn sie meiner gespeicherten Erfahrung entspricht. Der Denkprozess kann aus einer kleinen Menge Erfahrung schliessen (spontan) oder, je länger er dauert, umso mehr Erfahrung kann einfliessen. Da wir den genauen Ablauf (noch) nicht kennen, wir wissen jedoch aus der Menge neuronaler Verschaltungen, dass es sich um einen enorm komplizierten Prozess handelt, kann das Ergebnis nicht kausal sein sondern muss, wie Katharina bereits erwähnt hat, im stochastischen Bereich liegen. Je nach Funktionsfähigkeit des betr. Gehirns, wir haben nur sehr beschränkte Möglichkeiten Fehlfunktionen grösseren Ausmasses zu erkennen, entspricht das Resultat einer mehr oder weniger grossen Wahrscheinlichkeit, egal ob der/die BesitzerIn Kant, Descartes oder Andersen heisst.

    Jetzt muss ich abbrechen, ich habe noch anderes zu tun.

  4. Alienus sagt:

    @Rabbi Jussuf 02.01.2014 um 12.20

    Lawine losgetreten? Aber nein, ne tolle Welle, über die man toll gleiten kann!

    Hoffentlich erfährt Gott nicht was man hier im Blog so für Zeugs über ihn schreibt!
    Denn seine Rache kann unermässlich sein.

  5. Alienus sagt:

    @Pasionaria 01.01.2014 um 21.16

    Ha-Ha-Halleluja, ……. -luja sag i
    oder
    Wie man sich von den Libis zur Biomimetik hindurchschüttelt
    .

    Hört doch auf mit den globalisierten Libis,
    und diesem vermaledeit-gescheiterten IBIS.

    Darunter fallen ebenfalls die Scientologen,
    man raunt, die ihre Klienten auch belogen.

    Niemals würde man dienen diesen Sekten,
    man werkelt nur bei technischen Projekten.

    Ein Blog-Angefressener hat keine Wahl,
    drum ist man hier – und das ohne Qual.

    Beim Schwachpunkt einer Fahrradstatik,
    gab’s eine Lösung – mit der Biomimetik.

    Der Lösung ward dies der erste Streich,
    das nächste Problem – das folgt sogleich.

  6. Marcel Mertz sagt:

    Alienus 2. Januar 2014 um 13:52

    Wiederum nur kurz, bin leider diese Tage zeitlich sehr eingeschränkt.

    “die reale Diskussion”

    Was genau ist die “reale Diskussion”? Ist die Diskussion im Blog nicht “real”?

    “Deshalb könnte man doch hier, im Gegensatz zu Ihrer Meinung, einen dinglichen Ansatz aus einer damals realen Welt als Basis zu diesem „Wissen“ eines „rechten Winkels“ des guten alten Pythi sehr gut vorstellen.”

    Hier bleibt die Verwechslung von Genesis (Entstehung) und Geltung weiterhin bestehen. Es geht darum, warum der Wissensanspruch eines Satz von Pythagoras ohne “dinglichen Ansatz” überprüft werden kann bzw. wie er ohne empirischen Bezug gerechtfertigt (als wahr erwiesen) werden kann, nicht darum, wie Pythagoras möglicherweise zu seinem Satz gekommen ist.

  7. Marcel Mertz sagt:

    Edi Brugger 2. Januar 2014 um 14:23

    Auch hier nur ein paar kurze Kommentare:

    “Begriffe wie Wissen, Erkenntnis, Erfahrung, Beurteilung sind Ergebnisse eines Prozesses den wir denken nennen.”

    Meinen Sie damit, dass die Begriffsbildung (der Begriffe ‘Wissen’ usw.) Ergebnisse eines Prozesses ist, den wir Denken nennen, oder meinen Sie, dass Wissen, Erkenntnis, Erfahrung, Beurteilung die Ergebnisse eines Prozesses sind, den wir Denken nennen? (Begriff vs. Gegenstand, auf den wir mit dem Begriff verweisen)

    “Eine neue Erfahrung hat für mich den Wert Wahr, wenn sie meiner gespeicherten Erfahrung entspricht.”

    Was soll eine “wahre Erfahrung” genau bedeuten? Der Erfahrungsinhalt kann allenfalls wahr oder falsch sein, wobei ich auch da nicht ganz verstehe, wie man sich das vorstellen muss. Die Erfahrung, geade als Sinneserfahrung, als solche “ist” erst mal einfach, auch dann, wenn es eine Sinnestäuschung ist. (M.E. sind erst Aussagen, die man z.B. auf Basis von Erfahrungen macht, dann wahr oder falsch).

    Wie auch immer: Auch der Ansatz, den Sie hier beschreiben, “versagt” letztlich, die Geltungsebene deutlich zu machen und liefert “nur” eine Beschreibung, wie wir zu Wissen (oder genauer: Erfahrung) kommen, nicht aber eben, ob wir das zurecht als Wissen bezeichnen können. (Dass ich etwas “für mich” als wahr bezeichne und wann ich das tue, ist uninteressant, wenn die Frage jene ist, ob es denn tatsächlich wahr ist, und weshalb das, was ich für wahr halte, zurecht diesen Anspruch erheben kann).

    “Da wir den genauen Ablauf (noch) nicht kennen, wir wissen jedoch aus der Menge neuronaler Verschaltungen, dass es sich um einen enorm komplizierten Prozess handelt, […]”

    Ist jetzt hier mit “Wissen” eine Erfahrung gemeint, bei der jemand für sich sagt, sie sei wahr? Oder würden Sie hier sagen, dass im Satz “wir wissen jedoch aus der Menge neuronaler Verschaltungen” ein objektiverer Anspruch erhoben wird? Und wenn ja, warum ist dieser Anspruch berechtigt?

    “kann das Ergebnis nicht kausal sein sondern muss, wie Katharina bereits erwähnt hat, im stochastischen Bereich liegen”

    “Kausal” ist nicht gleichbedeutend mit “deterministisch”, d.h. auch dort, wo wir nur stochastisch arbeiten können, kann Kausalität vorliegen (sofern es sich nicht nur um Korrelationen zwischen zwei Merkmalen handelt).

    “entspricht das Resultat einer mehr oder weniger grossen Wahrscheinlichkeit,”

    Meinen Sie damit, dass das Resultat (welches genau, also was ist damit z.B. gemeint?) nur mit einer mehr oder weniger großen Wahrscheinlichkeit eintritt (was ich jetzt mal vermute), oder dass das Resultat des Prozesses eine mehr oder weniger große Wahrscheinlichkeit ist (was weniger Sinn ergeben würde)?

  8. Pasionaria sagt:

    Alienus
    auf ….zu einer neuen Genesis
    nichts zu tun mit Moses, dafür mit Mimesis
    Spannend die Verbindung
    Technik mit natürlicher Windung

    Gelingt’s Euch auch, aus einem Esel ein Rennpferd zu machen,
    oder funktionierts nur bei toten Sachen?
    auf den Spuren von da Vinci Ihr euch befindet,
    das Euch jeglichem Dogma entbindet.

    Ein Gebiet mit Zukunft
    abschwörend der grauen Libiszunft
    ehrenwert und hoffentlich mit Erfolg,
    nicht nur bei Insidern, auch beim Volk.

    Für mich unter der Rubrik > Erfindungen
    erzähl, sobald Streich zwei gelungen.