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Patrioten mit höheren Weihen

Hugo Stamm am Samstag den 1. August 2009

Am 1. August prallen politische und intellektuelle Welten aufeinander, dass es – auch ohne Raketen – nur so kracht. Zwar beschwören die Politiker in ihren Reden wirtschaftliche und politische Theorien und Ansichten, doch oft hat man den Eindruck, es gehe in erster Linie um Glauben. Da ist zuerst die eigene Weltanschauung, da sind die eigenen Sehnsüchte und Ängste. Um diese werden dann politische Ideen geschmiedet. Ideen, die zu Glaubenssätzen erstarren. Und mancher Landesvater kommt sich als Guru vor, nur wagt er es nicht, dies zu sagen.

«Wehrt euch, Schweizerinnen und Schweizer», appelliert SVP-Präsident Toni Brunner in einem ganzseitigen Inserat. Bundesrat und Parlament hätten die Schweiz an den Abgrund manövriert. Die SVP werde sich dagegen wehren, dass die Schweiz untergehe.

Die Schweizer würden immer stärker zur Kasse gebeten, behauptet Brunner. Mitten in der Krise werde die Mehrwertsteuer auf acht Prozent erhöht. Ob diese Erhöhung tatsächlich erfolgen wird, steht noch in den Sternen, denn darüber werden wir am 27. September abstimmen. Weitere Aussagen von Brunner sind falsch. Es geht dabei nur um eine befristete Erhöhung der Mehrwertsteuer von 0,4 Prozent – für die Sanierung der IV. Auch dass die Erhöhung mitten in der Krise erfolgt, entspricht nicht den Tatsachen. Gerade wegen der Krise haben Bundesrat und Parlament die Erhöhung auf das Jahr 2011 vertagt. Und woher hat Brunner die gewissheit, dass wir dann immer noch in der Krise stecken?

Der SVP-Parteipräsident stellt zudem alle 300 000 IV-Rentner unter Generalverdacht. Seiner Meinung nach wird die Invalidenversicherung von IV-Betrügern systematisch ausgehöhlt. Der grösste Teil der unrechtmässig ausbezahlten Leistungen entfällt jedoch auf Fehler der Versicherung und nicht auf Betrügereien. Das hat eine Studie aus dem letzten Jahr gezeigt.

Auch sonst verteufelt Brunner die Schweiz. Die Familien würden abgeschafft, die Tore für Flüchtlinge und ausländische Sozialhilfebezüger weit geöffnet, das «Freiheitsrecht» Bankkundengeheimnis geschleift, die Landwirtschaft geopfert, die Neutralität unterlaufen und die Kinder von Bildungsbürokraten verformt. Es scheint fast, als rede Brunner die Schweiz bewusst und mit Lustgewinn in den Abgrund. Dann könnten er, Blocher und seine SVP noch wirksamer als Retter der Schweiz auftreten und in allen Gremien die angestrebte Mehrheit erreichen.

Apropos Blocher: Der abgewählte Bundesrat, der sich in der Pose des Messias gefällt, hat in einer Ansprache zum 1. August gar zum Widerstand aufgerufen. Wie vor 718 Jahren müsse man jetzt auch den USA und der EU klar machen: «Wir wollen unabhängig sein». Er warnt, die Grossmächte wollten an unser Eingemachtes, als gehörten EU und USA zur Achse des Bösen.

Die USA verlangten die vom Schweizer Recht geschützten Konto-Daten, die EU eine Anpassung der Schweizer Steuergesetze. «Dem sagt man Wirtschaftskrieg», sagte Blocher. Wenn es so weitergehe, werde es gefährlich. Wie man sich dann zu verhalten habe, könne man in der Geburtsstunde der Schweiz lernen. Auch damals habe man sich anpassen oder Widerstand leisten können. Und wie damals im Schwur müsse auch heute entschieden klargestellt werden: «Wir wollen unabhängig sein».

In die gleiche Kerbe schlug auch Ueli Maurer. Als Bundesrat musste er aber seine Ideen in etwas sanftere Chiffren packen. Die Schweiz gebe der Welt einen «permanenten Freiheitsimpuls», erklärte Maurer. Er rief dazu auf, den Kritikern und Neidern selbstbewusst entgegenzutreten. Den «Sonderfall Schweiz» könne nur kritisieren, wer die erzwungene Einheit der gewachsenen Vielfalt vorziehe, sagte der Bundesrat.

«Unsere Freiheit provoziert alle, die ihr Staatswesen weniger freiheitlich ausgestalten – früher die Fürsten, heute die Bürokraten», betonte Maurer. Die jüngsten Reaktionen in London, Brüssel oder Berlin seien nur das «Echo auf verwirklichte Freiheit».

Ausländer überwiesen ihre Vermögen in die Schweiz und ausländische Unternehmen verlegten ihren Sitz zu uns. Das bedeute, dass das schweizerische System besser und wettbewerbsfähiger sei. Dies solle allen bewusst sein, deren «Politik gegenüber der Schweiz von Neid» getrieben sei und die mit einem «Wirtschaftskrieg» erreichen wollten, was sie im friedlichen und freien Wettbewerb nicht erreichen würden. Die Schweiz gebe als kleines Land der Welt ideell, materiel und humanitär viel.

Als Kontrast eine Stellungnahme zum 1. August des Club Helvétique um Roger de Weck. Es sei ein Paradox, heisst es dort. Je enger die Beziehungen zur EU, desto grösser die innere Distanz vieler Schweizerinnen und Schweizer. „Die Feindschaft zu einem Freund verspannt immer mehr unser Land. Eine starke EU ist gut für die Schweiz. Eine Schweiz, die sich einbringt, ist gut für die EU.“

Noch nie habe die Schweiz einen so guten und friedlichen Nachbarn gehabt wie die EU: „Sie verleiht unserem Kontinent Stabilität.“ Ausserdem werde der demütige „autonome Nachvollzug“ von EU-Beschlüssen jetzt immer mehr zum „automatischen Nachvollzug“. Deshalb würde die Schweiz als EU-Mitglied freier als im Alleingang.

Ich wünsche allen einen grossen Cervelat und farbige Raketen. Hugo Stamm

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1.420 Kommentare zu “Patrioten mit höheren Weihen”

  1. Moria sagt:

    Heidi Reiff
    …….schenken wir uns Blumen während des Lebens, auf den Gräbern sind sie vergebens.
    Wenn Sie mir ihre Adresse angeben, wäre es mir ein Vergnügen, dies auf der Stelle zu praktizieren!!

    Manchmal frage ich mich, wo ich weniger Herr (oder Frau?) meiner Gedanken bin – im Schlaf oder im Wachzustand?

  2. heidi reiff sagt:

    @ Moria

    Danke für Ihr Angebot. : – ) . Meine Lieblingsblumen sind Vergissmeinnicht (merksch öppis) und Lilaflieder. Gebe Ihnen gerne meine Adresse per email bekannt. Muss mich etwas schützen, weiss nicht ob ich in meinem fortgeschrittenen Alter noch fähig bin, einen Blumenladen zu eröffnen . : – )

    Eine Frage an Sie, können Sie Ihre Gedanken im Schlafzustand kontrollieren? Bin froh, wenn ich erwache , dass meine Albträume vorbei sind. Viele Menschen erzählen mir, dass sie Albträume haben, von Traumdeutung halte ich Null und Nichts. Auch von diesen Tests und Studien nichts, die ständig pupliziert werden mit Studenten auf allen Ebenen, seien es Träume, Psychopharmaka oder was auch immer. Auch Statistiken sind manipulierbar. Wenn wir uns entscheiden in die Offensive zu gehen haben die Aasgeier aus div. Ecken weniger Chance, die Menschen auszubeuten. Der Mensch trägt ja selbst die Verantwortung ob er Mitläufer sein will. Gibt sich der Mensch nach wie vor hin als Versuchskaninchen ?

  3. nobody sagt:

    @Moria ich nehme an, hier hat dein auge gezwinkert.

    an geduld soll es mir nicht fehlen. irgendwann müssten die 3000 leser doch aufwachen und das grosse blogrätsel aufgelöst werden. falls e_cht war und nicht bereits als fata morgana vom cyberspace eingespielt wurde, mache ich mir jedoch etwas sorgen um das grosse leichte schwergewicht. ich bin zu weit weg um es zu besuchen und mit e_mail ist mir die gefahr von missverständnissen zu gross, hr.

  4. swisswulf sagt:

    @Oliva

    Ed io ho lavorato a Orglio Il mio ristorante preverito era l’ ristorante al lago. e lavorato ho alla scuderia Hubertus. So andato pure spesso pescare al lago die Origlio. Quanto é piccolo il moino…..

  5. Moria sagt:

    Nobody
    …….ist nicht der Blog die grosse Quelle vieler Missverständnisse?
    Es darf nochmals gezwinkert werden.

    Heidi Reiff
    zwar ist nicht die Saison für Vergissmeinnicht (ist zwar ganzjährlich…..nötig!) oder für Lilaflieder – aber trotzdem:
    moriakoka@hotmail.com

  6. Olive sagt:

    @Volpe

    “alla scuderia Hubertus.”

    ma in quale funzione hai lavorato da Otto Nägeli? Come mai, perché anche noi abbiamo lavorato li per due anni ( mio ex ed’io). Anche a me piaceva il “al Lago”, e stato il piu romantico :-[ , il migliore invece per mangiare era “Oxalis” a Ponte capriasca.
    Sono proprio sorpresa e confusa, scusa.

  7. Olive sagt:

    @Swisswulf

    scusa, vedi, sono confusa al massimo, che ti chiamo Volpe..

  8. swisswulf sagt:

    @Oliva

    Incredibile..odio sto “Otti”. Tratta male i cavalli, non ha competeza sociale…Ho lavorato piu die due annii da loro. Céra ancora il vecchio Nägeli, e la sua Moglie. Lui dievenatava cieco a causa d’ una malatia sanguinale. lostesso montava ancora cavalli nell maneggio. Il Junior invece era troppo durop sulla mano con i cavalli (secondo me) .

    Fammii un mail cosi di do un paio di nomi da clienti, nomi di cavalli (alla Pupette, Ali, Djambo, ect) …

    swisswulf@gmx.ch

  9. swisswulf sagt:

    @Oliva

    Son sicuro ché ci conosciamo…

  10. E wie Ernst sagt:

    @ Eric
    “Spannend finde ich, dass sie von “Meister” schreiben. Heisst Guru nicht eher “Lehrer”?
    Oder gibts für Sie keinen Unterschied zwischen einem Meister und einem Lehrer? ”

    Ein Meister kann auch ein Lehrer sein, Ihre eingleisige Denkweise spricht für sich.

    Herr Professor Kai Rössler hat sich trotz seines naturwissenschaftlichen Hintergrundes in seinem Spezialgebiet von einem Zimmermädchen wie ein Schulbub vorführen lassen.
    Bei Jemandem, der etwas weiter denken kann, könnten bei solchen Geschichten Zweifel aufkommen, wie objektiv Naturwissenschaften tatsächlich sind, und dass auch dort zuweilen der gesunde Menschenverstand arg, in diesem Falle vielleicht sogar sträflich, vernachlässigt wird.

    http://www.blick.ch/news/schweiz/simulantin-konnte-alles-nur-der-iv-gutachter-merkte-nichts-126271

    @ swisswulf

    Ich bin heute einer von Dreien, welchen Sie auf Ihre joviale Art und Weise daraufhiweisen, dass ich mich in diesen Blog verirrt habe.

    Dadurch drängt sich mir der Verdacht auf, dass Sie sich hier mit uns nicht so wohl fühlen.
    Deshalb ist es aus Ihrer Sicht sicher auch gerechtfertigt, dass Sie uns auf den Ausgang verweisen.
    Das wiederum Swisswulf nennt man Mobbing
    Mobbing und nicht anders.

  11. Steini sagt:

    Herr Stamm, machen Sie doch mal einen Bericht über die sektiererischen Linken, welche in Blocher “den Teufel” sehen und die SVP für alles Unheil auf dieser Welt verantwortlich machen…

  12. tschu sagt:

    herr stamm,menschen wie sie,machen die schweiz kaputt,ihre sticheleien zeigen mir,dass sie sich wie ein dummer junge aufführen,ich mag das nicht und nach ihnen sollten allle es nicht mögen.sie machen das gleiche wie die scientologen,sie probieren uns zu suggestieren,die welt der SVP ist schlecht,nur die linken und sie, sind die auserwählten menschen,die uns den rechten weg zeigen.für mich sind sie ein guter schlechtmensch,angesteckt von der sekte links und haben hassen gelernt,nicht gut für ihre gesundheit

  13. resaleugg sagt:

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