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Zensur eines Gläubigen?

Hugo Stamm am Dienstag den 7. Februar 2006

Lukas Schmid zweifelt in seinem Beitrag meine religiöse Unabhängigkeit an. Er schreibt:

„Wenn Du wirklich ein Unparteiischer wärst, dann wärst Du sicher ein guter ‚Konsumentenschützer in Religionsfragen’. Aber Du hast ja auch eine Glaubensüberzeugung, wie ich mal in einem Fernseh-Interview erfahren habe.“

Ich möchte in diesem Blog eigentlich nicht über mich schreiben, sondern die Diskussion zu Sachfragen anstossen. Da aber die wildesten Gerüchte über mich kursieren, scheint es mir sinnvoll, Missverständnisse auszuräumen, welche den Dialog behindern könnten.

Zuerst vielleicht zu einem – eher lustigen – Gerücht: Ich sei früher einmal Scientologe gewesen, wollen gewisse Kreise wissen. Meine Intelligenz habe aber nicht ausgereicht, um die komplexe Materie von Scientology-Gründer Ron Hubbard zu verstehen. Aus Frustration und Rache würde ich nun Scientology bekämpfen …

Erstens war ich nie Scientologe, zweitens waren weder ich noch Bekannte oder Verwandte von mir in einer vereinnahmenden Bewegung und drittens kämpfe ich nicht, sondern versuche, mit Hilfe des Wortes aufzuklären.

Weiter kann ich Lukas Schmid beruhigen: Ich gehöre keiner religiösen Gemeinschaft (auch keiner Landeskirche) an, besuche keine Gottesdienste, keine spirituellen Rituale, keine Workshops (ausser zu Recherchezwecken), praktiziere keinen bestimmten Glauben. Ich darf mich deshalb als unabhängig bezeichnen. Ich werde oft gefragt, ob ich denn den Lesern nicht eine sinnvolle Glaubensgemeinschaft empfehlen könne. Das tu ich nie. Oft wirft man mir auch vor, ich sei ein „Sektenguru“. Gurus haben eine klare spirituelle Botschaft, ich nicht. Ich predige höchstens die individuelle Freiheit, die jeder für sich selbst suchen muss.

Bei Fernsehdiskussionen werde ich oft gefragt, an was ich denn glaube. Wenn ich erkläre, es gehe nicht um meinen Glauben, wirkt es so, als habe ich etwas zu verbergen oder weiche einer wichtigen Frage aus. So sage ich manchmal widerwillig, dass wir Menschen spirituelle oder religiöse Wesen seien und dass ich mich auch mit der Frage nach Gott auseinandersetze. Dies wird dann oft so ausgelegt, dass ich im engeren Sinn gläubig sei.

Noch etwas zum Blog: Ein Diskussionsteilnehmer schreibt, die Beiträge würden zensuriert. Ich möchte betonen, dass dies nicht der Fall ist. Wir behalten uns einzig vor, Beiträge nicht ins Netz zu stellen, die ehrverletzende Äusserungen über Glaubensgemeinschaften oder Personen enthalten.

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