Warum die Frauen wieder streiken

Streikende Frauen und einzelne Männer vor dem Reformationsdenkmal in Genf am 14. Juni 1991. Foto: Keystone

Am 14. Juni 1991 war die Schweiz pink. In den verschiedensten Lilatönen gekleidet gingen Hunderttausende von Frauen landesweit auf die Strassen. Ihre Forderung: den Gleichstellungsartikel, der seit zehn Jahren in der Bundesverfassung verankert war, endlich umzusetzen.

Die Idee für einen landesweiten Streik stammt aus dem Jura, dem Vallée de Joux. Arbeiterinnen in der Uhrenindustrie empörten sich dort über die Niedriglohnpolitik und die ungleichen Löhne zwischen Mann und Frau in ihrer Branche. Christiane Brunner, damals Zentralsekretärin des Schweizerischen Metall- und Uhrenarbeiterinnenverbands, trug die Idee zum Streik in die Führungsgremien der Gewerkschaft. Trotz einiger skeptischer Kollegen gelang es ihr, den Antrag durchzusetzen. Im Herbst 1990 war es beschlossene Sache: am 14. Juni 1991 steht alles still.

Über fünfzig lokale Streikkomitees sind im Vorfeld entstanden. Neben Gewerkschaftsfunktionärinnen haben sich die meisten Frauenorganisationen an den Vorbereitungen beteiligt. Die grosse Ausnahme ist der Bund Schweizerischer Frauenvereine geblieben. Am Streik selber nehmen Frauen (und auch Männer) unterschiedlichster Herkunft, sozialem Status und Alters teil. Sie veranstalten Protestaktionen, bieten Streikküchen und Kinderhütedienste an.

«Fifty-Fifty statt Sixty-Nine»

Allein in Zürich sind es rund 15’000 Protestierende, die im Sternmarsch Richtung Helvetiaplatz schreiten. Mit Transparenten wie «Frauenquote! Fifty-Fifty statt Sixty-Nine» oder «Frauen wollen Taten sehen» fordern sie zum Handeln auf. Neben ihrer Hauptforderung, den Gleichstellungsartikel endlich gesetzlich zu verankern, verlangen die Streikenden konkret: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit, mehr Frauen in Führungspositionen und die Anerkennung der Hausfrauenarbeit.

Zahlenmässig ist die Protestaktion ein voller Erfolg. Doch wie sieht es mit der Resonanz des Streiks aus? Im unmittelbaren Nachgang des Streiks versuchen die Medien krampfhaft dessen Entpolitisierung. Es sei kein Streik gewesen, sondern ein grosses Volksfest, witzeln sie.

Auf erste Erfolge folgte zu wenig

Unmittelbar gelang es den Frauen insbesondere durch den Frauenstreik, Netzwerke aufzubauen und politisch zu mobilisieren. Dies kam ihnen zwei Jahre später bei der Nichtwahl von Christiane Brunner in den Bundesrat zugute. Spontan mobilisierten die Frauen eine überzeugende Protestbewegung. Eine Woche später sahen sich die Bürgerlichen gezwungen, Ruth Dreifuss in den Bundesrat zu wählen. 1996 erliessen die eidgenössischen Räte endlich das Gleichstellungsgesetz, das verbindliche Regeln für die Umsetzung des Gleichstellungsartikels enthielt.

Der Grossteil der Forderungen jedoch, für die die Frauen damals lauthals auf die Strasse gingen, sind bis heute nicht umgesetzt. Neben der Lohndiskriminierung sind Frauen weiterhin in Führungspositionen stark untervertreten, typische Frauenberufe sind noch immer deutlich unterbezahlt. Auch die Betreuungs-, Pflege- Sorge- und Beziehungsarbeit ist als unbezahlte Arbeit weiterhin mit nachteiligen finanziellen Folgen verbunden. Und diese Care-Arbeit ist nach wie vor mehrheitlich Frauenarbeit.

Grund genug für die Gewerkschaften, erneut zu einem «Frauen*streiktag» aufzurufen. Am 14. Juni 2019 steht, wenn Frau will, alles still.

Lesen Sie zum Thema auch die folgenden Postings:

Über die Autorinnen: Mirjam Janett ist Historikerin und promoviert an der Universität Basel. Jessica Meister arbeitet für die Rechtsquellenstiftung des Schweizerischen Juristenvereins. Beide sind Mitglieder des Vereins Frauenstadtrundgang Zürich.

38 Kommentare zu «Warum die Frauen wieder streiken»

  • fabian sagt:

    Habe heute eine Mitteilung der Pensionskasse PTV gelesen. Obwohl Frauen 1 Jahr weniger lang arbeiten (und einzahlen) und 4-5 Jahre länger leben, hat diese Pensionskasse einen Umwandlungssatz der Frauen, der 0.3 % höher ist als jener der Männer.

    http://www.ptv.ch/documents/Zusatzinformationen_zum_Umwandlungssatz.pdf

    Männer werden grad dreifach beschissen: länger arbeiten, weniger Rente erhalten, weniger lange Rente beziehen.

    Das tragische an diesen systematischen Männerdiskriminierungen ist ja, dass die Medien und die Politik sie konsequent leugnen, und dafür von den privilegierten Männern reden. Als Mann habe ich es langsam wirklich satt: Lieber die Sozialsysteme konsequent einsparen, als mich weiterhin so verarschen lassen.

    • Thomas Baumann sagt:

      Sie haben schon recht, Fabian. Das gleiche gilt auch fuer Frank weiter unten. Die Gesetzgebung ist derzeit ziemlich klar maennerdiskriminierend. Aber Jammern hilft da tatsaechlich nichts. Natuerlich aendern Maenner deswegen ihr bereits ihr Verhalten: Pensionskasse ist nicht mehr so attraktiv, selber vorsorgen schon eher. Eine Niedriglohnverdienerin als Freundin – sorry, mit dem neuen Unterhaltsrecht halt keine so gute Idee mehr. (Schlimm, dass ich jetzt Menschen wegen dieser dummen Gesetze diskriminieren muss, aber irgendwie muss man sein Vermoegen und seine Zukunftsperspektiven ja schuetzen.) Statt arbeiten, mehr Zeit mit den Kindern zu verbringen – manche Feministin nicht so erfreut sein, wenn der Mann tatsaechlich zu Hause bleiben will…

  • Frank sagt:

    Finde es schön, richtig und gut, dass sich nach 50 Jahren Feminismus die Männerrechtler melden, und auch mal darauf hinweisen, dass die ganze Mär von den privilegierten Männern schlicht eine einseitige Verdrehung der Tatsachen ist.

    Es wäre langsam an der Zeit, wenn sich auch die Medien von ihrem einseitigen Bild lösen, und sich nebst den Frauendiskriminierungen auch den Männerdiskriminierungen in unserem Land widmen. Davon gibts genug.

    • LFeldmann sagt:

      @Frank: Männerdiskriminierung müsste in einigen Bereichen stärker bekämpft werden. Männer sind aber in einer guten Position, um sich für ihre Rechte einzusetzen. Frage ist bloss, weshalb sie es nicht tun. Immerhin finden sie viel bessere juristische Umstände vor als Frauen vor 30 Jahren. Sehr oft bleibt es aber nur beim Jammern (wie auch einige Kommentare hier beweisen). Seltsamerweise sind gerade die Medien, von denen Sie schreiben, weltweit in männlichen Händen. Warum also bekämpfen Männer andere Männer so stark? Persönlich bin ich immer wieder überrascht über die eiskalte Gleichgültigkeit, mit der Männer andere Männer behandeln. Aber dann, wenn es darauf ankäme, die Umstände zu verbessern, sind viele Männer nur allzu schnell bereit, Frauen die Schuld an der eigenen Misere geben.

      • Frank sagt:

        Frau Feldmann, das ist ein cleverer feministischer Schachzug, Männer die sich wehren, als Jammeris darzustellen. Dann muss man sich nicht mit den Argumenten befassen. Ist das eine typische weibliche Eigenschaft, die präventive Herabwürdigung von Männern?

        Zu den Medien: Die Mehrheit der wichtigsten Medienimperien in Deutschland sind nicht in den Händen von Männern, sondern von Frauen. 3 Konzerne besitzen fast alle wichtigen Deutschen Medien (Zeitungen, Zeitschriften, Medien)
        a) Springer-Verlag (Friede Springer)
        b) Mohn-Bertelsmann (Liz Mohn, Brigitte Mohn, Christoph Mohn)
        c) Hubert Burda (Hubert Burda und die Kinder Elisabeth und Jacob Burda)

        Informieren ist halt etwas anstrengender als behaupten.

      • LFeldmann sagt:

        Nein, es ist kein „cleverer feministischer Schachzug“, sondern leider eine Tatsache, dass sich viele Männer beschweren, aber dann nichts machen, um die Lage zu verbessern. Dagegen gibt es natürlich auch Männer, die tatsächlich etwas für sich und andere tun, wie z. B. Anwälte, die Männer über ihre Rechte aufklären, oder Chefs, die sich für ihre Mitarbeiter einsetzen. Was die Medien angeht, so habe ich „weltweit“ geschrieben. Lesen ist offenbar auch anstrengender als behaupten. Was die männliche Dominanz in den Medien angeht, das Institut für Medien- und Kommunikationspolitik hat eine Website mit Angaben zu CEOs und Management in den weltweit 50 grössten Medienkonzernen.

      • Frank sagt:

        @Feldmann, Genderstudies werden unter Wissenschaftlern auch „Grievance Studies“ genannt, als Jammerstudien.

        Es gibt weltweit hunderte solcher Lehrstühle, die Unmengen von Papier produzieren (Lesetip zum Einstieg: Stichwort Pluckrose).

        Sie aber bezeichnen Männerrechtler, die relevante Infos über Benachteiligung von Männern in den Medien publikmachen (notabende unbezahlt, ohne Steuergelder finanziert), als Jammeri.

        Ich finde: Was den Frauen mit ihren Genderlehrstühlen billig ist, kann den Männern nur recht sein: Informieren, aufdecken, kundtun.

  • Thomas Baumann sagt:

    Ja, Frauen, streikt! Aber richtig – alle grossen Streiks der Geschichte haben monate- oder jahrelang gedauert. Ein einzelner Tag ist ja kaum ein Warnstreik – und dabei schielt ihr erst noch mit beiden Augen auf den Staat, der fuer euch die Kohlen aus dem Feuer holen soll.
    Sex-, Gebaer-, Putz-, Kochstreik. Frauen, ihre seid frei, lebt eure Freiheit wo und wie ihr wollt!
    Wenn ihr nicht genug Lohn bekommt, dann gruendet eigene Firmen, Frauen-Kooperativen, usw. Ein richtiger Mann geht nicht zu einem Hungerlohn arbeiten – eine richtige Frau auch nicht. Ihr seid schliesslich starke Frauen.
    Oder habt ihr es euch vielleicht so bequem in der Haengematte des Patriarchats gemacht, dass ihr bloss noch die Kraft habt, nach dem Staat zu rufen und euch nicht mehr selbst zu helfen wisst?

  • Hans D. sagt:

    Wenn hier ein paar Kommentierende die immer gleichen Argumenten bemühen, um zu behaupten die eigentliche Diskriminerung gelte den Männern, dann beweisen sie damit nur, dass sie sich beim Argumentarium der Männerrechtler bedienen, die auf diese Weise seit vielen Jahren den Diskurs verdrehen und vergiften. Strukturelle Formen der Diskriminierung werden dabei ebenso ausgeklammert, wie die Themen unbezahlte Care Arbeit und Gewalt, von denen Frauen massiv betroffen sind. Erstens handelt sich nicht um einen Wettbewerb, welches Geschlecht stärker diskriminiert wird. Zweitens ist Gleichberechtigung das eigentliche Ziel des Feminismus.
    Der Frauenstreik verdient somit unsere uneingeschränkte Solidarität, und es formieren sich Gruppen von solidarischen Männern, um konkrete Unterstützung anzubieten.

    • Frank sagt:

      @Hans D., Gleichberechtigung ist nicht das Ziel des Feminismus. Sondern die Besserstellung der Frauen. Wieso sonst käme es, dass es ausgerechnet die Feministinnen sind, die gleiches Rentenalter am energischsten bekämpfen? Legendär auch, wie Feministin Sommaruga in ihrer Funktion als Bundesrätin versucht hat, das gemeinsame Sorgerecht zu blockieren.

      Nein, „Hans D.“, Gleichstellung erreicht nur, wer diesen männerverachtenden Feminismus überwindet. Diesen Feminismus, der dauernd versucht zu leugnen, dass die Diskriminierung oder Benachteiligung von Männern überhaupt existiert.

      • Hans D. sagt:

        Soweit der Strohmann. Wird übrigens durch Widerholung nicht wahrer.
        Quelle Wikipedia: „Feminismus […] ist ein Oberbegriff für gesellschaftliche, politische und akademische Strömungen und soziale Bewegungen, die, basierend auf der kritischen Analyse von Geschlechterordnungen, für Gleichberechtigung, Menschenwürde und Selbstbestimmung aller Menschen jeglichen Geschlechts sowie gegen Sexismus eintreten und diese Ziele durch entsprechende Maßnahmen umzusetzen versuchen.“

    • Thomas Baumann sagt:

      Ich glaube Ihnen gerne, dass Gleichberechtigung das eigentliche Ziel des Feminismus sei. Er ist damit nicht alleine. Auch Sozialismus, Kommunismus und weitere -ismen hatten ja alle sehr hehre Ziele. In der Realitaet sah es dann leider etwas anders aus. Siehe zum Beispiel Nordkorea, wo die Menschen immer noch (ver)hungern. Darum kann man nicht einfach sagen: Das Ziel an sich ist hehr – Ende der Debatte.
      Und noch etwas Historisches: Die Arbeiterbewegung wollte seinerzeit nichts von solidarischen Kapitalisten wissen (bringen Sie mir jetzt bitte nicht den Engels) – warum glauben Sie denn jetzt, dass die Feministinnen der Unterstuetzung „solidarischer Maenner“ beduerfen? Lassen Sie doch die Frauen ihr Ding einmal ohne maennliche Einmischung durchziehen! Sind ja starke Frauen.

    • Claudi sagt:

      Gerade aktuell ist ein Beitrag in der Zeit über die Care Arbeit von Frauen. Eine Studie hätte rausgefunden, dass Frauen täglich 4.5h unbezahlt arbeiten, etwa wenn sie ihren Haushalt erledigen. Wieviel Männer unbezahlt arbeiten, untersucht die Studie natürlich nicht. Wir sind ja auch erst im Jahr 2019.

      https://www.zeit.de/arbeit/2019-05/arbeitsteilung-frauen-unbezahlte-arbeit-gleichberechtigung-haushalt-kinderbetreuung?utm_source=pocket-newtab

      Bemerkenswert die vielen Kommentare unter dem Artikel, die sich sehr kritisch zu dieser Art von einseitigen Studien äussern (sofern sie denn nicht gelöscht worden sind, weil sie eine der Zeit nicht genehme Meinung vertreten).

  • Stefan W. sagt:

    Ich verstehe die Debatte vom Lohnunterschied immer noch nicht. Wenn eine Krankenschwester schlechter bezahlt wird, als ein gleich qualifizierter Pfleger, dann ist das m.E. ein Fall fürs Gericht. Wenn aber ein Kranführer besser bezahlt wird, als eine Kindergärtnerin, dann steht es der Kindergärtnerin ja frei, Kranführerin zu lernen. Dass „Frauenberufe“ schlechter bezahlt werden, als „Männerberufe“ liegt ausschliesslich daran, dass man offenbar noch genügend Frauen findet, die bereit sind, für diesen Lohn in diesen Beruf zu arbeiten. Aber das tun sie doch irgendwie freiwillig, nicht? Oder gibt es irgendein Gesetz, das es Frauen verbietet, in besser bezahlten Branchen zu arbeiten?

    • Lukas O. Bendel sagt:

      Seit Jahren ist bekannt, dass die jungen Frauen Ihre Lehrstellen fast ausschliesslich aus drei Berufsgruppen auswählen. Schon vor Jahrzehnten beklagte der KV Zürich, dass Frauen weniger gut vorbereitet und entschieden in Lohnverhandlungen einsteigen. Und das Gleichstellungsgesetz gibt den Frauen das Recht eine Zivilklage wegen Lohndiskriminierung einzureichen und dabei der Gegenpartei die Gegen-Beweispflicht aufzuerlegen – und doch gibt es fast keine Verurteilungen von Arbeitgebern.
      Die angebliche Lohndiskriminierung ist schon längst widerlegt – aber was kümmern heute Fakten!

  • Yves Mojon sagt:

    Claudi, Ideologien sind stets Verallgemeinerungen. Nie passt es pauschal für alle. Was zB mit Männern, die gleich viel oder weniger verdienen als Frauen? Rentenalter auch 64?
    Was mit allen Alleinstehenden ohne Betreuungsaufgaben? Dienstpflicht hier auch für Frauen? Dafür keine Dienstpflicht für Väter, die ihre Kinder betreuen?
    Gleichstellung ist nicht ein schönes Wort, sondern eine Aufgabe für uns alle.
    Über den eigenen Schatten zu springen, ist auch schon ein Schritt dazu.

  • Lukas O. Bendel sagt:

    Die lilafarbene Brille der Autorinnen zeigt sich schon daran, dass sie meinen der Frauenstreiktag 1991 sei ein Erfolg gewesen: weder stand die Wirtschaft still (und geriet unter Druck), noch geriet die Politik wirklich unter Druck (die Wahl von R. Dreifuss hatte dann doch zwingendere Gründe), noch beteiligte sich auch nur annähernd eine Mehrheit der Frauen daran (15’000 in der Stadt Zürich sind recht mager – und ein Teil davon waren ja Männer und Kinder).
    Das einzige effektive Ergebnis davon war das Gleichstellungsgesetz, welches Klägerinnen zivilrechtsgrundsatzwidrige Beweiserbringungsbefreiungen brachte – und Jahre später die Erkenntnis, dass mangels Verurteilungen von Firmen wegen Lohndiskriminierung wohl nicht so viel am Vorwurf dran ist.

  • Werner sagt:

    Was hat denn ein Streik, bei dem nur die Hälfte der Arbeitenden mitmachen darf, mit Gleichberechtigung zu tun?

    Aber Männer sollen gefälligst arbeiten – immer – und besonders dann, wenn Frauen keine Lust dazu haben.

    Diese Frage, ganz abgesehen davon, dass ich grundsätzlich gegen Streik bin – das ist ein weiteres Problem, keine Lösung und es nützt sowieso nichts. Wenn ich einen Arbeitsvertrag unterschrieben habe, dann halte ich mich dran, oder kündige.

  • Leo Klaus sagt:

    Ich hoffe, dass sehr viele Frauen an diesem Streik teilnehmen – junge und alte, quer durchs Band und Land. Wobei einen Streiktag kann die Wirtschaft und die Politik kaum in die Knie zwingen. Ich haette mir eine ganze Streikwoche gewuenscht.

    • Cédric Ruckstuhl sagt:

      @Klaus Leo
      Heisst eigentlich Frauenstreik auch, dass es an diesem Tag keinen Sex gibt? Und ist es Frauenstreikbruch, wenn an diesem Tag Greta Thunfisch für das Klima streikt, also ihrem Business nachgeht?

      • sepp z. sagt:

        @Ruckstuhl, die feministische Idee, dass Sex als Zahlungsmittel der Frau gebraucht wird und eingefordert werden muss, suggeriert, dass nur Männer Spass an Sex hätten, und die Frau nicht. Manchmal sind diese feministischen Fantasien noch altbackener und konservativer als traditionelle Rollenbilder…

      • Cédric Ruckstuhl sagt:

        @Sepp Z.
        Ja, da haben Sie Recht. Aus Sicht einer Feminstin geht das wahrscheinlich durchaus auf. Wenn man sich Feministinnen so anschaut, kann man sich ja echt nicht vorstellen, dass die an irgendwas und erst recht an Sex Spass haben könnten.

    • LFeldmann sagt:

      @cédric/sepp: Naja, welche Frau hätte schon Spass am Sex mit Männern, die so verbittert sind, dass sie sich nur noch so herablassend und selbstgefällig über Frauen äussern können wie Ihr zwei es hier tut?

  • Cédric Ruckstuhl sagt:

    Männer sterben einige Jahre früher, werden häufiger Opfer von Unfällen und Verbrechen, erkranken häufiger an Drogen- und Alkoholsucht, werden zehnmal häufiger ins Gefängnis gesperrt. Wie kann man da noch von Benachteiligung der Frauen sprechen?

    • sepp z. sagt:

      @Ruckstuhl, 90% der Todesfälle bei der Arbeit treffen Männer, 90% der Obdachlosen sind Männer, Männer arbeiten häufiger nachts und am Wochenende, machen häufiger Überstunden. Krebsprävention ist bei männerspezifischen Krebsarten auf dem Stand von vor 50 Jahren, bei frauenspezifischen Krebsarten wird massiv mehr in Prävention investiert. Männer als Opfer von Gewalt werden ausgelacht, es gibt praktisch nur Frauenhäuser, keine Männerhäuser (Die Gleichstellungsstelle in Basel bekämpft die gar die Finanzierung der Männerberatungsstelle). Häusliche Gewalt von Frauen an Männern wird in den Medien praktisch totgeschwiegen. Etcetc. Die Beispiele sind zahllos.

      Von all den gesetzlichen (staatlichen!) Diskriminierungen wie Dienstzwang, Rentenalter, Wittwerrente etc ganz zu schweigen.

      • Simon Stalder sagt:

        sepp z., es gibt Männerhäuser in der Schweiz, getragen von der Organisation Zwüschehalt.
        Denn auch Männer können Opfer von psychischer und physischer Gewalt in Partnerschaften sein.
        Zahlreiche Frauen setzen sich dafür ein, dass Männer wie Frauen nicht mehr wegen ihres Geschlechts diskriminiert oder zu einseitigen Pflichten gezwungen werden. Partnerschaftlich mit ihnen gehts am besten, finde ich.Die von Ihnen beklagten Ungerechtigkeiten werden auch am Tag des Frauenstreiks und danach ernst genommen, redlich und offen. Gleichstellung gilt für alle Lebensbereiche.

      • sepp z. sagt:

        @Simon, das ist ein private finanziertes Männerhaus. Davon gibts 2. Das im Aargau wird übrigens grad geschlossen: „Das Aargauer Männerhaus wird geschlossen, weil der Hausbesitzer die Liegenschaft verkauft. Der Verein verfüge nicht über genügend Geld für einen Kauf.“ (SRF)

        Von der öffentlichen Hand finanzierte Männerhäuser gibts nicht. Die öffentliche Hand finanziert nur Frauenhäuser, keine Männerhäuser. Mit expliziter Billigung der Feministinnen.

      • sepp z. sagt:

        Bei den Männerbüros ist es dasselbe.
        Lesen Sie hier (BZ), wie in der rot-grünen Baselstadt das Männerbüro gegenüber der sich für Frauenfragen engagierende ‚Gleichstellungsstelle‘ finanziell massiv ungleich behandelt wird. Ich muss nicht erwähnen, dass das Männerbüro kurz vor der Schliessung steht, weil es von der öffentlichen Hand nicht regelmässig unterstützt wird.

        https://www.bzbasel.ch/basel/basel-stadt/das-basler-maennerbuero-vor-dem-aus-attacke-auf-das-gleichstellungsamt-134448486

    • sepp z. sagt:

      Vielleicht am eklatantesten ist die Männerdiskriminierung bzw -benachteiligung in der Schweiz in der Bildung sichtbar. Wer als Mädchen geboren wird, hat eine erheblich höhere Chance auf universitäre Bildung als dies Knaben haben. Sichtbar wird das bspw in der Maturaquote, welche bei Frauen ca 45% ist, bei Männern nur 35%. Seit 20 Jahren wird dieser Unterschied grösser und grösser, und es wird von politischer und bildungspolitischer (und natürlich von links-feministischer) Seite durchwegs begrüsst, dass Knaben schlechteren Chancen auf höhere Bildung haben. Die Medien anderseits meiden das Thema wie der Teufel das Weihwasser und versuchen diese Männerbenachteiligung kleinzureden. Gleichstellung 2019.

    • Annalena Moser sagt:

      Herr Rückstuhl, Männer werden häufiger Opfer von Unfällen und Verbrechen, da haben Sie recht. In Belp zum Beispiel wurden 2 Männer schwerverletzt und einer leicht, bei Auseinandersetzungen zwischen…Männern. Männer fahren anders Motorrad als Frauen, davon bin ich selber betroffen. Männer betreiben körperbetonter Sport als Frauen, Bodychecks sind im Fraueneishockey nicht erlaubt. Frauen spielen auch mit Gesichtsschutz. Männer nicht. Und dass Männer häufiger im Gefängnis landen als Frauen hängt wohl eher mit ihrem Verhalten zusammen als mit dem Geschlecht. Ich denke, es wäre an der Zeit, das „toxische Männerbild“ doch mal in Erwägung zu ziehen und evtl. auch anzupassen. Männeremanzipation eben.

      • Cédric Ruckstuhl sagt:

        @Annalisa Moser
        Besten Dank für Deinen Beitrag, auf den habe ich gewartet und ihn mit meinem Kommentar erwirken wollen. Du schreibst nämlich, dass es an den Männern selbst liege, dass sie in gewissen Bereichen wie der Unfallgefahr Nachteile haben. Das stimmt. Und genauso haben dieselben Männer dank derselben Eigenschaften in anderen Bereichen wie z.B. dem höchsten Kader eben Vorteile.
        Darum an die Feministinnen: Mann sein hat Vor- und Nachteile. Wer die Vorteile will, muss auch die Nachteile nehmen. Den Föifer unds Weggli gibts nicht.

      • Thomas Baumann sagt:

        Sagen wir es so, Frau Moser: Frauen verdienen offenbar weniger als Maenner. Darum sollten sie sich emanzipieren – Frauenemanzipation. Streik ist der richtige Weg – aber nicht bloss einen Tag. Sondern richtig: Rueckzug aus der Arbeitswelt, Schaffung eigener femininer Strukturen (Genossenschaften, etc.), Gruendung eigener Firmen, bis das Lohnniveau stimmt. Statt immer bloss jammern.
        Maenner leben statistisch 4 Jahre weniger lang als Frauen. Wenn wir ehrlich sind, ist dass die massiv groessere Einbusse an Lebensqualitaet als ein paar Prozente weniger Lohn. Und was hoert man dazu? Nichts! Absolut nichts. Kein Jammern, nur stilles Leiden. Ja, es ist Zeit fuer eine Maenneremanzipation: Mann, hol dir das Leben zurueck, geniess es, seid nicht bloss Arbeits- und Nutztier, das frueh stirbt!

  • Claudi sagt:

    Wir alle wissen, dass heutzutage nur noch die Männer und Väter durch das Gesetz benachteiligt sind. Frauen sind in vielerlei Hinsicht durchs Gesetz privilegiert. Wer heute Gleichstellung will, muss den Feminismus überwinden, der die Gleichstellung der Männer bekämpft.

    • Thomas Hartl sagt:

      Setzen sie sich für den Vaterschaftsurlaub und die Abschaffung der Wehrpflicht ein, dann sind wir mit der Gleichstellung bereits einen kleinen Schritt weiter. Dazu muss kein Feminismus überwunden werden.

      • Claudi sagt:

        @Hartl, gute Idee. Setzen Sie sich für die Abschaffung des Kapitalismus ein, dann sind wir auch bei den korrekten Löhnen für Mann und Frau einen Schritt weiter.

      • Cédric Ruckstuhl sagt:

        @Hartl
        Warum nicht für die Ausdehnung der Wehrpflicht auf Frauen?

      • Thomas Hartl sagt:

        @Cédric Ruckstuhl: Eine Wehrpflicht hat Sinn gemacht, als Tausende von Infanteristen als Kanonenfutter in die Hölle der Schlacht geworfen wurden, im Bewusstsein dass sie von ihren eigenen Offizieren erschossen werden, wenn sie sich weigern. Heute brauchen sie motivierte Spezialisten, die Technik bedienen können und auch in der Lage sind, Cyberangriffe abzuwehren. Einen Krieg wie in Syrien oder dem Irak werden sie in Mitteleuropa nicht mehr erleben. Und wenn doch, dann müssen wir hoffen, dass möglichst wenig Bürger daran teilnehmen. Eine Pflicht wäre da kontraproduktiv.

      • Lukas O. Bendel sagt:

        @ Th. Hartl: Wäre die Feminist*innen-Partei SP für eine faire Gemeinsame Elterliche Sorge gewesen, wären wir mit der Gleichstellung bereits einen grossen Schritt weiter gewesen. Ebenso wenn sie sich der Angleichung des Rentenalters der Frauen nicht ständig verweigerte.
        Aber die höhere Löhne und die stärkere Vertretung von Frauen in Führungsgremien wird weder mit Streiken noch mit Gesetzestexten auf vernünftige Weise erreicht.

Kommentar

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