Als Amerika besiegbar wurde

History Reloaded

Während der Schlacht um die Stadt Hue werden verwundete US-Marines medizinisch versorgt. Foto: John Olson (Getty)

In der Nacht des 30. Januars ging es los. Elitetruppen aus Nordvietnam attackierten zwei Armeekorps der Südvietnamesen. Routinemässig flogen amerikanische Soldaten zur Unterstützung ein. Einige Stunden lang schien es, als ob hier nur ein weiteres Scharmützel ablief in Vietnams Dauerkrieg zwischen kommunistischem Norden und amerikanisch gesteuertem Süden, mehr nicht. Und als ob die Marines das Problem wieder mal effizient ausräumen könnten.

Dann kam die Explosion. Ab dem Morgengrauen des 31. Januar 1968 preschten 85’000 Nordvietnamesen und südvietnamesische Vietcong-Guerrilleros im ganzen Land vor: Von Quant Tri im Norden bis Vinh Loi im Süden überrumpelten sie gut 100 Städte zugleich. In Saigon, der Metropole des Südens, griffen Vietcong-Kommandos ein Dutzend strategische Stellen an, unter anderem brachen sie in die amerikanische Botschaft ein. Weiter nördlich eroberten rote Einheiten die Gross- und Kaiserstadt Hue. Es folgte ein furchtbares Massaker an der Zivilbevölkerung.

CBS-Bericht über die Angriffe auf die US-Botschaft und in Saigon.

Die Tet-Offensive ist ein klassischer Wendepunkt. Bis heute wird die Geschichte des Vietnamkriegs meist geteilt: Davor glaubte «der Westen», die Lage in Südostasien zu beherrschen und die kommunistischen Kämpfer stetig wegdrängen zu können. Danach ging es nur noch darum, irgendwie herauszufinden aus diesem Sumpf. Der zweite Teil endete in der elenden Helikopterflucht der Amerikaner von 1975.

Dabei hatte sich die Tet-Offensive für die Kommunisten als Katastrophe erwiesen: Gerade dies macht den Fall so lehrreich. Er zeigt, dass sich der Erfolg einer Aktion oft stärker an den Erwartungen misst als an den Resultaten. An fast allen Schauplätzen gelang es den Amerikanern und ihren südvietnamesischen Vasallen, die Commies innert Tagen zu verjagen. Nordvietnam und der Vietcong verloren etwa 50’000 Kämpfer – mehr als die Hälfte der eingesetzten Männer wurden getötet, verletzt oder gefasst.

Das böse Erwachen

Nur: Das amerikanische Publikum erlebte eine völlig andere Geschichte. Als es am Dienstag, 30. Januar 1968 zu Bett ging, schien der miese, modernde Krieg in Südostasien bald vorbei zu sein. Als es am Mittwoch die hektischen Sondersendungen sah, wirkte das Schlamassel plötzlich unabsehbar.

Dass die Nordvietnamesen ihren Angriff über 1400 Kilometer weit ausspreizten, machte sie zwar militärisch verletzlich. Aber es signalisierte eine spektakuläre Mobilisierungskraft, und dies wurde entscheidend. Die Regierung in Washington hatte seit 1962 ihre Truppenbestände in Vietnam stetig aufgebaut – und ebenso stetig verkündet, dass man die Lage immer besser unter Kontrolle habe. Der Feind sei nicht mehr in der Lage, eine grössere Offensive zu starten, dröhnte der Kommandeur der US-Truppen in Vietnam, William Westmoreland, noch im Dezember 1967.

«Mired in stalemate» – in einer Pattsituation: Der einflussreiche TV-Kommentator Walter Cronkite im Februar 1968. Dass Cronkite seine Einschätzung drehte, prägte die Debatte stark.

Und dann das. In den USA wie in Europa war die Abneigung gegen den Vietnamkrieg schon 1967 bedenklich angestiegen; die Umfragen machten klar, dass die Kosten dieses Abenteuers, die fürchterlichen Bilder und vor allem die Todesmeldungen aus Südostasien der Bevölkerung nicht ewig zugemutet werden konnten. US-Präsident Lyndon B. Johnson versprach daher eine «Vietnamisierung»: Die Südvietnamesen sollten selber einen immer grösseren Teil der Kriegslast übernehmen.

Die Militärs witterten eine Chance

Doch im Februar 1968 erkannten die westlichen Militärs, dass die Kommunisten hier einen brutalen Schlag erhielten: Die Tet-Offensive bewies erneut die eigene Überlegenheit, und die Generäle witterten – strategisch wohl zu Recht – eine Chance, diesen leidigen Krieg nun kurzerhand zu gewinnen. Im März forderte Westmoreland also nochmals 200’000 Soldaten an, «to take advantage of the situation». Um die Lage auszunützen.

Aber politisch hatte sich die Welt gedreht. Als Westmorelands Antrag über die «New York Times» heraussickerte, liess sich die ganze Eindämmungspropaganda definitiv nicht mehr halten. Die Tet-Offensive kostete rund 1000 Amerikaner das Leben, wenig im Vergleich zum Blutbad beim Gegner, zu viel für das heimische Publikum. Präsident Lyndon B. Johnson bewilligte im März nur noch eine symbolische Aufstockung der Truppen. Und das Schlagwort von der «Vietnamisierung» wurde nicht etwa aufgegeben, sondern es wurde definitiv zum Wort der Stunde.

Die Amerikaner suchten nicht mehr den Sieg, sie suchten nur noch einen Ausweg. Es brauchte nochmals sieben Jahre, bis sie den Notausgang fanden.

52 Kommentare zu «Als Amerika besiegbar wurde»

  • Tuan Anh sagt:

    Sehr geehrter Herr Ralph Pöhner sowie Kommentatoren und Innen
    Gerne gebe ich Ihnen eine kostenlose LEKTION zum Thema Vietnam-Krieg um Ihren Pseudowissen zu diesem Thema zu verbessern: melden Sie sich und ich werde Ihnen mit Freude sagen wann und wo. Ausserdem bitte bedenken Sie ALLE, dass das Neujahrfest für uns Vietnamesen so heilig ist wie für Sie der Weihnachten und Ostern. Mit freundlichen Grüssen.

  • Martin sagt:

    Alles in diesem Bericht mag stimmen, aber ich habe noch nie in solch einem Bericht gelesen, worum es in diesem Vietnamkrieg überhaupt ging. Die USA waren bloss dort, nach Korea, um die Ausbreitung des Kommunismus zu stoppen! Leider wird dem Korea- und dem Vietnamkrieg viel zu wenig Interesse entgegengebracht. Ich denke nämlich nicht, dass nur ein Hippie in einem kommunistischen Land leben wollte! Aber immerhin, Europa ist Kommunismusfrei. Die DDR gibt es nicht mehr, die Mauer ist weg und Jugoslawien gibt es auch nicht mehr. Immerhin etwas.

  • Dodimi sagt:

    @A. Paschke: Ich schenk ihnen noch was dazu: Was mir immer wieder in Hanoi auffällt ist die Sauberkeit und die frühmorgentlichen Putz- und Reinigungsbrigaden, während bei meiner Familie in Saigon gerade mal das Zentrum sauber gehalten wird, doch kommt man nur ein wenig in die Aussenquartiere wird’s bedenklich. Architektonisch ist Hanoi wohl einmalig in Asien, während von der „Perle Asiens“, wie Saigon einst genannt wurde, aus wilder Spekulations- und Profitgier (fast) nichts mehr übrig blieb. Ja, und dann wäre da noch das Gefälle. Die Nordvietnamesen (Hanoi) halten die im Süden für arrogant, während die Südvietnamesen die im Norden für „Bauern“ halten. Unverziehen ist bis heute die von der nordviet. Regierung bis heute anhaltende Enteignung fremd. Eigentums im Süden/Saigon.

    • Anh Toàn sagt:

      „Architektonisch ist Hanoi wohl einmalig in Asien, ..“
      Ich denke, Sie reden von der historischen Altstadt, drumherum ist vor allem des Werk von Baustatikern, aber bestimmt nicht von Architekten zu sehen.

      Hanoi ist sauberer, ordentlicher, es gibt keinen 24-Stunden geöffneten Rotlichtbezirk wie in Saigon. In Hanoi gelten die Gesetze, da ist, ausser in illegalen Bars, um Mitternacht spätestens „fertig lustig“. In Hanoi spüre uns sehe ich eine sozialistische Diktatur, es ist braun und grau, keine Farben.

      Saigon ist Anarchie: Vor kurzem wurde der Versuch gestartet, zumindest im Zentrumsdistrikt all die illegalen Verkaufsstände und parkierten Mopeds von den Gehsteigen zu bekommen, damit man da gehen kann:

      • Anh Toàn sagt:

        Solange nicht alle 100 Meter ein Polizist auf die im Prinzip leeren Gehsteige gestellt wird, werden diese nun einfach als zusätzliche Strassenspur verwendet.

        Wollten die lokalen Behörden in SaiGon die Gesetze Hanois, der Partei, durchsetzen, wie dies in Hanoi gemacht wird, könnten die das auch, ist schliesslich eine Diktatur: Die wollen gar nicht in Saigon, und Hanoi kann nichts tun, weil das Geld, die Devisen, die Dola, werden in Saigon verdient und von Hanoi ausgegeben.

        Der grösste Teil der Bewohner im Süden, empfindet den vietnamesischen Staat, die Behörden, die Polizei nie als Bringer, als Helfer, als Unterstützung. Man versucht, möglichst wenig mit den Behörden zu tun zu haben, ist alles unendlich umständlich und kostet Geld. (Für mehr Geld ist es weniger umständlich)

  • Georg sagt:

    Und sie sind kein bisschen gescheiter geworden, die Amis.

  • Anh Toàn sagt:

    1. Der Text ist richtig, der Titel falsch: Amerika wurde nicht besiegt, weder Vietcong noch die nordvietnamesische Armee haben die US Armee besiegt, die US Zivilgesellschaft hat den Krieg gestoppt. Letztlich der Aufstand der Linken, der Hippies, der Farbigen (erkämpften ihr Wahlrecht während des Vietnamkrieges), der sexuelle Freiheit verlangenden, der emanzipierten Frauen gegen das männlich-weisse-protestantische-prüde-konservativ-bürgerliche Amerika, das unter Reagan und den zwei Bush sowie jetzt wieder mit Trump noch nicht besiegt ist.

    • Anh Toàn sagt:

      2. Zur von mir behaupteten Unterdrückung Südvietnams durch Nordvietnam:

      Ist mir aufgefallen, als ich das erste mal als Tourist von Norden nach Süden durch Vietnam reiste: Kommt man über den „Wolkenpass“ in der Mitte Vietnams, zwischen Danang und Hue kommt man in eine andere Welt: Bereits das Klima ist anders (Im Norden sind die Winter feucht, im Süden die Sommer – da in der Mitte regnet es immer, wie richtigerweise in den Vietnam Kriegsfilmen, da fanden auch die meisten Kampfhandlungen statt).

      Analog vereinfacht zu in Europa sind Germanen und Romanen, gibt es in Asien Chinesen und Inder: In der Mitte ist Indochina, von Myanmar bis Vietnam, aber die nördliche Hälfte zähle ich so vereinfacht zu China: Der Süden, insbesondere das Mekong Delta ist Indochina. Khmer, nix Viet.

  • Hans Müller sagt:

    Besiegbar ist relativ. Vietnam hat einen sehr viel höheren Preis für diese Krieg bezahlt als die USA. Auf jeden gefallenen Amerikaner kamen 18 tote Nordvietnamesen. Selbst wenn man die toten Südvietnamesen dazurechnet, hatte Nordvietnam viermal mehr Tote zu beklagen. Vietnam leidet noch heute an den Folgen des Vietnamkrieges, die USA nicht wirklich, wenn man die Traumatas der Vietnamveteranen mal ausklammert.

  • gabi sagt:

    Bei der Unabhängigkeitsfeier am 2. September 1945 auf dem Ba-Ding-Platz hat sich Ho-Chi-Minh DIREKT auf Thomas Jefferson bezogen & dessen Text in weiten Teilen übernommen.

    Truman und Amerika stand (wie übrigens auch J.F. Kennedy zu diesem Zeitpunkt) der Unabhängigkeit von Frankreich absolut wohlwollend gegenüber.

    Hätte die USSR zu diesem Zeitpunkt nicht ihr wahres Gesicht gezeigt und bewiesen, dass sie mit Hilfe kommunistischer Parteien jedes Land gewaltsam unter ihre Kontrolle zu bringen gedachten, so hätten die Amis nicht plötzlich Muffensausen gekriegt und den Franzosen auf die Finger geklopft. Sie hätten dabei mitgeholfen, dass Vietnam seinen amerikanischen Traum verwirklicht.

    Auch die Tragödien des Vietnamkriegs sind ohne die Oktoberrevolution 1917 undenkbar.

    • Rolf Zach sagt:

      Aber in den USA wurden alle US-Diplomaten mit Ostasien-Erfahrung entlassen und durch McCarty und seine Bande, angeführt durch den späteren Trump Anwalt Roy Cohn, als sowjetische Krypto-Kommunisten verfolgt. Die konnten 100 mal sagen China und Vietnam sind nicht die Sowjetunion, die US-Politik unter Dulles reagierte Gehirn-amputiert. Nixon und Kissinger haben dann Realismus in die Politik hineingebracht, auch wenn der Rückzug aus Vietnam kein politisches Meisterstück war.
      Übrigens Vietnam resp. Indochina war die wertvollste Kolonie von Frankreich, wertvoller noch als Algerien. Die Franzosen haben sie nach Strich und Faden ausgebeutet und dies wollten sie nach 2. Weltkrieg wiederholen, aber die Ressourcen von Frankreich 1946 waren nicht die von 1938.

  • Anton Paschke sagt:

    Gut, jetzt haben wir diskutiert, dass der Vietcong die US Militärs für eine Generation beruhigt hat und die Mudjahedin zum Zerfall der Sowjetunion einen wesentlichen Beitrag geleistet haben. Dank Anh Toan habe ich etwas über Vietnam erfahren. Sonst redet man über China, schimpft auf Nordkorea. Von Japan und Vietnam hört man fast nichts.

  • Stefan W. sagt:

    Der Hauptgewinn des Vietnamkriegs war, dass er die USA einige Zeit vom Kriegsführen abhielt. Fast 8 Jahre bis zur Invasion in Grenada und fast weitere 20 Jahre bis zum nächsten Grosskrieg, dem Überfall auf den Irak. Diese 28 Jahre relativer Ruhe haben vermutlich mehr Tote verhindert, als sämtliche humanitären Interventionen der UNO zusammengenommen.

  • The American sagt:

    Die Generäle mögen gewittert haben was sie wollen, auch mit 200’000 mehr Truppen wären die Amerikaner nicht zum Sieger geworden. Die Gründe sind vielschichtig aber mitentscheidend war fehlende Akzeptanz im Süden, d.h. der Südvietnam war politisch schlecht geführt und militärisch nur halbherzig dabei. Es war denn auch alles andere als klar, wer dieses Vietnam nach einem Sieg hätte regieren können. Dass dieser Krieg nicht zu gewinnen war erkannte Verteidigungsminister McNamara lange vor der Tet Offensive. Nur aus Loyalität zum Präsidenten blieb er dabei, bis er dann gegen Ende 1967 seinen Rücktritt ankündigte.

    • Rolf Zach sagt:

      Der Krieg wäre durch die Amerikaner gewonnen worden, hätten sie all ihre Mittel eingesetzt, wie es Westmoreland wollte. Die einzige Reserve, die Le Duan noch hatte, war direkt die chinesische Armee zu Hilfe zu holen. Wenn die Amerikaner gleichzeitig den Nord-Vietnamesen politisch vernünftige Vorschläge gemacht hätten, Le Duan wäre sicher gestürzt worden.
      Der Vietnamkrieg war von Anfang von den USA politisch nicht genau analysiert worden und eine Fortsetzung hat nach der TET-Offensive nichts mehr gebracht. Le Duan bewies dann als Herrscher über ganz Vietnam, was der Kommunismus wert ist, nämlich nichts. Diese Lektion war gut für alle Ostasiaten, wie bei Mao in China. Wären Sie Kommunisten geblieben, wie Le Duan und Mao, hätten wir heute keine Konkurrenz. So etwas ist doch gemütlicher.

  • Anh Toàn sagt:

    „In den USA wie in Europa war die Abneigung gegen den Vietnamkrieg schon 1967 bedenklich angestiegen; die Umfragen machten klar, dass die Kosten dieses Abenteuers, die fürchterlichen Bilder und vor allem die Todesmeldungen aus Südostasien der Bevölkerung nicht ewig zugemutet werden konnten.“

    Also die Amis hatten keinen Bock mehr auf dem Krieg in Südostasien. Und wer aufgibt, ist der Verlierer. Die (Nord-)Vietnamesen, bzw der Vietcong, haben nie aufgegeben, selbst als ihre Lage militärisch komplett aussichtlos war, also waren sie die Gewinner:

    Der schwarze Ritter in „Ritter der Kokosnuss“ hat auch gewonnen, Arthus, „such a loser“, „galoppierte“ weg.

    • The American sagt:

      Der Schwarze Ritter hat zwar überlebt und sein Selbstvertrauen blieb intakt, doch hatte er dennoch verloren. Er konnte Arthus nicht an der Benutzung der Brücke hindern. Das er nicht gewonnen hatte sah er sogar selber ein indem er Arthus ein „Unentschieden“ vorschlug.

    • Rolf Zach sagt:

      Es war Le Duan, der im Politbüro für diese TET-Offensive war. Es gab aber auch Leute die zögerten, wie General Giap. Nordvietnam war total von den Sowjets und von den Chinesen abhängig. Wenn die Amerikaner den Nord-Vietnamesen politisch eine Wiedervereinigung von Vietnam mit Einbezug der einheimischen Kommunisten offeriert hätten, wer weiß, ob sich dieser brutale Fanatiker Le Duan sich gehalten hätte. Vielleicht hätte er die Chinesen geholt wie Kim damals im Korea-Krieg. Ein Vietnamese der Chinesen holt, so etwas schlimmes gibt es nicht!
      Das Vietnam nicht China ist, haben damals die wenigsten Amerikaner begriffen. Wäre Präsident Johnson nach Hanoi zu Ho geflogen, der Krieg wäre sofort zu Ende gewesen. Mit Ho hätten die Amerikaner reden können, mit Le Duan war es schwierig.

  • Florian Müller sagt:

    Es geht doch um die Amis hier und nicht um die Russen. Wichtiger wäre also, über Irak und Afghanistan zu reden. Jener Kriefg ist der längste in der Geschichte der USA und ‚the way out‘ ist nicht einmal verschwommen zu erkennen. Gleichzeitig übernahmen die Russen mit einer ganz anderen Technik die Befehlsgewalt in Washington (#SchumerShutdown, #ReleaseThe Memo).

    • Anton Paschke sagt:

      > Der Krieg ist der längste in der Geschichte der USA.
      Weil bisher wenig Amerikaner gefallen sind. Die meisten Amerikaner interessiert der Krieg nicht, wichtig ist nur, dass er 15% ROE einbringt. Aus der Tasche der Verlierer von 1945.

  • Bebbi Fässler sagt:

    Wie hiess der US-Film von Marine-Infanteristen, die wenn ich mich nicht irre diese Tet-Offensive überleben mussten?
    .
    Nachdem sich ein Rekrut während der Ausbildung erschossen hatte!

  • Elrond Merrywether sagt:

    Eine einseitige und verkürzte Darstellung und Sichtweise. Die Nordvietnamesen konnten die US Truppen stark unter Druck setzen, weil sich die Kommunisten nicht an die Genfer Konvention hielten noch sich um Menschenrechte kümmerten. Deren Kriegsgreuel interessiert keinen westlichen Historiker, denn diese Fakten stören das inszenierte Bild vom guten Kommunisten und bösen Kapitalisten.
    In den letzten zehn Jahren hat die kapitalistische Recinquiste auch Vietnam von Süden nach Norden wirtschaftlich umgepflügt, und die ganze heute erfolgreiche Oekonomie basiert auf der freien Marktwirtschaft. Die Kommunistische Partei hat sich auf rein politische Positionen reduziert; ein übliches Bild in weiten Teilen Asiens.
    Heute ist Vietnam wirtschaftlich frei und prosperiert.

    • Bebbi Fässler sagt:

      Kümmerten sich die Generäle im Süden um die Menschenrecht?

      Wurde ein rechtmässig gewählter Präsident von Südvietnam nicht durch Generäle geputscht und ermordet?
      .
      Ich muss wohl die den Roman von Morris L. West „Der Botschafter“ lesen!

      • Meinrad Inglin sagt:

        @Fässler: Sie haben da etwas nicht ganz verstanden. Es geht Elrond darum aufzuzeigen, dass gewalttätige Systeme, seien das weder die totalitären Generäle Südvietnams noch die mordenden Horden des Nordens – die gnadenlos jeden Abweichler und Ungläubigen der sozialistischen Heilslehre barbarisch töteten – Vietnam Freiheit und Prosperität brachten. Erst wirtschaftliche Reformen und eine ideologiebefreite Marktwirtschaft ermöglichen Nahrung für alle und Wohlstand für die meisten. Nicht Militär oder Ideologie sind Voraussetzung für Freiheit und Wohlstand, sondern freie Märkte. Und freie Märkte sind wiederum Voraussetzung für Demokratie, und nicht umgekehrt, wie das die Sozis behaupten. Deren staatliche Planwirtschaft ist kläglich gescheitert.

    • Florian Müller sagt:

      Der Kalte Krieg ist vorbei und Kommunistenfresser wie McCarthy sind restlos tot. Lassen Sie diese bitte ruhen

    • Elmar Scherrer sagt:

      Solche Kommentare liest man bei „History Reloaded“ immer wieder: der Artikel sei einseitig und liesse aus.
      Dazu folgende Bemerkungen:
      Der Artikel-Inhalt ist Quasi ein Resumee. Wer die Arbeit des Historikers wirklich beurteilen will, soll gefälligst ganze Bücher oder Buchreihen (immer die neusten Ausgaben, denn Geschichtsbücher werden oftmals wegen neuen Erkenntnissen umgeschrieben) lesen. Also so viel zum Thema Weglassen.
      Vermutlich hat der Historiker sich aus irgendwelchen Gründen dazu entschieden, die amerikanische Seite genauer zu untersuchen. Nur weil er die vietnamesischen Motivationen usw. nicht erwähnt, heisst das noch lange nicht dass er diese manipulativ ausklammert. Es war halt einfach nicht das Thema. Das hat nichts mit „das inszenierte Bild stören“ zu tun.

    • Anh Toàn sagt:

      „Heute ist Vietnam wirtschaftlich frei und prosperiert.“ …“basiert auf freier Marktwirtschaft“

      Vietnams Wirtschaft basiert, da wo es wichtig/gross ist, auf staatlich kontrolliertem Kapitalismus: Staatlich kontrollierte Banken geben Kredite an staatlich kontrollierte Unternehmen, überall wo es um Schlüsselindustrien geht. Nur am Rand dieser Hauptzweige gibt es sowas wie freie Marktwirtschaft. Kleine Geschäfte zahlen für Lizenzen die sie brauchen, nicht Steuern.

      Meinen Sie, in Vietnam könne jeder Fischer frei entscheiden, ob er fischen geht oder Touristen durch die Halong Bucht fährt?

      Vietnam ist sehr kapitalistisch, für Geld gibt es vieles und ohne nichts. Aber viel mehr Staatskaptalismus, als freie Marktwirtschaft.

    • Hans sagt:

      @Elrond Merrywether. Falls Sie die Massaker der Amerikaner in Vietnam (My Lai, Phong Nhị, Phong Nhất, etc.) vergessen haben sollten: Auch Amerikaner sind in der Lage, Kriegsgreuel und Menschenrechtsverletzungen zu begehen. Bis heute, und nicht nur in Vietnam.
      Es ist müssig, darüber zu diskutieren, wer schlimmer war, und Greueltaten gegeneinander zu vergleichen.
      Tatsache aber ist, dass es die Amerikaner sind, die immer wieder in Auseinandersetzungen auf der ganzen Welt wirtschaftlich, politisch und militärisch verwickelt sind. Ein trauriger Rekord für ein unbelehrbares Verhalten.

      • Hans sagt:

        Sorry, meine Nennung von Phong Nhị und Phong Nhất waren im falschen Zusammenhang. Mein restlicher Test und meine Meinung bestehen aber weiterhin.

  • Anh Toàn sagt:

    Die Deutschen und die Japaner haben verloren gegen die Amis, zu deren Glück. Die Vietnamesen wissen, sie haben gewonnen, nur was sie gewonnen haben, wissen sie noch immer nicht.

    • Ralf Schrader sagt:

      Den 2. Weltkrieg hat die Sowjetunion gewonnen und das mit 11 Mio. toten Soldaten und mindesten 15 Mio. getöteten Zivilisten bezahlt. Die USA sind erst in den Krieg eingetreten, als der entscheiden war und hatten deshalb auch kaum Opfer zu beklagen.

      • Anh Toàn sagt:

        Die Deutschen, welche gegen die Russen verloren, waren während den folgenden 45 Jahren die eigentlichen Verlierer: In der DDR wurden Städte umbenannt von den Russen.

      • Anh Toàn sagt:

        Was haben „die Russen“ gewonnen im 2. WK?

      • Ralf Schrader sagt:

        Die Sowjetunion, ein Multinationenstaat, in welchem es auch eine Minderheit von Russen gab, wurde von eine 5 Mio. umfassenden Streitmacht der Deutschen Wehrmacht angegriffen, welche weit in das Territorium eindringen konnte, weil Stalin eine Invasion der Japaner, nicht der Deutschen erwartete, und die schlagkräftigsten Teile der Roten Armee im Fernen Osten in Bereitschaft stand.

        Als die Rote Armee rückverlegt und aufgestockt wurde, gelang es, zunächst das eigene Land zu befreien und dann in Richtung Westen vorzudringen. Hätten die Westalliierten nicht die Normandieoffensive eröffnet und wären ihrerseits, wenn auch viel zu spät in den Krieg einzutreten, wäre die Rote Armee bis zum Atlantik durchmarschiert und Spanien hätte auch zum Ostblock gehört.

      • Anh Toàn sagt:

        Ging es den Russen (bestimmt den Umgarn Tschechen und Polen, wahrscheinlich auch den Ukrainern) besser vor oder nach dem Zusammenbruch der UDSSR (als die Russen gegen die Amis den kalten Krieg verloren hatten)?

        Die Sowjetunion (oder Vietnam) hat gewonnen, aber die grosse Mehrheit der Russen (oder Vietnamesen) haben dabei verloren.

      • Anh Toàn sagt:

        Das eigene^Land befreite die UDSSR und sendete die eigene Bevölkerung in den Gulag: Vuiel gewonnen haben die, die haben ihren Sieg gefeiert wie blöd, die Russen, von 45-90, darüber haben die nicht gearbeitet und sind verarmt, vor lauter Feiern.

      • Anh Toàn sagt:

        Das knechten bis Abschlachten der eigenen Bevölkerung wird immer mit der Befreiung, Verteidigung der eigenen Nation gerechtfertigt. Und keiner kann die zivile Bevölkerung besser knechten und abschlachten, als die eigene Regierung.

        Fast alle sind immer Verlierer in jedem Krieg, aber solange man Ihnen einreden kann, sie hätten gewonnen, es gäbe in einem Krieg etwas zu gewinnen für die Massen, wie Freiheit und solchen Wuatsch mehr, kann man die Nation in einen grossen vaterländischen krieg zeihen, der eine kleine Minderheit zu Gewinnern macht.

      • Mario Monaro sagt:

        Warum ist immer nur der ein Gewinner, der am meisten Tote zu beklagen hat? Warum behaupten Sie, die USA seien erst in den Krieg eingetreten, als der entschieden war (1941, der Krieg dauerte aber nochmals 4 Jahre, Stalingrad war 1943)? Warum blenden Sie aus, dass die USA einen Zwei-Fronten-Krieg führen mussten und dazu noch UK, Frankreich und auch die Sowjetunion militärisch unterstützt haben?

      • Anton Paschke sagt:

        > In der DDR wurden Städte umbenannt von den Russen
        Beispielsweise Chemnitz in Karl Marx Stadt. Wissen Sie, wer Karl Marx war? So ein bärtiger Philosoph, ein Flüchtling. Als er einen Antrag stellte British Subject zu werden wurde dieser abgelehnt. Begründung: er ist nicht einmal seinem Kaiser treu, jetzt verspricht er unserem König treu zu sein. Aber der Karl Marx wollte den britischen Pass nur, um zu Kur zu fahren. Wohin wollte der Karl? Nach Karlbad! Die kaiserliche Geheimpolizei lies ihn wiederholt durchreisen…
        Im 19.Jahrhundert hatten Flüchtlinge noch ein schönes Leben.

        Der Grossen Vaterländischen Krieg hat die Sowjetunion gewonnen, „Russen“ ist eine unzulässige Vereinfachung.

      • Anton Paschke sagt:

        @Ralf Schrader
        Ja, wenn die Amis nicht in der Normandie gelandet wären, hätte die sowjetische Armee im Juli den Rhein überschritten, wäre im Herbst 1945 am Atlantik gewesen und Ende 1945 in Santiago de Compostella, Fin de Terre.
        Georges Marchais (der Stalinist) hätte in Paris die Macht ergriffen und eine Säuberung gemacht wie Väterchen Stalin. Ich behaupte also: die Landung der Amerikaner in der Normandie hat einer Million französischer Kommunisten das Leben gerettet. Dankbar waren sie nie.

      • vadim koslov sagt:

        Die Russen haben primär Millionen Soldaten verloren um Osteuropa unterdrücken und terrorisieren zu dürfen. Mit der Folge das Russland noch heute wie ein Pariastaat behandelt wird.
        ..als Sieg würde ich das nicht gerade bezeichnen.

      • Ralf Schrader sagt:

        Chemnitz ist das einzige Beispiel für eine Umbenennung in der DDR und die wurde nicht von der sowjetischen Besatzung (dann hätte es Stalin- Stadt geheissen), sondern erst 1953 von den DDR- Führung, anlässlich eines ausgerufenen Karl- Marx- Jahr, vollzogen.

        Die Sowjetunion war ein Staat mit 102 Nationen, eine davon waren Russen. Die waren aber nicht in der Mehrheit, auch in der Russischen Föderation sind die Russen nicht in der Mehrheit.

        Stalin war Georgier, kein Russe, das Gros der Roten Armee im WK II bestand aus Sibiriaken, also keinen Russen. Mit Russen allein wäre der Krieg nie gewinnen zu wesen. Die Gleichsetzung Sowjetunion – Russland weist auf mangelhafte Geschichts- und völkerkundliche Kenntnisse hin.

      • Martin Frey sagt:

        Das ist Geschichtsklitterei, Herr Schrader.
        Wahr ist lediglich, dass die UdSSR den grössten Blutzoll aller Kriegsparteien zu bezahlen hatte. Sie stand jedoch gegen die Wehrmacht am Rand der totalen Niederlage, und nur dank stategischer Fehler Hitlers sowie der Verzettelung der deutschen Streitkräfte konnte die rote Armee das Blatt an der Ostfront letztendlich wenden. Auf den Kriegsausbruch war sie, nicht zuletzt dank der ‚Wirrungen‘ Stalins, weder vorbereitet noch gut gerüstet. Die USA haben zwar weniger Blutzoll zu beklagen gehabt als die UdSSR, ihr Eintritt in den Krieg hat aber ein ganz entscheidendes Momentum geschaffen und letztendlich den Krieg mitentschieden.

      • Anton Paschke sagt:

        @Martin Frey
        Habe mal in Pulkovo auf den Abflug gewartet und Nevski Denik gelesen. Ist gratis, wie 20 Minuten, aber viel interessanter. Da war die Geschichte einen weissrussischen Offiziers, der mit der Wehrmacht marschierte. Nach ein paar Wochen beging er Selbstmord. Aber der Autor der Geschichte meinte, Stalin sei extrem unbeliebt gewesen, die Wehrmacht wäre nach Moskau gekommen. Wenn sie die Gulaschkanone vorgeschickt hätte. Nur hatten die deutschen Offiziere die Rassenlehre im Kopf und der Göring hat schon vorher ausgiebiges Plündern gelobt. Es ist eben das Denken das den Krieg entscheidet, nicht die Waffen.

    • Anh Toàn sagt:

      Noch heute wird der Süden Vietnams vom Norden unterdrückt. Offensichtlichstes Indiz ist, dass Sai Gon nicht mehr Sai Gon heisst, sondern Ho Chi Minh City: Nicht Hanoi wurde nach dem grössten Helden der (Nord-)Vietnamesen benannt, man benennt nicht seine Hauptstadt um. Auch befreite Städte werden nicht umbenannt, eroberte Städte werden umbenannt.

      • Rudy Mentair sagt:

        Der Krieg kennt, in Bezug auf Länder, unter den Teilnehmern nur Verlierer. Die Gewinner des Krieges sind jene Länder die nicht mitmachen –> Schweizer Wohlstand, ist dem vermeiden der Teilnahme des Zweiten Weltkrieges geschuldet.
        In der Regel sind es aber nur Private die vom Krieg profitieren.

      • Anton Paschke sagt:

        @Rudy Mentair
        der Schweizer Wohlstand ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass sich Deutschschweizer bis etwa 1980 untereinander im Dialekt unterhalten und gegenseitig nicht beschissen haben.
        Mit der Amerika-Begeisterung der Zürcher Top-Manager von 1990 und der dadurch ausgelösten Masseneinwanderung angelsächsischer Manager ist dieser Vorteil unbesehen zerstört worden.

      • Anton Paschke sagt:

        > eroberte Städte werden umbenannt
        Zarycin (die Stadt des Zaren) zu Stalingrad.
        Geht es auch mit einem Platz? Der Tuchplatz zu Hermann Göring Platz, zu Platz der Roten Armee, zu Platz der Revolution, … weiss nichtmehr alles…, zu Platz der politischen Irrtümer, zu Tuchplatz.
        Aber, liebe Anh Toan, interessant zu lesen, dass die Vietnamesen auch so Probleme untereinander haben wie die Deutschen.
        Von den vielen Forderungen die sich jetzt die Ossis und die Wesis an den Kopf werfen gefällt mir vor allem diese: die Berliener sollten in Sachsen visumpflichtig werden!

      • Anh Toàn sagt:

        Um Plätze geht es auch aber weniger, mit dem Umbennen einer Stadt soll deren Geschichte gelöscht werden aus dem Gedächtnis der Bevölkerung: So gesehen, ist auch Stalingrad nach dem kommunistischen statt halt ausländischer Eroberung inländischer Umsturz eine Umbennung einer eroberten Stadt.

      • Anton Paschke sagt:

        @Anh Toan
        > soll deren Geschichte gelöscht werden
        Ja, damit bin ich völlig einverstanden. Aber es gibt eben eine Menge kurioser Fälle.

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.