Auschwitz und der Wunsch nach Rache

Je mehr Zeit vergeht, desto mehr verblasst der Schrecken: Massengrab im Konzentrationslager Auschwitz. Foto: Czarek Sokolowski (Getty Images)

Täuscht das nur? Oder häufen sich die schiefen Nazi-, Hitler-, Faschismus-, Holocaust-, Auschwitz-Vergleiche in letzter Zeit wirklich? Beim Spruch des Nationalrats Jonas Fricker schüttelte man nicht nur spontan den Kopf, sondern irgendwie kam doch auch das Gefühl auf: Jetzt reichts aber langsam. Jetzt hört mal auf mit diesen billigen Analogien.

Es gäbe (neben gewissen Rechtstendenzen) jedenfalls eine Erklärung für solch ein Aufkommen: Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg, Verfolgung der Juden in Europa – je ferner das alles rückt, desto mehr vermengt es sich zu einem vagen Eindrucksbrei, in dem jeder ein bisschen herumrühren kann: Schwarzweissbilder, sehr schlimm, viele Tote, viel Böses. Was untergeht, ist das Besondere. Das menschliche Detail. Der leibhaftige Wahnsinn. Vergessen geht, dass der Nationalsozialismus und der Holocaust etwas Alltägliches und brutal Konkretes waren, für jedes Opfer und jeden Täter.

Je abstrakter aber die Vergangenheit erscheint, je nebliger sie mit der Zeit wird, desto leichter können wir Verallgemeinerungen fabrizieren oder rohe Vergleiche darüberziehen.

«Unsere Arbeit bestand darin, sie in Empfang zu nehmen»

Es ist also eine gute Zeit für einen Bericht, wie er gerade jetzt erschienen ist, nach sieben Jahrzehnten aufgetaucht aus der Versenkung. Noch einmal tritt hier ein einzelner Zeuge hervor, er berichtet aus der Todeszone von Auschwitz, er erzählt vor Ort, wie es dort ist.

«Es ist ein grosses Gebäude mit einem breiten Schornstein mit 15 Öfen. Unterhalb eines Gartens gibt es zwei grosse endlose Kellerräume. Der eine dient uns zum Auskleiden und der andere als Todeskammer, wo die Leute nackt hineingehen, und nachdem er mit etwa 3000 Personen gefüllt ist, wird er verschlossen, und sie vergasen sie, wo sie nach 6 bis 7 Minuten Martyrium den Geist aushauchen. Unsere Arbeit bestand darin, sie in Empfang zu nehmen.»

Geschrieben hat diese Sätze Marcel Nadjari, geboren 1917, ein jüdischer Kaufmann aus Thessaloniki. Er kämpfte als Partisan gegen die Wehrmacht, wurde gefasst, gefoltert und im April 1944 nach Auschwitz verfrachtet. Dort teilte ihn die SS einem «Sonderkommando» zu – jenen Häftlingsgruppen, welche zum Beispiel die Leichen kremieren mussten, nachdem sie ihnen die Haare abgeschnitten, die Eheringe abgenommen, die Goldzähne herausgebrochen hatten.

«Den Menschen, Männern und
 Frauen, bei denen ich gesehen habe, dass ihr Schicksal besiegelt ist, habe ich die Wahrheit gesagt. Nachdem alle nackt waren, gingen sie weiter in die Todeskammer,
 da drinnen hatten die Deutschen an der Decke Rohre angebracht… Mit Peitschen in der Hand zwangen die Deutschen sie, immer enger zusammenzurücken, damitmöglichst viele hineinpassen, eine wahre Sardinendose von Menschen, danach
 haben sie die Tür hermetisch verschlossen.»

Marcel Nadjari wusste, dass er bald sterben würde. Die Deutschen brachten die gefährlich gut informierten Männer der Sonderkommandos nach einer gewissen Zeit routinemässig um. Doch derweil schrieb der junge Grieche auf, was er sah. Er stopfte seine Notizen in eine Thermosflasche und vergrub sie. Wenigstens die Nachwelt sollte einmal erfahren können, was hier geschah.

«Abgehalten hat mich immer die Rache»

Tatsächlich entdeckte ein Student bei Grabungsarbeiten 1980 die Thermosflasche, aber durch Zeit und Feuchtigkeit waren die 13 Seiten darin fast völlig ruiniert. Erst jetzt gelang es dem russischen Historiker Pavel Polian mit einem IT-Spezialisten, den Text durch moderne Bildbearbeitungsmethoden wieder lesbar zu machen.

«Nach einer halben Stunde öffneten wir die Türen, und unsere Arbeit begann. Wir trugen die Leichen dieser unschuldigen Frauen und Kinderzum Aufzug, der sie
 in den Raum mit den Öfen beförderte, und dort steckten sie sie in die Öfen, wo sie verbrannten ohne Zuhilfenahme von Brennmaterial aufgrund
 des Fetts, das sie haben.»

Marcel Nadjari selbst überlebte, nachdem er schon zur Ermordung bestimmt war. Im Chaos der letzten Tage von Auschwitz konnte er sich wohl in eine andere Häftlingskolonne schmuggeln, die dann nach Mauthausen evakuiert wurde. Dort erlebte er die Befreiung. Er gelangte zurück nach Griechenland, wo er sogar einen Bericht über seine Zeit im Weltkrieg verfasste. Möglich, dass er sich deshalb nicht mehr bemühte, dass die Thermosflasche wieder ans Licht kommt.

«…ermordet von den kultivierten Deutschen»

In seinen Zetteln fragt er sich selbst, wie er das mitmachen und durchhalten kann. Oft überlege er, «zusammen mit ihnen reinzugehen, um Schluss zu machen». Doch immer sei da der Wunsch, vielleicht doch einmal Rache nehmen zu können für seine Eltern und die kleine Schwester, die auch im Gas getötet wurden. Darum dreht sich der letzte Funken Hoffnung.

«Ich bin nicht traurig, lieber Misko, dass ich sterben werde», wendet er sich am Schluss der Notizen an einen Freund, «wohl aber, dass ich mich nicht werde rächen können, wie ich es will und weiss. Falls du einen Brief von meinen Verwandten im Ausland bekommst,
 gib bitte die passende Antwort, dass die FamilieA. Nadjari ausgelöscht ist, ermordet von den kultivierten Deutschen.»

Nach einigen Jahren in Griechenland emigrierte Nadjari nach Amerika, arbeitete als Schneider und Modedesigner und bekam eine kleine Tochter, die er nach seiner toten Schwester Nelli taufte. Er starb 1971 in New York. Dass Marcel Nadjari versucht hat, Rache zu nehmen, ist nicht bekannt.

Pavel Polian: «Das Ungelesene lesen. Die Aufzeichnungen von Marcel Nadjari, Mitglied des jüdischen Sonderkommandos von Auschwitz-Birkenau, und ihre Erschliessung», in: «Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte» 65, Oktober 2017.

46 Kommentare zu «Auschwitz und der Wunsch nach Rache»

  • Pancho Villa sagt:

    Es tut mir leider, aber folgende Behauptung ist einfach nur FAKE : „Wir trugen
    
die Leichen dieser unschuldigen Frauen und Kinder
 zum Aufzug, der sie
 in den Raum mit den Öfen beförderte, 
und dort steckten sie sie in die Öfen, wo sie verbrannten ohne Zuhilfenahme von Brennmaterial aufgrund
 des Fetts, das sie haben..“
    – Man braucht lediglich einen kurzen Telefonanruf bei einem CH-Krematorium zu machen, um zu erfragen, ob eine Kremation „ohne Zuhilfenahme von Brennmaterial aufgrund
 des Fetts“ möglich sei.
    Ich wurde ausgelacht ! – Eine Einäscherung in modernem Krematorium dauert normalerweise etwa 1,5 Studen, ohne Brennstoff schlicht unmöglich …

  • Dominique Kim sagt:

    Danke für diesen Artikel der so treffend sagt dass es nicht eine Menschenmasse war, sondern Millionen von individuellen Schicksalen, auf der Täter wie Opferseite.

  • Susanna sagt:

    Ich bin nicht jüdisch, und auch ich finde die Situation und das Verhältnis in Nahost Israel-Palästina auch sehr problematisch. Trotzdem finde ich es absolut inadäquat, den Holocaust mit der Situation der Palästinenser in Israel und Palästina gleichzusetzen.

  • Rolf Thomann sagt:

    Lasst doch diesen Augenzeugenbericht als das stehen was er wirklich ist! Die Erlebnisse eines Überlebenden dieses totalen Irrsinns. Nur schon die Tatsache das heutige Berichte von Überlebenden der neuzeitlichen Kriege in aller Welt ähnlich extrem sind, ist Grund genug nicht in endlose Diskussion zu verfallen.

    • Jennifer sagt:

      Ja, Herr Thomann. Ich hätte sehr gern diesen Augenzeugenbericht stehenlassen als was er ist. Ich ertrage es jedoch schlecht, wenn dann Leute kommen und sogleich die Pälestinenser erwähnen und am Ende gar behaupten, ganz Deutschland wäre nationalsozialistisch gewesen. Ich habe eine Muttersprache, und die ist deutsch, und noch habe auch ich ein Recht darauf, mich zu äussern, wenn ich hier respektlosen und wirren Unfug lese. ENDE.

  • Florian Müller sagt:

    Hannah Arendt musste bei ihrer Berichterstattung vom Eichmann-Tribunal feststellen, dass anlässlich der Shoah sämtliche Gedanken zu ruhen haben. Wir sind heute nicht weiter. Leider.

    • Jennifer sagt:

      Wenn Sie Ihre Gedanken ruhen liessen, müssten Sie nicht dauernd auf alles, was ich hier schreibe, gleich wiedre eine Antwort haben. Dann hätten Sie es schon unterlassen, mir auszulegen, wie der Roland seinen ersten Kommentar gemeint hat, wo er mit den Pälestinensern kam, was ich nämlich angesichts des obigen Berichtes über Nadjari völlig verfehlt finde. Sie streiten hier herum und zitieren jetzt auch noch Hannah Arendt. Hallo. Nehmen Sie sie ruhig beim Wort, dann kommen „wir“ weiter.

      • Florian Müller sagt:

        Jeder Kommentar entlarvt den/die Schreibende/n, Sie undmich und darum antworte ich ein letztes Mal. Es geht mir nicht ums „herumstreiten“, dafür ist mir das Thema doch zu ernst. Sie schreiben aber leider viel über mich und wenig übers Thema. Und leider hat ab 33 ganz Deutschland die „Gedanken ruhen lassen“ oder diese nicht geäussert, sonst hätte sich der Holocaust nicht so ereignen können.

      • Jennifer sagt:

        Es hat nicht „ganz Deutschland“ die Gedanken ruhen lassen (wie Sie jetzt Arendts Worte vom gemeinten Sinn entfremden).
        Es ist einfach unwahr, das „ganz Deutschland“ nationalsozialistisch gewesen wäre. Es war eine Zeit des Terrors, von der man sich hierzulande keine Vorstellung macht. Die organisierten Massenmorde waren Staatsgeheimnis. Einige wussten davon. Von Deportationen nichts gewusst zu haben, dies zu behaupten ist definitv unrichtig. Offiziell waren es Umsiedlungen. Der normale Deutsche wusste nicht, was heute von den Vernichtungslagern dokumentiert ist und war in den 40ern auch schon stark mit Überleben beschäftigt. Meine Eltern Jg 12 und 15, waren Zeitgenossen. Ich (Jg. 55) habe von klein auf von der Nazizeit gehört, auch durch jüdische Freunde, darunter ein Schriftsteller.

  • Jennifer sagt:

    Florian Müller – Es IST Ihnen tatsächlich erlaubt, Ihre Meinung darzulegen, und diese Möglichkeit zu nutzen, indem Sie etwa mir erklären, wie der Roland wohl sein Votum gemeint hat! Ich kann das Votum von Roland auch verstehen, ohne dass Sie es mir vorinterpretieren, und anderen hier geht es nämlich genauso. Sodann dürfen Sie sogar Ihre Schubladen aufmachen und mich als „Puristin“ einordnen. Und in diesem überheblichen Stil der Kommunikation – völlig am ursprünglichen Thema vorbei – beanpruchen Sie auch noch für sich, weitere holocaustähnliche Ereignisse verhindern zu wollen. Ist doch ganz toll, nicht wahr. Guten Abend noch, und viel Erfolg beim Reflektieren.

    • Florian Müller sagt:

      Ich danke für ihre guten Wünsche und reflektiere Ihre Antwort. Sie dürfen mir Schubladen und einen überheblichen Stil vorwerfen und Sie können nicht wissen, wie ausführlich ich seit Jahren mit Einzelschicksalen wie jenem Nadjaris mitfühle (La Traversée de la nuit). An den Puristen stört mich das diktatorische Gebot, die herrschende Geschichtsauslegung zu reproduzieren oder zu schweigen.

  • Martin sagt:

    Dieser Text passt prima in unsere Zeit! Während des WWII ging es um viel mehr, als bloss Judenvernichtung. Die ganze Geschichte ist viel komplizierter, als sie heute dargestellt wird. Alles was von damals übrig blieb, sind die Erinnerungen an die KZ’s und die Judenvernichtung. Alles andere wird ausgeblendet. Wie in einem Hollywood Film. Sicher, das Ganze war sicher sehr grausam und für uns kaum vorstellbar. Trotzdem gab und gibt es das immer wieder. Komischerweise wird nie so über den Kommunismus berichtet. Den Gulag, den Holodomor oder dergleichen. Heute werden Gräueltaten durch fundamentale Moslems oder Drogenkartelle begangen. Will man dagegen vorgehen, wird man immer als Nazi und Rassist beschimpf. Ich frage mich manchmal, was sich solche Leute überhaupt denken, wenn sie so was sagen?

    • herbert meier sagt:

      so ein schwachsinn. ein kurzer artikel hat platz, um ein thema aufzugreifen. nicht mehr, nicht weniger. dass hier keine komplette aufbereitung der weltgeschichte von 1920 bis 1945 abgehandelt werden kann, ist jedem 12 jährigen klar. und von einem gutheissen des kommunismus kann ich auch nichts lesen.

      „das ganze war sicher sehr grausam“ ach echt? woher haben Sie das denn? ich dachte immer, die hatten da viel spass und freude.

      übrigens sind dealer geld- und/oder machtgeile, sicher aber kriminelle geschäftsleute; fundis hingegen sind religiös, kulturell, politisch … verblendete ideologen. z.b. rassisten.

  • V. Lehmann sagt:

    @Moser: Haben Sie verstanden, dass es im Artikel um den heute beliebigen Gebrauch des Begriffs Faschismus geht? Oder machen Sie nur Propaganda in eigener Sache wie auf Ihrer Website? Wer Ihre Site kennt und Ihre Worte hier liest, weiss, dass der Kommentar antisemitisch ist. Sie teilen Ihre wirkliche Gesinnung (schlecht) verdeckt mit, indem Sie Palästinenser instrumentalisieren. Dabei ist Ihre Aussage doppelt perfide: Sie stellen sich als Palästinensersympathisant dar und weisen mit dem Finger auf den Staat Israel (um den es im Artikel gar nicht geht) und Juden. Damit versuchen Sie, den Holocaust zu relativieren. Sie bringen aber keine historischen Fakten, keine Zusammenhänge, rein gar nichts. Nur denselben müden alten Hass, wie es ihn seit Jahrtausenden gibt.

    • Florian Müller sagt:

      @ Lehmann. „…. um den heute beliebigen Gebrauch des Begriffs Faschismus ….“ Sie meinen den nationalsozialistischen Faschismus und den müsste man mal allgemein definieren. Meinerseits verbinde ich damit Begriffe wie Herrenmensch, auserwähltes Volk, Eroberung von Wohraum im Osten, Einsperren der Untermenschen in Ghettos (Freiluftgefängnisse), Zwangsumsiedlung für Wohraum der eigenen Rasse. Unterdrückung anderer Rassen, massive Vergeltung bei Gegenwehr (Auge um Auge, hundertfach multipliziert), Heirat und Fortpflanzung nur innerhalb der eigenen auswählten Rasse, Gehorsam in einer hierarchischen Stammesgesellschaft und eine gemeinsame Geisteshaltung oder Religion als Basis. Überall, wo diese Ingredienzen vorhanden sind, gilt für mich Faschismus- und Genozid-Alarm.

    • Martin sagt:

      @Lehmann: Faschismus ist kein Merkmal der Nazis, das gibt und gab es auch im Kommunismus. Auch schon früher gab es das. Es gab immer wieder Könige, Zaren, Führer, die versuchten, eine einheitliche Bevölkerung zu generieren. Ich meine ja nur, aber Kurden sind doch auch Moslems, aber in der Türkei haben sie einen schweren Stand. Hutu und Tutsi sind beides Afrikaner, trotzdem haben die einen die anderen im grossen Stil abgeschlachtet. Wo ist da der Unterschied zu den Nazis? Ach ja richtig, die Opfer waren die „heiligen“ Juden! Diese haben danach einen eigenen Staat bekommen und ihre Politik heute, ist nicht wirklich eine Vorzeigepolitik. Man musste ja unbedingt ein Land im muslimischen Gürtel haben…

      • V. Lehmann sagt:

        @Martin/Florian: Mein Kommentar bezog sich auf den Kommentar von Roland K. Moser weiter unten. Moser hat die Website nsdaps.ch betrieben und sie später in in nsp-pns.ch umbenannt. Der Inhalt der Site ist eindeutig, schon rein die Aufmachung und die Symbole. Moser ist daher sicherlich kein Sympathisant der Palästinenser. Er stellt sich hier nur als einer dar und benutzt sie für seine Sache. Weiter, wenn ich Fremdenhass, Rassismus und Antisemitismus sehe, und auch, wie in Mosers Zeilen, Bigotterie, dann brauche ich kein intellektuelles Geschwurbel, um das zu erklären, sondern nenne es beim Namen. Ihr zwei solltet wirklich zuerst lesen, bevor ihr auf Kommentare antwortet.

  • Robert sagt:

    An den bereits abgegebenen Antworten lässt sich prima erkennen, woran das wahrhaftige Realisieren dieses Stücks Geschichte scheitert:
    Es wird gar nicht mehr ernsthaft versucht, aufzunehmen, was genau passiert ist. Man schaut über all die grausamen Details hinweg, hin zur Gegenwart und zieht seine makaberen Schlüsse, Vergleiche und Relativierungen.

    Den Holocaust als Ereignis, einmal losgelöst von der Gegenwart zu betrachten, das scheint für die meisten zu banal geworden zu sein. Und genau diese Banalität degradiert ihn zu einem Gefäss, in das jeder nonchalant seine eigenen Ansichten hineinprojiziert.

  • Hansres Hählen sagt:

    Herr Haltiner, Herr Moser,
    Ihre „Bemerkungen“ reichen nicht. Ich erlaube mir anzunehmen, dass Sie nach dem zweiten Weltkrieg und den Nazigräueln geboren sind und diese Zeit nicht erlebt haben. Gegen vergessen, verwischen und vernebeln ist der Artikel geschrieben.

  • Homo Erektus sagt:

    Schrecklich wie tief das „Primitive“ eben in den Menschen drin steckt. Seit jeher sind Menschen sich gegenseitig am Töten für irgendeine schwachsinnige Ehre. Greuel über Greuel häuften die Zeiten. Mit dem Holocaust und dem 2. Weltkrieg hat das perfektionierte ja industriealisierte Morden seinen Zenith „hoffentlich“ erreicht. Abgewöhnung ist verdammt so schwierig wie das kopflose Mitlaufen nach dem Motto Augen zu und durch. Der Frieden gewinnt sowieso. Mit oder ohne Menschheit.

    • Florian Müller sagt:

      Der Frieden gewinnt, aber eher ohne Menschheit. Denn vorher wird das industrialisierte Morden vom automatisierten Morden abgelöst, in Form von Drohnen, gezielten Tötungen und dem Roboterkrieg. Man könnte die daran beteiligten Industrien und Länder/Nationen benennen, wenn das nicht die politische Korrektheit dieser Kommentare verletzen würde.

      • Homo Erektus sagt:

        Insofern unterscheidet sich Ihr Kommentar von meinem. Ich lasse die Zukunft offen und hoffe auf die Menschheit, auch wenn vieles dagegen spricht. Vor dem Frieden „ohne Menschheit“ kommt erfahrungsgemäss auch die Vernunft der Menschheit wieder Oberwasser. An dieser fehlt es bisweilen doch schon wieder ziemlich stark, denke ich.

  • Matthias Berger sagt:

    Die beiden bislang eingegangenen Kommentare machen leider auf tragikomische Art sichtbar, wie recht der Autor mit seiner Aussage zu den –
    nunmehr gehäuften – schiefen Zweitweltkriegsvergleichen hat. Bezeichnend auch, dass besagte Vergleiche von Leuten aus (wie ich vermute) entgegengesetzten politischen Lagern kommen.

  • Kurt Haltiner sagt:

    Da mittlerweile ja jeder, der sich z.B. kritisch zur Einwanderung äussert, sofort als Nazi tituliert wird, muss man sich nicht wundern, wenn sich solche „Fehlgriffe“ häufen…

  • Martin Frey sagt:

    Danke für den seit langem fälligen Artikel, Hr. Pöhner.
    In der Tat ist es leider zu befürchten, dass sich auch diese Geschichte wiederholt. Da der Mensch bekanntlich aus der Geschichte nicht zu lernen pflegt. Den Juden ist das nur zu gut bewusst, nämlich dass sie sich, tausend Lippenbekenntnissen zum Trotz, letztendlich nur auf sich selbst verlassen können.
    Der ‚alte‘ Antisemitismus von Rechtsaussen ist bekannt und als solcher einzuordnen, weil er in Europa absehbar nicht mehrheitsfähig sein wird. Tückischer ist der linke Antisemitismus, typischerweise als propalästinensischer Antizionismus verbrämt. Sowie der massenweise importierte, weitverbreitete, muslimische Antisemitismus. Beides profitiert von ganz viel politisch korrekter Nonchalance, und wird nicht als das adressiert was es ist.

    • Fredy Mader sagt:

      Tragischerweise haben sie recht, auch wen man hofft, dass es nicht wahr wäre

      • herbert meier sagt:

        frey, ziemlich geschmacklos von Ihnen, wenn Sie unter einem solchen artikel mal kurz vom linken antisemitismus schwadronieren.

        2 wochen, nachdem neonazis und faschos in den deutschen bundestag eingezogen sind, relativieren Sie mal kurz die gräuel des fascho-staats der nsdap und lenken mit billigen vorwürfen auch gegen die flüchtlingspolitik ab.

      • Martin Frey sagt:

        Ich bezweifle ehrlich gesagt, dass Sie die Thematik wie auch meinen Beitrag verstanden haben, Herr Meier. Denn gerade die inflationäre Verwendung von ‚fascho‘-Begriffen wie bei Ihnen ist Teil des Problems.

      • herbert meier sagt:

        volkstümlerische hetze ist allenfalls für Sie anständig bürgerlich. für mich nicht. denn wie es oben so schön geschrieben steht: auch die nazis haben klein angefangen.

      • Martin Frey sagt:

        @meier
        ‚volkstümlerische hetze ist allenfalls für Sie anständig bürgerlich‚
        Ich sag ja, Sie haben meinen Text nicht mal ansatzweise verstanden. Obwohl ich Ihnen bei der AfD, die hier nicht das Thema ist, nicht mal widerspreche. Aber die Rechte haben nicht das Monopol auf Antisemitismus und Hetze. Da Sie dies aber nicht erkennen können, dafür ständig anderen Leuten irgendwelche Dinge in den Mund legen, erübrigt sich wohl jeder weitere Diskurs.

      • herbert meier sagt:

        Sie behaupten oben, dass ein linker antisemitismus gefährlicher ist, als was die rechtsausleger momentan darstellen. was soll dabei unverständlich in Ihrer aussage sein? sie implizieren damit u.a. dass linker antisemitismus weitverbreitet sein soll. kritik an der israelischen okkupationspolitik hat aber nur nichts mit antisemitismus zu tun.

        geschmacklos zum obigen artikel, haltlos und verharmlosend sind ihre aussagen.

    • Florian Müller sagt:

      @ Frey. ‚Alter‘ Antisemitismus von Rechtsaussen, linker Antisemitismus, propalästinensischer Antizionismus, sowie massenweise importierter, weitverbreiteter, muslimischer Antisemitismus. Das ist eine umfassende Auswahlsendung von definitionswürdigen Begriffen, die aber trotzdem der Komplexizität der Welt und des Problems nicht gerecht wird. Insofern betrachte ich Ihren Beitrag als prozionistische und antipalästinensische Propaganda für Erez Israel. Das bringt uns weder dem Frieden näher noch verhindert es eine Wiederholung des Holocaust.

      • Martin Frey sagt:

        Sie können ‚betrachten‘ wie Sie wollen, Herr Müller, das bringt Sie ‚der Komplexität der Welt und des Problems‘ keinen Deut näher. Es ist nur Ihre Meinung. Aber schön, beziehen Sie derart Position. Ich denke, es ist dadurch für alle klar, wie Sie denken und wo Sie stehen. Auch Sie sind mitgemeint, falls Sie sich das je fragen sollten. Was ich persönlich bezweifle.

      • Florian Müller sagt:

        @ Frey. Genau, ich habe eine Meinung und schreibe tatsächlich so, dass man sie sieht. Dabei stelle ich fest, dass Sie reflexartig Propaganda verbreiten und damit gegen Linke und Moslems hetzen. Was nicht dem Sinn der Artikels von Pöhner entspricht.

      • Martin Frey sagt:

        @müller
        Genau wie Sie Ihre Meinung haben, vertrete ich meine. Sie können diese gerne widerlegen, aber das tun Sie nicht. Wie ihr Kollege im Geist weiter oben schiessen Sie auf die Person und unterstellen allerlei Dinge die ich so nicht gesagt habe.
        Nochmals, Sie erkennen beide nicht, dass Leute wie Sie und Ihre Argumentationen letztendlich mit ein Grund für diesen Blog sind. Und ja, ich zumindest finde die geschickt verbrämte Hetze viel tückischer, als wenn irgendein glatzetragender Halbanalphabet irgendwelche Parolen brüllt. Dort fallen die wenigsten herein, anders zb als beim linken Antisemitismus. Dieser ist viel schwieriger zu durchschauen, weil er vordergründig anders daherkommt. Er stellt ja den Holocaust nicht in Frage, aber das berühmte relativierende ‚aber‘ folgt umgehend…

  • Lorenz Meier sagt:

    vielen Dank für diesen Artikel.
    in vielerlei Hinsicht ist er mehr als wertvoll.
    gegen das Vergessen in der Hoffnung dass es
    niemals wieder geschehen möge und dass die
    grossen und mächtigen Völker endlich alles
    tun um solche Schrecklichkeiten zu verhindern
    egal welche Volksgruppe das Opfer ist.

  • Roland K. Moser sagt:

    Der Völkermord an den Palästinensern und Rache.

    • Martin sagt:

      Zunächst sind dies nicht die gleichen Leute und so etwas wie eine Verantwortlichkeit eines Volkes für ein Verbrechen, das andere begehen / begangen haben gibt es nicht, im Gegenteil. Es ist absolut imperativ, dass die Leute dies verstehen und wir alles müssen alles daran setzen unser System so auszugestalten, respektive aufrecht zu erhalten, dass so eine Abscheulichkeit wie die Vernichtung von Millionen von Menschen im zweiten Weltkrieg niemals wiederholt. Das ist unsere Aufgabe und wir müssen sicherstellen, dass wir nicht aufgrund irgendwelcher Nebensächlichkeiten, wie unausschaffbarer Asylanten dieses Primärziel gefährden.

    • Hans Müller sagt:

      ? Da sind sie schon wieder, die unpassenden und völlig inadäquaten Vergleiche, verfasst von Menschen wie der Moser, die offenbar selbst dann ahnungslos durchs leben geistern, wenn sie solche Kommentare unter einem Text setzen, der deutlich zeigt, wie es war und warum solche Vergleiche einfach schamlos sind.

    • Martin Frey sagt:

      Nur falls Sie den Artikel gelesen haben sollten…. Sie sind mitgemeint, Herr Moser.

    • Jennifer sagt:

      Es ist nicht bekannt, dass Nadjari versucht habe, Rache zu nehmen. Diesen Satz haben Sie wohl überlesen. Der Gedanke an Rache ist in so einer Situation wie beschrieben wohl die einzige Restaggression, die einen noch am Leben hält, falls das Schicksal es erlaubt. So lese ich das.
      Der Gedanke an Rache ist nicht ein konkretes Rachenehmen selbst. Auch kann der griechische Auschwitzüberlebende Nadjari, der in New York Modedesigner und Schneider war, nicht für die Politik des Staates Israel verantwortlich gemacht werden. Es gibt Unterschiede, und diese sollte man angesichts solcher Dokumente besonders respektieren, finde ich.

      • Florian Müller sagt:

        @ Jennifer. Roland meint nicht Nadjari, er meint Ahmed, oder Mohammed. Vielen Palästinensern bleibt als „Restaggression“ nur der Gedanke an Rache für die vertriebenen Bauern, die niedergebrannten Dörfer, die erschossenen Kinder, die wegen Road Blocks Verstorbenen, die wegen der Road Blocks missgebildet geborenen Kinder, die drangsalierten Verwandten, die administrativ Eingesperrten, das Ghetto Gaza, die zwanghaft Umgesiedelten, die gezielten Tötungen und die Leiden des palästinensischen Volkes wegen der „Grossen Katastrophe“.

      • Jennifer sagt:

        @Florian Müller – Hier geht es aber um Nadjari, und es gibt einfach Leute wie den Roland und Sie, die anscheinend solch ein Zeugnis aus der Geschichte nicht zur Kenntnis nehmen können, ohne gleich andere Themen einzubringen, und die so eine Aussage eines Überlebenden sofort kontern und mit der Politik Israels argumentieren. Ich finde das sehr respektlos und degoutant. Ich bin kein Fan von israelischer Politik. Viele Juden sind es auch nicht. Ich fände hingegen gut, zu differenzieren. Das gilt auch für den Mohammed, und für stramme Eidgenossen ebenso. Mir graust ab der braunen Gesinnung in diesem Land. Es gibt sogar Leute, die erzählen allen Ernstes, das Dritte Reich wäre von der jüdischen Hochfinanz eingefädelt worden. Des Irrsinns ist anscheinend kein Ende. Wie unglaublich deprimierend.

      • Roland K. Moser sagt:

        Man kann den Titel als Aufruf zu Rache verstehen 🙂

      • Florian Müller sagt:

        @ Jennifer und alle anderen Puristen. Ja, Ralph Pöhner schreibt über Nadjari und dieser Bericht ist wichtig und allzugut begründet. Aber Geschichte wiederholt sich nie im gleichen Gewand und gleichzeitig muss es uns erwachsenen, denkenden und mitfühlenden Menschen erlaubt sein, in dieser Kolumne sowohl unsere Meinung darzulegen als auch das Thema zu reflektieren. Der Holocaust, nach Judenpogromen weltweit, ist einmalig und wird sich so nicht wiederholen. Eher wird der Gonozid an den Armeniern zu Ende geführt. Die Leben von Homosexuellen, Roma. Linken, Gewerkschaftern und Behinderten sind weltweit bedroht. Wer ein dem Holocaust vergleichbares Ereignis verhindern will, darf vor den Anfängen die Augen nicht verschliessen: Kurden, Rohingya in Burma, Palästinenser in Israel und Palästina.

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