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«Das isch Bärn, Baby»

Ein Hauptstädter geht von Bord und verabschiedet sich mit einem Berner Alltags-Bilderbogen.

Wir kennen die Bilder der Lauben, des Hans von Thann, der Gurtenmeute oder der Aareschwimmer. Doch auf den täglichen Spaziergängen durch die Stadt Bern wurden meine Sinne, auch seit der Erfindung des «Hauptstädters», für die absurden und lustigen Ecken dieser Stadt geschärft. Und von diesen gibt es viele, wie eine kurze Sichtung des Bild-Speichers meines mobilen Telefons ergeben hat.

«6314 Unterägeri regiert»: Der freundliche Fanwalk der Luzerner Fans anlässlich des Cupfinals 2012 hatte eine feindliche Übernahme zur Folge, wie der schöne Kleber bei der Nydegg-Brücke bewiesen hat.

Leben im Glashaus: Hier, direkt unter der zuweilen bedrohlich splitternden Glasscheibe, entstanden viele der «Hauptstädter»-Beiträge, zumal in den heissen Tagen des Sommers 2013.

Amerikanische Roteiche: Jüngst zeigte der Baumflüsterer dem «Bund» die besonderen Bäume Berns. Nicht in der Liste ist der Gefahrenherd bei der Polizeiwache Ostring, der eines der schönsten Warnschilder der Stadt Bern zur Folge hat.

Der Politkragen: Das beste Wahlkampfhemd aus dem Gemeinderatswahlkampf ist auch im aktuellen Grossratswahlkampf präsent. Ob der Kragen dieses Mal erfolgreicher ist?

Jesus is on my side: Der Jesus, der die spektakuläre Toilette in der Cesary-Bar verziert hatte, war einst auf der Seite der «Playboys», . Mittlerweile hat das Wording geändert, und Jesus hat auch abgedankt.

Zeitungslektüre: Der Beweis, dass Zeitungen im öffentlichen Raum nicht verschwunden sind.

Der «BZ»-Bogen: Was der Grand-Prix in der Münstergasse jeweils hinterlässt.

Imbiss: Einer der freundlichsten Imbisse dieser Stadt ist der Tano-Laden an der Breitenrainstrasse. Man sollte ihn auch in Zeiten der In-House-Migros weiterhin supporten (wie auch der Tano-Spin-off Canarino an der Schönburgstrasse).

Bärner Müntschi: Ein historisches Dokument: Die «Bärner Mitti» steht kurz vor der Eröffnung.

T-Shirt-Kultur: Wer hat die schönsten T-Shirts in dieser Stadt? Es ist der Kleiderschrank am Theaterplatz, der mit dem Slogan wirbt: «Wär dr Kleiderschrank nid kennt, isch no nid lang gnue dür’d Stadt grennt!»

Directors Cut: Das Zahnarzt-Werbefenster in der Marktgasse.

In dem Sinne, wünsche ich Ihnen viele weitere Stadterkundungen mit dem «Hauptstädter» und überhaupt alles beste.

Benedikt Sartorius

Benedikt Sartorius lebt seit dem Transfer aus dem Oberland in Bern und hat seit einiger Zeit Frieden mit der Stadt geschlossen. Eine gewisse Neigung zum Sandstein- und Laubenallergiker ist aber immer noch spürbar.


Publiziert am 28. Februar 2014

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1 Kommentar

  1. Philipp Rittermann says:

    geil. wobei der warnhinweis bei palmen angebrachter wäre – aber gut – die wachsen ja nicht, in bern.

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  1. Philipp Rittermann says:

    geil. wobei der warnhinweis bei palmen angebrachter wäre – aber gut – die wachsen ja nicht, in bern.

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