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  • Käser bei der Meinungsbildung im Videoarchiv des SRF.

  • Alarmstufe Rot: Käser fährt Augenbrauen aus.

  • Käser bei verzweifelter Recherche über den Zusammenhang zwischen Gewalt im Sport und Reithalle.

  • Wenn die Augenbrauen nicht mehr reichen: Käser nimmt Hand zur Hilfe.

  • Käser sichtet die neusten Berichte über die IG Gewalt.

  • Käser denkt sich neue Fakten aus.

Können diese Augenbrauen lügen?

Polizeidirektor Hans-Jürg Käser hat Neues über Berns Szene der Gewalttätigen herausgefunden.

Es gibt verschiedenste Warnsignale. Sie reichen von der einfachen Fahrradklingel bis hin zur Katastrophenalarm-Sirene. Doch spätestens wenn Hans-Jürg Käser seine Augenbrauen in die Höhe schiessen lässt, so dass sie fast im Haaransatz zu verschwinden drohen, sollte jedem klar sein, dass höchste Gefahr im Anzug ist.

Seit im Kanton Bern über das Hooligan-Konkordat diskutiert wird, stehen die Augenbrauen des Polizeidirektors im Dauereinsatz. Zuletzt konnte man sie bei «Schweiz aktuell» über Käsers Stirn huschen sehen. Der Anlass war entsprechend brisant. Käser trat mit überraschenden Insiderinformationen an die Öffentlichkeit. Anscheinend würden «Gewaltbereite aus der Szene, zum Beispiel rund um die Reithalle» systematisch Schweizer Stadien abklappern und für Randale sorgen.

Man würde die Behauptung wohl als Verschwörungstheorie abtun, wenn Käsers Augen dabei nicht so alarmierend weit geöffnet wären. Es gibt also eine Allianz zwischen Reitschulgängern und gewaltbereiten Fussballfans. Weil Käser leider noch keinen griffigen Namen für diesen Zusammenschluss bekanntgegeben hat, nennen wir ihn doch einfach IG Gewalt.

Die IG Gewalt geht also regelmässig auf Kaperfahrt, tingelt zwischen den Schweizer Stadien hin und her und sorgt allgemein für Angst und Schrecken. Wenn Sie jetzt an Captain Hook oder an einen zottelhaarigen Johnny Depp denken müssen, dann ist Ihnen wohl der Ernst der Lage nicht bewusst. Ein Blick auf Käsers gehisste Augenbrauen machen diesen mehr als deutlich.

Da die Bevölkerung nun über die Piraterie im Schweizer Fussball aufgeklärt wurde, dürften die Stadien in der Rückrunde deutlich weniger gut besetzt sein. Die stadienfreie Zeit werden die verängstigten Fussballfans wohl dazu nutzen, ihre Stimmunterlagen käsergerecht auszufüllen und ihre Türen vor der IG Gewalt zu sichern.

Hans-Jürg Käsers Augenbrauen werden wahrscheinlich erst wieder auf Halbmast sinken, wenn das Hooligan-Konkordat in Bern eingeführt wird. Dennoch dürfte die Geschichte bei der Bevölkerung einen schalen Nachgeschmack hinterlassen. Denn was für schaurige Allianzen blieben bisher unentdeckt? Was für komische Koalitionen lauern im Dunkeln?

Brainstormt etwa Alexander Tschäppät mit Komikerkollege Erich Hess über Scherze über Minderheiten (IG Asylantenwitz)? Oder organisiert Reto Nause insgeheim Partys für Jugendliche (IG Nachtruhestörung)? Bisher blieb ein Statement des Polizeidirektors zu diesen Szenarien aus. Auch auf die Einschätzung der Gefahr per Augenbrauen-Barometer wurde verzichtet.

Martin Erdmann

Martin Erdmann


Publiziert am 8. Januar 2014

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8 Kommentare

  1. nobes says:

    Danke Herr Erdmann für diese wunderbaren Zeilen. Die Behauptungen von Käser im speziellen aber auch anderer Politiker im Zusammenhang mit dem Hooligankonkordat stimmen mich sehr bedenklich. Da werden auf dem Buckel zahlreicherer Unschuldiger wegen ein paar Idioten – welche es aber tatsächlich nicht nur rund um Fussballstadien geben soll – Gesetze und Massnahmen ausgearbeitet, dass einem als freiheitsliebenden Menschen in einer Demokratie nur so die Haare zu Berge stehen.

  2. Clemens Battaglia says:

    Eh ja, süffig geschrieben, aber halt am Thema vorbei! Die “Fanarbeiter” (bewusst in Klammern geschrieben) hatten jetzt Jahre Zeit, endlich die Szene so zu gestalten, dass Auswüchse nicht mehr vorkommen. Resultat? Bewusste Provokationen (Fanmärsche, Pyros), weiterhin Randale und Zerstörung! Mir ist schnurz, woher diese Leute kommen und Polizeiaufgebote sind mir nicht sympathisch. Aber der Wecker ist abgelaufen und es ist an der Zeit, gegen die Unverbesserlichen mit aller Härte vorzugehen. Fertig mit Schönreden!

    • Mark Buehrle says:

      Lieber Herr Battaglia, es dürfte Einigkeit darüber herrschen, dass gegen die Unverbesserlichen mit aller Härte vorgegangen werden soll. Erklären sie uns in diesem Zusammenhang aber bitte noch, inwiefern das Konkordat dazu genau beiträgt. Sollen 99,9% der Spielbesucher bestraft und rechtsstaatliche Grundsätze ausgehebelt werden für ein Massnahmenpaket, das rein gar nichts bringt, ausser friedliche Menschen zu schikanieren und einem populistischen Polizeidirektor als Wahlplattform zu dienen?

    • nobes says:

      Wenn sie schon am kleinlich tun sind. Fanarbeiter haben sie nicht in Klammern geschrieben sondern in Anführungszeichen.
      Zeigt ihr kurzfristiges Denken auf. Fanmärsche können bereits heute ohne zusätzlich Gesetze verboten werden. Randalierer können bereits heute ohne zusätzliche Gesetze dingfest gemacht werden. Aber wie sie das ohne Polizeiaufgebot bewerkstelligen wollen, ist mir absolut schleierhaft. Und auch das gibt es heute schon.
      Fazit: selten eine sinnbefreitere Gesetzgebung gesehen als beim Konkordat

    • Adrian Werren says:

      Herr Battaglia, ich darf Sie gerne einmal Einladen um die Arbeit der Fanarbeiter (bewusst NICHT in Anführungszeichen geschrieben, dafür diese Anmerkung bewusst in Klammern) in der Praxis kennen zu lernen. Denn offensichtlich haben Sie keine Ahnung was ein Fanarbeiter macht. Zudem: In Bern gab es in den letzten Jahren 2 nicht bewilligte Fanmärsche. Ausser viel Abfall und teils unschönem urinieren in Vorgärten ist nichts weiter passiert. Als die Holländer dasselbe taten war die ganze Stadt begeistert…Die Ausschreitungen am Cupfinal hätte auch das neue Konkordat nicht verhindert

  3. Pino Koali says:

    Herr Werren hat absolut recht!
    Dass die Kravallmacher hart rangenommen werden sollten steht ausser Diskussion! Jedoch werden alle anderen, friedlichen Stadionbesucher durch die Konkordatsverschärfungen übelst getroffen! Wenn man Krebs heilen will, tötet man ja auch nicht jeden krebskranken? Die Lösung scheint ja schön (keine Krebskranken) aber der Weg dorthin ist schlicht und einfach der falsche! Wenn wir den schweizer Fussball noch unattraktiver machen wollen, dann müssen wir wohl ja sagen! Aber es kann ja nicht sein, dass wegen 20-30 Habaschen, ganze 30’000 Leute leiden müssen??? Eine Gesetzesänderung, ok! Polizei im stadion? Ok! Aber bitte lasst doch die Friedlichen freidlich sein und ihren Match gewaltfrei geniessen! Merci

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  1. nobes says:

    Danke Herr Erdmann für diese wunderbaren Zeilen. Die Behauptungen von Käser im speziellen aber auch anderer Politiker im Zusammenhang mit dem Hooligankonkordat stimmen mich sehr bedenklich. Da werden auf dem Buckel zahlreicherer Unschuldiger wegen ein paar Idioten – welche es aber tatsächlich nicht nur rund um Fussballstadien geben soll – Gesetze und Massnahmen ausgearbeitet, dass einem als freiheitsliebenden Menschen in einer Demokratie nur so die Haare zu Berge stehen.

  2. Clemens Battaglia says:

    Eh ja, süffig geschrieben, aber halt am Thema vorbei! Die “Fanarbeiter” (bewusst in Klammern geschrieben) hatten jetzt Jahre Zeit, endlich die Szene so zu gestalten, dass Auswüchse nicht mehr vorkommen. Resultat? Bewusste Provokationen (Fanmärsche, Pyros), weiterhin Randale und Zerstörung! Mir ist schnurz, woher diese Leute kommen und Polizeiaufgebote sind mir nicht sympathisch. Aber der Wecker ist abgelaufen und es ist an der Zeit, gegen die Unverbesserlichen mit aller Härte vorzugehen. Fertig mit Schönreden!

    • Mark Buehrle says:

      Lieber Herr Battaglia, es dürfte Einigkeit darüber herrschen, dass gegen die Unverbesserlichen mit aller Härte vorgegangen werden soll. Erklären sie uns in diesem Zusammenhang aber bitte noch, inwiefern das Konkordat dazu genau beiträgt. Sollen 99,9% der Spielbesucher bestraft und rechtsstaatliche Grundsätze ausgehebelt werden für ein Massnahmenpaket, das rein gar nichts bringt, ausser friedliche Menschen zu schikanieren und einem populistischen Polizeidirektor als Wahlplattform zu dienen?

    • nobes says:

      Wenn sie schon am kleinlich tun sind. Fanarbeiter haben sie nicht in Klammern geschrieben sondern in Anführungszeichen.
      Zeigt ihr kurzfristiges Denken auf. Fanmärsche können bereits heute ohne zusätzlich Gesetze verboten werden. Randalierer können bereits heute ohne zusätzliche Gesetze dingfest gemacht werden. Aber wie sie das ohne Polizeiaufgebot bewerkstelligen wollen, ist mir absolut schleierhaft. Und auch das gibt es heute schon.
      Fazit: selten eine sinnbefreitere Gesetzgebung gesehen als beim Konkordat

    • Adrian Werren says:

      Herr Battaglia, ich darf Sie gerne einmal Einladen um die Arbeit der Fanarbeiter (bewusst NICHT in Anführungszeichen geschrieben, dafür diese Anmerkung bewusst in Klammern) in der Praxis kennen zu lernen. Denn offensichtlich haben Sie keine Ahnung was ein Fanarbeiter macht. Zudem: In Bern gab es in den letzten Jahren 2 nicht bewilligte Fanmärsche. Ausser viel Abfall und teils unschönem urinieren in Vorgärten ist nichts weiter passiert. Als die Holländer dasselbe taten war die ganze Stadt begeistert…Die Ausschreitungen am Cupfinal hätte auch das neue Konkordat nicht verhindert

  3. Pino Koali says:

    Herr Werren hat absolut recht!
    Dass die Kravallmacher hart rangenommen werden sollten steht ausser Diskussion! Jedoch werden alle anderen, friedlichen Stadionbesucher durch die Konkordatsverschärfungen übelst getroffen! Wenn man Krebs heilen will, tötet man ja auch nicht jeden krebskranken? Die Lösung scheint ja schön (keine Krebskranken) aber der Weg dorthin ist schlicht und einfach der falsche! Wenn wir den schweizer Fussball noch unattraktiver machen wollen, dann müssen wir wohl ja sagen! Aber es kann ja nicht sein, dass wegen 20-30 Habaschen, ganze 30’000 Leute leiden müssen??? Eine Gesetzesänderung, ok! Polizei im stadion? Ok! Aber bitte lasst doch die Friedlichen freidlich sein und ihren Match gewaltfrei geniessen! Merci

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