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Die Aura des Hamburgers

Die Stadt Bern verfügt über eine beachtliche Anzahl an Hamburger-Restaurants. An diesem Wochenende kann man diese imaginäre Meile gar bis zum Bea-Gelände verlängern, um die Aura des Hamburgers zu eruieren.

Kung Fu, Kapitel, Indiana oder das Café Kairo: Die Liste der Restaurants, die in Bern Hamburger als Spezialität anbieten, ist lang. So lang, dass man in der Innenstadt und den zugewandten Quartieren von einer Burgerfanmeile sprechen könnte, wenn man denn wollte.

Teil dieser imaginären Strecke, die glücklicherweise noch kein Restaurant der Kette Hooters beinhaltet, ist mit Sicherheit auch das legendäre Casa Marcello, wo es den ebensolchen Cheeseburger im Angebot hat. Wer bisher Angst vor dem Casa hatte, kann sich dank der Videoplattform Youtube nun niederschwellig ansehen, wie dieses Gericht an der Aarbergergasse hergestellt wird. Film ab:

Apropos Hamburger: Derzeit gastiert auf dem Bea-Expo-Gelände die Esoterikmesse. Was das mit Fastfood zu tun hat? Nun, allerhand, wie uns der geübte «Bund»-Leser mitteilt – und uns an eine Episode erinnert, die von Ane Hebeisen anno 2001 folgendermassen erzählt wurde: «Als nächstes steht mein Höhepunkt des Tages auf dem Programm. Ein Test. Ich möchte zunächst eine Aura-Fotografie von meiner Begleiterin, später von einem Fastfood-Hamburger erstellen lassen und die Ergebnisse anschliessend miteinander vergleichen. Meine Begleiterin ist skeptisch. Hamburger seien tot und hätten sehr wahrscheinlich keine Aura mehr. Also einigen wir uns auf einen Strauss frischer Petersilie aus der BEA-Küche. Auch die Aura-Fotografen sind etwas misstrauisch. ‘Wenn die Petersilie nicht mehr frisch ist, wird man nichts sehen’, geben sie zu bedenken, und ausserdem fänden sie meine Idee ziemlich kindisch. Ich setze mich durch, und wir stellen fest, dass die BEA-Petersilie nicht tot ist. Ja, in der Analyse der Fotografie wird ihr sogar eine erhebliche Aufrichtigkeit attestiert: ‘Die Petersilie gibt sich, wie sie ist’, beurteilt der Fotograf das Aurabild. Dass sie laut diesem auch spiritueller sein soll als meine Begleiterin, findet diese nur bedingt komisch.»

Welche Aura der Burger aus dem Casa Marcello ausstrahlt? Nun, das bleibt wohl für immer ein Mysterium.

Benedikt Sartorius

Benedikt Sartorius lebt seit dem Transfer aus dem Oberland in Bern und hat seit einiger Zeit Frieden mit der Stadt geschlossen. Eine gewisse Neigung zum Sandstein- und Laubenallergiker ist aber immer noch spürbar.


Publiziert am 29. November 2013

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1 Kommentar

  1. Philipp Rittermann says:

    es kann nur einen geben. der noch zu realisierende “mc phallus” mit einem von rindfleisch umhüllten schüblig gestopft in ein halbes pfünderli. mit viel zwiebeln, knoblauch und hot barbecue sauce. ohne verunstaltungen wie gürkchen, schlappe salatblätter und sonstige vegetarische auswüchse. jawoll. äh.

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  1. Philipp Rittermann says:

    es kann nur einen geben. der noch zu realisierende “mc phallus” mit einem von rindfleisch umhüllten schüblig gestopft in ein halbes pfünderli. mit viel zwiebeln, knoblauch und hot barbecue sauce. ohne verunstaltungen wie gürkchen, schlappe salatblätter und sonstige vegetarische auswüchse. jawoll. äh.

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