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Zurück in die Normalität

Nach diesem Wochenende will unser Autor nur eines: zurück in die schwingfestlose Normalität.

Dieses Wochenende war alles ein wenig anders. Man schaltete in aller Herrgottsfrühe den Fernseher an, wurde von einem gewohnt aufgekratzten Matthias Hüppi und einem rasenden Sascha Ruefer aufgeweckt, haute später im Alltag glücklicherweise ungeläufige Wörter wie «Ehrendame» oder auch «Siegermuni» in die Taste, sah, wie sich ein paar Männer an einem Kalbskopf gütlich taten, erhielt wüste Propaganda und Geschenke direkt vom Ort, der diesen Ausnahmezustand beschert hat.

Ja, das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest zu Burgdorf nahm einen kuriosen Platz ein an diesem Wochenende, und statt sorgsam gemixte Drinks oder richtiges Bier am letzten schönen Samstag im Jahr in der Stadt zu geniessen, sah man vor dem (inneren) Auge nur die Flaschen des Getränke-Premiumsponsors oder Ballermann-ähnliche Mischungen.

«Was hat das Schwingfest mit mir zu tun?», fragten wir einige Berner ExponentInnen aus Politik, Kultur und Sport im Vorfeld. Und nach diesem Wochenende darf ich nun – einigen tollen Schwingcharakteren hin oder her – antworten: herzlich wenig. Denn man hat das heimische Dorf mit den jodelnden Nachbarn nicht einfach grundlos verlassen und mit dem stadt-ähnlichen Leben eingetauscht.

Deshalb gehts nun rasch zurück in die schwingfestlose Normalität, die drei Jahre anhalten wird – ehe es nach «Estavayer» geht. Bis dahin möge die sogenannte «Swissness» abklingen.

Das Beitragsbild stammt von Tobias Anliker, der am Eidgenössischen für den «Bund» Impressionen vom Schwingfest gesammelt hat. Eine Bildsammlung finden Sie hier.

Benedikt Sartorius

Benedikt Sartorius lebt seit dem Transfer aus dem Oberland in Bern und hat seit einiger Zeit Frieden mit der Stadt geschlossen. Eine gewisse Neigung zum Sandstein- und Laubenallergiker ist aber immer noch spürbar.


Publiziert am 2. September 2013

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3 Kommentare

  1. Benedikt Sartorius says:

    Noch zur Präzisierung: Nach dem Gurtenfestival geht es mir jeweils ziemlich ähnlich. Doch neben der Menschenmenge gab es im Übrigen auch einen anderen gemeinsamen Nenner zwischen dem Gurten und dem Eidgenössischen: Der orange BKW-Hut wurde vielfach gesichtet.

  2. Jörg Frey says:

    Ich freue mich darüber, dass das Schwingfest so gut gelungen ist. Wenn ich die Bilder im Bund sehe, fällt mir die Streetparade in Zürich ein. Abfälle überall, ein Mann der sich nicht am geeigneten Ort erleichtert. Wenn dies am Schwingfest geschieht, sagt und schreibt man nichts. Nach der Streetparade wird in den Medien die Tonnen Abfall an erster Stelle genannt. Dann wird mit den Fingern auf die Jugendlichen gezeigt. Diese Jugendlichen sind eben die Kinder ihrer Eltern am Schwingfest. Wie geht das mit dem Erziehen?

  3. Roman says:

    “….und mit dem stadt-ähnlichen Leben eingetauscht.” Unsere schweizer Städte haben mehr Gemeinsamkeiten mit dem heimischen Dorf, als mit einer richtigen Stadt.

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  1. Benedikt Sartorius says:

    Noch zur Präzisierung: Nach dem Gurtenfestival geht es mir jeweils ziemlich ähnlich. Doch neben der Menschenmenge gab es im Übrigen auch einen anderen gemeinsamen Nenner zwischen dem Gurten und dem Eidgenössischen: Der orange BKW-Hut wurde vielfach gesichtet.

  2. Jörg Frey says:

    Ich freue mich darüber, dass das Schwingfest so gut gelungen ist. Wenn ich die Bilder im Bund sehe, fällt mir die Streetparade in Zürich ein. Abfälle überall, ein Mann der sich nicht am geeigneten Ort erleichtert. Wenn dies am Schwingfest geschieht, sagt und schreibt man nichts. Nach der Streetparade wird in den Medien die Tonnen Abfall an erster Stelle genannt. Dann wird mit den Fingern auf die Jugendlichen gezeigt. Diese Jugendlichen sind eben die Kinder ihrer Eltern am Schwingfest. Wie geht das mit dem Erziehen?

  3. Roman says:

    “….und mit dem stadt-ähnlichen Leben eingetauscht.” Unsere schweizer Städte haben mehr Gemeinsamkeiten mit dem heimischen Dorf, als mit einer richtigen Stadt.

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