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  • Interessanter Ort für ein Restaurant.

  • Der Braune Mutz gibt sein wohlverdientes Comeback.

  • Gölä Productions in der Matte.

  • Wer braucht in Zeiten der Smartphones noch ein «Natel»?

  • Die Frauenklinik zieht zurück in die Länggasse.

  • Elefant Schildger.

  • Bern neu platziert.

Bern neu zusammengesetzt

Bern neu gründen und neu zusammensetzen: Das wollen viele. Nun hats ein Weltkonzern vorgemacht, wenn auch unfreiwillig.

Es ist der grosse Sport in diesen frühherbstlichen Tagen: Man lädt ein neues Betriebssystem auf ein bestimmtes Smartphone, und schaut dann mal, welche Überraschungen der neue und vorinstallierte Apple-Kartendienst in der wohlbekannten Ortschaft bereithält.

Bern, so ergibt ein kurzer Überflug, bietet zwar weniger Spektakel als beispielsweise die Ansicht der Stadt Wien, aber ganz sauber haben die kalifornischen Vermesser doch auch nicht gearbeitet. Denn zuerst muss die Stadt überhaupt gefunden werden: Bern liegt nämlich gemäss dem Kartendienst nahe bei Thun, irgendwo im Niemandsland zwischen Hartlisberg, Oberdiessbach und Schiessstand.

Weiter markant: Der Braune Mutz gibt an der Genfergasse sein wohlverdientes Comeback und ersetzt die Weinbar Sassafraz, schwangere Frauen finden sich künftig wieder in der ehemaligen Uni-S ein, und wer ein Natel sucht, der fährt in die Schanzenpost, bzw. zum kryptischen Stichwort «Natel». Geschenkt ist natürlich auch das Restaurant Marzilibrücke, das sich mitten im Fluss befindet.

Fraglich bleibt, wieso in der Cinématte die Wegmarke «Gölä Productions» eingezeichnet ist. Und noch fraglicher scheint, wieso Tierparkdirektor Schildger mit einer eigenen Stecknadel – symbolisiert mit einem Elefanten – dargestellt ist.

Jedenfalls: Was viele wollen, so auch wir – nämlich Bern neu gründen, Bern neu zusammensetzen – das hat der Apple-Konzern bestechend vorgemacht und die Stadt in ein verwirrendes Raum-Zeit-Kontinuum gesteckt. Schön.

Falls Sie weitere iOS6-Bern-Schnitzer finden, nennen Sie diese im Kommentarfeld oder schicken diese an hauptstaedter(ätt)derbund.ch.

Links: «Apple blamiert sich mit Karten-Desaster», Spiegel Online

The Amazing iOS6 Maps, Tumblr

Benedikt Sartorius

Benedikt Sartorius lebt seit dem Transfer aus dem Oberland in Bern und hat seit einiger Zeit Frieden mit der Stadt geschlossen. Eine gewisse Neigung zum Sandstein- und Laubenallergiker ist aber immer noch spürbar.


Publiziert am 27. September 2012

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6 Kommentare

  1. Matthias Bucher says:

    Auch das ehemalige Restaurant “Dufour” an der Ecke Kasernenstrasse/Beundefeldstrasse ist laut Apple wieder auferstanden. Die Bewohner der sich heute dort befindlichen Privatwohnung werden wohl viel Freude daran haben.

  2. Hatto says:

    Lieber Beni

    Du zitierst Christian Kracht & du empfiehlst David Foster Wallace. Beides Schreiberlinge, die ich auch sehr mag und/aber leider schon alle Bücher von den beiden gelesen habe. Hast du mir noch einen weiteren Namen eines solchen Kalibers? Merssi.

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  1. Matthias Bucher says:

    Auch das ehemalige Restaurant “Dufour” an der Ecke Kasernenstrasse/Beundefeldstrasse ist laut Apple wieder auferstanden. Die Bewohner der sich heute dort befindlichen Privatwohnung werden wohl viel Freude daran haben.

  2. Hatto says:

    Lieber Beni

    Du zitierst Christian Kracht & du empfiehlst David Foster Wallace. Beides Schreiberlinge, die ich auch sehr mag und/aber leider schon alle Bücher von den beiden gelesen habe. Hast du mir noch einen weiteren Namen eines solchen Kalibers? Merssi.

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