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  • Alle weg: Verlassener Strassenzug in «28 Days Later».

  • Kein Knochen: Thunstrasse in der Sommersonne.

  • Zum Vergleich: Ein Sonntag in der Elfenau.

  • Ein menschenvernichtendes Virus? Nein, die Kirchenfeldbrücke in der Sommersonne.

  • Ein Werktag in der Elfenau? Nein, die Bundesgasse im August.

  • Kulisse für eine Zombieklamotte? Nein, der Theaterplatz.

Wo sind bloss alle?

Allein, allein: Wer sich statt an den Fluss in die Stadt bewegt, wähnt sich derzeit in einer Zombieklamotte.

Selbst die Fruchtfliegen machen einen trägen Eindruck. Die Schwalben wechseln sich in kurzen Schichten ab, um sich beim Schlaufenziehen nicht zu überanstrengen. Es ist heiss, wahnsinnig heiss. Und wer sich trotz der Hitze entscheidet, durch die Strassen zu wandern, macht dieser Tage eine erstaunliche Entdeckung: Die Stadt ist verlassen. Man wähnt sich in einer Zombieklamotte, oder, etwas weniger fantastisch, an einem gewöhnlichen Werktag im Elfenauquartier.

Doch die Menschheit wurde nicht von einem Virus hinweggerafft, und der Altersdurchschnitt ist auch nicht schlagartig um 30 Jahre angestiegen. Die Bewohner der Stadt haben sich lediglich in die Mittelmeerregion verzogen oder über die Baumgrenze. Oder in die Aaresenke, wo die Badetücher dicht an dicht liegen.

Langeweile? Weltuntergangsstimmung? Von wegen. Ein Spaziergang durch diese leergefegte Szenerie ist allerfeinste Entschleunigungstherapie. Es herrscht ewiger Sonntag. Geniessen wir ihn, solange er da ist – das Ende der Sommerferien und der Hochdrucklage kommen noch früh genug.

Hanna Jordi

Hanna Jordi lebt in Bern seit 1985. Etwas anderes hat sich bislang nicht aufgedrängt.


Publiziert am 5. August 2013

6 Kommentare

  1. marie says:

    von mir aus könnte das 365 tag im jahr so sein. mir graut schon vor den dunklen, kalten zeit. aber bis dahin geniesse ich diese äusserst kostbare zeit, und meide das marzili 😉

  2. Hatto says:

    Schönes erstes Bild, schöner Mann. Anyway, bzw. vom Jura kommend machte ich gestern – wohlgemerkt – Sonntag einen Zwischenstop in Biel. Es war heiss aber die Stadt war total belebt, in den Cafés und Dönerbuden ein fruchtfliegendes emsiges Treiben. Ich dachte da auch an mein Rückkommen nach Bern & machte mich auf den leeren Schlund gefasst. 20 Minuten Zugfahrt und eine andere Welt. Es lebe Biel!

    • Michi Frey says:

      Dem Städtchen Biel fehlt wohl auch eine vergleichbar erfrischende Bademöglichkeit als Strassenfeger – oder will hier jemand allen Ernstes den Bielersee als brodelnde Glungge ins Feld führen?

  3. Philipp Rittermann says:

    also in zürich sind die leute auch unterwegs wenns ein wenig wärmer ist als sonst. meine persönliche theorie ist ja, dass die berner bei heissem wetter zu hause bleiben, weil sie befürchten, auf dem heimweg verdursten zu müssen. versuchen sie schneller zu gehen, auch wenns nur bis zum nächsten hahnen ist – das hilft!

  4. riffraffmaniac says:

    ich finde, das ist jetzt ein ganz total guter beitrag, der mich total super vorwärts bringt, erkenntnismässig, meine ich…., dummerweise habe ich das gelesen und dummerweise setzt sich seich einfach fest….naja alles ist überhitzt, auch die banalbloggerei….

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  1. marie says:

    von mir aus könnte das 365 tag im jahr so sein. mir graut schon vor den dunklen, kalten zeit. aber bis dahin geniesse ich diese äusserst kostbare zeit, und meide das marzili 😉

  2. Hatto says:

    Schönes erstes Bild, schöner Mann. Anyway, bzw. vom Jura kommend machte ich gestern – wohlgemerkt – Sonntag einen Zwischenstop in Biel. Es war heiss aber die Stadt war total belebt, in den Cafés und Dönerbuden ein fruchtfliegendes emsiges Treiben. Ich dachte da auch an mein Rückkommen nach Bern & machte mich auf den leeren Schlund gefasst. 20 Minuten Zugfahrt und eine andere Welt. Es lebe Biel!

    • Michi Frey says:

      Dem Städtchen Biel fehlt wohl auch eine vergleichbar erfrischende Bademöglichkeit als Strassenfeger – oder will hier jemand allen Ernstes den Bielersee als brodelnde Glungge ins Feld führen?

  3. Philipp Rittermann says:

    also in zürich sind die leute auch unterwegs wenns ein wenig wärmer ist als sonst. meine persönliche theorie ist ja, dass die berner bei heissem wetter zu hause bleiben, weil sie befürchten, auf dem heimweg verdursten zu müssen. versuchen sie schneller zu gehen, auch wenns nur bis zum nächsten hahnen ist – das hilft!

  4. riffraffmaniac says:

    ich finde, das ist jetzt ein ganz total guter beitrag, der mich total super vorwärts bringt, erkenntnismässig, meine ich…., dummerweise habe ich das gelesen und dummerweise setzt sich seich einfach fest….naja alles ist überhitzt, auch die banalbloggerei….

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