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Alle Schweizen in Bern

Eine Weltreise in Bern zu absolvieren ist ganz einfach – dank einem rechteckigen Kiesfeld zwischen Bernerhof und dem Westflügel des Bundeshauses. Allerdings: Die Reise bleibt einigermassen abstrakt.

Zwischen dem Bernerhof und dem Bundeshaus West findet sich ein eigentümlicher Kiesplatz. Ein vermeintlicher Freiraum, der vorab in den Badesaisons immerzu passiert wird von Marziligästen, die Richtung Bähnli bzw. Stutz spazieren. Einer, der natürlich nicht zum Selbstzweck vorhanden ist. Denn der Kiesplatz beherbergt die abstrakte Kunstskulptur «Die Schweizen in aller Welt» von George Steinmann. Wir zitieren die Info-Tafel:

«Auf der rechteckigen Fläche aus weissem Kies erheben sich fünf Gesteinsgruppen, jede einen der Kontinente verkörpernd. Der Eindruck der Harmonie, der sowohl von der Kiesfläche wie auch von den Steinen ausgeht, erklärt sich dadurch, dass die Masse der rechteckigen Fläche wie auch die Entfernung der Steingruppen zueinander und zur Umfassung den Regeln des goldenen Schnittes entsprechen.» Der Clou: «Die Steine der Skulptur stammen aus allen fünf Kontinenten und wurden aus Gebieten, Landschaften, Tälern und Hügeln und Orten entnommen, die den Namen ‘Schweiz’ tragen. Am Ort, wo der Stein entfernt wurde, steht nun ein gelber Wanderwegweiser mit der Distanzangabe nach der richtigen Schweiz. Die Bezeichnungen sind meist auf eine Ähnlichkeit mit der Schweizer Landschaft oder auf Schweizer Auswanderer zurückzuführen.» Konkret: Die Steine, die in fünf Gruppen auf dem rechteckigen kiesfeld zu finden sind, stammen aus Regionen wie Rantasipi Sveitsi, Klein Zwitserland, Swiss Quaimuk, America’s Little Switzerland oder Swiss Kecil.

Man braucht schon ein gutes Raumverständnis sowie ein ausgebufftes Vorstellungsvermögen, um die Welt in diesem unscheinbaren Kiesfeld wiederzuerkennen. So ist an diesem wahlweise sonnig und grauen Vormittag das Herz im Kies (mit der Inschrift «R + H») wesentlich leichter und vor allem universeller zu entziffern als die weltoffene Skulptur. Übrigens: Nicht dabei ist der Stein aus der Schweiz in Taiwan. Diese liegt nämlich im dortigen Tourisme Center.

Benedikt Sartorius

Benedikt Sartorius lebt seit dem Transfer aus dem Oberland in Bern und hat seit einiger Zeit Frieden mit der Stadt geschlossen. Eine gewisse Neigung zum Sandstein- und Laubenallergiker ist aber immer noch spürbar.


Publiziert am 28. Juni 2013

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5 Kommentare

  1. Philipp Rittermann says:

    gut. ich hatte ja schon 2 bier – aber was zur hölle heisst “alle schweizen in bern???!”

    • Benedikt Sartorius says:

      Das Kunstwerk heisst nun mal «Die ‘Schweizen’ in aller Welt», die dank den Steinen und der Auflistung nun eben alle in Bern zu finden sind. Aber ja, der Plural «die Schweizen» ist auch ohne Bier nicht ganz einfach, Herr Rittermann.

    • Philipp Rittermann says:

      danke für die aufklärung, herr sartorius. aber den begriff “schweizen” gibt es nicht; der plural von “schweizer” bleibt “schweizer”. ist herr steinmann legastheniker?

    • Philipp Rittermann says:

      danke, werter herr chef-tutor. trotzdem. logisch ist das nicht, wenn man steine “schweizen” nennt.

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  1. Philipp Rittermann says:

    gut. ich hatte ja schon 2 bier – aber was zur hölle heisst “alle schweizen in bern???!”

    • Benedikt Sartorius says:

      Das Kunstwerk heisst nun mal «Die ‘Schweizen’ in aller Welt», die dank den Steinen und der Auflistung nun eben alle in Bern zu finden sind. Aber ja, der Plural «die Schweizen» ist auch ohne Bier nicht ganz einfach, Herr Rittermann.

    • Philipp Rittermann says:

      danke für die aufklärung, herr sartorius. aber den begriff “schweizen” gibt es nicht; der plural von “schweizer” bleibt “schweizer”. ist herr steinmann legastheniker?

    • Philipp Rittermann says:

      danke, werter herr chef-tutor. trotzdem. logisch ist das nicht, wenn man steine “schweizen” nennt.

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