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Wäsche trocknen

Eine Aktion an der Kornhausbrücke bringt das Wäschetrocknen und die Wäscheleine zurück ins Berner Stadtbild.

Derzeit hängt an der Kornhausbrücke eine überdimensionierte Wäscheleine – mit schön weisser, überdimensionierter Wäsche. Die Leine wurde diesem Tweet nach heute Nacht an der Brücke angebracht. Doch wer hinter dieser Aktion steht, die einige Blicke auf sich zieht, konnte ich bislang nicht in Erfahrung bringen. Liegt hier eine Ausweitung der Street-Art vor? Ein neuer Ableger der Art Basel? Oder dann doch eine Aktion, die die virulente Frage «Wem gehört die Stadt?» aufgreift?

Nun denn: Auffallend ist jedenfalls, wie selten Wäscheleinen und die dazugehörige Wäsche in Zeiten der Tumblerisierung im Berner Stadtbild zu entdecken sind. Keine Wäsche beispielsweise im Finstergässchen (in Städten wie Genua würde auch an eher unwägbaren Gassen Wäsche getrocknet), keine öffentliche Wäsche auch bei einem kurzem Rundgang in der Lorraine (ausser im Waschsalon Jetwash), kurz: es scheint, man versteckt all die gewaschenen Kleider in den meist nicht gerade geliebten kellernden Waschküchen. Dabei trocknet die Wäsche an der frischen Luft und im öffentlichen Raum ganz wunderbar – wie es das weisse Nähwerk an der Kornhausbrücke derzeit beweist.

Benedikt Sartorius

Benedikt Sartorius lebt seit dem Transfer aus dem Oberland in Bern und hat seit einiger Zeit Frieden mit der Stadt geschlossen. Eine gewisse Neigung zum Sandstein- und Laubenallergiker ist aber immer noch spürbar.


Publiziert am 12. Juni 2013

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3 Kommentare

  1. Ella Müller says:

    “… wie selten Wäscheleinen und die dazugehörige Wäsche in Zeiten der Tumblerisierung im Berner Stadtbild zu entdecken sind…”
    Zu welcher Tageszeit, an welchen Wochentagen, bei welchem Wetter und wo waren Sie denn unterwegs?
    Wenn ich aus meinem Wohnzimmerfenster schaue, kann ich bei entsprechenden Kriterien die an mehreren Wäscheseilen aufgehängte Wäsche eines jungen Paares sehen und eine meiner Bekannten benützt in ihrem Garten regelmässig einen dieser grossen Spinnen-Wäscheständer mit Beton-Sockel.
    Die auf diese Weise zum Trocknen aufgehängte, Wäsche findet man natürlich eher nicht entlang der Hauptstrassen, sondern in Hinterhöfen, Gärten, …
    Und ich denke, auf Balkonen werden diese zusammenklappbaren X-Ständer regelmässig gebraucht, nur sind sie von der Strasse her nicht sichtbar.
    Doch, doch, die Wäscheleinen an der frischen Luft werden schon gebraucht in Bern, nur hatte man in den vergangenen Wochen wetterbedingt (noch) nicht allzu viele Gelegenheiten dazu…

  2. Marlise says:

    Herr Sartorius, sie sind ein Witzbold. Wie gerne würden wir Bernerinnen und Berner unsere Wäsche an die Sonne hängen, wenn sie denn auch schiene! Die fehlende Wäsche hat weniger mit der tumblerisierten Gesellschaft, denn mit der aktuellen Wetterlage zu tun.

  3. Benedikt Sartorius says:

    Also: Die Wäsche scheint getrocknet, jedenfalls ist die Leine seit heute Morgen nicht mehr da. Schade eigentlich.

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  1. Ella Müller says:

    “… wie selten Wäscheleinen und die dazugehörige Wäsche in Zeiten der Tumblerisierung im Berner Stadtbild zu entdecken sind…”
    Zu welcher Tageszeit, an welchen Wochentagen, bei welchem Wetter und wo waren Sie denn unterwegs?
    Wenn ich aus meinem Wohnzimmerfenster schaue, kann ich bei entsprechenden Kriterien die an mehreren Wäscheseilen aufgehängte Wäsche eines jungen Paares sehen und eine meiner Bekannten benützt in ihrem Garten regelmässig einen dieser grossen Spinnen-Wäscheständer mit Beton-Sockel.
    Die auf diese Weise zum Trocknen aufgehängte, Wäsche findet man natürlich eher nicht entlang der Hauptstrassen, sondern in Hinterhöfen, Gärten, …
    Und ich denke, auf Balkonen werden diese zusammenklappbaren X-Ständer regelmässig gebraucht, nur sind sie von der Strasse her nicht sichtbar.
    Doch, doch, die Wäscheleinen an der frischen Luft werden schon gebraucht in Bern, nur hatte man in den vergangenen Wochen wetterbedingt (noch) nicht allzu viele Gelegenheiten dazu…

  2. Marlise says:

    Herr Sartorius, sie sind ein Witzbold. Wie gerne würden wir Bernerinnen und Berner unsere Wäsche an die Sonne hängen, wenn sie denn auch schiene! Die fehlende Wäsche hat weniger mit der tumblerisierten Gesellschaft, denn mit der aktuellen Wetterlage zu tun.

  3. Benedikt Sartorius says:

    Also: Die Wäsche scheint getrocknet, jedenfalls ist die Leine seit heute Morgen nicht mehr da. Schade eigentlich.

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