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Béchamel – ein wertvolles Gut

Timballo di Maccheroni, köstlich und billig, hat das Potenzial zum Sommerhit. Das liegt wahrscheinlich vor allem an der Sauce.

Das heutige Rezept hab ich vor allem ausgewählt, weil’s irgendwie musikalisch klingt. «Timballo di Maccheroni»: klingt wie Trommeln des grossen Bruders der Macarena. Könnte mein Sommerhit werden. Nun, ein Timballo – oder Timbale auf Französisch – ist eine Art Pastete oder Auflauf, jedenfalls etwas, was in eine Form geschichtet und im Ofen gebacken oder im Wasserbad gekocht wird.

Der Timballo di Maccheroni ist eine Art Lasagne ohne Tomaten, sofern man für eine Lasagne die Anwesenheit von Lasagneblättern nicht zwingend voraussetzt. (Ich mache Lasagne immer nur mit breiten Pappardelle, weil das automatisch sehr viel saftiger wird.) Das Rezept hat meine Grossmutter wahrscheinlich aus einer Zeitschrift mit Italienschwerpunkt ausgeschnitten, denn es folgen darauf die Rezepte für Gnocchi mit Tomatensauce, Ossi bucci (sic!) und weisse Bohnen nach sizilianischer Art. Heutzutage zelebrieren Zeitschriften in der Schweiz diese Italien-Specials ja am liebsten Ende September, wenn alle aus ihren Toskanaferien zurückkehren. Keine Ahnung, ob das damals auch schon so war.

Für diesen Timballo, der für zwei Viel- oder drei Normalesser reicht, bratet man also 250 g Rindshack, 50 g Speckwürfeli, eine kleine Zwiebel und zwei Knoblauchzehen kurz in einer Bratpfanne an. Ein bisschen Salbei und Rosmarin, Salz, Pfeffer oder allenfalls eine Lieblingsgewürzmischung machen sich gut dazu.

Parallel dazu bereitet man eine Béchamelsauce zu, so ca. mit je einem Esslöffel Butter und Mehl und 3-4 dl Milch, und natürlich würzt man auch hier mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss. Das Fleisch mischt man dann mit dieser Sauce, und an diesem Punkt könnte man eigentlich noch zu den Bitterballen abzweigen, wenn einem plötzlich doch nicht nach Süden wäre.

Für den Timballo schichtet man nun aber abwechslungsweise gekochte Maccheroni (so ca. 200 g) und die Sauce in eine Gratinform, streut Parmesan darauf und überbäckt das 20 Minuten bei 200°.

«Mit Salat ist das ein köstliches und billiges Mittagessen,» steht am Schluss des Rezeptes. Ja, das ist wirklich eine sehr leckere Alternative zu einem Hörnliauflauf oder eben einer Lasagne. Béchamelsauce, ein Gut, das leider immer zu knapp vorhanden ist, kann halt schon sehr viel. Wenn ich es mir genau überlege, schmeckte mir noch nie etwas mit Béchamel nicht. Das ist jetzt keine Herausforderung.

Nicolette Kretz

Nicolette Kretz ist in Bern geboren, kehrte nach einigen Abstechern immer wieder hierhin zurück, arbeitet als Festivalleiterin und Autorin und kocht für den «Hauptstädter» Rezepte aus den Notizheften ihrer Grossmutter nach.


Publiziert am 12. Juni 2013

7 Kommentare

  1. Philipp Rittermann says:

    schönes rezept. meine gattin macht das hin und wieder – i’m loving it. das hackfleisch nach dem anbraten noch kurz mit amarone ablöschen, bevor es verpackt wird!

  2. Alessandro Orlando says:

    Mir läuft das Wasser im Mund zusammen! Dieses Gericht kennt man in Italien übrigens einfach als “pasta al forno”, wobei verschiedene Pasta-Formen verwendet werden können: Ziti, Penne, Maccheroni u.v.m.
    Da Teigwarengerichte älter sind, als die Verwendung der Tomate in Europa, handelt es sich beim von Ihnen präsentierten Rezept sozusagen um eine Urform eines italienischen Rezepts.

    • marie says:

      ja, aber die bechamel lasse ich weg – die mag ich gar nicht. einfach je nach menge 2-3 verquirlte eier anstatt bechamel verwenden. und ich mische noch gewürfelter provolone piccante darunter. eine wucht, die einem zur wuchtbrumme macht. 🙂

    • marie says:

      orlando! glauben sie mir, meine version hat mindestens soviel energie, wie die mit bechamel 😉 ohne gutes öl und anke läuft in meiner küche nämlich gar nix. die eier verquirrle ich zusätzlich mit pecorino oder einem guten, reifen grana. ne, ne. halte nichts von fettreduziertem zeugs. …ich mag bchamel einfach nicht, obwohl ich an und für sich alles esse, ausser sushi (obwohl auch das geht, wenn ich muss).

    • Alessandro Orlando says:

      Gut gut, sie haben mich überzeugt:-) Einfach ist Ihre Variante auch, ich werde sie mal ausprobieren. Wobei so ein Gratin eher für den Winter ist, bei diesen Temperaturen halte ich mich lieber an andere Köstlichkeiten.

  3. DB says:

    Dieses Rezept hört sich sehr lecker an, das werde ich nächstens ausprobieren. Nur frage ich mich, ob der Auflauf auch so schmackhaft wird, wenn man das Fleisch brät statt bratet! 😉

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  1. Philipp Rittermann says:

    schönes rezept. meine gattin macht das hin und wieder – i’m loving it. das hackfleisch nach dem anbraten noch kurz mit amarone ablöschen, bevor es verpackt wird!

  2. Alessandro Orlando says:

    Mir läuft das Wasser im Mund zusammen! Dieses Gericht kennt man in Italien übrigens einfach als “pasta al forno”, wobei verschiedene Pasta-Formen verwendet werden können: Ziti, Penne, Maccheroni u.v.m.
    Da Teigwarengerichte älter sind, als die Verwendung der Tomate in Europa, handelt es sich beim von Ihnen präsentierten Rezept sozusagen um eine Urform eines italienischen Rezepts.

    • marie says:

      ja, aber die bechamel lasse ich weg – die mag ich gar nicht. einfach je nach menge 2-3 verquirlte eier anstatt bechamel verwenden. und ich mische noch gewürfelter provolone piccante darunter. eine wucht, die einem zur wuchtbrumme macht. 🙂

    • marie says:

      orlando! glauben sie mir, meine version hat mindestens soviel energie, wie die mit bechamel 😉 ohne gutes öl und anke läuft in meiner küche nämlich gar nix. die eier verquirrle ich zusätzlich mit pecorino oder einem guten, reifen grana. ne, ne. halte nichts von fettreduziertem zeugs. …ich mag bchamel einfach nicht, obwohl ich an und für sich alles esse, ausser sushi (obwohl auch das geht, wenn ich muss).

    • Alessandro Orlando says:

      Gut gut, sie haben mich überzeugt:-) Einfach ist Ihre Variante auch, ich werde sie mal ausprobieren. Wobei so ein Gratin eher für den Winter ist, bei diesen Temperaturen halte ich mich lieber an andere Köstlichkeiten.

  3. DB says:

    Dieses Rezept hört sich sehr lecker an, das werde ich nächstens ausprobieren. Nur frage ich mich, ob der Auflauf auch so schmackhaft wird, wenn man das Fleisch brät statt bratet! 😉

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