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  • So residiert Ruedi: Königlich in der Gerechtigkeitsgasse.

  • Im zweiten Stock bei den Blumen, da liegt Ruedis Wohnung.

  • Ruedi pflegt den Chalet-Charme.

  • Bei Joerg, dem Mann mit Hut und Kunstverstand.

  • Nochmals bei Joerg.

  • Klein aber fein, so siehts bei Matthias aus.

  • Er wohnt an der Postgasse, wie ein Blick aus dem Fenster zeigt.

  • Jill und Fabian bieten ihre Wohnung in der Herrengasse an. Drittes Haus von rechts!

  • Ihr Trumpf: Die gemütliche Stube mit dem Sofa, aus dem man sich offenbar kaum mehr erheben will.

  • Sara und Rob wohnen in der Münstergasse. Ihr Vorteil: Der Markt beginnt gleich vor der Haustür.

  • Hell und modern ist es bei Sara und Rob.

  • Genau das richtige für den jungen, dynamischen Karrierenmenschen.

Residieren in der Hauptstadt-Altstadt

Exklusive Lage, geschlossene Gesellschaft? Mitnichten, werfen Sie mit uns einen Blick in die Berner Altstadt-Residenzen.

Sie sind jung und aufstrebend, und wollen einen ersten Eindruck des süssen Geschmacks dessen, was Sie sich einst leisten werden können? Sie sind Hochstapler und wollen an exklusiver Adresse zu Tisch bitten? Vielleicht sind Sie auch Berner Nachtleben-Aktivist und verstehen nicht, warum sich die Menschen in der Altstadt am Lärm stören?

Was auf Reisen in mehr oder weniger ferne Länder immer beliebter ist, ist auch in Bern möglich: Land, Leute und vor allem Wohnungen kennenzulernen, als teilnehmender Beobachter, als Resident auf Zeit in fremden Bleiben. Neben hoffentlich wohlverdienter Erholung gereicht eine Reise auf diese Art auch zur Horizonterweiterung. Etwas, was durchaus auch in der eigenen Stadt möglich ist.

Wir haben uns umgesehen, wie man so wohnt in der Altstadt. Behilflich war uns dabei wieder mal das Internet, ein Blick in fremde Wohnungen bietet zum Beispiel die Plattform Airbnb.ch. Hier könnten auch Sie ihre Wohnung anbieten, zu einem selbstbestimmten Preis. Oder eben eine geeignete Unterkunft finden, als Alternative zum Hotel.

Sind sie also Hochstapler, dann übernachten Sie bei Ruedi in der Gerechtigkeitsgasse. Fühlen Sie sich wie ein König im Altstadtchalet, zwischen Kronleuchtern und massiven Holzmöbeln. Repräsentativ ist auch die Wohnung von Joerg, dem Mann mit Hut, an der Kramgasse. Hier können Sie ihre Gäste gleich noch mit ihrem Flair für Kunst beeindrucken. Jedoch ist auch so ein Kurzaufenthalt in der Altstadt schon nicht ganz günstig: 120 Franken pro Nacht bei Ruedi, exakt 163 Franken bei Joerg.

Mit etwas weniger Opulenz müssten sie sich bei Matthias zufrieden geben. Dafür geniessen sie einen fantastischen Blick in die Postgasse und die Nacht bekommen Sie schon für 75 Franken. Die Wohnung ist klein, für das letzte Glas Rotwein nach einem romantischen Tête-à-tête scheint sich das Zimmer mit dem Doppelbett-Sofa aber vorzüglich zu eignen.

Gleich zwei Trümpfe in der Hand haben Fabian und Jill in der Münstergasse: die Stube und die Lage. Falls sie der Anziehungskraft des Fellsofas und der Holzbalken tatsächlich widerstehen können, ist das Fariboles nicht weit. Und in Sachen Gemütlichkeit steht das Café der Wohnung sicher nur wenig nach. Für 80 Franken ist eines der drei Zimmer das Ihrige, für eine Nacht.

Hell und modern ist es bei Sara und Rob an der Herrengasse . Genau das richtige also für den jungen, dynamischen Karrierenmenschen, der 150 Franken für eine Übernachtung übrig hat. Für ein gesundes Leben ist gesorgt, der Bio-Markt befindet sich gleich vor der Haustür.

Wagen Sie also eine Mini-Ferienreise in die Altstadt und gönnen Sie sich eine Nacht, zu Gast bei Fremden. Kehren Sie bereichert und, je nach Disposition, geläutert zurück: Auch wenn sie exklusiv wohnen, leben hier Leute, die Mensch geblieben sind.

Christian Zellweger

Christian Zellweger geht seit 2010 unter den Lauben Berns und schaut, wer auch schaut.


Publiziert am 22. April 2013

1 Kommentar

  1. Philipp Rittermann says:

    mich graust es immer wohlig ob der unterirdischen verliesse in der altstadt, die, meines nichtwissens, von garstigen folterkellern, zu underground-shops umgebaut wurden, oder so.

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  1. Philipp Rittermann says:

    mich graust es immer wohlig ob der unterirdischen verliesse in der altstadt, die, meines nichtwissens, von garstigen folterkellern, zu underground-shops umgebaut wurden, oder so.

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