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Ostern auf Russisch

Der Ostertisch der Familie Kretz ist reich befüllt. Auch kulinarische Traditionen aus Russland haben Platz.

Obwohl wir eine gänzlich unreligiöse Familie sind, wird bei uns jede Gelegenheit am Schopf gepackt, um Traditionen aufzufahren – kulinarische Traditionen. Das ganze Deko-Zeugs fährt zwar mit, jedoch bloss als Daseinsberechtigung für das, was aufgetischt wird. Seit ich denken kann, ist das an Ostern neben einem Biskuithasen und einem Anis-Cake auch eine russische Passcha (sprich: Paska). Genauer genommen sind’s zwei russischen Paschen (?) – eine mit und eine ohne kandierte Früchte.

Für diese Quarkspeise schwärmte schon meine Grossmutter und so finden sich in ihren Rezeptheften zwei Rezepte dafür: Einmal kompliziert und einmal einfach. Obwohl die einfache schon ganz hervorragend gelingt und schmeckt, möchte ich Ihnen hier nun die kompliziertere Variante vorstellen.

Man legt 700 g Magerquark und 300 g Rahmquark in ein Mulltuch gewickelt in ein Salatsieb, beschwert das Bündel (mit einem Teller und einer grossen Konservendose) und lässt den Quark zwei, drei Stunden abtropfen. Derweil kocht man 2 dl Rahm mit einem aufgeschnittenen Vanillestengel auf. 3 Eigelb schlägt man mit 150 g Zucker hell und rührt den Rahm dazu. Die Masse gibt man zurück in die Pfanne, wo sie bei ständigem Rühren erwärmt wird, bis sie cremig ist (nicht kochen!).

Hier gibt man jetzt laut Rezept Rosinen, kandierte Früchte und Orangeat und Zitronat dazu. Da mir nur ersteres behagt, lasse ich den Rest aus und ergänze mit etwas geriebener Zitronen- und Orangenschale für mehr Geschmack. Das lässt man dann mal schön abkühlen.

Dann mischt man den abgetropften, gut ausgedrückten Quark mit 100 g weicher Butter, der Ei-Rahm-Zucker-Masse und zwei Handvoll Mandelblättchen (kann man auch weglassen). Man legt das Mulltuch – mangels pyramidenförmiger Pascha-Form aus Holz – in einen grossen Blumentopf, giesst die Masse hinein und beschwert sie erneut. Das lässt man dann nochmals ca. 12 Stunden abtropfen, wobei man drauf achtet, dass der Topf nicht in der Flüssigkeit steht. Am besten stellt man ihn in ein Sieb. Am nächsten Morgen kann die Passcha auf einen Tell gestürzt und munter dekoriert werden. Aus rein ästhetischen Gründen greife sogar ich hier zu kandierten Früchten.

Die einfachere Variante mischt übrigens bloss 750 g Quark mit 5dl Rahm, 150 g Zucker, etwas Vanillezucker und nach Belieben Rosinen und kandierte Früchte, was wie oben im Mulltuch im Blumentopf abgetropft wird. Schmeckt etwas simpler aber erfrischender als die Version mit Ei, was ja an so einem deftigen Osterbrunch auch nicht gerade abgelehnt wird.

Nicolette Kretz

Nicolette Kretz ist in Bern geboren, kehrte nach einigen Abstechern immer wieder hierhin zurück, arbeitet als Festivalleiterin und Autorin und kocht für den «Hauptstädter» Rezepte aus den Notizheften ihrer Grossmutter nach.


Publiziert am 20. März 2013

7 Kommentare

  1. Philipp Rittermann says:

    nun ja – wers mag. ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass diese russischen äh-spezialitäten geniessbar sind in kombination mit mindestens 3l vodka – und das hat ja auch tradition.

    • Urs Sutter says:

      Einfach nur peinlich ihr Kommentar, Herr Rittermann. Sie glauben wohl auch an die Bären die auf Moskaus Strassen rumlauffen und dass die Russen schon den Säuglingen Wodka verabreichen…muss ja wohl auch Tradition haben.

    • Rainer says:

      Naja Herr Sutter, so weit hergeholt erscheint mir das nicht.
      Was ist denn drinn? Quark und Quark und Sahne und Eigelb und etwas Zucker.
      Kann jemand sagen, wie da die Konsistenz von dem Teil ist?
      Wie Pudding oder eher noch etwas fester?

    • Rolf Thalmann says:

      Nach meiner Erinnerung (meine Grosseltern haben lange in Russland gelebt und immer Pascha gemacht an Ostern ) ist die Konstistenz ziemlich fest, etwa wie kalte Butter. Aber noch mehr Kalorien…
      Deshalb soll es immer wieder Todesfälle geben, wenn Menschen nach langem Fasten so schwere Kost verschlingen.

    • Rainer says:

      OK, dann würde ich mal sagen, da es 1kg Masse ist (+/-), dann gibt das so 15-20 Portionen?
      So von der Portionierung her also in Richtung Panacota o.dgl?
      Sollte man vielleicht dazu schreiben, bei den vielen Single-Haushalten hierzulande 😉

    • Philipp Rittermann says:

      lieber herr sutter. es ist leider eine tatsache, dass der vodka-missbrauch in russland in üblem masse “tradition” hat. vor allem in den ländlichen regionen ist er vielfach schlichtweg “nahrungsersatz”. das ist fakt.

  2. Alexandra says:

    Das Rezept tönt sehr interessant…ich werde mich daran probieren und auf gutes Gelingen hoffen.

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  1. Philipp Rittermann says:

    nun ja – wers mag. ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass diese russischen äh-spezialitäten geniessbar sind in kombination mit mindestens 3l vodka – und das hat ja auch tradition.

    • Urs Sutter says:

      Einfach nur peinlich ihr Kommentar, Herr Rittermann. Sie glauben wohl auch an die Bären die auf Moskaus Strassen rumlauffen und dass die Russen schon den Säuglingen Wodka verabreichen…muss ja wohl auch Tradition haben.

    • Rainer says:

      Naja Herr Sutter, so weit hergeholt erscheint mir das nicht.
      Was ist denn drinn? Quark und Quark und Sahne und Eigelb und etwas Zucker.
      Kann jemand sagen, wie da die Konsistenz von dem Teil ist?
      Wie Pudding oder eher noch etwas fester?

    • Rolf Thalmann says:

      Nach meiner Erinnerung (meine Grosseltern haben lange in Russland gelebt und immer Pascha gemacht an Ostern ) ist die Konstistenz ziemlich fest, etwa wie kalte Butter. Aber noch mehr Kalorien…
      Deshalb soll es immer wieder Todesfälle geben, wenn Menschen nach langem Fasten so schwere Kost verschlingen.

    • Rainer says:

      OK, dann würde ich mal sagen, da es 1kg Masse ist (+/-), dann gibt das so 15-20 Portionen?
      So von der Portionierung her also in Richtung Panacota o.dgl?
      Sollte man vielleicht dazu schreiben, bei den vielen Single-Haushalten hierzulande 😉

    • Philipp Rittermann says:

      lieber herr sutter. es ist leider eine tatsache, dass der vodka-missbrauch in russland in üblem masse “tradition” hat. vor allem in den ländlichen regionen ist er vielfach schlichtweg “nahrungsersatz”. das ist fakt.

  2. Alexandra says:

    Das Rezept tönt sehr interessant…ich werde mich daran probieren und auf gutes Gelingen hoffen.

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