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Seitan und Tofu im Regen

Die Gourmet-Fraktion des «Hauptstädters» widmet sich den veganen Genüssen des Take-Aways «Grüner Gaumen».

Sie spriessen aus dem Boden wie Pilze in den Hauptstädten dieser Welt: vegane Pop-up Restaurants, die ihre Existenz nur kurze Zeit fristen. Der Trend hat mit dem «Grünen Gaumen» unterdessen auch Bern erreicht (Übrigens ist London mal wieder einen Schritt voraus: Dort gibt es jetzt Pop-up Restaurants, die Essen aus 3D Druckern servieren).

In der Redaktion gibt es zwar schnöde Kommentare und schlechte Witze auf Kosten der veganen Ernährung, die Testesserinnen lassen sich dadurch aber nicht stören und ziehen unbeirrt durch den Regen unter die Kornhausbrücke, wo der «Grüne Gaumen» jeweils mittags anzutreffen ist. Das kulinarische Angebot ist klein, aber attraktiv: es gibt diverse Sandwiches, veganes Sushi, Salate und Brownies.

Nachdem die Testesserinnen Zeuginnen einer entschleunigten Essenszubereitung werden konnten (gezielte Stressreduktion, schliesslich gehören wir zur Generation Y!) flüchten sie mit Seitan- und Tofu-Sandwiches ins Trockene. Dem Regen ist das Pop-up-Getue egal.

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Das erste, das Testesserin Eins am warmen Sandwich mit Seitan (7.50.-, Bild oben) auffällt, ist das Brot: Es ist knusprig, ohne trocken zu sein und schmeckt vorzüglich. Die Füllung fällt dagegen leicht ab. Vom Seitan ist leider rein gar nichts zu schmecken, dafür ist der Senf zu dominant. Mit dem dunklen Brot harmoniert er allerdings ausgezeichnet.

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Das Sandwich mit Räucher-Tofu (7.50.-) der Testesserin Zwei ist zwar kein kein kulinarisches Feuerwerk, aber durchaus sehr geniessbar. Der Tofu wird seiner Rolle als geschmackloses Etwas gerecht und so gewinnt das Sandwich vor allem durch die anderen Zutaten (Tomaten, Salat, Senf) an Geschmack und Qualität. Nicht ganz billig, gemessen an der Grösse, aber hey: vegan, regional und bio! Und in zwei Jahren bekommen gibt es dann vielleicht in Bern ein Take Away mit veganem Essen aus dem 3D-Drucker?

Den Hunger stillen die Sandwiches zwar, trotzdem regt sich der leise Verdacht, dass in ein, zwei Stunden noch Lust auf Nachschlag entstehen wird. Vielleicht hätten die Testesserinnen sich noch eines der veganen Brownies gönnen sollen, vor einer zweiten Tour durch den Regen schrecken sie dann doch zurück.

Julia Richter


Publiziert am 14. Juli 2016

1 Kommentar

  1. Peter Peschel says:

    Ich war neulich auch Kunde dort und übersetze den Artikel gern:
    entschleunigten Essenszubereitung : Stimmt, ich habe auch ewig gewartet und habe gestaunt, weie langsam sich gewisse Menschen bewegen.
    das Brot: Es ist knusprig, ohne trocken zu sein und schmeckt vorzüglich: Wie das Brot im Allgemeinen halt so tut.
    aber durchaus sehr geniessbar : Geniessbar? langweilig und fad
    Nicht ganz billig : 7.50 für zwei Scheiben Brot mit kaum was drin!?!
    vor einer zweiten Tour durch den Regen schrecken sie dann doch zurück. : Yep, ich geh da auch nicht mehr…

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  1. Peter Peschel says:

    Ich war neulich auch Kunde dort und übersetze den Artikel gern:
    entschleunigten Essenszubereitung : Stimmt, ich habe auch ewig gewartet und habe gestaunt, weie langsam sich gewisse Menschen bewegen.
    das Brot: Es ist knusprig, ohne trocken zu sein und schmeckt vorzüglich: Wie das Brot im Allgemeinen halt so tut.
    aber durchaus sehr geniessbar : Geniessbar? langweilig und fad
    Nicht ganz billig : 7.50 für zwei Scheiben Brot mit kaum was drin!?!
    vor einer zweiten Tour durch den Regen schrecken sie dann doch zurück. : Yep, ich geh da auch nicht mehr…

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