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Bauch rein, Brust raus

Hey Girls! Bock, so richtig durchzustarten? Dann kündigt eueren Job, brecht euer Studium ab, werdet Miss Bern!

Stellt den Sekt kalt. Der «Hauptstädter», die schillerndste Gazette in der Welt der Regenbogenpresse, berichtet wieder mal über die Miss-Bern-Wahl. Und Girls, lasst euch gesagt sein, es gibt grossartige Neuigkeiten: «Die Miss Bern-Wahl ist ein Karriere-Sprungbrett». Das sagte Miss-Bern-Organisatorin Sandra Schmid gegenüber dem Beauty-Fachblatt «20 Minuten», das ja sowas wie der «Berner Bär» des Tagesjournalismus’ ist. Klar, «Karriere» mag für einige Girls ein unheimliches Wort sein. Doch seid unbesorgt. Wenn ihr euch bei der Misswahl von eurer süssesten Seite präsentiert, dann wird dann schon. Was dann aus euch alles werden könnte! Arztgehilfin, Sekretärin oder gar Unterwäschemodell!

Nicht jedes Girl ist für den Erfolg geschaffen. Gleich sieben Miss-Bern-Kandidatinnen haben vorzeitig das Handtuch geworfen. Die seien eben nicht so belastbar, sagt Sandra Schmid. «Für sie war der Aufwand neben der Schule oder der Ausbildung zu gross.» Solche Streberinnen! Echte Girls wissen doch, dass Schönheit vor Schule und Ausbildung geht. «Das ist die heutige Jugend», sinniert Schmid. Recht hat sie! Was ist bloss aus den Girls geworden, die es unter einen Hut brachten, den Haushalt zu schmeissen und dennoch adrett gekleidet und gut gelaunt ihren Mann zu begrüssen, wenn er von der Arbeit kommt? Die Girls von heute gehen eben lieber studieren.

So bleibt es eben den richtigen Power-Girls überlassen, die Privilegien der Miss-Bern-Wahl zu nutzen. Welches Girl träumt nicht schon als kleines Mädchen davon, in ausgewählten Autohäusern oder gar dem Shoppyland posieren zu dürfen? Vielleicht schafft ihr es sogar zu progressiven Hochglanz-Shootings wie die Miss Bern 2011, die ihr oben im Bild seht.

Martin Erdmann

Martin Erdmann


Publiziert am 19. Mai 2016