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S wie saufen

Sie wollen eine Bar betreiben, Ihnen fallen aber keine lustigen Namen für Ihre Drinks ein? Nehmen Sie sich ein Beispiel an der Jungen SVP.

Starten wir den heutigen Artikel mit einem Selbstversuch. Tragen Sie einen Gürtel? Ist dieser mit goldenen Kühen beschlagen? Wenn Sie beides mit Ja beantworten können, dann kennen Sie auch bestimmt das Intergame Festival in Langnau. Sind aber auf Ihrem Gürtel keine Kühe zu finden, werden Sie von dieser noch etwas ländlicheren Version des Barstreet-Festivals wohl noch nie gehört haben. Jedenfalls hat die kantonale JSVP dort einen Bar geführt. Ein cleverer Schachzug der Marketingmaschinerie! Wer auf geile Partyknaller in Grossraumdiscos steht, wird Stil und Klasse nicht als die erstrebenswertesten Dinge in seinem Leben sehen. Und ohne Stil und Klasse sitzt es sich an der JSVP-Bar bestimmt bequemer.

Leider ist die Medienmitteilung der JSVP mit dem Betreff «JSVP Bar “Töte den Reithallenterror!”» erst nach Festivalende bei uns eingetroffen. Der Grund für diesen verspäteten Versand: «Aus Sicherheitsgründen beschlossen wir Ihnen erst jetzt die Medienmitteilung für unsere Bar zukommen zu lassen.» Verständlich. Wahrscheinlich fürchtete man sich vor der Stilpolizei. Denn wenn diese die Getränkekarte der Bar zu Gesicht bekommen hätte, wäre ihr vor Schreck die Gurkenscheibe aus dem Gin Tonic geschwappt. Fancy Drinks wie «Malibu Ananas» oder «Passoa Orange» gibt es dort. Das sind nichts anderes als die etwas stärkeren Varianten von Desperados beziehungsweise Eve (stehen übrigens beide auch auf der Karte). Und diese werden wiederum hauptsächlich von Leuten getrunken, die entweder zu jung dafür sind oder es an der JSVP-Bar ganz bequem finden.

Aber das ist längst noch nicht alles. Die wahren Kassenschlager waren andere. Für je zehn Franken standen der «Bomben Drink (Red + Orangensaft)», «Asylchaos (Black + Zusatz)», sowie der «Reithallenterror (Toter Hirsch)» auf der Karte. Das ist dermassen lustig, dass es manchen Gästen vor Lachen bestimmt die eine oder andere Kuh vom Gürtel weggesprengt hat. Doch dem nicht genug. Zuger Kirsch stand ebenfalls auf der Karte. Auch dazu hat man sich einen fetzigen Namen ausgedacht: «K.O. Tropfen Drink». Dagegen wirken selbst Tschäppäts Italienerwitze frischer.

Martin Erdmann

Martin Erdmann


Publiziert am 17. Mai 2016

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2 Kommentare

  1. Markus Brenn says:

    Ausgesprochen lustig finde ich den Drink “Asylchaos” auch nicht, genauso wenig wie diesen Artikel. Da fragt man sich lediglich was primitiver ist…

  2. Natischer says:

    Ich möchte jetzt nicht allzu schwarzmalen, aber die seltsamen Menschen sind glaubs in der Überzahl …

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  1. Markus Brenn says:

    Ausgesprochen lustig finde ich den Drink “Asylchaos” auch nicht, genauso wenig wie diesen Artikel. Da fragt man sich lediglich was primitiver ist…

  2. Natischer says:

    Ich möchte jetzt nicht allzu schwarzmalen, aber die seltsamen Menschen sind glaubs in der Überzahl …

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