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Nie wieder fürs Pinkeln zahlen

Wer am Bahnhof Bern dringend pinkeln muss, verlässt rasch das Bahnhofsgebäude, zieht die Hosen runter und pinkelt an eine Ecke draussen.

Schön wärs. Ganz so unkompliziert ist es für niemanden, weder für Männer und erst recht nicht für Frauen.

Sie eilen mit einer drückenden Blase durch die Bahnhofsgänge, suchen nach der nächsten öffentlichen Toilette und realisieren den unausweichlichen Besuch bei McClean.

Eigentlich wollen die Notgedrungenen die zwei Franken lieber sparen oder für einen Cheesburger bei McDonald’s ausgeben. Eine volle Blase aber ist imstande, klares Denken zu verunmöglichen und den eigenen Willen zu brechen. Insbesondere die weibliche Hälfte der Bevölkerung wird sich hier betroffen fühlen, da selbst im Freien keine Hoffnung auf Erlösung zu bestehen scheint. Die Toiletten suchende Frau wird zur zahlungsbereiten Frau.

Gehören Sie zu denen, die es satt haben, für das Verrichten der Notdurft bezahlen und stundenlang nach Alternativen suchen zu müssen? Der Hauptstädter, Blog Ihres Vertrauens, hilft natürlich weiter.

Der stehende Zug

Ihr Zug ist noch nicht da? Oder Sie haben es versäumt, im Zug, in welchem Sie vorher sassen, aufs Klo zu gehen? Kein Problem. Sie sind am Bahnhof. Für gewöhnlich stehen da mehrere Züge an mehreren Perrons: am besten einen Zug auswählen, der mindestens noch zehn Minuten nicht losfahren wird. Falls Sie ein superschneller Pinkler oder Pinklerin sind, dürfen Sie die Minuten herausfordern. Aber nicht klagen, wenn Sie in Lugano landen.

Tibits

Das stille Örtchen beim Tibits empfiehlt der Hauptstädter nur zu gewissen Zeiten. Ein Code-Kästchen vor dem WC-Eingang soll nicht konsumierende Gäste fernhalten. Deshalb ist es besser, dann reinzugehen, wenn viele Leute im Lokal sind: Die Chance, Leute anzutreffen, die gerade das WC verlassen, und so Code-frei reinhuschen zu können, erhöht sich.

Hauptgebäude Uni Bern

So viel zum Thema öffentliche Bildungsinstitution: Die vielen, vielen Toiletten des Hauptgebäudes stehen Ihnen das ganze Jahr fast rund um die Uhr zur Verfügung. Ausser an Weihnachten.

Gebüsche Grosse Schanze

Müssen Sie sooooo dringend? Den Weg über die Wiese ins Unihauptgebäude schaffen Sie nicht mehr, und für die Suche nach stehenden Zügen oder mitfühlenden Restaurantbetreibern ist es ohnehin schon zu spät? Suchen Sie sich Gebüsche oder andere grüne Verstecke auf der Grossen Schanze, um das Geschäft zu verrichten.

Drinks of the World

Die Wurzel des Pinkelübels: Trinken. Deshalb: Betreten Sie nie, nie das Drinks of the World, wenn Ihre Blase drückt. All diese Dosen und Flaschen zu sehen, verschlimmert die Not nur.

Restaurant Rock Garden

Befindet sich zwar in der hintersten Ecke des Bahnhofs, der Gang dorthin könnte sich aber lohnen. Als der Hauptstädter freundlich um Pinkelerlaubnis bat, genehmigte der Bier zapfende Herr hinter der Theke dies ohne blödes Getue.

Loeb

Auch nicht unmittelbar im Zentrum des Bahnhofsareals, dafür erwartet Sie Folgendes: Es interessiert wirklich niemanden, dass Sie nur auf Toilettensuche sind. Ihre Suche wird erfolgreich sein: 5. Stock!

 

 

 

Liliane Manzanedo

Liliane Manzanedo ist Oltnerin und kam anfänglich vor allem wegen ihres Lieblingsbiers «Bärner Müntschi» in die Hauptstadt. Mittlerweile hat sie auch den «Bärni» und «Junker» entdeckt und findet Bern noch toller.


Publiziert am 21. April 2016