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Ruhe bitte!

Der «Hauptstädter» sorgt sich um die geplagten Nachbarn und bietet Lösungsvorschläge.

Zwischennutzungen haben es in der Stadt Bern schwer. Dies zeigt die Geschichte der Alten Feuerwehrkaserne exemplarisch auf. Wenigstens kam es jetzt dort zu einem Happy End: Die Einsprachen der Nachbarschaft wurden nicht weitergezogen, die Betreiber können endlich definitiv loslegen. Die Nachbarn hatten unter anderem Einsprache erhoben, weil sie Geruchs- und Lärmemissionen befürchtet hatten. Erstaunlich, findet der «Hauptstädter», will sich Bern doch als Stadt verstanden wissen.

Damit sich ein allfälliger Bewilligungsprozess in Zukunft nicht derart in die Länge zieht, hat der «Hauptstädter» ein paar Vorschläge für künftige Zwischennutzungen vorbereitet, die die Nachbarn in ihrem Lärm- und Geruchsempfinden garantiert nicht stören:

Silent party

Silent Partys von 9 bis 18 Uhr: So lange dürfen zurzeit auch die Kinder im Innenhof der alten Feuerwehrkaserne spielen. Länger besser nicht, es könnte ja zu später Stunde plötzlich noch jemand Spass haben und einen Mucks von sich geben, was gewisse Nachbarn von Zwischennutzungen bekanntlich nicht mögen.

Pantomime

Ein Übungsraum für die lokale, absolut lärmemissionsfreie Pantomimegruppe. Für Auftritte wiederum müsste ein anderer Ort gefunden werden. Sie wissen schon, Publikum ist mit Lärm gleichzusetzen, das geht natürlich gar nicht. Die Lösung: Ein Livestream mit Public Viewing in der Aarbergergasse.

lerer Vorplatz

Den Innenhof für die Meisterfeier des BSC YB zur Verfügung stellen. Das Risiko, dass sie heuer ausartet, ist überschaubar.

Mineralwasserflasche

Eine Mineralwasserfabrik mit lokalem Berner Wasser anstelle einer Kaffeerösterei oder einer Schnapsproduktion. Der Vorteil: Stilles Wasser ist – still.

Luftgitarre

Ein Übungsraum für die Bandprobe von Luftgitarrenspielern, bei grosszügigen Nachbarn sogar eine ganze Luftband, inklusive Luftschlagzeuger, Luft-Keyboarder, Luft-… Sie haben das Konzept verstanden.

Zugegebenermassen bringen nicht alle Vorschläge den ultimativen Spass. Egal. In Bern geht das Wohl der Nachbarn vor.

Michèle Steiner

Michèle Steiner


Publiziert am 28. Januar 2016

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