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Welcome to Miami

Die Hauptstadt steht wieder mal im Fokus des Spottes. Der Grund: Trotz geringer Wahlbeteiligung dauerte das Auszählen ewig wegen einer Fehlermeldung. Und so wähnt man sich für einmal in Miami. Schön.

Da werkelt man seit knapp zwei Monaten an einem Blog, der sich «Hauptstädter» nennt, und am Ende eines Tages, an dem die Stadt Bern wieder mal im Rampenlicht stand – dank Kaiser Tschäppät, dank den Nationalrats-Aushängeschildern Wyss und Teuscher und dank dem national bekannten «Duschen mit Doris»-Erfinder Reto Nause – ja, an einem solchen triumphalen Tag müssen wir zu Kreuze kriechen. Denn: Ja, wir Berner sind langsamer als der Rest der Schweiz.

«Bern zählt und zählt und zählt… Das nennt sich Hauptstadt?», war nur ein Tweet unter dem Hashtag #bern12, der sich über das bestätigte Klischee ausliess. Natürlich könnte man einwenden: Ja, die Hauptstadt, die ja hierzulande nur eine Bundesstadt ist, die darf das, weil sie etwas besonderes ist. Ja, Bern darf das, denn man wollte unbedingt den fliegenden Wechsel vom Rathaus Richtung Zibelemärit bewältigen. Ja, Bern darf das, damit mal wieder Schlagzeilen gemacht werden. Doch sieht so Standortmarketing aus? Nein, natürlich nicht.

Oder eben doch: Dank den Fehlern bei der Auszählung – auf stadbernisch «Fehlermeldung blockiert Abschluss der Stadtratswahl» – wähnt man sich in Bern im Süden, genauer in Florida, verfügt doch der US-Südstaat über berühmt berüchtigte Wahlmaschinen. Diese stehen zwar nicht in Bern, aber doch gilt es zu jubilieren: Endlich endlich werden solch hervorragende Perlen aus den Jukeboxes dieser Welt – namentlich «Welcome to Miami», natürlich Flo Ridas «Good Feeling» oder der Palace-Song «West Palm Beach» – auch der BernerIn ganz ganz Nahe an die Herzen gebracht. Und das ist doch allerhand für das Stadtberner Hauptstadtmarketing.

Benedikt Sartorius

Benedikt Sartorius lebt seit dem Transfer aus dem Oberland in Bern und hat seit einiger Zeit Frieden mit der Stadt geschlossen. Eine gewisse Neigung zum Sandstein- und Laubenallergiker ist aber immer noch spürbar.


Publiziert am 26. November 2012

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4 Kommentare

  1. e.c. palermo says:

    … und in florida lebt auch ein kaiser. allerdings unterhält der für seine untertanen keinen bärengraben, sondern eine löwengrube:

    • Benedikt Sartorius says:

      Was wollten Sie denn hier einbetten, Herr Palermo? Weil diese Jukebox, sie muss anwachsen.

  2. Philipp Rittermann says:

    wenn es die berner schaffen, die durchschnittliche jahrestemperatur auf 26 grad c. zu legen, wandere ich umgehend nach bern aus.

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  1. e.c. palermo says:

    … und in florida lebt auch ein kaiser. allerdings unterhält der für seine untertanen keinen bärengraben, sondern eine löwengrube:

    • Benedikt Sartorius says:

      Was wollten Sie denn hier einbetten, Herr Palermo? Weil diese Jukebox, sie muss anwachsen.

  2. Philipp Rittermann says:

    wenn es die berner schaffen, die durchschnittliche jahrestemperatur auf 26 grad c. zu legen, wandere ich umgehend nach bern aus.

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