schliessen

Zeitfenster (4): Das war die Lorraine

In der vierten Folge der Serie Zeitfenster sehen wir uns im Lorrainequartier um.

Wenn von der Geschichte der Lorraine die Rede ist, ist damit meist die Entwicklung vom ehemaligen Arbeiterquartier zum heutigen Trendquartier gemeint. Doch schon vorher war das Quartier bewegt, befand sich doch hier – zumindest provisorisch – der erste Bahnhof der Stadt Bern. Jahrelang war das Quartier aber durch die Eisenbahn, die entlang des heutigen Dammwegs führt, von der Stadt regelrecht abgeschnitten. Erst 1941 wurde die alte Bahnstreckenführung aufgegeben.

Laut der Stadtberner Denkmalpflege war die Lorrainestrasse von Anfang an quasi das Rückgrat des Quartiers. Bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden hier bürgerliche Wohnbauten errichtet, die noch heute dem Quartier seinen Charakter geben. Wo und wann die historische Postkartenaufnahme entstanden ist, ist aber nicht überliefert (Bildsignatur: T. A Bern Lorraine 3).


Solange die Boccia- und Kubb-Spielenden sowie die bunten Blüten fehlen, sieht das Lorrainepärkli im Jahr 2015 ziemlich trostlos aus. Wie anders war das zu Zeiten, als Fotos in erster Linie noch als Postkarten genutzt wurden! Passend dazu nannte sich der Flecken Grün vor der heutigen Gibb anno dazumal offenbar «Lorraine-Promenade» (Bildsignatur: T. A Bern Lorraine 2).


Schon als historische Aufnahme taugte die Lorraine offenbar als Postkartenmotiv, leider auch hier undatiert. Die Position des damaligen Fotografen war schwierig zu rekonstruieren, unverkennbar aber das spitze Dach des Restaurants Du Nord (Bildsignatur: T. A Bern Lorraine 1).


Ebenjenes Du Nord sah 1947 im Vergleich zu 2015 gar nicht so anders aus. Auch damals prangte bereits der «Felsenau Bier»-Schriftzug über der Tür, die hübschen Pflastersteine sind indes dem Teer gewichen (Bildsignatur: FN Nydegger 791).

X
Dieses letzte Bild war 2015 leider nur schwierig neu abzufotografieren. Trotzdem wollten wir Ihnen das Zeitzeugnis des Städtematchs 1948 in Schwerathletik im Restaurant Rebstock nicht vorenthalten. Ob Herr Thommen (im Bild) den Sieg errang, ist leider nicht überliefert (Bildsignatur: FN Jost N 10512).

Bilder: gbl
historische Bilder: Staatsarchiv Kanton Bern

Gianna Blum

Gianna Blum hat 2006 das Land- gegen das Stadtleben eingetauscht und sucht immer noch nach dem Unterschied. Für Hinweise ist sie dankbar.


Publiziert am 25. März 2015

2 Kommentare

  1. Pesche Gfeller says:

    Es ist ja schön und gut mit dem Vergleich.

    Aber: Wenn schon neue Aufnahmen gemacht werden, dann sollten versucht werden, wenigstens Distanz und Sichtwinkel beizubehalten.

    • Gianna Blum says:

      Ach Herr Gfeller, so einfach ist das nicht. Zumindest die Perspektive der Lorrainestrasse liess sich kaum rekonstruieren, ohne sich im Fassadenklettern zu üben.

Alle Kommentare zeigen
  1. Pesche Gfeller says:

    Es ist ja schön und gut mit dem Vergleich.

    Aber: Wenn schon neue Aufnahmen gemacht werden, dann sollten versucht werden, wenigstens Distanz und Sichtwinkel beizubehalten.

    • Gianna Blum says:

      Ach Herr Gfeller, so einfach ist das nicht. Zumindest die Perspektive der Lorrainestrasse liess sich kaum rekonstruieren, ohne sich im Fassadenklettern zu üben.

Verbleibende Anzahl Zeichen:

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.