schliessen
  • Kettenrauchen und Weisswein trinken: Auch das ist Tea-Room-Kundschaft.

  • Ein Hauch Griechenland: Auberginen mit Feta stehen neben Märithamme und Kalbsmedaillons auf der Karte.

  • Ländliche Plastikwelt mitten in der Stadt. Hach.

  • Lieber beim Bahnhof als in Bümpliz: Hier sollen sich in Zukunft die Konzernchefs die Klinke in die Hand geben.

Im Tea-Room (4): Café Belair

Die Tage des Cafés Belair an der Christoffelgasse sind gezählt. Höchste Zeit, dem Tearoom noch einen Besuch abzustatten.

Schon Ende April soll das Tea-Room Belair an der Christoffelgasse seine Türen schliessen, damit die Bundesverwaltung sich hier einrichten kann. Schliesslich könne man Konzernchefs und hochrangige Politiker nicht in Bümpliz empfangen, heisst es als Begründung beim Bund. Das ruft natürlich nach einem ersten Besuch. Denn obwohl man in Bern dank der perfekten Lage des Cafés zwischen Loebegge und kleiner Schanze eigentlich täglich daran vorbeigeht, war das Belair im gastronomischen Stadtbild der «Hauptstädter»-Redaktion zugegebenermassen bisher inexistent.

Was haben wir verpasst! Wie es das Belair geschafft hat, nicht auf der Liste der letzten Spunten zu landen, ist unerklärlich. Denn das es ist definitiv mehr Spunte denn Tea-Room – und nicht nur, weil die sonst übliche Confiserie und die heisse Schokolade schlürfenden Grossmütter fehlen. Der einzige dezente Hinweis auf die griechischen Betreiber sind die mit Feta überbackenen Auberginen auf der Speisekarte, ansonsten könnte das Café Belair kaum währschafter sein. Selbstverständlich werden belegte Brötchen serviert, Frühstück besteht kurz und bündig aus Gipfeli und Konfitüre, und zu Mittag wird Märithamme mit Kartoffelsalat gereicht. Der Spannteppich erreicht spektakuläre Höhen der Hässlichkeit, und die weihnächtlichen Lichterketten, welche die Bar schmücken, stehen im Kontrast zu den saisonal grellbunten Eierbechern, inmitten derer – wie könnte es auch anders sein – jeweils auch ein Aromat-Streuer steht.

Auch im Belair setzt sich die Kundschaft fast nur aus älteren Damen zusammen, hier aber haben sie rot gefärbte, kurze Haare, kippen am Samstagvormittag Weisswein und rauchen dermassen Kette, dass neben ihren Stimmen Polo Hofer wie sanftes Säuseln klingen würde. Statt über ihre Enkelkinder zu diskutieren, enden die Geschichten typischerweise mit Sätzen wie «…und deshalb redet der Kurt seit dreissig Jahren nicht mehr mit mir». Am liebsten würde man stundenlang sitzen bleiben, an einem in Plastik gewickelten Nussgipfel knabbern und fasziniert den Gesprächen am Nebentisch lauschen.

Es ist wirklich eine Schande, muss dieser ländliche Aussenposten in der Stadt den Bundesbüros weichen. Sollen die Konzernchefs doch nach Bümpliz.

Gianna Blum

Gianna Blum hat 2006 das Land- gegen das Stadtleben eingetauscht und sucht immer noch nach dem Unterschied. Für Hinweise ist sie dankbar.


Publiziert am 16. März 2015

2 Kommentare

  1. Leser says:

    Das meiste, was Sie da schreiben, ist doch wieder aus den Fingern gesogen. Wie so üblich bei Journalisten und -innen!

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  1. Leser says:

    Das meiste, was Sie da schreiben, ist doch wieder aus den Fingern gesogen. Wie so üblich bei Journalisten und -innen!

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