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Kleine Anarchien

Farbbeutel und Spraydosen sind schon schweres Geschütz. Ein wenig Anarchie lässt sich auch mit viel weniger verbreiten.

Es braucht gar nicht immer Bierflaschen und Farbbeutel. Für eine unbekannte Instanz in dieser Stadt reicht ein Drucker, um ein klein wenig Anarchie zu verbreiten. Es ist hier nicht von Streetart die Rede, von aufgeleimten Packpapierbildern oder gar Sprayereien, nein: Es geht um diese halboffiziellen Richtungsschilder die den Weg zeigen zu Firmensitzen, Büroadressen und sonstigen hinweisenswerte Örtlichkeiten.

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Wenn man mal begonnen hat, die genau zu betrachten, kann man gar nicht mehr wegschauen. Denn auf diesen unscheinbaren Schildchen finden sich bisweilen ziemlich abenteuerliche Schreibweisen. Gross- und Kleinschreibung wird ignoriert, Begriffe ohne Trennungszeichen aneinandergereiht oder einzelne Wörter gerade ganz zusammengezogen. Da gibt es das Schild, das auf eine Einrichtung hinweist, die sich offenbar «Botanischergarten» nennt. Ein zweites vermengt sorglos den «Grüner Weg Randweg».

Eine andere hübsch-anarchische Tat wurde vor einiger Zeit leider ausgebügelt. Jetzt heisst es in unmittelbarer Nachbarschaft zum «Botanischergarten» nur noch langweilig-korrekt: «Alte Brauerei Gassner». Da war das Schild, das auf die «Alte Brunerei Gassner» hinwies, doch ein Stück sympathischer.

Wenn Sie mit offenen Augen durch die Stadt schlendern, entdecken Sie sicher noch weitere Kleinkunstwerke. Wir freuen uns auf Ihren Hinweis in den Kommentaren.

Christian Zellweger

Christian Zellweger geht seit 2010 unter den Lauben Berns und schaut, wer auch schaut.


Publiziert am 2. März 2015

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