schliessen

Schnapsideen aus dem Kapitel

Man soll sich immer weiterbilden. Zum Beispiel am Cocktailkurs im Kapitel.

Elegant eine Flasche in die Luft werfen, sie hinter dem Rücken auffangen und dann mit einer Drehung einschenken – so stellt man sich doch richtig schön angeberisches Barkeeping vor. Der Kapitel-Bartender reagiert aber leicht düpiert auf die Frage, ob er das auch könne: «Showbarkeeping sieht vielleicht toll aus, wir hier legen aber mehr Wert auf das richtige Mixen.»

Das richtige Mixen will gelernt sein, und genau das soll am Cocktailkurs auch beigebracht werden, den die Bar Kapitel im Rahmen des Tags der offenen Clubtür anbietet. Gleich zuerst lerne ich mal, mein Vokabular umzustellen: Ein Spritzer ist ein «Dash», was ich ein Sieb nennen würde, ist für die Experten ein «Double Strainer», und auf die Frage nach dem Messbecher ernte ich verwirrte Blicke, bis mir einfällt, dass das Ding ja «Jigger» genannt wird.

Bald dürfen wir auch selbst hinter die Bar und rühren und schütteln, was das Zeug hält. Auf der Bar selbst sammeln sich indes die Gläser, so ein selbst gemixter Cocktail will schliesslich auch ausprobiert werden. Mangelnden Showkenntnissen zum Trotz sieht die Mixerei bei den beiden Kapitel-Bartendern einiges weniger angestrengt aus als bei uns Anfängern. So kompliziert sei das Drinksmixen gar nicht, finden die beiden aber. Wenn man gewisse «Schlüsseldrinks» beherrsche, könne man eigentlich alles mixen.

So ein Schlüsseldrink ist der Old Fashioned, den wir gleich auch in der abgewandelten Version des Sazerac mixen lernen – schliesslich enthält letzteres Rezept auch die verlockende Zutat Absinth. Schockierenderweise wird ein Grossteil der schönen grünen Fee gleich wieder weggeleert. Aber Überraschung: Das Endprodukt schmeckt dann der Verschwendung zum Trotz deutlich nach dem Schnaps. Und wir kommen zum Schluss: Cocktails mixen macht fast so viel Spass wie Cocktails trinken.

Sazerac
6 cl Cognac oder Rye Whiskey
1 Zuckerwürfel (entspricht ca. 1 cl Zuckersirup)
2 Dash Peychaud Bitter
1 cl Absinth

Glas: Tumbler, Zitronenzeste als Garnitur
Das Gästeglas mit Eis füllen, Absinth dazugeben, umrühren. Zuckerwürfel in ein Rührglas geben, mit Peychaud Bitter tränken und nach Bedarf mit einem Spritzer – pardon, «Dash» – Mineralwasser auflösen. Whiskey dazugeben, mit Eiswürfeln füllen und umrühren. Das Gästeglas nun leeren, und mit dem Sieb den Sazerac einschenken, servieren.

Gianna Blum

Gianna Blum hat 2006 das Land- gegen das Stadtleben eingetauscht und sucht immer noch nach dem Unterschied. Für Hinweise ist sie dankbar.


Publiziert am 16. Februar 2015

2 Kommentare

  1. Jüre Oberli says:

    1cl Absinth ist deutlich zu viel – alles was man damit muss ist das Glas ausschwenken. Überdies: Zuckerwürfel sind keine gute, Idee das dauert ewig bis sie sich auflösen. Gut gemahlenen Rohrzucker nehmen (gibt’s in der Migros). Peychauds ist schwer zu kriegen. Die angenehmste Lösung ist eine Reise nach New Orleans, aber zur Not kann man auch nach Zürich (ugh!) zu Jelmoli gehen.
    Ist der Drink zu stark/süss, dann sollte man einfach einen Eiswürfel mehr benutzen – Kohlensäurehaltiges Mineralwasser sollte man nicht verwenden, Cheers!

    • Gianna Blum says:

      Keine Angst vor Zuckerwürfeln, Herr Oberli, so lange dauert das Auflösen nicht. Aber danke für den Peychaud-Tipp, da lohnt sich doch glatt ein Ausflug nach Zürich!

Alle Kommentare zeigen
  1. Jüre Oberli says:

    1cl Absinth ist deutlich zu viel – alles was man damit muss ist das Glas ausschwenken. Überdies: Zuckerwürfel sind keine gute, Idee das dauert ewig bis sie sich auflösen. Gut gemahlenen Rohrzucker nehmen (gibt’s in der Migros). Peychauds ist schwer zu kriegen. Die angenehmste Lösung ist eine Reise nach New Orleans, aber zur Not kann man auch nach Zürich (ugh!) zu Jelmoli gehen.
    Ist der Drink zu stark/süss, dann sollte man einfach einen Eiswürfel mehr benutzen – Kohlensäurehaltiges Mineralwasser sollte man nicht verwenden, Cheers!

    • Gianna Blum says:

      Keine Angst vor Zuckerwürfeln, Herr Oberli, so lange dauert das Auflösen nicht. Aber danke für den Peychaud-Tipp, da lohnt sich doch glatt ein Ausflug nach Zürich!

Verbleibende Anzahl Zeichen:

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.