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  • Der Profi: Ahmad

  • Der Lehrling: David

  • Der Laden: Der Kappadokia Grill in der Altstadt

  • Die Perspektive der Kunden...

  • und diejenige Davids, für ein paar Stunden.

Über Döner und Menschen

Wir alle essen ihn, und doch bleibt eine Frage meist ungelöst: Wie macht man den Döner richtig? Ein Selbstversuch hinter der Ladentheke.

Scharf mit allem – der Döner hat den alltäglichen Sprachgebrauch entscheidend mitgeprägt. Und erfreut sich, trotz Masseneinwanderungsinitiative und Fremdenfeindlichkeit, in der gesamten Schweiz einer ungebrochenen Beliebtheit.

Ob Stapi, Bankenchef oder Versicherungsangestellter: Mit leuchtenden Augen erzählt mir Ahmad im Kappadokia-Grill in Bern von den zahlreichen Prominenten und sonstigen Wirtschaftsmenschen, die regelmässig bei ihm einkehren – bevor ich einen tadelnden Blick einfange, weil ich das Brot schon wieder im Ofen verkohlen liess.

Für einen Abend leiste ich Ahmad Verstärkung hinter der Ladentheke. Und es zeigt sich: Dönermachen ist nicht zu unterschätzen. Der schön zusammengerollte, gleichmässig gefüllte Dürüm ist eine Kunst für sich.

Schaut man Ahmad zu, erkennt man die eigenen Limiten. Es beginnt beim eleganten Schwung, mit dem das Fladenbrot in den Ofen befördert wird. Nach dem rechtzeitigen Herausnehmen aus ebendiesem folgt dann aber die wahre Meisterschaft: Wie kann ich den Kebab in möglichst kurzer Zeit mit der richtigen Menge an verschiedenen Zutaten füllen und ihn dann auch noch hübsch zudrehen?

Fakt ist, und das begreife ich, je länger der Abend wird, desto deutlicher: Ahmad kanns besser. Was bei ihm locker und wie beiläufig vonstattengeht, geschieht bei mir in einem Akt angestrengter Konzentration. Und so richtig gelingen wills bis zum Schluss nicht.

Zum Glück für mich ist an diesem Abend wenig Betrieb. Ahmad findet sogar Zeit, mir die korrekte Herstellung einer Spinatsuppe mit Bulgur zu zeigen. Er erzählt mir dabei von seiner Herkunft. Seit sechs Jahren arbeitet er hier in Bern, momentan sind die Gedanken aber immer wieder bei seiner Familie und den Freunden, die in Kurdistan vom IS bedroht werden. Es gehe ihnen gut – bis jetzt, sagt er.

Ich schweige – angesichts unseres Wohlstandes wird jene Realität uns wohl nie wirklich erreichen. Und bedenkt man, mit welchem Einsatz Ahmad täglich der hiesigen Gesellschaft dient, erscheint die zunehmend verbreitete Fremdenfeindlichkeit seltsam deplatziert. Vielleicht wäre mal eine Dankbarkeitsinitiative angesagt.

David Streit

David Streit begibt sich auf Entdeckungsreisen in seiner Heimatstadt: Hinter den verschlossenen Türen der Bundesstadt erforscht er Winkel, die der Öffentlichkeit normalerweise verborgen bleiben.


Publiziert am 17. Oktober 2014

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6 Kommentare

  1. thobac says:

    Was für ein Blödsinn! Auch eine Form von Rassismus, und erst noch die schlimmere, wie ich meine.
    Es braucht nur 2 Dinge für die Integration: Kenntniss der Landessprache und Einhaltung von Regeln und Gesetzen. Und so, wie es ja auch vorgesehen ist, dient Herr Ahmad vor allem sich selbst. So soll es sein! Für einen guten Döner gibt es Anerkennung, aber keine Dankbarkeit!

    • Hirz says:

      Seh ich auch so. Herr Ahmad ist hierhergekommen und hat bei uns Zuflucht gefunden. Nun brauchen wir ihn, um Döner zu wickeln und er braucht uns, um dafür genügend Geld zu bekommen und dies ausserdem in Sicherheit machen zu können. Damit hat sich der Deal erledigt und gegenseitige Dankbarkeit ist überflüssig.

    • Marabut Peter says:

      “Kenntnis der Landessprache”? Einverstanden, aber dann bitte auch “Kenntnis der Orthographie” mit einem “s”!

    • Oliver Furrer says:

      Ich schliesse mich Ihrem Kommentar zu 100% an. Solche dummen, pseudomodernen Blogs sollten wirklich nicht veröffentlicht werden. Was fällt diesem David Streit ein, zu behaupten, dass wir alle dieses Döner Zeugs essen?!

  2. Martin says:

    Für einen Akademiker mag die Herstellung eines Döners fast unvorstellbar schwierig sein, genau so schwierig ist es für einen Studierten zu verstehen, dass eine Einwanderungsbegrenzung nichts mit fremdenfeindlichkeit zu tun hat, sondern dem Schutz der eigenen Bevölkerung dient, damit Ahmad auch weiterhin hier besser leben kann als in Kurdistan und genug verdient um Geld an seine Angehörigen zu schicken.

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  1. thobac says:

    Was für ein Blödsinn! Auch eine Form von Rassismus, und erst noch die schlimmere, wie ich meine.
    Es braucht nur 2 Dinge für die Integration: Kenntniss der Landessprache und Einhaltung von Regeln und Gesetzen. Und so, wie es ja auch vorgesehen ist, dient Herr Ahmad vor allem sich selbst. So soll es sein! Für einen guten Döner gibt es Anerkennung, aber keine Dankbarkeit!

    • Hirz says:

      Seh ich auch so. Herr Ahmad ist hierhergekommen und hat bei uns Zuflucht gefunden. Nun brauchen wir ihn, um Döner zu wickeln und er braucht uns, um dafür genügend Geld zu bekommen und dies ausserdem in Sicherheit machen zu können. Damit hat sich der Deal erledigt und gegenseitige Dankbarkeit ist überflüssig.

    • Marabut Peter says:

      “Kenntnis der Landessprache”? Einverstanden, aber dann bitte auch “Kenntnis der Orthographie” mit einem “s”!

    • Oliver Furrer says:

      Ich schliesse mich Ihrem Kommentar zu 100% an. Solche dummen, pseudomodernen Blogs sollten wirklich nicht veröffentlicht werden. Was fällt diesem David Streit ein, zu behaupten, dass wir alle dieses Döner Zeugs essen?!

  2. Martin says:

    Für einen Akademiker mag die Herstellung eines Döners fast unvorstellbar schwierig sein, genau so schwierig ist es für einen Studierten zu verstehen, dass eine Einwanderungsbegrenzung nichts mit fremdenfeindlichkeit zu tun hat, sondern dem Schutz der eigenen Bevölkerung dient, damit Ahmad auch weiterhin hier besser leben kann als in Kurdistan und genug verdient um Geld an seine Angehörigen zu schicken.

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