Was Gold in Krisenzeiten taugt

Warum das als Krisenwährung bekannte Gold beim Corona-Crash einbrach – und inwieweit Edelmetall im Depot Sinn macht.

Trügerische Sicherheit? In Krisenzeiten neigen Privatanleger dazu,  hohe Goldbestände zu erwerben. Foto: Getty Images

Ich besitze 290 Anteile Klasse A CHF ZKB Gold ETF Valor 13910159. Wie sicher ist diese Anlage, und welches sind die Vor- und Nachteile? E.L.

Der von Ihnen gehaltene Exchange Traded Fund ETF auf Gold ermöglicht es Ihnen, mit tiefen Kosten an der Entwicklung des Goldpreises zu partizipieren. Dieses Instrument bietet aus meiner Sicht eine hohe Sicherheit.

Einerseits, weil der an der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange kotierte Fonds jederzeit zu 100 Prozent mit dem physischen Gold hinterlegt ist. Anders als einige Fonds repliziert Ihr ETF den Goldpreis nicht einfach über sogenannte Swaps – also vertraglich vereinbarte Tauschgeschäfte auf Derivatbasis zwischen zwei Vertragsparteien –, die aus meiner Sicht eine geringere Sicherheit beinhalten. Wenn man schon einen Goldfonds kauft, sollte man einen solchen nutzen, der wirklich vollständig mit physischem Edelmetall hinterlegt ist.

Anderseits bietet bei Ihrem Instrument auch die Herausgeberin des ETF, die ZKB, sehr hohe Sicherheit, da sie zu den wenigen Banken weltweit zählt, die ein AAA-Rating der grossen Ratingagenturen aufweist. Bei Ihrem Fonds besteht allerdings ohnehin kein Schuldnerrisiko, da es sich um ein Sondervermögen handelt, das im Konkursfall gesichert wäre.

Aufgrund der physischen Hinterlegung des Golds können Sie Ihre Anteile nicht nur jederzeit verkaufen, sondern auch eine Sachauszahlung in physischem Gold in Form von Standardbarren von rund 12,5 Kilogramm fordern. Positiv ist weiter, dass Ihnen der Gold-ETF eine gewisse Absicherung für Krisenzeiten sowie einen Inflationsschutz bietet.

Offenbar waren in der Crashphase viele Anleger gezwungen, Positionen zu verkaufen und in Bargeld umzutauschen.

Einen absoluten Schutz selbst in Krisenphasen wie heute haben Sie allerdings auch mit Gold nicht. Denn Sie tragen auch beim gelben Metall immer auch ein erhebliches Anlagerisiko. An sich geht man davon aus, dass Gold eine geringe Korrelation zu traditionellen Anlagen wie Obligationen oder Aktien aufweist und daher für die Diversifikation eines Portfolios wichtig ist.

Beim Crash im Zuge der Corona-Krise Mitte März sind allerdings nicht nur die Aktienkurse tief in den Keller getaucht, sondern interessanterweise zeitweise auch der Goldpreis. Dies, obwohl Gold gerade den Ruf einer Krisenwährung hat. Offenbar waren in der Crashphase viele Anleger gezwungen, Positionen zu verkaufen und in Bargeld umzutauschen.

Inzwischen hat sich auch das Gold wieder kräftig erholt. Ich gehe davon aus, dass die Erholung beim Gold anhalten wird und halte es für sinnvoll, als Depotabrundung weiterhin eine Goldposition zu halten.

Möglich ist das auch in physischer Form mit Goldbarren. Doch bei diesen stellt sich die Frage, wie man sie sicher aufbewahrt. Entweder braucht man dann ein Edelmetallkonto oder ein Tresorfach bei der Bank. Beides verursacht ebenfalls Gebühren. Einen Gold-ETF wie Sie ihn halten, finde ich eine gute Alternative.

Neben dem erhöhten Anlagerisiko, das Sie auch bei Gold eingehen und den damit verbundenen starken Kursschwankungen hat Gold noch einen gewichtigen Nachteil: Es wirft keine Rendite ab. Sie bekommen weder Zins noch Dividende. Darum würde ich trotz Krisenstimmung auch nicht zu viel Gold im Depot halten.

In Krisenzeiten neigen gerade Privatanleger dazu, sehr hohe Goldbestände zu erwerben, weil sie sich davon höchste Sicherheit erhoffen. Wenn dann die Krise irgendwann vorbei ist und die Goldnotierungen wieder nachgeben, riskieren sie allerdings, dass sie plötzlich auf enormen Buchverlusten sitzen.

Gold bietet zwar einen hohen Inflationsschutz, eine gewisse Versicherung für Krisenzeiten, aber keine Garantie, dass man nicht wie auch bei anderen Anlageklassen starken Vermögensschwankungen ausgesetzt ist.

22 Kommentare zu «Was Gold in Krisenzeiten taugt»

  • Anh Toàn sagt:

    „Beim Crash im Zuge der Corona-Krise Mitte März sind allerdings nicht nur die Aktienkurse tief in den Keller getaucht, sondern interessanterweise zeitweise auch der Goldpreis. Dies, obwohl Gold gerade den Ruf einer Krisenwährung hat.“

    Gold taucht immer beim Crash, Gold ist Luxus, Luxus ist Verzierung, Überflüssig, braucht keine Sau in der Krise. Eigentlich logisch, einzig ist nicht erklärbar, woher die Mär kommt, Gold tauge für Krisen:

    In Krisen taugen Klopapier, Fahrradreifen oder E-Bikes!

    • Anh Toàn sagt:

      Die Mär, Gold tauge für Krisen kommt daher, dass sie wie alle Lügen die lange bestehen, gerne geglaubt wird: Der Mensch will Sicherheit, man verspricht ihm, Gold biete diese, und da er das glauben will, glaubt er es. „Tell me lies, tell me sweet little lies“: Sag mir, Gold ist sicher, weil ich will e hören, was Sicherheit bietet in jeder Krise: Mich interessiert nicht einmal, ob es dies tatsächlich tut, aber wenigstens will ich bis dahin daran glauben: Also bitte lüg mich an, dann fühle ich mich sicher.

      • Jürg Bühler sagt:

        Nennen Sie mir bitte eine Währung, die dermassen preisstabil ist und war wie Gold.
        Bei den Römern haben Sie für eine Unze Gold eine gute Tunika erhalten.. Mit ca. 1700 Franken aktuell kann man sich einen schönen (oder gar 2 oder 3) Business Anzüge kaufen.
        Bin selber kein Goldbug und halte auch mehr von Aktien, aber für wirkliche Krisenzeiten kann es schon eine Absicherung sein, wobei man kleine Goldstücke brauchte.
        Ich setze dafür aber eher auf Silber, das Gold des kleinen Mannes. Man kann alte Silberfünflieber kaufen, die haben einen Silberwert von wohl ca. 7 Franken und wenn alle Stricke reissen sollten, sind sie ja trotzdem min. 5 Franken wert.

    • Panja Flöte sagt:

      Gold ist eine eigene Währung. Gold ist bei einer Inflation „Gold“ wert (haha!), will heissen, ein starkeR Wertverlust durch Inflation ist bei Gold eher unwahrscheinlich.

      Werterhaltung steht bei Gold im Vordergrund, reale Wertsteigerung ist eher Illusion.

      • Anh Toàn sagt:

        Genauso schützen Klopapier und Fahrradreifen vor Inflation. Vor Inflation schützt, kein Geld zu haben in der Währung, die inflationiert, mehr sagen Sie nicht, Herr Flöte.

        Dazu kommt bei Gold für Anleger die in CHF rechnen: Der CHF steigt in Krisen, der CHF schützt vor Inflation, der CHF ist das bessere Gold. Der CHF bietet, was Gold verspricht.

      • Anh Toàn sagt:

        „Werterhaltung im Vordergrund“ Was ist „Wert“? Abdiskontierte zukünftige Erträge gibt es bei Gold nicht. Wir graben das Zeugs aus dem Boden um es woanders zu vergraben oder an schöne Frauen oder Hip Hopper zu hängen, weil es taugt zu kaum was: Der Wert von Gold unterscheidet sich nicht von dem von Bitcoins, er basiert einzig auf Angebot und Nachfrage, dem Preis.

    • Karleinz sagt:

      Selten einen solchen Blödsinn gelesen wie die Beiträge von Anh Toàn. Warten wir doch einfach ab wenn es wirklich kritisch wird. Ich kaufe Ihnen dann gerne Ihr Klopapier, Fahrradreifen & E-Bike mit meinem Gold. Wenn es eine sichere Währung gibt in unsicheren Zeiten so ist es Gold.

      • Anh Toàn sagt:

        Ich brauch‘ kein Gold dann, weil niemand dann Gold braucht, ich bekomm‘ auch nichts anders dafür: Am wenigsten braucht man Gold in der Krise, die Nachfrage bricht ein, und das Angebot steigt, weil alle wenigstens noch etwas Nützliches wollen für ihr nutzloses Gold.

  • Rolf Rothacher sagt:

    Anh Toàn: letztendlich richtet sich der „Preis“ bei jedem Gut nach Angebot und Nachfrage, auch der Preis jeder Währung. Im Gegensatz zu Bitcoins ist Gold jedoch physisch vorhanden. Bitcoins sind reine Spekulationsobjekte, so wie früher die Tulpenzwiebeln. So lange Menschen daran glauben, sind sie etwas wert. Gold hingegen ist ein einzigartiges Material, nicht zu kopieren oder zu fälschen. Deshalb behält es immer einen gewissen Wert.
    Sie haben zwar Recht, dass Gold weder Inflationsschutz, noch Werterhaltung bietet. Doch wenn sämtliche Stricke in der Wirtschaft reissen und alle Währungen mit in den Abgrund gezogen werden, bleibt Gold weiterhin einzigartig und deshalb werthaltig.
    Gold ist ein Notvorrat für schlimmste Zeiten.

  • Anh Toàn sagt:

    „Gold ist ein Notvorrat für schlimmste Zeiten.“

    Talking Heads: Life during wartime:

    „I got three passports, a couple of visas,
    I don’t even know my real Name“

    „I’ve got some groceries, some peanut butter
    To last a couple of days“

    Gold kommt nicht vor, nicht mal als etwas das vermisst wird, da kommt:

    „But I ain’t got no speakers, ain’t got no headphones
    Ain’t got no records to play

    This ain’t no party, this ain’t no disco
    This ain’t no fooling around
    This ain’t no Mudd Club, or C. B. G. B.
    I ain’t got time for that now“

    Wie Tauschen Sie Ihren 12.5Kg Standardbarren aus dem ETF gegen Brot, Brennholz? Wer hat „Wechselgeld“ in schlimmsten Zeiten? Wie viele wollen Gold kaufen in schlimmsten Zeiten und wie viele verkaufen?

  • Thomas Rob. M. sagt:

    Am Gold haftet ein Glaube…
    Gold ist, zumindest zum gegenwärtigen Preis unnütz… die Industrie benötigt dieses Material nur in Kleinstdosen.
    Gold wird vor allem von der Schmuckindustrie benötigt. Diese Schmuckindustrie ist im Krisenfall alles andere als systemrelevant für den Einzelnen aber auch die Gesellschaft.
    Ansonsten wird dieses Material gekauft um es in Kellern zu lagern. Ein dankbares Material. Kann auch in den feuchtesten Untergeschossen aufbewahrt werden ohne dass es rostet. Darin liegt wohl auch die Faszination, welche von allen Edelmetallen ausgehen. Gold zersetzt sich nicht, kann nicht rosten. Gold symbolisiert das ewige leben… es hat etwas göttliches an diesem Material… es ist für die Ewigkeit gedacht… Himmel und Erde werden vergehen aber die Edelmetalle bleiben bestehn…

    • Auric sagt:

      Sollte ich gerade jetzt wegen Corona pleite sein, dann nützt mir das Gold sehr wohl etwas. Kann ich verkaufen, für einen 1 kg Barren würde ich immerhin meine Miete für einige Monate bezahlen können.

      • Thomas Rob. M. sagt:

        Jaja… das ist so…
        im Goldpreis ist ein grosser Glaube beinhaltet… beim heutigen überhöhten Preis ist viel heisse Luft drin… ähnlich wie bei Bitcoin…
        Natürlich hat Gold einen gewissen Wert… auch als Schmuckmaterial taugt es wohl sehr gut…
        Aber letztlich kann ich für einen Liter Benzin beim Bäcker ein Brot kaufen. Mit dem Benzin kann dieser beim Müller das benötigte Mehl abholen.
        Für Gold benötigen sie einen Käufer der das auch wirklich benötigt…keinen Spekulanten… wenn eine schlimme Krise über die Welt hereinbrechen sollte hat ein Sack Mehl einen höheren Wert als 50 gr. Gold.
        Für Gold gibt es übrigens auch in der Industrie Ersatzlösungen. Die Menschheit kann ohne Gold leben, aber kaum ohne Nahrungsmittel. Gold ist ein Luxusprodukt dass in der Krise nicht benötigt wird.

    • Olivier Fuchs sagt:

      Alle Materie zerfällt in ihren Atomkernen. Die Halbwertszeiten sind aber oft enorm lange. Vorher war Gold ein anderes Element, Wasserstoff oder Helium.

  • felix burger sagt:

    Bei manchen Fragen hier komme ich aus dem Staunen nicht heraus. Da kaufte also jemand 290 Anteile Klasse A CHF ZKB Gold ETF welches einem aktuellen Wert von rd. CHF 150’000 entspricht und erkundigt sich im Nachhinein wie es um deren Sicherheit bestellt ist.
    Da kann mich sich ernsthaft fragen, was überlegen sich die Leuten wenn sie solche Anlagen tätigen?

  • Jessas Neiau sagt:

    Acht Kommentare, fünf davon von „Anh Toàn“. Darauf hat die Welt gewartet.

  • Hermann sagt:

    Die Kommentare wiederspiegeln weniger den Wert des Goldes, sondern wie „modern“ eingestellte Menschen (ihren) Lohn, Arbeit Wert, Vermögen definieren u. generieren. Wer gewohnt ist, sein Leben von A bis Z virtuell per Handy zu organisieren, wird physisches Gold als unnützer teurer alter Ballast u. Konkurrenz einstufen. Wenn die beachtliche Menge Geld was nach wie vor für Gold ausgegeben wird, in Aktien Fonds, Optionen, Bitcoin etc landen würde, das wäre dem e-Handel lieber. Ganz für Gold spricht: was seit über 2000 Jahren mal mehr, mal weniger seinen Wert über alle Krisen hindurch kontinuierlich behalten hat, wird sich nicht in Luft auflösen, nur weil neue teils disruptive Methoden auf mehr e-Akzeptanz drängen.

  • Hermann sagt:

    Der heutige Gold Abbau spricht gegen Gold. Leicht zugänglich gibt es längstens kein Gold mehr. Die Jahres-Fördermengen sind beachtlich, aber zu welchem Preis? Es werden riesen Mengen Erdreich abgetragen. Pro XL-LKW bleiben nur noch winzigste Gramm Anteile übrig(!) Genau so gut könnte man das ganze CH Mittelland nach Gold umpflügend durchbaggern. Wollen wir das? Nein natürlich nicht, dann sollten auch sonst wo die Landschaften erhalten bleiben dürfen.
    Altes Gold gegen neue „Werte“ muss nicht zwingend gegen einander ausgespielt werden, jeder hat seine Meinung & Erfahrung dazu. Absolute Sicherheit ist so oder so eine Illusion. Man wird einen Kompromiss von möglichen Gefahren u gefühlter Sicherheit finden müssen.

    • Jürg Bühler sagt:

      Herr Hermann, der heutige Gold Abbau spricht eben gerade für Gold. Es wird teurer und teurer neue Vorkommen zu finden und diese abzubauen. Somit fällt das Angebot wenn die Nachfrage nicht gross ausgeweitet wird und dadurch die Preise weiter steigen, dass es sich lohnt mehr abzubauen.
      Deshalb übrigens könnte auch Bitcoin interessant sein, weil es immer „scarcer“ (seltener) wird.

  • Jürg Bühler sagt:

    Herr Hermann, der heutige Gold Abbau spricht eben gerade für Gold. Es wird teurer und teurer neue Vorkommen zu finden und diese abzubauen. Somit fällt das Angebot wenn die Nachfrage nicht gross ausgeweitet wird und dadurch die Preise weiter steigen, dass es sich lohnt mehr abzubauen.
    Deshalb übrigens könnte auch Bitcoin interessant sein, weil es immer „scarcer“ (seltener) wird.

  • Martin sagt:

    Jemand kauft „290 Anteile Klasse A CHF ZKB Gold ETF Valor 13910159“ und meint, er habe „Gold“. Es ist Papier, wo drauf steht „Anteil an Gold“, irgendwo liegen 12,5 kg Goldbarren (kostet das Stück so um die 650’000 Fr, die sind aber nirgends erhältlich). Ein kleiner Virus hat genügt um zu zeigen, dass die Chancen Null Komma Null sind, in einer Krise an das Gold ranzukommen.

  • Max Blatter sagt:

    Das Folgende habe ich auch schon geschrieben:
    In relativ kleinen Mengen ist Gold nützlich für elektrische Kontakte im Schwachstrombereich …
    Ansonsten hält sich sein NUTZEN in Grenzen! Sein WERT hängt m.E. vor allem damit zusammen, dass wir Menschen ähnlich wie Elstern süchtig sind nach allem, was glänzt. Schmuck und so. DAFÜR habe ich persönlich nicht viel übrig. Für Gold im Banktresor allerdings noch weniger.
    Ehrlich gesagt verstehe ich nicht, wie man jemals Gold zur Währungsgrundlage machen konnte. Den Wert von Salz, das diese Funktion früher auch mal inne hatte, finde ich viel rationaler.

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