So lohnt sich der Rentenaufschub

Eine Leserin hat ihre AHV-Rente um fünf Jahre aufgeschoben. Wie wirkt sich das auf die Rente für sie und ihre Partnerin aus?

Für Verheiratete oder Paare in eingetragener Partnerschaft kann ein Rentenaufschub positive Folgen haben. Foto: iStock

Wir leben in eingetragener Partnerschaft und haben die Jahrgänge 1944 und 1956. Ich habe zusätzlich fünf Jahre gearbeitet und arbeite immer noch und habe somit die AHV–Rente um diese fünf Jahre aufgeschoben. Meine Partnerin wird in zwei Jahren, mit 66 Jahren, pensioniert. Uns wurde gesagt, dass, wenn eine AHV Rente aufgeschoben wurde, eine Rentenplafonierung nicht vorgenommen wird und wir je die errechneten Beiträge erhalten. Die Begründung: Ein solcher Aufschub würde somit annulliert respektive entwertet – und wäre nicht gerecht. Stimmt das so? S.D.

Nach Gesetz werden die beiden Einzelrenten eines Ehepaars plafoniert, jene von Konkubinatspaaren hingegen nicht. Die Summe der beiden Einzelrenten eines Ehepaares darf höchstens 150 Prozent der monatlichen Maximalrente von 2370 Franken betragen. Wird dieser Höchstbetrag überschritten, werden die Einzelrenten entsprechend gekürzt.

Konkret bedeutet dies, dass das Maximum bei 3555 Franken für Ehepaare liegt. In diesem Punkt stehen Konkubinatspaare besser da: Sie bekommen somit die Einzelrente ohne Plafonierung. Faktisch ist die Rentenplafonierung eine Heiratsstrafe. Von der Rentenplafonierung sind auch Personen betroffen, die in eingetragener Partnerschaft leben wie Sie.

Eine neue Ausgangslage ergibt sich allerdings, weil Sie und Ihre Partnerin ihre Renten aufgeschoben haben, wie Elisabeth Hostettler, Mediensprecherin beim Bundesamt für Sozialversicherungen BSV auf meine Anfrage hin bestätigt: «Bei Ehepaaren und mithin auch bei Personen, die in eingetragener Partnerschaft leben, wird der Zuschlag zur aufgeschobenen Altersrente für jeden Ehegatten gesondert berechnet».

Die Altersrente ist jeweils schon plafoniert

Der Aufschub der Altersrente ist in Artikel 39 des AHV-Gesetzes geregelt. Darin werden unter anderem die Möglichkeit und Wirkung des Aufschubs und der Zuschlag festgelegt. «Dieser Zuschlag fällt somit nicht unter die Plafonierung. Die Aussage in Ihrer Leserinnenanfrage, wonach der Aufschubszuschlag ansonsten entwertet würde, trifft zu», bestätigt Elisabeth Hostettler.

Gleichzeitig betont sie aber, dass die Altersrente ansich jeweils schon plafoniert wird. «Das leitet sich aus dem Grundsatz ab, wonach die Altersrenten von Ehepaaren und eingetragenen Partnern zu plafonieren sind gemäss Artikel 35 des AHV-Gesetzes. Dabei wird die Prüfung des Plafonds vor der Anrechnung des Aufschubszuschlags vorgenommen».

Für Sie bedeutet das, dass zwar auch die Renten von Ihnen und ihrer eingetragenen Partnerin plafoniert werden. Sie profitieren aber beide bei der Berechnung der effektiven Rente vom Zuschlag des Rentenaufschubs trotzdem – und der positive Effekt wird trotz Plafonierung nicht neutralisiert, was ansonsten ein starkes Argument gegen einen Aufschub der Altersrente wäre.

Ein Rentenaufschub bewirkt eine deutliche Erhöhung der Altersrente, da der Zuschlag zwischen 5,2 Prozent für einen Aufschub von mindestens einem Jahr und 31,5 Prozent bei einem Aufschub von fünf Jahren beträgt. Der Zuschlag wird auch ausgerichtet, wenn Rente und Zuschlag den Betrag der Maximalrente übersteigen.