Negativzinsen: Was soll das?

Oder: Warum Kantonalbanken mit Staatsgarantie nichts anderes übrig bleibt, als die negativen Zinsen der SNB weiterzugeben.

Kaum Handlungsspielraum: Ein Erlass der Negativzinsen würde zu einer Geldflut führen. Foto: Keystone

Ich bin sehr verärgert nach der Negativzinsmitteilung der ZKB, obwohl diese sich schon wieder fadenscheinig und unbestimmt herausredet. Wo soll das hinführen, die Sparer werden für jedes Kleinstdetail der Banken mit viel Gebühren belastet. Wir werden gezwungen, unser Geld anzulegen, wohlverstanden schön diversifiziert, aber auch das wirft kaum etwas ab, je nach Aktien verliert man sogar. Wie sehen Sie das? E.L.

Negativzinsen sind in der Tat ärgerlich. Ich habe an dieser Stelle schon mehrmals geschrieben, dass ich die Massnahme der Schweizerischen Nationalbank als problematisch einstufe.

Sie hilft zwar, den Franken gegenüber den ausländischen Währungen zu schwächen und den Export und den Tourismus zu stützen. Für die Sparer und Versicherten, für die AHV, Pensionskassen, Banken und Versicherungen sind sie aber eindeutig nachteilig.

Wenn das Geld spotbillig ist, werden zudem falsche Anreize gesetzt: Man wird faktisch dafür belohnt, dass man Schulden macht, was viele Staaten auf der ganzen Welt im grossen Stil tun und was dazu geführt hat, dass die Schuldenberge weltweit stark angestiegen sind. Zudem fliesst sehr viel Geld in die Aktien- und Immobilienmärkte, was für die Zukunft einige Gefahren bringt. Ironischerweise warnt ausgerechnet die Nationalbank regelmässig vor einer Überhitzung des Immobilienmarktes, obwohl ihr spotbilliges Geld massgeblich dazu beiträgt.

Dass die ZKB bei einem kleinen Teil der Kunden, die bei ihr nur liquide Mittel parkieren, nun auch Negativzinsen belastet, hat mich nicht überrascht. Als Kantonalbank mit Staatsgarantie ist sie, und andere Kantonalbanken, mit staatlicher Garantie einem besonderen Risiko ausgesetzt: Würde sie kommunizieren, dass sie keine Negativzinsen weitergibt, wäre sie innert kurzer Zeit mit einer Flut von Geldern aus dem In- und Ausland konfrontiert.

Dann wüssten nämlich alle, dass man bei ihr – anders als bei den meisten anderen Banken – kostenlos Geld parkieren kann und darüber hinaus noch von der Staatsgarantie profitieren kann. Die Kantonalbanken müssten in diesem Fall der Nationalbank noch weit mehr Negativzinsen abliefern, als sie es heute schon tun, was ganz sicher nicht im Interesse der Eigner, nämlich der kantonalen Steuerzahler wäre. Um das zu vermeiden, sind gerade auch Kantonalbanken mit Staatsgarantie gezwungen, für einen Teil der Kunden Negativzinsen zu verrechnen.

Dazu kommt: Kleinanleger sind das in der Regel nicht, vielmehr sind es üblicherweise Leute, die Millionen besitzen und neben ihren Anlagen einfach noch liquide Mittel sicher deponieren möchten. Persönlich habe ich den Eindruck, dass man im Falle der ZKB mit der öffentlichen Kritik den Esel meint, aber den Sack schlägt, zumal die Negativzinsen von der Nationalbank verfügt werden und praktisch alle Banken bei hohen Mitteln auf dem Konto ohne weitere Zusatzgeschäfte Negativzinsen belasten.

Dennoch gebe ich Ihnen in dem Punkt recht, dass es ärgerlich ist, dass man als Kunde auf der einen Seite längst keinen Zins mehr auf seinem Sparbatzen bekommt, gleichzeitig aber tendenziell steigende Gebühren zahlt.

Aus meiner Sicht ist es sogar noch schlimmer: Wenn Sie nämlich Ihren Sparbatzen einfach auf dem Konto liegen lassen, verlieren Sie damit auch ohne Verrechnung von Negativzinsen Geld. Denn auch die Teuerung von rund 0,4 Prozent frisst an Ihrem Geld. Daher würde ich nur einen Teil des Geldes liquid behalten und den Rest anlegen.

Der Nachteil, das stimmt, liegt darin, dass Sie dann ein Anlagerisiko tragen. In diesem Jahr indes wären Sie zum Beispiel mit Aktien ausgezeichnet gefahren und würden jetzt auf hohen Buchgewinnen sitzen. Aber auch das kann sich schnell wieder ändern. Darum ist eine Diversifikation auf verschiedene Anlageklassen wichtig.

Falls Sie auf Dividendenperlen wie Nestlé, Novartis, Swisscom und Schweizer Versicherer setzen würden, hätten Sie aber attraktive Dividendeneinnahmen von 2 bis 5 Prozent. Auch diese sind nie hundertprozentig garantiert, aber immerhin würden Sie von einem jährlichen Ertrag profitieren.

Ganz ohne Risiko ist auch das tatsächlich nicht möglich. Aus meiner Sicht ist es aber noch immer besser, als das Geld einfach auf dem Konto brach liegen zu lassen und damit garantiert Geld zu verlieren.

56 Kommentare zu «Negativzinsen: Was soll das?»

  • Guido Biland sagt:

    Was bei dieser Diskussion immer vergessen wird: Es ist ja nicht so, dass die Banken gezwungen sind, ihre Sichtguthaben bei der SNB zu horten und somit Strafzinsen zu zahlen. Sie müssen zwar einen gewissen Bestand für den Interbankenzahlungsverkehr und die gesetzlich vorgeschriebene Mindestreserve bei der SNB halten. Darüber hinaus könnten sie ihre Sichtguthaben aber als Bargeld von der SNB abziehen und so den Strafzinsen entgehen. Auf der Passivseite der SNB-Bilanz würden die Sichtguthaben einfach durch Notenumlauf ersetzt. Sie könnten das Problem also selber entschärfen. Offenbar scheuen die Banken den Aufwand für die Aufbewahrung von Bargeld und verrechnen stattdessen lieber die Strafzinsen an die Kunden weiter. Bei einem Bankrun kommt das viele Bargeld dann letztlich zum Kunden.

    • Flavio sagt:

      Für die Berechnung der Negativzinsen der SNB wird die CHF-Bargeldhaltung der Banken mitberücksichtigt. Also nix mit „sie könnten das Problem also selber entschärfen“.

      • Guido Biland sagt:

        Seit wann gibt es Strafzinsen bzw. überhaupt Zinsen auf Bargeld? Wenn die Banknoten die SNB verlassen, sind sie einfach ein gesetzliches Zahlungsmittel, das jederzeit seinen Besitzer wechseln kann.

      • Flavio sagt:

        @Biland: Am Besten machen Sie sich mit der SNB-Erhebung „Mindestreserven (MIRE_U)“ vertraut…

      • Guido Biland sagt:

        @Flavio: Es geht bei Ihren Dokumenten um die Mindestreserven und Freibeträge auf Sichtguthaben. Zurzeit haben die Banken fast 500 Milliarden Franken Sichtguthaben bei der SNB. Nur ein Teil davon sind Mindestreserven. Der grosse Teil ist überschüssige Liquidität v.a. aus Devisengeschäften.

    • Flavio sagt:

      @Biland: Wie gesagt: Für die Berechnung der Negativzinsen der SNB wird die CHF-Bargeldhaltung der Banken mitberücksichtigt. Die CHF-Bargeldhaltung wird vom Freibetrag in Abzug gebracht.

      • Guido Biland sagt:

        @Flavio: Sie sagen also, dass die SNB abgesehen vom Freibetrag das gesamte Zentralbankgeld-Vermögen der Banken mit Strafzinsen belastet, egal ob Sichtguthaben oder Barbestände? Wenn die Banken diesen Strafzinsen nicht ausweichen können, wäre das erstens eine Enteignung und zweitens eine absurde Geldpolitik. Ist der Sinn der Niedrig- bzw. Negativzinsen nicht primär der, dass Kredite verbilligt werden und so mehr konsumiert und investiert wird? Wenn Ihre Behauptung stimmt, reden wir aber nicht mehr von Anreiz, sondern von Enteignung.

  • Anton sagt:

    Nein, Herr Spieler, als Wirtschafts- und Finanzexperte sind Sie auch schon längst auf einem Auge blind. Das was die Banken machen, sind kriminelle Taten mit ihren Gebühren und den Nullzinsen. Das was die Nationalbank macht, ist eine einseitige Bevorzugung der Exportindustrie, die es nach Jahren nicht geschafft hat, innovativer zu werden. Ich kaufe keine Wertschriften, weil das die Gebühren in die Höhe treibt. Weil ich dann auch noch ein höheres Risiko trage. Weshalb nur werden Schulden gefördert, bis es den nächsten Crash gibt? Wie unvernünftig sind die Menschen doch geworden.

    • Anh Toàn sagt:

      „Weshalb nur werden Schulden gefördert, …“

      Gället Sie, man sollte das Sparen fördern! Aber der Sparer braucht einen Schuldner, will der Sparer Zinsen, muss die ein Schuldner zahlen, wenn nämlich alle Sparen wollen wie Sie und man dies fördert, sinken die Zinsen unter Null, weil niemand Schulden machen will.

      Anfänger-Ökonomie; Mehr Sparer, weniger Schuldner, mehr Angebot von Sparkapital, weniger Nachfrage der Preis sinkt!

      Ihr Sparer seit Opfer Eurer eigenen Sparwut! Warum haut Ihr Eure Kohle nicht raus, statt Euch zu beklagen, dass ihr Opfer seit, weil man Euch zu wenig Zinsen zahle?

      Ihr geht mir auf den Sack: Seit reich und heult, dass Ihr nicht reicher werdet, von alleine.

      • Anton sagt:

        Sie gehen mir doppelt ujnd dreifach auf den Sack. Wahrscheinlich Banker. Und Besserwisser. Kapitalisten sind Schweine. Wenn ich nichts habe, kann ich auch nichts anlegen. Sie sind ein arroganter Sprücheklopfer mit eindeutig beleidigenden Aussagen. Pfui Teufel,. was da alles in den Kommentaren herumschleicht.

      • Anh Toàn sagt:

        Sie beschuldigen Banker ringsum krimineller taten, den Autor des Textes der Dummheit oder Korruptheit („sind Sie auch schon längst auf einem Auge blind“), denunzieren unsere Nati als rückständig „seit Jahren nicht geschafft innovativ zu werden“ und einseitig begünstigend, die Exportindustrie, also die Gesetze verletzend, und beklagen sich, wenn Sie dafür in gleicher Währung zurück bekommen.

        „Pfui Teufel,. was da alles in den Kommentaren herumschleicht.“

      • Pan Flöte sagt:

        Ist ein solcher Ton hier wirklich nötig?

    • Anh Toàn sagt:

      „Wie unvernünftig sind die Menschen doch geworden.“

      Typischer Satz eines Irren!

    • Anh Toàn sagt:

      Jetzt hab ich ganz viel gespart und niemand will mich fördern, statt dessen wird die Exportindustrie gefördert, dabei ist uns doch die Importindustrie (genau genommen der Import fremder Gelder und der Import reicher Fremder, und der Import billiger Güter ) viel wichtiger.

    • Anh Toàn sagt:

      Es sind ja nicht nur die Schweizer, welche in CHF sparen wollen, die ganze Welt will im CHF Sparschweinchen einwerfen. Sich in CHF zu tiefen Zinsen verschulden kann, wer harte CHF verdient. Wer eine weichere Währung verdient, und sich in CHF verschuldet, fällt so hart auf die Nase wie die Ungarn vor einiger Zeit.

      Unser CHF dient der Welt als Sparschweinchen, weil wir wollen die beste Sparwährung der Welt, statt uns zu dienen.

    • Josef Marti sagt:

      Es gibt wenig zu beklagen. Die Notenbanken sorgen dafür dass die Häuslebesitzer immer reicher werden. Man kann locker die Hypo erhöhen und die Kohle dann raushauen für eine Weltreise oder einen neuen SUV kaufen um die Grünen zu ärgern. Es sind wunderbare Zeiten.

      • Anh Toàn sagt:

        Hat man sonst keine Kohle, gibt’s keine Hypoerhöhung für Konsum: Hypoerhöhungen gibt’s für Investoren, damit die sich noch etwas mehr zum Vermieten kaufen können: Die unterschiedliche Preisentwicklung bei Renditeliegenschaften und selbstbewohntem Eigentum ist wohl in erster Linie auf die Restriktionen bei der Hypovergabe an potentielle Eigenheimbesitzer zurück zu führen.

        Haben Sie ein gering belastet Eigenheim, können Sie dies höher belasten um das „Eigenkapital“ für ein zusätzliches Renditeobjekt zu haben. Aber nicht für einen SUV oder eine Weltreise: Nicht für Konsum, das wäre unverantwortliche Kreditvergabe, wir sind doch nicht bei den Amis!Ist man reich, muss man reicher werden, hat schon Gotthelf gesagt.

      • Josef Marti sagt:

        Da lob ich mir doch die Amis und deren Gült System. Wenn’s schief geht gibt’s einfach Klingelpost.

    • Peter Schneider sagt:

      Ja, seltsam dass die Exportindustrie doch nicht so stark ist, wie das Blocher immer predigt.
      Zu den anderen Punkten:
      „Gebühren bei Wertschriften“: die Dividenden, die ich erhalte, sind 150 mal grösser als die Depotgebühren plus das Steuerverzeichnis, das ich mir aus Faulheit anfertigen lasse. Ich inkludiere die Courtagen mit Absicht nicht, weil ich nicht trade. 29 CHF für einen Kauf über 10 000 CHF einer Aktie. Mit der ersten Dividendenzahlung habe ich bereits den zehnfachen Betrag zurückerhalten. Ich finde, dass die Gebühren fair sind. Wenn Sie ein gegenteiliges Gefühl haben, sollten Sie einmal ein paar Preislisten studieren.

      • Peter Schneider sagt:

        Und noch etwas angemerkt: ein tiefer Franken hilft der Exportindustrie aber auch dem Tourismus. Da hängen mehr Jobs drin, als Sie wohl vermuten würden. Sie machen jetzt irgendeine Milchmädchenrechnung (womöglich 10% weniger Rente), vergessen aber, dass zahlreiche zusätzliche Arbeitslose im Gegenzug längerfristig Ihre Steuern erhöhen würden. Angefügt: Alle Jobs, die hier in der Hochpreisinsel abgebaut werden, sind auch für immer verloren. Ich vermute, die SNB tut das einzig richtige, auch wenn das Ihren aktuellen, persönlichen Egoismen widerspricht.

    • Lucas Wyrsch sagt:

      Lieber Anton,

      Hast Du Dir schon mal überlegt, dass Du überall auf der Welt, wenn Du eine Wohnung oder ein Haus mieten willst, einen Mietzins bezahlten musst?

      Stell Dir nun einfach mal vor, Dein Bankkonto wäre eine virtuelle Wohnung, oder ein virtuelles Banken Safe, bei welchem Du Dein Geld deponierst, wäre es da nicht logisch, dass man Dir einen Mietzins verrechnet?

      Andererseits kannst Du Dein Geld in Immobilien anlegen und wirst Besitzer dieser Immobilie!

      Nun stell Dir vor, Du kaufst Anteile einer Immobilien Anlagestiftung, auf Englisch REIT und kriegst dafür Dividenden gutgeschrieben und Immobilien sind in der Regel crash- und rezessionsresistent!

      Auch die SNB wie Warren Buffetts Berkshire Hathaway, sind REITs, beispielsweise in STORE Capital (STOR) investiert!

  • Daniel sagt:

    Die Zürcher Kantonalbank dementiert heute Donnerstag, 5. Dezember 2019, in diversen Medien kolportierte Falschaussagen, wonach die Bank Barguthaben von CHF 100’000 neu mit Negativzinsen belastet. Es ist nicht richtig, dass die Zürcher Kantonalbank ab einem Barguthaben von CHF 100’000 Negativzinsen weiterverrechnet. Der im Tages-Anzeiger dargestellte Einzelfall ist nicht repräsentativ für die Negativzinspolitik der Zürcher Kantonalbank. Selbstverständlich ist die Bank nicht an rein opportunistischen Geldern interessiert, welche zur Vermeidung von Negativzinsen bei anderen Instituten zu uns fliessen. Die Bank prüft daher Zuflüsse genau und entscheidet individuell, ob und welche Freigrenze gewährt wird.

  • Daniel sagt:

    2/2: An der Politik der Weitergabe der Negativzinsen hat sich grundsätzlich nichts geändert. Weiterhin gilt: Die Zürcher Kantonalbank gibt die Negativzinsen differenziert im Interbankenmarkt und auf Guthaben von Kunden mit hohen Liquiditätsbeständen weiter. Die Zürcher Kantonalbank hat keinen fixen Betrag definiert, ab welchem Negativzinsen zwingend erhoben werden. Ob Negativzinsen weitergegeben werden, hängt von der bestehenden Kundenbeziehung und der Grössenordnung des jeweiligen Geschäfts ab. Kleinsparer und Kleinunternehmen entrichten keine Negativzinsen.

  • Peter Rohner sagt:

    Beim Fragesteller klingt das „schön diversifiziert“ nach einem Vorwurf. Aber die Diversifikation ist der einzige „free lunch“, den es an der Börse gibt. Mit der Diversifikation wird das Anlagerisiko kostenlos minimiert. Und das ist etwas Gutes …

    Sorry, ich wiederhole mich mal wieder: Normalmenschen sollten keine Einzelaktien kaufen, sondern nur ETFs. Kostenlose und ausführliche Infos hierzu gibt’s bei „justetf.com“.

  • Guido Biland sagt:

    Was bei dieser Diskussion immer vergessen wird: Es ist ja nicht so, dass die Banken gezwungen sind, ihre Sichtguthaben bei der SNB zu horten und somit Strafzinsen zu zahlen. Sie müssen zwar einen gewissen Bestand für den Interbankenzahlungsverkehr und die gesetzlich vorgeschriebene Mindestreserve bei der SNB halten. Darüber hinaus könnten sie ihre Sichtguthaben aber als Bargeld von der SNB abziehen und so den Strafzinsen entgehen. Auf der Passivseite der SNB-Bilanz würden die Sichtguthaben einfach durch Notenumlauf ersetzt. Sie könnten das Problem also selber entschärfen. Offenbar scheuen die Banken den Aufwand für die Aufbewahrung von Bargeld und verrechnen stattdessen lieber die Strafzinsen an die Kunden weiter. Bei einem Bankrun kommt das viele Bargeld dann letztlich zum Kunden.

  • Mary Meier sagt:

    Ich bin gegen Nestlé, Novartis. Ich kann mich mit deren Verhalten, Zerstörung der Umwelt, nicht identifizieren und verzichte darum, daraus Gewinn zu machen.

  • Alex Schneider sagt:

    „Es gibt nur deshalb keinen grösseren Aufruhr der Kleinsparer, weil es 80 Prozent der Bevölkerung nicht betrifft. Die Hälfte der Schweizer*innen hat keine Ersparnisse, ein weiteres Drittel hat genügend Geld, um den tiefen Zinsen auszuweichen, indem es Immobilien oder Aktienfonds kauft. Nur etwa 20 Prozent sind Kleinsparer und können sich mit ihrem Vermögen weder Immobilien noch andere Anlagen leisten.“ (T. Straumann in Migros-Magazin Nr. 47, 18.11.2019)

    • Guido Biland sagt:

      Na ja, Herr Straumann vergisst offenbar die gewaltigen Pensionskassenguthaben der 80 Prozent Bevölkerung.

    • Lucas Wyrsch sagt:

      Alex Schneider schreibt den reinsten Unsinn, wenn er behauptet, dass „nur etwa 20 Prozent Kleinsparer sind
      und sich mit ihrem Vermögen weder Immobilien noch andere Anlagen leisten können.“
      .
      Mit der REIT „Universal Health Realty Income Trust“, welche an der New York Stock Exchange unter dem Ticker UHT gehandelt wird und in Spitälern, Notfallstationen und Rehabilitätskliniken investiert ist, hätte man in einem Jahr über 100% Performance erreicht!
      .
      Mit diesen Ticker Symbolen von REITs: UHT, SNR, CHCT, CTT, SUI, REXR, EQIX, UBP, BRT, PLD, GMRE, ELS, IRET, BRX, ABR, EGP, DEA, FR, LPT, KIM, HASI, QTS, STOR, MAA, FOR
      hätte ein aufgeklärter Investor in 11 Monaten eine durschnittliche Performance von 63.41% erzielt!
      .
      REITs sind Immobilien Anlagestiftungen

  • Thomas Abderhalden sagt:

    Man muss ja von den Nominalzinsen noch die Inflation abziehen, und wenn man da ein bisschen googlet, sah es früher noch schlechter aus. 1979 z.B. hatte man real minus 3 Prozent, und es gab Phasen, da war man bei unter -5%. Heute sind es vielleicht real minus 1.5% so man denn die Negativzinsen wirklich belastet erhält. Wer 0% auf dem Konto hat, hat in Summe -0.4% (falls die Inflationsrate oben im Artikel stimmt).

    • Josef Marti sagt:

      Völlig richtig. In den 70ern bis in die 90er gab es immer wieder hohe Inflationsraten und die Nominallöhne stiegen ständig, die Leute hatten das Gefühl mehr zu bekommen, in Wirklichkeit traten sie real bestenfalls an der Stelle, und die Hypobelastungen waren relativ erst noch viel höher.

  • Hansli sagt:

    Die ZKB ist angesichts der Depotgebühren (wie einige andere CH-Banken) nicht einmal an Anlagen interessiert.

  • Anh Toàn sagt:

    „Wir werden gezwungen, unser Geld anzulegen, …“

    Echt? Von wem? Melden Sie es Amnesty International, klagen Sie in Strassbourg wegen Verletzung Ihres Menschenrechtes Ihr Geld rauszuhauen, es zu versaufen und …

  • Jean Gilette sagt:

    Die Mentalität zum „sparen“ ist in der Schweiz immer noch weit verbreitet. Eigentlich schade. Denn mit Aktien hat der Anleger über Jahrzehnte hinweg viel mehr Vermögen anhäufen können als mit Obligationen oder Festgeld, d.h., der Bezug zu Aktien ist in der Schweiz traditionell nicht ausgeprägt.

    Diese Tatsache sehe ich als grösstes Problem. Viele Anleger haben schlichtweg keine Ahnung wenn es um Aktien geht. Besonders bei Frauen ist die Quote (leider) extrem tief. Nicht die Banken sind das Problem sondern das Allgemeinwissen der Leute zum Thema Aktien bzw. Alternativen.

    • Hansli sagt:

      @Gilette
      Die Banken machen auch alles damit die Kunden keine Aktien kaufen. Empfohlen werden eigene Fonds mit massiven Gebühren, die Kauf- und Verkaufskonditionen sind abschreckend, die Depotgebühren abhängig vom Anlagevolumen etc. Die Gebührenstruktur ist immer noch wie vor dem Computerzeitalter. Die Effizienzgewinne der IT wurden nicht dem Kunden weitergegeben.

  • Stefan W. sagt:

    Wie kann es eigentlich sein, dass einerseits für zentrale Staatsaufgaben permanent zu wenig Geld da ist, andererseits aber die Banken nicht wissen, wohin mit dem viel zu vielen Geld, unter dessen Last sie ächzen?
    Ist nicht allein schon dieses Missverhältnis ein Beweis dafür, dass mit unserem Wirtschafts- und Steuersystem etwas oberfaul ist?

    • Josef Marti sagt:

      Zumindest beim Bund (bei den Kantonen sieht es anders aus) wurden in den letzten 15 Jahren fast immer Überschüsse gemacht, folglich hat es für Bundesstaatsaufgaben zu viel Geld, folglich müssen die Steuern runter.

      • Stefan W. sagt:

        @J. Marti: Erklären Sie doch bei der nächsten AHV- oder Sozialkosten-Diskussion mal, dass der Staat zu viel Geld hat. Mal sehen, was die Finanzler dann antworten.

      • Anh Toàn sagt:

        Wer sich Geld zu Negativzinsen leihen kann, hat zumindest genug davon.

  • Meyerhans sagt:

    Warum schreibt dies man hier nicht: Nötigenfalls das Geld in den Safe tun. Punkt. Dann hat die Bank kein Bargeld, für das sie allenfalls negativ Zinsen bezahlen muss. Es bleibt also sehr wohl eine andere Lösung übrig.
    Neu beträgt die Freigrenze nun das 25-Fache der Mindestreserve einer Bank, auf welchen die Bank keine Negativzinsen an die Nationalbank bezahlen muss.
    Unter welchen Voraussetzungen die Banken das eigene Geld in Safes tun könnten, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber das wäre doch ernsthaft zu prüfen, und davon wären nurdie Beträge über dem Freibetrag betroffen.

    • Josef Marti sagt:

      Im Prinzip kann die Bank einen Grossteil ihrer Überschussreserven in Papierform halten resp. bei der SNB eintauschen. Nur ist die SNB am längeren Hebel, sie verweigert schon seit langem die unbeschränkte Herausgabe von Tausendernoten. Die Bargeldhaltung kann verteuert werden mit immer kleineren Nötli und am Schluss mit einer Bargeldsteuer resp. Abschlag auf der Face value wie das der IWF empfiehlt. Dann kann man die Negativzinsen auf -4% und mehr drücken um die Geldhaltung noch höher zu bestrafen.

  • Nick sagt:

    Ich kann den Tipp „Aktien kaufen“ nicht mehr hören. Damit wird nicht produktiv investiert sondern eine bereits jetzt riesige Blase weiter aufgepumpt. Ich weiss nicht wann, aber dass sie platzen wird. Dann ist eine Menge Geld der Investoren weg. Ganz ohne bösen Staat, der sonst enteignen, besteuern oder sonstwie den Kapitelüberschuss vernichten müsste. Die Leute haben freiwillig investiert und dummerweise verloren. Selber schuld. Ohne mich, sage ich nur.

    • Stefan W. sagt:

      Das Geld ist bei einem Crash nicht „weg“, sondern es hat den Besitzer gewechselt. Und damit erst zeigt sich der ganze Unsinn hinter der Investitionsempfehlung: Wenn Geld vom Konto des Aktienkäufers auf das des Aktienverkäufers umgeschichtet wird, ändert das nichts daran, dass zuviel Geld ohne realen wirtschaftlichen Nutzen irgendwo gegen Gebühren brachliegen muss. Das Geld müsste in die Realwirtschaft kommen, dorthin, wo es wirklich gebraucht wird. Nicht dorthin, wo es nur noch stört.

      • Lucas Wyrsch sagt:

        Stefan W. versteht von Anlagen nichts, wenn er schreibt, dass „das Geld bei einem Crash nicht „weg“ ist, sondern es den Besitzer gewechselt hat.“
        .
        Crash sind, erklärt Warren Buffett, Zeiten des Ausverkaufs und die optimalsten Momente, bessere Renditen zu erwirtschaften!
        .
        Wer sich bei Aktien vor Crash fürchtet, soll in die crashresistenteren Immobilien Anlagestiftungen, sprich REITs, investieren, wo die Dividendenrenditen sowieso höher sind als beispielsweise beim S&P500!
        .
        Mit den 25 bestkapitalisierten REITs hätte er in 11 Monaten eine Performance von 36.89% erreicht!

        Hier sind die Ticker Symbole dieser 25 bestkapitalisierten REITs: AMT, PLD, CCI, SPG, EQIX,
        PSA, WELL, EQR, AVB, SBAC, DLR, O, WY, VTR, BXP, ESS,
        ARE, PEAK, MAA, SUI, WPC, UDR, EXR, ELS, NLY

  • Anton sagt:

    Dass sich besonders im Tages-Anzeiger Idioten herumtummeln, sehe ich einmal mehr heute. Scheiss drauf Vietnamese.

    • Lucas Wyrsch sagt:

      Lieber Anton, Du solltest nicht gegen die Netiquette verstossen, sondern Deine Lernresistenz auf die Seite legen!
      .
      1980 erhöhte Paul Volcker (RIP) den Federal Reserve Prime Rate so hoch wie nie zuvor in der Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika, nämlich auf 21.5% am 19. Dezember 1980.
      Quelle: FedPrimeRate.com, Prime Rate History,
      .
      Paul Volcker war von August 1979 bis August 1987 Vorsitzender des Federal Reserve System der Vereinigten Staaten von Amerika.
      .
      Die durch ihn 1979 eingeleitete Phase einer Politik der hohen Zinsen, die als „Volcker-Schock“ bezeichnet wurden, besiegte die Inflation!
      .
      Auch bei Darlehen gilt Angebot und Nachfrage!
      .
      Da heute alle in Geld schwimmen und fast niemand mehr Darlehen benötigt, sanken Zinsen ins Minus ab!

  • Flavio sagt:

    Habe rund CHF 200‘000 auf dem Bankkonto, die ich in fünf Jahren für eine Teilrückzahlung meiner Hypothek brauchen werde. Wie anlegen, wenn ich keine Verluste riskieren kann?

  • Mikki sagt:

    Man fragt sich manchmal schon, wie wenig eigentlich gebildete Schweizer über unser Finanzsystem wissen. Denken denn die Leute, dass eine Bank gratis arbeitet? Früher konnte sie einfach die Gebühren auf den positiven Zinsen verstecken, was natürlich mit Nullzinsen nicht mehr geht. Wenn der Sparer meint, dass er sein Geld billiger (und hoffentlich sicherer!) als die Bank aufbewahren kann, dann steht es ihm frei das Geld mit nach Hause zu nehmen.
    Wenn ich mein Auto in den Service bringe, bezahle ich mehrere hundert Franken, obwohl die Garage gerade mal die Motorhaube auf und wieder zu macht. Aber für 100’000 Franken auf dem Konto verwalten, wollen die Leute keine 500 Franken bezahlen…

    • Guido Biland sagt:

      Der Abzug der Kontoguthaben ist im Gang und wird zunehmen. Solange die Banken und die Kapitalmärkte überliquide sind (und dafür sorgen die Zentralbanken), müssen Sparer für ihre EInlagen nicht mehr belohnt werden. Was das für das klassische Geschäftsmodell der Banken längerfristig bedeutet, wird man sehen.

  • Beat.S sagt:

    Reiche Ausländer überfluten den sogenannten sicheren Hafen Schweiz mit ihrem Geld und der schweizer Kleinsparer soll jetzt dafür bestraft werden. Was spricht eigentlich dafür nur ausländische Gelder negstiv zu verzinsen?

  • Lucas Wyrsch sagt:

    Unsere Schweizerischen Immobilien waren schon 2011 viel zu teuer, der Entstehungswert war 4 Mal höher als das Bruttoinlandprodukt, und die Rendite zwischen 5% und 6% jährlich ist weltweit eine der tiefsten!
    ..
    Laut HSBC sind globale Immobilien eine wertvollere Anlageklasse als alle Aktien, Beteiligungen und Anleihen kombiniert, die zusammen im Jahr 2016 lediglich US$170 Billionen betrugen.
    Quelle: Global Real Estate, Trends in the world’s largest asset class
    .
    Der Enstehungswert globaler Immobilien ist nur 1.8 Mal höher als das globale BIP.
    .
    Unser reales pro Kopf BIP beträgt $85,157 (N°3 global), unser kaufkraftbereinigtes pro Kopf BIP ist $66,780 (N°11 global)
    Quelle: Projected GDP per capita Ranking (2019-2023), Statistics Time
    .
    Unser Kaufkraftverlust: $18,377 oder -21.6%!

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