Wie Sie Geld verdienen mit Gesundheitstrends

Wegen der Zunahme von Zivilisationskrankheiten steigen die Gesundheitskosten – davon profitieren Anleger.

Des einen Leid, des anderen Profit: Fettleibigkeit ist in vielen Ländern ein Problem. Foto: iStock

Fettleibigkeit und Diabetes sind vor allem in den USA immer stärker verbreitet. Wie kann ich mir diesen Trend zunutze machen und in Firmen investieren, die Medikamente gegen die Erkrankung der Leber herstellen? R.O.

Demografie und Gesundheit sind aus meiner Sicht zwei Megatrends, die man auch als Anleger berücksichtigen sollte. Die Lebenserwartung in vielen Ländern weltweit steigt weiter an. Die Menschen haben den Wunsch, bei möglichst guter Gesundheit im Alter aktiv zu bleiben und auch die dritte Lebensphase zu geniessen.

Gleichzeitig nehmen aber Krankheiten wie Fettleibigkeit, Krebs, Diabetes, aber auch Alzheimer immer mehr zu. Aufgrund der steigenden Lebenserwartung auf der einen Seite und der Zunahme von vielen Zivilisationskrankheiten klettert die Nachfrage nach Medikamenten, die Heilung oder zumindest Linderung versprechen, deutlich in die Höhe.

Gut sichtbar ist das bei Erkrankungen der Leber, wie eine aktuelle Studie der zur an der Schweizer Börse kotierten Bellevue Group gehörenden Adamant Healthcare zeigt.

Die Leber ist das Chemielabor des menschlichen Körpers. Als Schaltstelle für die Verarbeitung von Nährstoffen und für die Synthese vieler essenzieller Stoffe kontrolliert sie mehr als 500 Stoffwechselprozesse. Sie reguliert die Zusammensetzung des Blutes, baut rote Blutkörperchen ab und produziert unter anderem Gallensäfte, Proteine, Cholesterin, Fette und Bluteiweiss. Zugleich ist sie ein wichtiges Immunorgan und übernimmt Abwehrfunktionen gegenüber Bakterien und Viren.

«Gerät dieses Organ aus den Fugen, kann es zu schwerwiegenden gesundheitlichen Schäden kommen», sagt Cyrill Zimmermann, Head Healthcare Funds & Mandates bei der Bellevue Group. Chronische Leberentzündungen würden zu Vernarbungen, Organversagen und Krebs führen. Die Folge sind lange und kostspielige stationäre Behandlungen.

«Erschwerend kommt hinzu, dass sich Krankheitssymptome erst im fortgeschrittenen Stadium zeigen, wenn bereits eine massive Organschädigung vorliegt», erklärt Zimmermann. Umso mehr sei es erstaunlich, dass in den letzten Jahren nur wenige Arzneien auf den Markt kamen, deren Wirkprofil auf die vielfältigen Funktionsstörungen der Leber ausgerichtet ist. Immerhin relativ gut behandeln liessen sich Hepatitis-Infektionen, die weltweit am meisten verbreitete Lebererkrankung.

Das in medizinischer wie auch kommerzieller Hinsicht grösste Potenzial bieten laut Zimmermann die metabolische Fettleber und die nicht alkoholische Fettleberentzündung als die zwei am stärksten wachsenden Lebererkrankungen. Hauptursache für Letztere ist die ungesunde Ernährung in Verbindung mit Bewegungsmangel.

Zimmermann kommt aus Anlegersicht zum Schluss: «Mit Hepatitis, seltenen Lebererkrankungen, Krebs und vor allem der nicht alkoholischen Fettleberentzündung bietet die Leber in vier Krankheitsfeldern kurstreibende Innovationen.» Als Anlegerin partizipieren könnten Sie, indem Sie Aktien von Biotech- und Pharmafirmen kaufen. Attraktiv sind in diesem Kontext insbesondere die Papiere von Novo Nordisk.

Das Problem dabei ist, dass Sie mit diesem Einzeltitel ein Klumpenrisiko eingehen. Mit weniger Risiken in Therapien rund um Leberkrankheiten und Diabetes investieren können Sie mit Anlagefonds und spezialisierten Beteiligungsgesellschaften wie Adamant Health. Diese ist nicht nur in Novo Nordisk, sondern auch in Unternehmen wie Intercept Pharma, Alnylam Pharma oder Exelixis engagiert, die erfolgreich Therapien gegen Leberkrankheiten entwickelt haben, und bietet trotz Fokus auf Leberkrankheiten eine breite Diversifikation im Healthcarebereich, die man angesichts der erhöhten Risiken, die jede Medikamentenentwicklung beinhaltet, unbedingt einhalten sollte.

13 Kommentare zu «Wie Sie Geld verdienen mit Gesundheitstrends»

  • Ralf Schrader sagt:

    Wie moralisch verkommen muss man sein, wenn man an Medizin verdienen will.

    • Pan Flöte sagt:

      Ja! Sagen Sie das auch mal der Pharma-Industrie, die Krebsmedikamente zu horrenden Preisen verkauft, sodass sich eigentlich niemand eine Therapie leisten kann. — Gewinnmaximierung vs. Humanität.

      • Alain Surlemur sagt:

        Liebe Pan Flöte, ich bin jetzt mal böse.

        Wollen Sie solche Medikamente oder nicht?

        Sehen Sie zum Vergleich diejenigen Krankheiten an bei denen Interessengruppen öffentlich Druck auf die Preise machen.
        Die Forschung an AIDS-Medikamenten ist von Big Pharma de Fakto eingestellt, ditto für diverse Tropenkrankheiten. Da sind nur noch ein paar staatlich allimentierte Institute dran. Mit wenig Erfolg…

        Ohne Gewinnaussicht keine Forschung!

      • Pan Flöte sagt:

        @Alain Surlemur
        Sie schreiben „Ohne Gewinnaussicht keine Forschung.“ — Es geht hier nicht um Gewinne, sondern um Gewinnmaximierung. Ist aus meiner Sicht verwerflich (denn die hohen Gewinne gehen an die Topmanager, nicht an die Erfinder der Medikamente oder Aktionäre).

    • Fritz sagt:

      ja genau richtig! und es gibt auf der ganzen Welt kein einziges Medikament das wirklich heilt! weil alles nur Symptombekämpfung ist, weit weg von einer echten Heilung!
      https://www.youtube.com/watch?v=UbkT7LtF4L0

    • Florian Senn sagt:

      Konfrontieren Sie doch eine Ärztin oder einen Krankenpfleger mit Ihrer ulkigen Behauptung…

    • Aquila Chrysaetos sagt:

      Und von was haben Sie gelebt während Ihrem Berufsleben? Vom Dank der Patienten? Auf Ihre Rente verzichten Sie whs freiwillig?

      Doch, ich finde die ungezählten Nacht- und Wochenddienste, die Abwesenheit von der Familie, die lebenslange Weiterbildung und die nicht teilbare Verantwortung eines jeden der mit Patienten zu tun hat soll gut entlohnt sein. Man darf ruhig daran verdienen, dass man all dies zu leisten bereit ist.

  • Jean Gilette sagt:

    @R.O. Probieren Sie es mit Zoetis Inc., Baxter International, Abbott Laboratories, Amgen, Gilead Sciences Inc., Illumina, Seattle Genetics Inc. oder Vertex Pharmaceuticals.

  • sepp z. sagt:

    „Des einen Leid, des anderen Profit: Fettleibigkeit ist in vielen Ländern ein Problem.“

    Was hier im Blog als Problem benannt wird, darf in anderen Blogs (bsp bei den Mamas) nicht mal mehr beim Namen genannt werden (Fettleibigkeit), weil sich sonst ein paar fette Menschen ‚offended‘ fühlen.

  • Peter Rohner sagt:

    Als Normalmensch würde ich mir einen Sektor-ETF zum Thema „Gesundheitswesen“ kaufen. „justETF“ hilft bei der Auswahl weiter:

    https://www.justetf.com/ch/find-etf.html?assetClass=class-equity&groupField=index&sector=Health%2BCare

  • Julian H. sagt:

    Ich war mal fett (haha) in Novo Nordisk investiert, habs dann aber vertradet. Kann man eigentlich als Dividendenwert sehen, die dänische Quellensteuer ist jedoch etwas ärgerlich.

  • Steiner sagt:

    Gibt es auch eine Valorennummer zu Ihrer Empfehlung:
    spezialisierten Beteiligungsgesellschaften wie Adamant Health?

  • Muriel sagt:

    Vermutlich ist damit die BB Biotech AG gemeint. Novo Nordisk ist da allerdings nicht im Portfolio enthalten.

Kommentar

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